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Samstag, den 19. Dezember 1896
* Die Organisation der Arbeiter
Alle- strebt heute »ach Orgamsatiorr. Die Unternehmer thu« sich zu allen möglichen Verbänden, Syndikate«, Ringen u. s. w. zusammen, organifiren Ach sogar direkt gegen die Arbetter und stelle» schwarze Listen rc. auf. Ihnen braucht am Ende das Gesetz gar nicht erst besonders zu Hilfe zu komme». Die Arbeiter dagegen bedürfen nothwevdig der Stütze des Gesetzes bei ihrer Organisation, weil sie sonst den Unternehmer« gegenüber ohnmächtig stad und ihre Organisation sonst wirthschastlich nicht gebe Heu kann. Gibt man den Brrufivereinen die R^chiSfähigkett, so werden fie fich bedeutend entwickeln vnd ganz gewiß nicht bloße «ampforganisatiouen der S-rstaldemokca ie sein.
Schoa jetzt steht die orthodoxe Sozialdemokratie mit Besorguiß auf die Gewerkschaftm, wiewohl G,:«osi-u au der Sp tze stehe«. Solche B-rustvereme lenken nämlich die G danken und da» Streben der Arbeiter auf da» Praktische und Erreichbare: Je mehr eS ihnen gelingt, die Lage der Arbeiter zu verbessern, um so weniger schweit ihr Blick aus nach
FllldilcrMZkitiiiig
__mitUnterlsaltungs-Heilage „Sterne und Kinmrn«.
zur ander«, er beia"dfich in der besten Laune. I bezüglich des Kl inbahnwesers erzieft werde«. Mau . „DbmAbg. Ldrllstetu (Tentt.)hat schon vorgestern I rechnet auf die Unterstützung des Unternehmens dmch der Sbg. Gamp im R«ch,tag einen Anwurf daraus I die maßgebenden Faktoren, insbesondere durch da» gemacht, daß er als Brnchtnstatter der Wahlpchfunir l preaßifche Ministerium der öffentliche« Arbeite«, in Somansfioaber de» Verhandlungen über die Sahl der I beten Jnterefie es liegt, die tatsächlichen Ergebuiffr Abg. Holtz Dmge vorgetragev habe, die in der Kom- I d s vielumstrittene« preußischen Kleinbahngesrtz-» vo« wsfioa gar nicht verhindert worden seien. Obschon 28. Juli 1892 in voller Klarheit und Ueberfichtlich- der «bg. Lieber diesen Vorwurf bereits sofort zurück- leit zu zeige«. Endlich dürste die «urst-llung zu einer gewiesen hat, wiederholt ihn die .Kreuzzeitung' heute I Kleinbahnstatistik Anlaß geben, die bisher in Deutschkoch. Die Freunde des Herrn Holtz hatte« in der I land fast vollständig fehlt.
Kommission eine ganz neue Auslegung der Sahl- * München, 18. Dez. Die Manz-Gesellschaft ttglementS aufs Tapet gebracht. Beweise für ihre I löste die noch 21/, Jahre dauernde Pachtung ihre» Richttzknt habe» fie allerdmgS kerne. Die Mehrheit I .Bayerischen Kurier' durch Bankier Graf gegen 20000 der Kommission hat die Deutelei verworfeu und dabei Mark Entschädigung an Graf. Diese Röcknwerbuna in UebrremstMmuug mit dem Staatssekretär v.Bötttcher de, B-rfügungSrechtS hängt mit der Verhandlung auf fich befunden. Wenn «uvBerichterstatter «bg. Wellstein Schaffung eines Münchener CevtrumSorganeS noch aus der G-schichte des Wahlges tz--uachwreS, daß I zusammen.
die Mehrheit Recht gehabt hatte, so konnte der Reichs- | —
tag ihm dafür um dankbar fei«. Oder hätte ec fich shtautth
etwa um den Nachweis bemühen sollen, den die Freunde | rtUSlliNO.
d«S Herrn Hmtz umerlaff n hatten, daß die ganz neue I * Pari-, 18. Dez. Die Franzosen habe« schon Interpretatwn richtig sei, von der bis dahin niemand I wieder einmal in einem ihrer Offiziere einen Spion etwas gewußt hatte? Wie doS HauS die Darlegung | entdeckt. In Amiens ist nämlich der ehemalige Ar- des Berichterstatter» aufuah«, zeigte sein weitere» «er- tillerie-H-uptmann Guillot unter dem «erdachte de» halten. El ließ fich auf die Slphistik de» Hm. Sawp I H^chverrath» verhaftet worde». Derselbe soll bereit» gar nicht em, weil e» fie eben al» eine „Dummheit* I 1886 al» Spion devunzirt wordm und damals nach
«tOs-en -x?»^Eunststaatks und hängen fie an I ansah, um mit dem Abz. Spahn za reden. Daß Leuten, die uich- Pofitivks für fie leistm, sondern fie I dem zweiten Bic Präsidenten weae« einer
&8öewÄbeflrÄiaitnifiSSu Äußerung eine .ernste Rüge" erteilt werde» mußte"
Sira?erhaltuIßmäßIg sehr wenig ist auch etwa», was die .Kceuzzeitung' besonders hervor- tolrb ÄJ0"aa»a?tr8 toerb1en' I heben zu müssen glaubt. Gewiß, e» ist nicht „Parka- 5S»btL?e«etnew5iet» ^etzlrchm Boden unter den I mentarisch", jemand zu sagm: .Ach, laffen Sie doch 1 Versagung der Organisation die Dummheiten!" Aber wer Herrn Grmp und sem
ist für unsere kartellbrüderliche« Sozialpolitiker ei« I »IL”™ ^SLSSÜS^fS me^ dS äußerlicher Wesen kennt, wird fich auch nicht wunder?
