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M 293 Samstag, den 19. Dezember 1896. 23. Jahrgang

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mit Unterhaltungs-Keilagr .Ltrrne unb Klumeu".

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Bonisatius-Sammelverein.

Der Jahresbericht der Eentrolstrlle bei Bonifatius« Sammelvereins (für Waisenhäuser und kommunckauten- Anstalten) über dal Jahr 1895 beginnt mit folgender Einleitung:

„Bem zehntenmal unterziehen wir uns der angenehmen Verpflichtung, den Mitgliedern und Sönnern del BonifatmS-Sammelverrinl eine« Bericht über die THStigkeit der Eentralstelle del BereinS zu erstatten, und zwar über das Bereit Sjaht 1895.

Unsere in dem vorigen Jahresbericht ausgesprochene Hoffnung, daß die Bestrebungen des Verein! von stetig wachsendem Erfolge begleitet sein würde«, ist nur in den Diözese» Köln, Fulda und Münster und bei der Hauptstelle Sp ndau in Erfüllung gegange«. Ob die Sesammt-Einnahme des BereinS im Jahre 1895 die Einnahme des vorhergehenden Jahres übertrifft, läßt sich leider nicht feststellen, da die Bericht« von einigen Dtözesan-Hauptstellen bis zum Abschluß unsere! Be­richte! zu unser« lebhaften B» dauern »icht eingegangen waren. Man wird eS delhalb begreiflich finde», wenn wir, wie schon so ost, auch jetzt wieder dringend darum bitten, daß die Sammelstelle«, die Havptstellen und die Diözesan-Hauptstellen die fällige» Berichte recht­zeitig einsenden.

Mußte» wir schon im vorigen Berichte unser Bedauern über bte geringen Einnahmen der süd­deutsche«, inlbesondere der bayerischen Sam«

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Viertes Klatt.

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grirfrehtt täglich gena» wd> griertoee ausgenommen. — Vierteljährlicher Abonnement»pr«iS ohne Brmgerlohn mck BeßeNgekd in Fulda und auSwür« 1 Marl 50 Pfennig. Inserate kosten dir eiuspalttge Karmondzerle oder deren Raum 15 Pf., Reklamen die Petitzeile 25 Pf., bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.

steift eilen ausdrücken, so haben wir i« diesem Jahre «och mehr Grund zur Klage. Bon den ca. 50 süddeutschen Sammelstellen, die in ftüher« Jahren Bericht und Erträge eingefandt habe«, find uns nm 15 treu geblieben. Die Einnahme der süddeutschen Sammelstelleu ist vo« 718 86 Ml. int Jahre 1894 auf 270,54 Mk. zurückgegangen. Finden sich denn in ganz Süddeutschlaad nicht einige wackere, thatkcäftige katholische Männer, die ein warme! Herz für arme, verlaffene Kinder haben und deshalb versuchen wollen, den Süden für den Sammelverein zu gewinnen? Möchte« sie doch recht bald solche brave Männer bei un! melden, damit wir sie mit den nöthigen Instruktionen versehen können!

Benn wir heute von neuem der Hoffnuug Ausdruck geben, daß der Sammelverem nach und nach überall eine wersthätige Unterstützung finde« und sich fort und fort guter Erfolge zu erfreue« haben werde, so schöpfen wir diese unsere Hoffnungen au! der hehre« Aufgabe und den edlen Zmckm des BereinS. Sieht es ja der Sammelvereiu als seine heilige, wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe an, überall dahin die rettende, hilfreiche Hand auszustrecken, wo arme Kinder durch de« Berlust, die Roth oder die Schuld ihrer Elter« i« Gefahr fiehen, an Glaube uud Gitte Schiffbruch zu erleiden und für die hl. Kirche und den Himmel verloren zu gehe«. Wo immer ei also gilt, be« Eifer für ben Verein neu zu beleben ober bett Kreis seiner Mitglieder zu erweitern, da verweise «an nm auf die Zweck?, die der Verein zu erstreben fich vorgesetzt hat. Sicherlich werde« dann die Herzen nicht kalt oder gleichgiltig bleibe«, sondern sich zu einem Opfer für den Sammelverein bereit fttbett."

