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Freitag, dm 11. Dezember 1896.

23. Jahrgang

FilldaerMZeitiiiig

mit Unterhaltungs-Kriiage „Sterne und Hiumen".

Erscheint täglich, Sonn- und Feiertage ausgenommen. — Vierteljährlicher Abonnementspreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und auswärts 1 Mark 50 Pfennig. Inserate kosten die einspaltige Garmondzeile oder deren Raum 15 Pf., Reklamen die Petitzeile 25 Pf., bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.

aceenei

Die neue Städte- u. Gemeindeordnung für die Provinz Hessen-Nassau.

Die ,Steil. Kort.' schreibt: „Die Entwürfe einer Städte« und einer La dgerrrind Ordnung für die Pro­vinz H ff m Nassau berufen auf dem in allen neuere» derartige» Gesetz« enthaltenen Grundsatz der Ein­wohnergemeinde. Der erster; schließt sich an die Städte- ordnung für den R g.-Brz. Wiesbaden vom 8. Ium 1891 an, der letztere folgt, soweit a!S möa'ich, der Laudgemeindrordnung sür die 7 östlichen P ovivzm vom 3. Juli 1891. Bisher fehlte eS der Provinz H ffsn-R ff.m an eiskm einheitliche» Gemeinde • B-r- fafsurgSrerbr. Für die Stadt Frankfurt a. M. ist bald nach ihrer Bweinigung mit dem p-eußischen Staat dar Gemeinde - BerfasiungSgesetz vom 25. Minz 1867 er- le ff n worden, und für den R g erungSbe ir! Wiesbaden ergmg unter dem 8. Ju i 1891 die der Släd'eordnu-g für die 6 östlichen P osinzen vom 30. Mai 1853 «achgebi-deie Städtevrd»unz. Im Urbrigm aber find d-e Gemeivdegesetz? der Ländlich ile, aus denen die Provinz besteht, in Geltung geblieben, und eS ist da­durch eine außerordentliche B-elgestalügkeit der Bemeinde- verfcfsangen entstanden. Beispielsweise gelten im Land­kreise F ankfurtvirr verschiedene Gemeindegesetz;ebusge», die ntet nur die Brrwaltung u- d die ArsÜbung der BerwaltungSgerichtSbarkeit erheblich erschwert, sondern auch der inneren BerechtiWNg entbehrt. Auch hindert diese große Mannigfaltigkeit daS Emporkcmmen des Sefkh'S der Zusammengehörigkeit unter den Angehörigen der Provinz. Dazu kommt, daß sämmtliche älteren Gemeindeordnungen der Reform dringend bedürfen und zvm Theil gär-zlich veraltet fird.

Selbst die berden bedeutendste« GemeindeverfassungS- ges'tz'. der Provinz, die kurhesfische Gewerb Ordnung vom 23. Oktober 1834 und da» naffauische Gemeinde- grsktz vom 26 Juli 1854 beruhen in wesentlichen Thnlen auf Grundlagen, die mit der neueren Staats- und ReichSgesktzzebung nicht vereinbar find, ur-d haben dmch diese, insbesondere durch de» FreizügigkeilSzk- fetz, die Gewerbeordnung, das G-s tz über den Unter- stirtzungSwohnsitz und dcS Komwunalabgabengesttz, — thnlS direkt, theilS indirekt — so einschneidende Brr- ävdernngen erfahre», daß ihr Zusamme«har.g gestört und ihre Anwendbarkeit sowie die Urbrrsichtlichkrit deS geltend«» Rechts in kaum noch erträglichem Maße er­schwert worre» find. AuS allen diese» Erwägungen war eine 81-form der Gemeinde-Vnfaflungen in der Provinz Hessen-Nassau nicht zu umgehen.

Eine Ausdehnung der kuchrfsifchc» Gemeinde-Ord­nung auf den ganzen Regierungsbezirk Kastel und dr» vastauifchen Geme;ndegrs;tz S auf den RrgierungSbez rk Wiesbaden ging einmal aus dem Grunde nicht an, weil auch diese Gesetze, wie oben erwähnt, mit der modernen Gesetzgebung vielfach in unlöslichem W bit- spruch stehen und deshalb hätten völlig umgearbeitet werden wüsten, sodaß sie für ihr bisheriges Geltungs­gebiet fich dann doch al» neue Gesetze dargest-llt hätten. Andererseits bildet da», war in neueren Ge-

Pokahsntas.

