jg 285 Donnerstag, den 10. Dezember UE 23. Jahrgang
FuldlitrMZkitiiiig
mit Unterhaltungs-Beilage „Sterne nnd Klnmrn«.___________________
dem geduldigen, langohtigen L-spubükum dieser Blätter
erkalten zu haben, von einem sovst-gen j mmcker von Bronsart auf den MmrM d-S Inner«
dar Futter vor,
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füllten dm die Familien der verherrarhrten Kolonisten nach B'rginien gebracht «erden, da eine längere Trennung nicht mehr nothvendig erschien.
4 Bovtwell drang darauf, daß auch bett religiösen Bebiiifmffen der Leute R-ch-u-g getragen werde und infolge dessen stellte der Kapitän an die Londoner
* Das Ergebniß des Prozesses Leckert-Lützow.
bat am 28. iüuoöet einen nrurei gro lltgr, ui wciiycm >
0iaf Euleabma bet Oderhofmarschall, der Fälschung r Minister Bronsart von des ZarentoafteS (Que mon r~, “
MajestS) beschuldigt wurde. Ächt Tage später behauptete i ähnliche im ein iseiter Arttk-l, di.se Fälschung sei infolge eng- t .National^, tischen Einflusses geschehen. Der Poltzripräfiomr von Wmdheim läßt nun Sen Chef der politischen Polizei, v. Tausch, nach dem Berftsser deS Artik-ls forschen.
Dieser srtzt fich mir v Litzow, bissen er sich seit Jahren bedient hat, in Verbindung, welcher erklärt, den Artikel mit Leckeit verfaßt za haben, und dieser behauptet,
Dies-S Sichettzeitsgefühl erhult nach kurzer Züt einen gewaltige-r Stoß. Schon die Thmsache erschien verdächtig, daß Pokvhattan mit seinen Lemen zm ver- sprochmen Zeit nicht in sein Dorf zurückkam. Noch viel mehr aber steigerte die Aufregung rin avd-rer Vorfall. . m
Emer'der Ansiedler begab fich ernes Morgens auf die Jagd und kehrte nicht wieder zurück. Er wurde sofort vermißt. Sme Etreiftolonne wachte fich auf den Weg und Züchte ihn, aber lange ohne Erfolg. Da endlich fand ma» ihn im Dickicht bei Urwaldes unter einem Baume tobt auf. Ein Psnl stak in ferner Brust und der Skalp war vom Kopfe ge-öst, so daß über die Persönlichkeit des Mö ders kein Zweifel be«
Die Indianer waren also wieder in der Räh«. Sie hatten fich heimlich herangeschl'che« und für die Art ihrer Gesinnungen gegen die Weißen lieferte die Mordthat einen bedeutungsvollen Beweis. Der Kop täa sah sich mit einem Schlag auS seiner Vertrauensselig, leit aufgerüttelt, und unter der Wirkung bei Bewußtseins seiner Verantwortlichkeit wurde alle! andere m den Hintergrund gedrängt. Er ließ die Stadt noch mehr befestige«, die Pallisarmreihm verstärke« mt» den Schildwachen wurde äußerste Wachsamkstt eing-. schärft.
Mokahontas.
Erzählung aus der Zeit der ersten europäischen Ansiedlungen in Nordamerika von Max Benno.
