M 291
Donnerstag, den 17. Dezember 1896
23. Jahrgang
uldaerMZeitiiiig
mit Unterhaltrrngs-Keilagr „Sterne und Klumen".
Erscheint tiglich Sonn- und Feiertage ausgenommen. — Vierteljährlicher Abonnementspreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und auswärts 1 Mark 60 Pfennig. Inserate kosten die einspaltige Garmondzeile oder deren Raum 15 Pf., Reklamen die Petitzeile 25 Pf., bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.
W* Bestellungen auf die ,IuLbcrer IeiLung'
für das am 1. Januar n. I. beginnende
1. Guartat
wolle man nicht bis auf die letzten Tage des laufenden Monats verschieben, damit in der Zusendung des Blattes keine Unterbrechung eintritt.
Der Post-Abonnementspreis mit der illustrirte» Sonntagsbeilage
== Sterne und Kiumen
beträgt pro Quartal nur 1 Mk. 50 Pfg. excl. Bestellgeld.
Die ,Fuldaer Zeitung^ behandelt die neuesten Tagesfragen in allgemein verständlicher Weise. Die politischen Nachrichten sind kurz und übersichtlich zusammengestellt, den lokalen und provinziellen Vorkommnissen wird große Sorgfalt gewidmet, und auf ein spannendes, sittlich reines Feuilleton besonders Gewicht gelegt. Zahlreiche zuverlässige Mitarbeiter in Berlin sowie in der Provinz setzen uns in den Stand, über alle wichtigen Ereignisse bedeutend früher zu berichten, als die anderen Blätter.
■ Mit dem Beginne des reuen Quartals wird der Inhalt unkens Blatte- wiederum eine bedeutende Erweiterung erfahren. Auch erhalten die Abonnenten zu Neujahr, wie in früheren Jahre«, einen schön ourgeführten Wandkalender. ■
W* Die vollständigen Ziehungslisten der preußische» Klaffenlotterie werden jedesmal am folgende« Tage in unserer Zeitung veröffentlicht.
PW- Probenummern
werden an uns aufgegebene Adressen mehrere Tage kostenlos und portofrei versandt.
Ak» hmsitttlerde Xbonuenten sie der Expedition (Fuldaer Aktiendruckerei, Harmonie) die Postquittung zusenden, die Zeitung vom Tage der Bestellung an bis Ende Dezember unentgeltlich und franko unter Kreuzband.
QQQQQQQQ Anzeigen OGO0OOOO sind in unserer Zeitung von sicherer Wirksamkeit.
Wir laden «ufere Leser zu recht zahlreichem Abonnement ein und richten zugleich an fie die Bitte, uns in der Gewinnung neuer Abonnenten durch Empfehlung in Freundeskreisen nach Kräften z» unterstützen.
Fulda, im Dezember 1896.
Redaktion und Verlag der ,Fuldaer Zeitung*.
Literarische Weihnachtsschau 1896.
Von Dr. K.
VI.
(Fortsetzung aus dem ersten Blatte.)
Der Berlag von F. M. Cordier in Heiligenstadt, welchem dmch Urkunde vom 6. Rovembrr der Titel eines „Päpstlichen Typographen" verliehen wurde, hat durch d.e mit sehr beoeuteoden Opfern verknöpfte He arsgabe bi8 epochemachenden dreibändigen Dichterwerkes „Irins Messias" von F. W Helle seinen vielen Verdienste« nm die katholische Literatur und um die katholische Sache überhaupt ein neues h n- zugefügt. Helle's Messias darf ohne Uebertreibuvg als das beste und großartigste christliche Epos der deutschen Literatur bezeichnet werde». Deutschlands Katholiken haben allen Grund, auf dieses Meisterwerk einig leider nm zu lange verkannten gottbegnadeten Genies stolz zu fein. N cht bloße Anerkennung ist eS, sondern unbegrenzte Bewunderung, die wir dieser groß angelegten uad mit siegreicher Kraft durchgeführten christologischm Epopöe entgegenbringen. Es ist daS ausgereiste Werk eines ganzen Menschenlebens. F. W. Helle hat schon vor 40 Jahren die Dichtung begonnen. Bor 25 Jahre» erschien der erste Baud, vor 10 Jahre» der zweite, Wr sitzt im dritten Bande
