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Freitag, den 18. Dezember'1896

23. Jahrgang

FuldaerWZeitiliig

mit Antrrh rtlta«ge-#eilage „Strnw uni> Klnmen". _______

S»mu rntb Feiert-« tutkt«mmmea. — W«k^M-rtrcher «ieanemeni^rti« °h« SthmctM« ** ®*«gdb in Fulda und auswärts 1 Mark 50 P?«mig. Hfeiate lo§wtbte-t^^geGarmoni^eike oder be*en Raum M Pf-, ReKam« Me Petitzrile SS Pf-, bei Wiederhelungen entsprechender Rabatt

Zweites Klatt.

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Literarische Weihnachtsschau 1896.

Bon Dr. S.

VII

Der Verlag von Fr. Kirchheim in Mainz bietet noch eine Reihe werterer deachtenSwerther Neuheiten: Ein neuer kulturhistorischer Roman von Konrad von Bolanden, „Die Arche Noah", führt nur in die Zeit be» 9. Jahrhundert» zurück, al» nach dem Tode Karl'» de» Brotzen da» von ihm geschaffene Riesenreich der AdfiSsang und dem Zerfall entgegen» ging, weltliche und kirchliche Fürsten der Korruption anheimfielen vnd die Srtterverwilderung de» Adel» und Borke» auf'» höchste stieg. Bolanden schildert einige packende Züge dieser sittlichen Verworfenheit und läßt al» rettende Arche Roah die Kirche erscheinen. Da» Buch ist eine interessante Lektüre, aber nur für ge­reifte Leser. Der Jagend mutz e» vorenthalten wer­den. (P ei» in Originalband 4 Mk. 60 Pfg.)

E ne prächtige, mit satten Farben nno markiger Kraft entwickelte historische Erzählung bietet der bei Jung und Alt gleich beliebte Philipp Laicu». „In blutigem Ringen" ist diese Erzählung ou» der Mirte de» 10 Jahrhundert» betitelt. Sie gehört nach Anlage und Ausführung zu dem Besten, wa» Laica» im Laufe von Jahrzehnten geschaffen hat. Der Kirch- heim'sche Verlag hat da» Buch, welche» auch der rei­feren Jugend unbedenklich in die Hand gegeben wer­den kann, sehr hübsch ««»gestattet. (Prei» gebunden 4 Mk. 60 Pfg.)

In zweiter Auflage erschien die zweibändige Er- Ö: „Da» Schloß Riorre»" (nach dem

Men b?» Ernst Capendu) von H. v. Belt­heim. Wer in jüngere« Jahren diese und andere Erzählungen und Romane von Beltheim mit vollem Benutz in sich ausgenommen hat, wird e» mit vn» schon bedauert haben, daß fie so lange Zeit auf dem Büchermärkte znrückgrtreten waren. „Da» Schloß R orreS" versetzt uns in da» ftanzöstsche Hof-, Gesell- schast»- und Volksleben von der Zeit Ludwigs XV. bi» zum Ausbruche der großen französischen Revolution. Eme spannendere Lektüre kann man fich nicht leicht wünschen. Dabei ist alle» vermieden, wa» daS Zart- gesüh! verletzen könnte.

Die „Kreuzfahrer-Lieder" de» Jesuitenpaters (Brafev) Hermann Joseph Fugger-Glött haben überall im katholischen Deutschland die herzlichste und wohlwollendste Aufnahme gefunden. Der gottbegnadete Dichter ließ soeben im Berlage von Kirchheim eilte Reue Folge erscheineu: „Stimmungsbilder nach der Ratnr gezeichnet." Der Stoff scheidet fich nach den vier Jahreszeiten. Porsten voll herrlich- ster Empfindung und erhabenstem Jdeenschwung reihen sich an einander wie Perlen de» Rosenkränze», btffen himmlischer Königin da» Merkchen gewidmet ist. „Medi­tationen an der Neige de» Jahrhunderts" bilden be» Anhang. Diese Meditationen geißeln alle Bebrechen der Zeit mit unerbittlicher Offenheit. Fürsten und Völkern werden die ernst-sten Wahrheiten gesagt. Der ServUiSmuS aus der einen, die Auflehnung gegen die Autorität auf der andern Seite, die zunehmende Schän­dung der Würde des Weibe», diese und andere die Zuchiruthe BotteS herausfordernden Sünde« der Zeit werde« mit scharfe« Schlaglichtern beleuchtet. (Bebd. 3 Mark.)

®nsehr empfthlenSwerthe» Beschenkbuch für Knaben ist: „Percy Wyn«" oder „Ein seltsame» Kind der neuen Welt" von Franz Finn, S. J., für die deutsche Jngend bearbeitet vo« Franz Betten 8. J. (Mit eisern Titelbilde «vd in reizendem Sinbaode 3 Mark.