$ Im vorigen Jahre erfchie« in den Münchener t<nwXöoarnoiatt um«....... J Neuesten Nachrichten' ein Artikel über die MMar-
28. Oktober einen Artikel gebracht, inweffiem | uTbÜ"Ä
plre,W“ftaU "que Votee j des Innern "v. Köller zu verhetzen, an den sich - - ~ ' junudie iüi ,Hanne vrr'scheu Könner' uns m der
,Natio»al'Zeitang' schloffen. Dec erste Artikel beson. - derl erweckte den Anschem, im Kriegsministerium X geschrieben zu sek. Der Anegswinister gab dem Oderstlieutenant Garde bett Auftrag, die Sache zu untersuchen. Gaede gehr zu v. Tausch, v. Tausch geht ' wieder zu Lützow, und dieser meld't ihm und Garde, I der Verfasser fitze im „Literarischen Bureau",
Der große Berliner Sensarwnrp ozeß, der seinen Nimm von zwei an sich bedeutungslose Subjekten herleitet, nimmt so sehr dal allgemeine Inter-ff: in Anspruch, daß el unfern Lesern willkommen sem dürfte, wenn wir über die Vorgeschichte des Prozess.-, seinen Verlaus und seine Ergebnisse eine kurze Rückschau anstellen. t
Es gibt in Berlin ganze Korrespondenzen, darunter auch solche, die fich »politische" nennen, dieimWeseat- liche« von Kurstprodukten üben, welche ich! chtbezablte Journalisten in Hmterhäusern, vier Tr-ppen hoch, sich anS den Fingern saugen. Es gibt wob! kein Blatt, dcs nicht mit derarttger unbezahlbarer Waare überhäuft wird. Da kommen Rachrichtm, welche „aus wohlinformirter Qaelle" sechs Wochen alte Nachrichten neu ausgewärmt bringen oder welche verfich-r«: „am Hofe verlautet usw. usw." Eine verständige R-daktion amüfirt fich im besten Falle, wenn sie einen Aufsatz erhält, der ihr über die St ömungm „in höchsten und allerböchster. Kreisen" genauesten Aufschluß gibt, wofür der Pipierkorb schließlich dm Dank abstattet. Anders aber vie Ssnsatior sblätter, speziell die „General- Anzeiger": fie sins ein ergiebiges Absatzgebiet für dieses journalistische Zigeunerthum, wie es durch den - dummen Junge» Lrckrrt und den verlumpten Offizier
i Gesellschaft das Ansuche«, daß fich dem verlangten weiteren Emigrantenzug je ein katholischer und anglikanischer Geistlicher anschiießen möge.
@1 war dem Irländer aufgefallen, dsß Edward bei dieser Selerercheit zu ferner ehelichen Verbindung mcht die gerinzsteu Anstalten traf, ja sogar über diese ihn so nahe berihrer-de Angelegenheit n-cht eine Silbe verlor. Er kam deshalb gelegentlich darauf zu spreche«, wußte jedoch die Gründe anerkenn««, welche Edward für die Verschiebung seiner BermSh ur.g angab.
> „Letztere," erklätte der Kapitän, „müßte jedenfalls in London vollzogen werden, und wäre dadurch seine | Abwesenheit währmd mehrerer Monate bedingt, das ' scheine ihm vorerst noch nicht räthlich zu fein/ i Das stimmte zwar mit Edward!, dem Irländer \ bekanntm Sorglofigkeir nicht ganz überein, aber Boot-
welche- z,m Ministerium drS Jrmem (v. Köller) gehört. Em dort angestrllter Beamter, Kukutsch, wolle für 50 Mark aussagrn; da- beißt mit andere« «orten, Köller hat in Bronsart- Sinne Artikel geschrieben, die beim Kaiser kompromittirm mßffeu. Lützow erhält 50 Mark für «ukutfch, steckt sie aber in die eigene Tasche und gibt eine falsche Quittung, und nun pasfirt eine sehr dunkle Sache v. Tausch und Garde verabrede« einen anonymen Brief an den Kriegsminister, welcher lautet: „Wollen Sie » ffen, wer gegen Sir hetzt, so frage« Sie Hammann und Kukmsch" (Legationsrath Hamman« ist Preßd'crrnent des Auswärtigen Amt-S, u-b Kukutsch, wie bemerkt, im literarischen Bureau deS Ministeriums des Jnnert>). v. Tausch und Gaede berankten am Frestag, daß sie
gangen, und die Thätigkeit der für ein Beefsteak zum Abend; ssm intriguirenden Schmocks vor der D; ff ent- lichkeit klar zu lege«, war der Zwrck bei Sensation--
Han bette fich in brr Hauptsache um drei ge- ? unb v. Bronsart an. trennte Artikel bezw. «rtitelferien. D.'s gänzlich ' Ql- mibebeutrnbeWochenblatt „Die Welt am Montag
er j Wir Herr Gaede fich zu biesrr „Schiebung" be- j xutze; loffn konnte, und dazu trorr daem v. Lützow, t I ist -ine- von den viele« Räthfeln, die der Prozeß auf- gegeben und nicht gelöst hat.