Erzählung aus der Zeit der ersten europäischen Ansiedlungen in Nordamerika von Max Benno.

10] ------- (Nachdruck verboten.)

Burga hatte nur zu gut gesehen und den Herzmr- Schänd de» Mädchen» erkannt. PvkahontaS liebte den op tän Edward mit jener leidenschaftlichen Sluth, die den Raturkmdern eigen ist, deren Srfuh Sfturm durch keine idealen Rücksichten erngrdämmt wird. Ihr ganz«S Sinnen und Trachten ging in dem Gedarken an ihn auf und im Wachen und Träume« beschäftigten ihre Gedanke» fich mit fernem B lde. Such j tzt war fie wieder im Geiste bei ihm. Sie beachtete e» kaum, daß die Stimmen in dem anstoßenden Raume lauter und drohender wurden. Da schnellte fie pötzlich ewp r. Sie hatte einen Namen gehört, besten K.ang auf fie wirkte wie em zündender Strahl. Sie trat an die Thur und lauschte; jedtS gesprochene Wort drang nun­mehr deutlich zu chrern Ohr. Dir zarte Gestalt begann zu erbebm und mit einem schmerzlichen Stöhnen preßte fie beide Hände auf die pochende Brust.

«. Die Ärteoet stimmten einen wüdm KriegSgesang an. Run raffle da» Mädchen fich auf, verließ ihre« Plstz und suchte ihr Lager auf; sch'afm könnt: fie

meindegesetzm nothwendig übereirstimmend geordnet f werden muß, einen so überwiegende» Theil, Saß es l fich auch an» dirsem Grunde nicht empfiehlt, für zwei - zu einer Prosinz gehör ge Regierungsbezirke gesonderte ! Semeindegesetze zu erlast ». Mit Ausnahme der Stadt Frankfurt, wo ein Brdürfniß zur Aenderung d<S be­stehenden GemeiAdeverfastungSgefktzkS nicht hervor- getreten ist, soll daher durch die beide» Entwürfe die Gemeindegesetzgebung der Provinz einheitlich gestaltet werde». I dessen ist sorgfältig darauf beachtet worden, innerhalb düse» Rahmens der bisherigen RechtSent- wck lung u d der eigeNthümlichrn Berhältniste der P ovinz Rechnung zu tragen, soweit fich bie» im

\ Interesse der Gleichmäßigkeit des Landrecht» ermöz- \ lidien ließ. Auch die Wünsch: deS PcoviaziallandtagS, | bist n Gutachten eingeholt und in zustimmendem Sinne l abgegeben worden ist, haben weitgehende Berück- ' fichtigung gefunden."

Deutsches Reich.

Berlin, 10. Dezember.

* Der Kaffer ewpfiig heute Bvrmi tag im Reuen Palais den Sraatlsekretär v. Marschall zum Bor­trage.

h. Der,Reichsanzeiger' schreibt: „Wir sind zu der Erklärung ermächtizt, daß die gegen Hochgestell:e < PerloNM gerichteten Treibereien betet! 8 in dem am | 7. Ok ober d. I. in HubertuSstock stattgehabten Kron- l rathe zur Sprache gekommen find. Auf den Bortrag, I daß als Bersaffsr deS bekannten Artikel» der .Welt am Montag' der Agent der politischen Polizei v. Lützow ermittelt worden fei, habe Seine Majestät der Kaiser schon damals befohlen, daß die Angelegenheit $ streng untersucht und nach allen Rtchtungen hin klar- | gestellt werden soll.

h. Uiter Aufsicht b(8 OberstaaiSanwaltS Drescher i fand Mittwoch Nachmittag der ,Post' zufolge in I der Wohnung bei verhafteten KriAinal-Aomunstark v. Tausch eme Haussuchung statt. Der Ober- ; staaiSanwalt hatte gestern auch eise Konferenz mit t dem Justizrnmister v. Schönstedt und dem Kriegs« i Minister v Goßler.