mthi S Tuch, bei deflen Anblick fie .wild" werden. I ^s^Ä^i^^^^EuMldemokraten wird gewiß niemand | wenn einem von diesem Herrn Samp durch thörichte jüngst im Reichstage in einer Resolution zum I n »VKoalttwu»- und I Zwischenrufe gereizten Redner einmal ein starkes Wort
bürgerlichen Gesetzbuch- reichsgesetzliche Regelung der ™ .,S°-5L abS ^» 'hr zahl- heranSfliegt. Die große Mehrheit des Reichstags hat
Rechte der Beruftvereine gefordert wurde, that Frhr. Ä 8S jä‘tra' wen» Herrn Samp jedenfalls die «bferiguag von ganzem
von Stumm ferne« alte» Spruch: das bedeute die | O^gamsatto» bestände, die fie a.s Bertcetuag ihrer I Herzen gegönnt. 8
A'h'iSe Organisation der Sozialdemokratie, und der ^"WE» betrachten können. * Der ,Borwärt»' nennt offen als die Hinter-
«bg. Schall, der die Konservativen blamirt, so oft | b , Vemstvereine fordem, manuer de» Von Trnsch, als deffm Drahtzieher de«
er de» Mu«d austhut, meint, erst müßten fich die S $lkb•ll^dOtlO,»9amfire”,, ®,e F^rstm Bismarck, den Grafen Waldersee »ad
Arbeiter das volle Koalition-recht dmch biff r S Ber- ^b^Ei ? b??^??"kammnn (alletdmg« den Grafm Philipp Eulenburg. Merkwürdigerweise halte» verdiene»; selbstverständlich seien die Konserva- ^br maNg.lhast) orgamfirt hat und die Handwerker | ist gerade da» Verlangen nach der Feststellung der twe» für BrrufSvereiue, aber, wie die Dinge jetzt I sRnr;%9T^rm ®ltL ®8 «ne tttr* I Hintermänner de» Tausch am lauteste» von der Bi»-
lägen, hätte» nm dir Sozialdemokrate» Bortherl | tl1/ bte ,n JlIleJ ®°!°®e* nach I marck Preffr, die fich bekanntlich uiemal» genirt, er-
von ihnen. Organ,sattsu-drängt, gerade de« «rbeitern sie hoben worden. E» erinnert unS da» an jene Leute.
Am Mittwoch sprach Herr Burck im Abgeordneten-! rsagen will. j bie, obwohl fie selbst die Thäter find, durch die
Hause gleich Herrn v. Stumm, die Organisation b r I --------------------------I Straße« rennen und den Ruf erheben: „Haltet den
Arbeiter sei di-Organisation der Sozialdemokratie und i 9iCt(6» I Diebl" Der sozialdemokratische Abgeordnete Bebel
Herr Gamp bemerkte unter großem Beifall auf der I 7« will die «ffaire «ach W-chuachten im RtchStage zm
Rechte^ die Arbeiterorganisation würde um die Wahr- . . . . 7 . ,a”b”; Sprache bringen; auch im Landtage soll die «ffaire
heitmcchuna de» Umstürze» im Kampf gegen Beftz und I « , Wern Abend fand beim R-ichskanzler Fürsten I zur Erörterung gebracht werden. Mr halten übrigen» staatliche Ordnung sein. Beide wollm deshalb auch ! " parlamentarisches Tiner statt, zu de» Grafen Waldersee für eine viel zu grobe und we
bte Zwangsorganisation von Handrl «nd Industrie I Emladungm an die Munster, die Präsidien nehme Natur, al» daß wir annehmen könnten, daß er «lcht, denn diese Organisation«befirebungen führten | , er Hauser des Landtage» und zahlreiche «bgeord- I mit Subjekte« ä la Tausch jemals i» direkten JBe- rte» m ihrer Konsequenz zur Arbetterorganisation. | *?.ar'n ’ zählte m-gesammt 60 Theil- I ziehungen gestanden hätte. Graf Eulenburg hat fich
Sonderbar, daß bei solchen Anschauungen der Redner I ^hAer. Recht» vom Kaiser saß der Präfident dr» I dadurch verdächtig gemacht, daß er dem Tausch nicht der Konservativen so kräftig für die HandwerkSorgani- I Abseyrdnetenhauses, lmkS der Bc-prästdent de» Herren- I bloß die bekannte Ordensverleihung verschafft hat, fon- fahon enitrat. Oder vielmehr ist es gar nicht sonder- I .tiefrtoe‘Ut b s 10'/, Uhr in | der« auch, wie dies in der SerichtSverhanrtusg klar-
bar, denn auf bte Wahlstimme der Handwerker fpekuliren I lebhaftem Gespräche mit vielen der Anwesenden, tuSbe- I gestellt wurde, nachdem das geschehen und Tausch die- die Lonservatioeu und dmum spiele« fie fich al» deren I «bg«rdoetm Meyer-Selhausen, dem I selbe erhalten hatte, ihm noch ei« eigmhLndigeS Gratu-
Freunde auf, von de« Arbeitern habe» fie »ich'S mehr I Cberbfirgmnetper @tefe au» Altona und mehrere« I lationS-Schreiben zugeschickt hat! — „Da» läßt tief za hoffen und deshalb glaube« fie auch deren Wünsche I audkr«. Anwesend waren von Mitgliedern dcS Ccu- I blicken," sagt Sabor.