wiederzufindkn ist. Der erste Band des Messias ist „Bethlehem und Nazareth" betitelt und behandelt das Leben Jesu bis zu seinem dreißigste« Jahre auf Grund der biblische« Erzählungen iur-b Weissagungen und unter Berwerthung sinnreicher Legenden. Der zweite Band „Jordan und Kcdron" schildert daS Leben und die Lehre des Erlösers von seiner Taufe im Jordan bis zum Beginne seines Leidens. Der dritte Band „Golgatha und Oelberg" führt «nS das ganz; bittere Leide« md den T°d Christi in gewaltigen Bildern vor die Seele. D ese nüchterne Inhaltsangabe gibt natürlich keine Ahunrg von der Schönheit der Dichtung und BerSfiihrung (Hixameter), von der Wucht und dem hohen Schwung der Sp-ache, die sih aber auch ly kisch-weichen Motive« voll gewachsen zeigt, von der Fülle der Gedanken, von der P acht uad Herrlichkeit der Szenen und Bilder, von der tiefen Fcöwmigkeit und religiösen UeberzmzungSkcaft, die das Ganze erfüllt md adelt. Der Codier'jche Brrkaz hat alle» ausgeboten, um dos dreibändige Berk auch in seiner innere« und äußere« Au-stattrmg so glänzend al- möglich erscheinen zu loste». Der Gmbaad (-rach einer Zeichnung d S H stwrenmalerS Kepler in Stuttgart) wird auch hohe« Anforderungen gerecht. Der Preis der drei großen Goldschnittlände (33 M., broschirt 21 M) ist nicht hoch zu nennm, war doch die Herausgabe nur auf dem Wege der Subskcipt on zu ermöglichen. Jetzt aber, da das herrliche Werk in dieser pompösen Ausstattung vorliegt, erscheint es als eine Ehrer pflicht der deutschen Katholiken, au der Hellt.'ichen Messtade nicht achtlos vorüber zu g hin. In keinem bessern! Bürge rhavse, in keiner Bibüothek sollte der Messias fehlen. Möchte dos Werk «amen * lich Leim Geburt-feste des Heilandes viele neue Abnehmer firden!
I« Cordier'schr« Berlage erschien soeben auch ei« allerliebstes Bilderbuch mit Reimen und Gedichten von Julius Pohl unter dem Titel „Veilchen und Vergißmeinnicht für gute Kinder und fromme Mütter." (Ji farbigem Umschlag gebunb n 3 M) Diese herzige« Lieder und Gedichte de» beliebte«, geistreichen ermlä rdischen Poeten werden sicherlich in mancher Kinderstube Jubel und Entzück n Hervorrufen. Der Verlag bat daS im Quartformat gehaltm; Bach reich und prächtig illustrrrt. Als Weihnachtsgeschenk für Kinder ist duseS Bilderbuch sehr zu empshle».
„Wanderer-Weis en",Gedichte vonLeoFischer, st die letzte poetische Gabe deS leider zu früh ver* torbenen Benediktiner pater-, der als Sohn »ord- uutscher Eltern geboren, giößtenthesis im AuSlande gelebt und zuletzt in Sarne» (Schweiz) als Professor der deutschen Sprache und Literatur gewirkt hat. In seinen Gedichte« spiegelt sich uagekürst lte Frömmigkeit und tiefe Empfi dang, ein empfänglicher Sinn für alle- Schöne in Natur und Kunst und warme Haimath- und Vaterlandsliebe. Wie dieses Bändchen (ged. 3 M), so ist auch eine andere Novität desselben Beilage-, „Lose Blätter au- dem Leben des heiligen Franziskus vonAssisi" von Marie Coellen, in ein dem inneren Wertbe angemessenes vornehmen» Gewand gekleidet. Kein Verehrer des heiligen Frau- ziSku- wird die aus andachtsvoller Seele quillenden, mnigfromm-n Verse unbesriedigt aus der Hand legen. (Geb. 2,40 M) Alinda Jacoby'S lieblch zarte „Haiderosen zu Ehren Maria'»" wurde schon vor Jahresfrist nach Gebühr gewürdigt und als schöne Festgabe empfohlen.
Einen glücklichen Griff hat Dr. I. A. Keller in Gottenheim bei Freiburg gethan, als er eine reichhaltige Sammlung von ausgewählten Album-undStamm- bnchversen zu Nutz und Frommen der Heranwachsenden weiblichen Jugend der O ff-ntlichkeit übergab. Tausenden wird dieses „Vergißmeinnicht" (Preis in geschmackvollem Calicobande mit Deckelbild 3 M) eine Willkomm ne Fundgrube, aber auch ein treuer Wegweiser und Mahner sei». Die der Sammlung eiuverleibteu Gedichte und Seite a.hmrn christlichen Sinn und Herzevsreinheit. Wir kö°inen da« Buch nur bestens empfehlen.
Bon den ftüheren Festbüchern des Cordier'ichen Berlage« seien die herrlichen Dichtungen von Dr. Hermann Jseke: „Nachfolge Christi", „Rosengärtlein und Lilienthal" und „Die liebe hl. Elisabeth von Thüringen", ferner Dr. Karl Macke'»
farbenprächtiger Wüstensanz „Bom Nil zum Ne ö o" Helle'» meisterhafte Dichtung „KalanyaS Völker- sang", Görgen'» liebliche» „Bateruser" und „Der Englische Gruß" in Erinnerung gebracht.