Der Absentismus der Retch-lag-avgeordnetk« s tritt gegenwärtig wieder besonder» stark zu Tage, und 'dar Centrum macht darin leider keine rühmliche i Ausnahme, im Gegentheil! Am Mittwoch zählte mau z im Plenum des Reichstag S nur siebe», am Don- - nerStag etwa 20 anwesende Ce teumSmitglieder, während ‘ die Fraktion im Gauzm 101 Manu stark ist. Man ' begreift ja, daß die jetzigen BrrhandlungSgegesfiäade S‘ sehr Vielen wenig Jiterrsie biete» mögen (worauf eS freilich eigentlich mchl ankommen bart), und baß mancher Andere durch dringende Geschäfte in der Hei- । math festgeh atm wird, aber von so vielen Fehlende» i fehlt doch sicherlich ein großer Theil auch ohne jede? | Entschuldigung. DaS kann so nicht weitergehen!

* In der Budget - Kommission des Reichstages begann ! I heute die Berachung des Militä r-E tatS. Der Berichterstatter <

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jedoch nicht. Boll Unruhe toäUte fie fich hin und her s und vergeblich mühte sich ihr Seist ab, nm etwa» zu . ft aber, duS die Abwendung der gräßlichen Gefahr, i welch- bemjenigen bedrohte, dem sie ihr ganz S Herz ’ geschenkt hatte, versprach.

Endlich hm fie zu einem Entschluß und am andern ; Morgen wurde der Häuptling durch Bu"ga m.t der | Rachr-cht erschreckt, daß P- kahonteS krank sei.

I Pokohattau li-bk die schöne Tocht r mit aller In­nigkeit, bereit sein Herz fähig war. Er wußte, mit welcher Verehrung der garze Stamm an der „weißen • Taube" birg, und nachdem man ihm de« Sohn ge- i nommen hatte, war schon der Gedanke, daß er auch ’ sie verlieren könnte, ein Schreck M für ihn. Er eilte zu ihr und fein scharfes Auge erkannte sofort, daß fie । sich in eisens ungLwöhnrichen krankhafte» Zustande befand.

P-kahostas beruhigte khi. „Es fehle ihr nichts," ( eitfirte fie. »Nur der Luteuthalt in dem W gwam nach dem laugen llmherstreifm fei unerträglich für fie. D r 93 der möge ihr geftaten, in de» Wald und in'» Freie zu gehen nach ihrer Wahl, dann werde fie bald wieder munirr und f isch."

Pokohattan, der keine Ahnung von dem besaß, was dir Tochter hinter dieser Liste ve.barg, hätte seinem

v. PodbielSki stellt fest, daß in den letzten Jahren die Aus­gaben des OrdinariumS nicht gestiegen seien, daß sich im Gegen- theil die Militärverwaltung bemüht habe, möglichst sparsam zu sein. Das ärztliche Personal müsse nach dem Wunsche d-r Militär­verwaltung vermehrt werden, ebenso müffe die Berpflegung der Truppen gebührende Berücksichtigung finden. Auch der Ansatz für die Fuhrentschädigung bei den Manövern erscheine zu gering, die Klagen vom Lande mehrten sich. Die vorjährige Bewilligung sei nicht ausreichend gewesen. Die Regelung der Servitklaffen werde noch viel Arbeit machen. Um so mehr empfehle eS sich, da, wo im Etat keine Aenderungen vorliegen, schnell zu arbeiten. Der Korreferent Dr. Sch ä dl er befürwortet wieder die Durch­führung der Verabreichung warmen Abendisseus an die Mann­schaften, er behält sich vor, bei den einzelnen Titeln darauf zurück zu kommen. Darauf wird das Gehalt deS KriegsminifterS bewilligt, ebenso die folgenden 4 Titel des Kriegsministeriums. Bei Titel 6: Bureau-Beamte 1,162 132 Mk. (43,500 Mk. mehr als im vorigen Etat) ist Abg. Schädler (Centr.) sür Streichung der Mehrforderung, welche nicht genügend begründet erscheine. Regierungsseitig wird dem entgegengetreten. Oberstlieutenant Gäbe weift auf die größere Benutzung der Druckerei hin, immer­hin mache diese die Schreibereien nicht entbehrlich. Abg. Mül­ler-Fulda (Centr.) findet es erklärlich, daß man im Finanz­ministerium mehr Schreibkräfte brauche, er würde cs aber be­dauern, wenn auch im Kriegsministerium die Schreibarbeiten zu­nähmen, man habe dort doch Wichtigeres zu thun. Im Jahre 1893 sei dem Abgeordneten Gröber gegenüber die Erklärung ab­gegeben worden, daß vorerst weitere Forderungen für das Schreib­wesen nicht erforderlich seien. Man möge mehr gedruckte For­mulare verwenden, um der BielsTreiberei ein Ende zu machen. Auch Abg. v. Kardorsf (Rp.) ist gegen die Bielschreiberei, doch möge man nicht gerade bei Kleinigkeiten geizen. Abg. Leip­ziger (kons.) ist der Meinung, daß man sich in diesem Falle auf die Begründung deS Kriegsministeriums verlassen müsse. Abg. Dr. Lieber (Centr.) ,st auch für möglichste Sparsamkeit. Er wünscht zu wiffen, ob man sich mit der diesmaligen Bewil­ligung „loskaufen" könne. Kriegsminister v. Goßler kann eine bindende Erklärung nicht geben, er habe indeß nicht das geringste Interesse daran, das Personal zu vergrößern. Prinz Arenberg (Centr.) empfiehlt eine ausgedehntere Benutzung der Schreib­maschine, die bereits bei vielen Behörden Eingang gefunden habe. Kriegsminister v. Goßler führt aus, daß das geforderte Per­sonal absolut «othwendig sei. Schließlich werden bei Titel 6 40,200 Mk. abgesetzt. Das folgende Kapitel 15 (Militär- Kassenwesen) wird unverändert genehmigt. Morgen werden die Berathungen fortgesetzt.