Aus bet nun folgenden genau sp.c firten Rechnung gebe« wir hier nm die Ha«p'zahlen:

Die Sksammt-Einnahme belief fich auf 96609 Mk. 66 Pfq. (davon 1139 Mk. 36 Pfg. bei der D özeian- Houp:stelle Fulda, 35214 Mk 64 Pfg. bei der Diözesan-Houprstelle Piderborn, 25904 Mk. 85 Pfg. bei der Dtözesan-Hauptstelle Müntzer u. i. w ). Die Gesammt-Ausgabe betrug 79560 Mk. 57 Pfg.

Der Recht unglbericht schließt mit folgende« Worten: „Wir schließen unsern Bericht mit dem Ausdruck bei verbindlichste« Dankes an alle, die ben Sammelverei« durch ihre Mitgliedschaft und ihren Sammeleifer unter­stützt hab'N. Unser« Dank vereinigen wir mit be« fromme« Gebete« bet armen ftinber, bie durch uniere Unterstützung vor dem Abfall vom Glaube« bewahrt werde«, und die Tag für Tag dem göttliche« Heilande die innigste« Bitte« für ihre Wohlthäter dardringen. Mit de« Danke verbmden wir die dringende Bitte an alle Freunde und Gönner bei Sammelvereiu!, weiter mitzuhelfen att bet Rettung bet v'elen atmen flrober unserer bedürftigen Glaubensgenosse« in bet Diaspora. Wir können nicht ost genug wieberholen: Allein in Preußen besuche« nach amtliche« Angaben heute noch 55000 kathol. Kinder eine protestantische Volksschule. Bon diese« empfange« nur 12000 kathol. Religion!« unterricht. Die Zahl der Kreise, wo sich keine katholische Schule befindet, beläuf sich auf 160. Diese Zihleu find gewiß eine lautet eindringliche und verständliche Sprache; fie rufe« alle«, allen deutschen Katholiken zu: Schließet euch den Be«' strebungen bei Sammelvereiu! an und helfet bie vielen unschuldigen Kinderseelen retten, bie in Gefahr schwebe«, für Zeit u«b Ewigkeit unglücklich zu werbe«. Der göttliche Ki«berfreusb wirb eS mit seinem reichsten Segen lohnen."

Lekaimtmachung.

Die Eröffnung der durch Ordnung vom 22. Mai und 10. Juli 1896 beschlossenen und von den Aufsichtsbehörden ge­nehmigten obligatorischen Han­delsschule steht demnächst bevor. ;

Verpflichtet zum Besuche der ' Schule sind alle in Fulda in Handelsgeschäften beschäftigten Gehilfen und Lehrlinge, welche das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und nicht ent­weder imBesttz des Berechtigungs­zeugnisses zum Einjährig-Frei- willigen-Dienste sind oder durch eine vor dem Leiter der Anstalt zu bestehende Prüfung nach­weisen, daß sie genügende Kennt­nisse für den kaufmännischen Beruf besitzen.

Gemäß § 5 der oben bezeich­neten Ordnung werden nun hiermit die Inhaber von Handels­geschäften aufgefordert, bis späte­stens 1. Januar 1897 jeden von ihnen beschäftigten noch nicht 18 Jahre alten Gehilfen oder Lehrling bei dem städtischen Meldeamt unter genauer An­gabe des Namens, des Jahres und Tages der Geburt und der Religion desselben, sowie des Namens, Berufs und Wohnorts der Eltern bezw. des Vormundes des jungen Mannes anzumelden.

Die Unterlassung der Anmel­dung zieht die Bestrafung mit einer Geldstrafe bis zu 20 Mk., an deren Stelle im Unvermögens­falle eine Haftstrafe bis zu drei Tagen tritt, nach sich.

Fulda, 16. Dezember 1896. Der Oberbürgermeister: _______Dr. Antoni._______

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