„Im Blüten duft und Winterschnee". Blätter aus dem Kranze deutscher Festzeite« und Fistbräuche, herau»gegeben von Dr. ArminKausen, wurde von der Kritik auf das Günstigste brurtheilt und als vornehme» und gediegen-s Weihnachtsgeschenk.'empfohlen. Cordula Peregrina widmete dem rlegan ans lestattetm Buche (prächtiger Salon-Goldschnittband 5 M ) ein längeres poetisch' s Geleitwort, deff n Schluß- verse lauten: „Mög' man zu manchen Christbaums Füßen — Al» liebsten Wihnachisgruß Dich seh'«, — Du wirst ms j des F.st versüßen, — Je mehr wir eS durch dich te steh'«!"
R-ben der im vorigen Jahr begründeten billigen „Kinderbibliothek" (j-des Bändchen 25 Pf-r.) gibt F. ». Cordier jetzt auch eine hübsch aus Pst-trete und gut illustrrrte „Volksbibliothek" heraus, deren erster Bavd (Preis 50 Pfg.) die spannende lehr lehrreiche Erzählung „Um eine Handbreit" von I. Quinke enthält.
Schon im vorigen Jahre kannten wir mit besonderer Freude ein Unternehmen begrüßen, da« die aus- g-sprochenen und u»au«ge'prochenen Wünsche von Tausiden verwirklicht. Der besten« bekannte Berlag von I. Habbel in Regeu-burg unterzog sich der danken-werthen Aufgabe, die außerordentlich spannenden, theilweise geradezu sensationellen amerikanischen Romane, deren Kenvtniß wir den «««gezeichneten Bearbeitungen der Lina Freifrau von Berlepsch verdanken, zu einer Sammlung zu vere mgea, den vorher nut in zerstreuten Feuilletons veröffentlichten Berlepsch-Romane« die dauerhastece Buchform zu geben. Bisher war merkwürdiger Weise keinem der Berlepsch- Romane dies.s Loos beschieden. Um so größere Zig- kraft darf man der nunmehr err ff reten „vonBerlepfch- schen Romanbibliothek" prcphez ieu und wünschen. Bei dem spottbilligen Preise dieser geschmackvoll auSaestatteten rorh n Kal cobände (g bundeu nm Mk. 150) sollte Niemand versäumen, diese Sammlung seiner HauSoibl othek einzuverleibm. Die ganze Sammlung wird ungefähr fünfzig Bände umfassen. B s zm Stunde sind elf Bände (davon 10 in diesem Jahre) erschienen und zwar: I Bmd: „Um Ihretwillen," 2.Bd.: „Regina", 3. Bo.: „JnTbbe undFluth", 4. Bd.: „Eines Weibes Martyrium", 5. Bd.: „Dem Irrlicht gefolgt", 6. Bd.: „Geheim- nißvoll", 7. Bd.: „Dem Volke entstammt", 8. Bd.: „Ein furchtbares Geheimniß", 9.Bd.: „Edith's Geheimniß", 10. Bd.: „Die Kinder eines Hauses", 11. Bd.: „Am Rande de» Abgründe»". Der 12. Band: „Jnselice" ist m Vorbereitung begriffen und wird demnächst erscheine».
Die bisher «»»gegebenen Berlepsch - Romane find den amerikanischen Originalen von Mr». Agnes Fleming nacherzählt. Es find keine bloßen lieber- s-tzunge», sondern meist freie Bearbeitungen. Die Romane zeichnen sich trotz ihrer ost sehr ph mtastischen und abenteuerlichen Entwickelung bmch strengste Sittenreinheit au». Ueberraschende Mannigfaltigkeit der Er- findmrgsgabe, eine seltene Kunst, mit immer neuen Mitteln die Handlung z« verwickeln und zu entwickel», scharfe Charasterzeichnung, lebhafter Konversationston, und eine knappe, kräftige, ungekünstelte Sprache find unschätzbare Vorzüge der Fleming-Berlepsch'sche» Romane. ,
Eine sehr empfehlerismerthe Weihnachtigabe des Habbel'sche» Berlages ist die solid und geschmackvoll auSgestattete „Kleine Bilder-Bibel für Schule und Hau»" (in hübschem »al-ko - Einband 1 Mk.) Diese Bilder-Bibel ist mit 68 ansprechenden und künstlerisch werthvollen Illustrationen ge chmückt und zeichnet sich namentlich auch durch großen, scharfe» Druck und gutes, festes Papier aus.
Foulard-Seide 95 Pf. jopanesische, chinesischere, in den neuesten DeffinS und Farben, sowie schwär«, weiße und farbige Heuneberg - Seide von 60 Pfg. 6iS Mk. 18.65 per Met. — glatt, gestreift, karrte, t, gemvstett, Damaste rc. (ca. 240 versch Qual, und 2ütO versch. Farben, Dessins rc.), Porto und steuerfrei ins Haus. Muster umgehend. — Durchschnitt!. Lager: ca. 2 Millionen Meter. [2965
Seiden-Fabriken G.Henneberg (k.u k.Hofl.) Zürich.