* Die Kornmysivn b> 8 Abgeordnetenhaus, s für da» LehrervesoldnngSgefktz hat gestern bie erste Lesung dis Entwursr beendet; morgen wirb die zweite Beruthuog in der Kommission beginne®. Dieselbe hrt einpimming, so daß an der Annahme birst s Beschluss» durch bc8 Plenum nicht zu zweifeln ist, bie Er- Höhung der AltrrSzulagen derart, baß sie minb sterrS M Batzen für Lehrer bis auf 900 Mk., für Lrhreriuse t dir auf 720 Mk. steigen (statt auf 720, bezw. 540 Mk.) beschlossen, sowie eine für bie Berechtigten günstigere Scala; bie Steigerung soll in ben mittleren Lebensjahren rascher erfolgen, als nach der Borlage.

* Koblenz, 10. Dez. Der »Nassauer Bote' bringt folgere Z ischnst:

Als voriges Jahr der Kreistag in Montabaur bei der Besetzung des LandrathsamteS aus sein BorschlagSrecht zu Gunsten des protestantischen RegierungS-AsfessorS Dr. Schmidt, des Ver­walters des Landrathsamtes, verzichtete, da brachtrn u. A. die .Kölnische Volkszeitung' und der ,Rasiauer Bote' sehr scharfe Artikel gegen die kaum mehr als zwei Stimmen betragende Mehrheit des Kreistages. Um so mehr ist es zu verwundern, daß über das Verhalten des Koblenzer Kreistages alles schweigt. Derselbe hat dieser Tage einstimmig einen zuui Prote-

Lltblwg noch viel mehr gestattet, wenn er nur rw» seiner Besorgmß hrrauZkam.

Eire Stunde 'pirer verließ Pskahouta» in dem phmtastilchen Aufputz, ben fie bei ihren Ausflügen zu tragen pfl gte, do« W gwaw und schlug den «eg nach dem Fluffe ein.

Z<erst ging fis langsam und hielt fich einige Z:st im Walde auf, um jedem Verdacht vorzubeugsn, wenn je einer der tzerumstreisend.n On-idar ihr i$< ben Weg kam. AIS jedoch die Sonne sich zu neigen begann, eilte fie, so schnell die Füße sie trugen, in südlicher Richtung dem Fluffe entlang.

ES war Rächt, al» fie auf der rechten Seite bei Strom;» d r S adt JameStoB» gegenüber ankam.

Hier blieb sie stche» und athmtte auf. «i.ber drückte fie hre Häme auf die wogende Brust.

„Ich wffß, daß ich mich gegen den Vat r und teilte Brüder verfehle," si cherte fie, „aber der g öße Geist nies mich nicht ft.-afen, beim einen a?.ber« R.t- tunüSweg gab eS nicht. Der theuere Mann darf nicht sterben; kS wäre auch Potahouta'S Tod. Er soll fliehen, dann entgeht er dem tchrecklichr: LiS!"

Sie trat an baS Ufer de» Stromes ur-d Arzte fich in da» Waffer, um nach der Äieberkfiang hinüberzu- schwimmen.