In 41. Auflage erschien die in ihrer Art unver­gleichliche, Kraft und Minne, liebliche Anmuth, Seelen­adel und BlaubenSstä.ke verherrlichende Dichtung von OSkar von Redwitz: „Amaranth." DerDichter hat im Laufe der Zeit bedauerliche Wandelungen durch­gemacht, aber da» Werk, das feinen Namen berühmt machte, ist darnm kein andere» geworden. Jungen Mädchen und Frauen kann man mit dem „Amaranth", der sich auch in feinem duftigen Embonde als Damen- «schenk q ml-fizirt, große Freude bereiten. (PrerS gebd. 5 Mark 60 Pfg )

Im Berlage von Franz Kirchheim erschien endlich noch der dritte Band de» bedeutenden, von der Kritik sehr günstig aufgenommene» Werke»: „Geschichte der katholischen Kirche in Deutschland im 19. Jahrhundert" von Dr. Heinrich Brück, Domkapitular und Professor am bischkfl Seminar in Mainz. Der dritte Band umfaßt die Zett der Bischof»- Versammlung i« Würzburg 1848 bi» zum Anfang der sogen. KulturkampftS 1870. (Gebunden Mk. 10.)

Der Berlog von Ferdivand Schöuingh in Pader­born gab außer der in unserer Rundschau an aller­erster Stelle besprochenen Prachtausgabe von Weber'» „Dreizehnlinden", die vo« allen Seiten al» die vornehmste Erscheinung auf dem diesjährige» WeihnachtLbüchermarfte anerkannt wird, noch ver­schiedene empfthleorwerthe ne«; Beschenkbücher Hera«». Da ist zunächst eine hochpoetrsche Thüringer Waldge­schichte der beliebten Dichterin und Erzählerin Antonie Jüngst: „Reginald von Reinhard«» brunn." Die Zet de» großen Papstes Gregor IX. und de» trotzigen Kaiser» Heinrich VII. zieht an un» vorüber und mit ihr die Geschichte dr» Helden der Erzählung, der schließlich im stillen Kloster den Frieden fiadrt, de« ihm weltliche Minne nicht bieten konnte. Die äußere Ausstattung de» Buches zeugt von ge­diegene« Beschmack.

„Wollen Sie wetten?" Unter diesem Titel gab A. Bo Ursel eine Sammlung scherzhafter Wetten, die man unbedingt gewinnen muß, mit einem Anhang: Allerlei Scherze, heraus. Für die laugen Winter­abende bietet diese» hübsche Büchlein, welche» natürlich nur scherzhafte Wette« enthält, eine angenehme Unter­haltung und Abwechselung.

Ja zweiter Auflage erschien bei Ferd- Schöuingh in Paderborn eine vortreffliche Jug-nderzählung au» der Zeit de»Bauernkriege»: „Die Zigeunerhütte am Rohrsee" oder „Die zwei Freunde."

Bevor wir von dem Ferdinand Schöningh'schen Berlage für diesmal Abschied nehme«, sei auch «och Weber'S klassische» Meisterwerk „Dreizehn- linden" in dem gangbaren Salon - Boldschnittbande sammt den übrigen Werken der großen katholische« Dicht«S in Erinnerung gebracht. „Dreizehnlinde»" hat in diesem Jahr die 74» Auflage erlebt, die „Ge­dichte" erschienen in 20., die „Herbstblätter" in 12., der „Golia.h" in 14. Auflage.

Im Berlage von Heinrich Schöuingh in Münster erschien Th. Herold'» lieblich hold.» „Gretchen" bereit» in vierter Auflage. Dieser Erfolg binnen Jahresfrist ist der beste Beweis, daß der herrlich schöne Gang dich» neuen Sterne» em westfälische» Dichterhimmel nicht nur bei de» Kritiker«, sondern auch beim kaufenden Publikum die freundlichste Aufnahme gefunden hat.

Der Verlag von Peter Hanptmauu in v,«n erfreut MS durch ei» gefällig auSgestatteter neue» Werk der belichte» Erzählerin M. Ludolf: „Da» stille Schloß". ES ist die- eine sehr lpauuend ent- w ck-lte Doppelgeschichte, deren erster Theil vor fünfzig Jahren spielt, während der zweite Theil und der Schluß in eine spätere Generation fällt, eine Beschichte von Schuld und Sühne. Wir können nur sagen: Rim« und tie», er wird dich nicht gereuen!

Der Verlag von ßtmmmm in Dölme« verdient schon wegen seiner preirwürdigen „Jugend-Biblio­thek" «ud Ktnderlegende besondere Erwähnung. Sodann sei auch dar für den Zwcck eigen» geschaffene G-schenkwerk „Weihnachtsgrüße" (Geschichten, Märchen, Skizzen und Gedichte) von Dr. Armin Kaufe« als WeihuachtSzabe in empfehlende Erinne­rung gebracht, ebenfalls A. von Liebeuau'S „Rofeublütheu u. Edelweiß", „Aus Frauen- Herz" und „Die christliche Jungfrau". Alle

biefe ausgezeichneten Wirke eignen fich auch durch ihr glänzende» Aeußere al» Festgefchenke.