«ich» derückfichtigen zu brauche«. Bo« de» Havdweiker» I £”.”8 «r®,£rr J?" $ue"*' »reihen von Heereman, I ♦ lieber die Ermordimg eine» Deutsche« ia hehauptm fie immer, nur durch die Organifirmtg I uud Dr. Liebet. Ehe man fich zur Tafel begab, I Marokko schreibt die ,Rordd. Sllgem. Ztg.': Zu der Statten fie davon abgehalten werden, der Sozialdemo- I örlchnete mr Kaiser, der recht leutselig und animirt I gestrigen Meldung de» R uter'schen BmeasS au» Tanaer kratte in die Hände zu falle». Bei Arbeiter« soll da- | verschiedene Herren durch längere Ansprache» aus, I über Sie Ermordung des deutschen Kaufmanns Eduard -ege» die Organisation das ficherste Mittel sei«, fie der I h“T“at^ ?etaaDl von Ratlbot. Auch bei der Tafel I Haeßaer von der Firma Haeßner & JoachimSsoh« Sozialdemokratie dienstbar z« machen. I »"gre der Kaiser sich recht gesprächtg; bald «nterhirft I können wir ergänzend mittheilen, daß eS fich dabei
Der Abg. Spahn hat roch jüngst im R-ichStaae I b^b "'l jenem bet «äste de» Reichs- | vermuthlich um einen Raubmord handelt. Der Kaiser!.
betont, daß^ daS^C e n t rum fich in ftinE EiEeten SftLSS- £e ^eIaufA6e” ?“r' Gesandte in Tanger hat von der marokkamsche» Re- für die Berufsvereine durch dar sorialdewoktatisch- I ktr ™ V c e' .^Bemerkt wurde eS, daß der Kaiser I gierung sofort die Ermittelung und Enthauptung der Aesvenst nicht irre machen laffen werde. Ganz gewiß lana>?«$itäTSo”6elIaR8fi Uttbabiek T'ltendmachung weiterer wird auch einmal die Kett kommen wo man die Tbor. I a 1t ^^sprach zog, er ließ sich von dustrn über den I Ansprüche Vorbehalten. E» darf erwartet werde«, daß Äeit nicht beateifen wird die mit der 9’brfrrnitnn I H^u>butger Hafenatveltetfirelk berichten. Dann ging I bie marokkanische Regierung eS fich angelegen sei«
Organisation^ die Soziald'emokratte unter den Arbntern \ wa-s^WirMchen "«Äm^ ?! ^-n wird, diesen b-rechtigten Forderungen möglichst
hikäwvlen rn können alanbte Die h» I °. • Geheimen Rath von Lwktzow zn, i schnell und nachdrücklich gerecht zu werden.
“Xi ÄÄ m bto’Ö'Z ÄfiÄÄt'n'ff 2 • ’« d" Ärtf«irn.etwta, der Sorialdenmktatie ift eine sRanfemUerfiSwn« I "EU Kultusminister Dt. Bosse, den Abg. Dr. Lieber I fich auch die deutsche« Kleinbah«-ll«terneh-
Sber der Sozialdeuwktatie da» Gefiändniß bat I ?nb ben ^Emrthmn von Helldorf Bedta durch Au- I mnngen zu betheiligen. Sie verfolgen dabei einen
Arbetter unrettbar der Sozialdemokratie v-rfalle« seien I “”n bäl^'. sS!er.b!e I koppelten Zweck. E» soll nicht nur die Leistungsfähigkeit
Diese« Standp«nft der Berzweistuna tbett-n wir durchs I jNat.-Z.g. erfährt, bei den Uaterhaltunge« die Politik | der deutschen Industrie aus diesem Gebiete vor aller MlS nicht^ und wir^habe? guten Grund daiw^ K'iat I *“• habe«; der Welt bewiese«, sondern auch eine wohlthätige Rück-
sich doch überall io katholische» Gegenden, & w«m wranbin0 a”” ®tW I Gesetzgebung und B-rwaltuvg
nimmt und sie in Bereinen rc. z« sammeln versteht, »och ein recht starker Damm gegen die Fluthen der Sozialdemokratie anfgerichtet werde» kann.
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