Anna von Liebenau, die vorhin erwähnte Berfafferin der herrlich« Beschenkwerke für die Frauen- roelt, hat auch im Berlage von Räber & Cie. in Luzer« ein aurgezeichueteS, durch bischöfliche Zeugnisse empfohlene» Festbuch für Frauen erscheinenlaff'N. ES betitelt sich: „Die christliche Fra« in ihre« religiöse« Pflichten und Bedürfnissen", bear­beitet nach den Werken deS heil. Franz von Gale», Boffuet, Fevelon, Bourdalou, Landrio und Faber. Der vornehm «»»gestattete Band in den katholische» graue» und Töchtern gewidmet. Ei» gediegnere» Be­schenk ist nicht leicht z» finden. (Geb. Mk. 450)

L. Allerlei Rath für den Winter.

Znr Kohlenerspamiß trägt e» viel bei, wenn man die Feuerungen der älteren Oese», also ohne Treppenrost, so besorgt, daß die kohlen zu« Nach- schüre« nicht auf die gute Bluth zu liegen kommen, sonder« vorgelegt werden nächst der Ofenthür. Such die Herdfenernngev find so zu behandeln. Ma» probire und überzevge fich, wie hell und fast ohne Rest, die Feuerung also sparsam ist. Eme weitere, wesentliche Ersparnitz für diese Oefea ist, wenn man die erste Asche, in welche beim Anmachen und Nach! gen de» Feuer» so unendlich viel unverbrauchte kohlencheilche« fallen, mit Wasser zu einem Brei vermengt (hat man Nadeln von Tannenreifig oder Lohkrümmel, gibt man fie auch darunter) und diesen aus die eine Seite der gerade große» G uth hoch auffällt, die anbete Seite mit einigen frische» kohlen belegt. Solch ein nasser Brei ent­wickelt nicht nur eine groß? Wärme, sondern diese wird gehalten und spart da» Kriegen einen halben Tag. — kartoffelschalen, frische ober gedörrte, al» Brennmaterial benutzt, haben zweierlei Bonheile: elftere nehmen die Rußtheile mit in be» Schornstein und «halte» de» Ofen längere Zett sauber und in Zug, l-tz ere find, gleich Feueranzündern belebend und zur Gluth an- fachend, bei fast verlöschendem Feuer vortrefflich. Einen Ofenkitt, bet von vorzüglich« Haltbarkeit ist, ge­winnt man, inbern eine Hand voll Lehm, ein Therlöffel Salz unb ein verquillteS Eiweiß, 2 in Milch eingeweichte unb wieder auSgedrückie grobe, graue Lösch» p erboze» gut untereinander zu einer gleichmäßigen Stu ff; ver­knetet werden, die man mit Ofenschwärze oder Schuh­wichse schwärzt, bamit da» Verbinde» der Eisentheile nicht bemerkt wird.

Lampevcylinder springen öfter, bald ist d« zu jähe Temperatnrwechsel, bald eine schiefe Stellung daran schuld, zuweilen ab« keines von beide», und e» gibt doch Brüche und Scherben. Um dem allem vor- zubeuge», lege man die neuen Cylmder in em mit kaltem Wasser gefüllte» Befäß, gebe einen Eßlöffel Salz hinzu, stelle da» Gefäß auf» Fen«, lasse daS Waffer bis vvr'S Koche« komme« usd die Cyli«ber, ohne fie anzurühre«, darin erkalten. Um et« Helle» Licht zn erziele«, vorausgesetzt, daß die Lampe außerdem iv sauberstem Zustande ist, gebe man einen Eßlöffel voll Salz in doS Bassin; außer­dem ist dies auch ein Schutz gegen das Zerspringen dr» Behälter».

DaS Gefrieren und Anfrieren der Wäsche an der Leine, daS jeder HauSftan im Ämter unan­genehm ist, da eS öfter Brüche gibt, wen» nicht mit größt« Vorsicht beim Abnehmen der Wäsche vnsahren wird,.»«hindert man, indem in daS Blauwafser einige Eßlöffel voll feiner Spiritu» und eine kleine Hand voll Kochsalz getha» wird, da» de» beffaen Berthetlen» wegen zuvor anfzulöseu ist.

Ebenso ist da» Besrier en btt Fenster, nament­lich bet Schaufenster, recht unangenehm; man nehme Spiritus nnb Salz unb reibe bie Scheibe» ab. Mit ber rauhen Jahreszeit gibt es für biejenige», bie mit Waff r tagsüber viel in Berührung komme», bann b r Luft ausgesetzt finb, aufgesprungene Haut, namentlich ber Hänbe, was zuweilen recht schmerzhaft ist. Ein gute», nicht schmerzhafte» Mittel (wie das Glycerin) ist gegen diese» liebel (auch borangegangenem Waschen mit warmem Waffer und milder Seift) da» Einreiben mit Honig.

Blumenstöcke, die erfroren find, bringe man nicht gleich in bie Wärme, fonbern stelle fie zuerst in be« Keller; in be« meiste« Fällen erholen fich biefelbeo bann wieder.