Jetzt Nr. 3. .Kölnische Zeitung'. In diesem Blatte erschien om 28. April ein Artikel, ebenfalls über dos Sck'ck al der MilirärstrafProzeß-Ordnung. Er knüpfte a« die PrNsionirung der Genera's v. Spitz au, richtete Angr sie gegen den General v. Hahnke, den Ches der Militär-Kabmet», und trat für Bronsatt ein. Der Artikel verrieth ganz genaue Kenntniß der Berhältmfie, wie Herr v. Marschall selbst bemerkte. Der Minister der Inner« ließ wieder durch den un- vermeidlichen v. Tausch nachforschev, wer der Berf affet der Artikel sei, und v. Tausch ermittelte ati fachen Herrn v. Huhn; da- klang glaublich, denn Herr v Huhn ist ständiger Vertreter der ,«öln. Ztg.' m Berlin. Er gilt aber al- Vertranter Herrn v. «ar- schall'- in Preßsachen und verkehrt jedenfalls im Auswärtigen Amte. v Lützow aber behauptet jetzt, v. Tausch habe ihm am 29. November erklärt, der Bersafier sei Ha-'ptma m Hönig. Die- letzter- hat sich bestätigt, indem di- »Köln. Ztg.' an Herrn v. Marschall vor einigen Tagen geschrieben hat, daß Hömg der Verfasser
die Wigwams oberhalb bei FlufieS verlafierr und war ins Innere deS Landes gezogen, wo er die ergiebigsten Jagdgründe fand. Infolge biff en hatte sich feit viele« ’ Wochen in ziemlich weiter Umgebung keine einzige Rotbhaut gezeigt. Man dachte fast nicht mehr an fie.
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baß hinter ihm Herr v. Marschall, Staatssekretär beS Auswärtigen, stehe. H:rr v. Marschall erfahrt burch ben Polizepcafidenten, daß Tiusch ersterem, gestützt auf die Informationen v. Lützow und Leckert, geäußert habe, der Artikel stamme auS dem AulwÄ-igen Amte. Damit ergab fich die Möglichkeit, wie auch die Rothwendigkeit, die Angelegenheit weiter zu verfolgen. Gleichzeitig bezeichnete auch schon die Redaktion der Welt am Montag' in Verhandlungen mit dem Auswärtigen Amte den Lützow all ben Ueberbringer jenes Artikels. ES hanbett sich nun um die Frage: W.r ist bet Schuldi-re? Daß Herr v. Marschall unschnldig ist, war tofort auch bem argwöhmschstm Geiste klar, ben« mit einem solchen Jüngling vor, der Sorte Leck tt hEu?^t Blasien" Lötzow^ehaupiete^unächst in den I dies gerhan hätten, um unauffällig eine Untersuchung & I.OT « f« L-a-« W«. Ä Ih» I «UIE °. r°u'ch b-»«ch>» "
to-«tow«6l W. d-b S«t ». R-r-chM Statet ita l all am 1 un» ?“
ft be Am Freitag jedoch schlug v. Lützow um und | „Kniff, u« b-quemer Nachfo schungen auk,upfW zu fihob nunmehr "inen Theil dä Schuld auf v. Tausch, können." Lützow beschuldigt l tzt^^ Tausch, voll- welcher ei« persönlicher Gegner der Herrn v. Marschall ! ständig gewußt zu haben, Kukutsch ganz nnbe sein soll. Nach Lätzo^'s Aussage hat v. Tausch aus I thüligt war und.habeer ihm ^u^eiNer F a ls ^^«g Feindsch'st gegen ».Marschall mit Begierde die S-.che der Unterschrift Kukstsch 2 m der Ditiftrag nnf jear ff n Der inzwischen wegen Memkids verdatete t durch Ermunterung Beihilfe geleistet, Sie denn dem Botschafter in Wien, Grafen Philipp Eulenburg, unter falschem Namen quittirte. Oberst ' ben er in Abbazia kennen gelernt habe und dem er • heutenant Gaede aber bezeugt ^aZegen, daß v. Tausch f ve-vstichtet sei eingesandt zu haben; Eulenburg aber j und er gleich der Un^r czr,ft drs KÄursch mißtrautm dummen Zungen »tat« «nu vm »-'iro*-«- f be.pfl«hr« WI, ‘ in vä m Mißtrauen «Manschten. Die Ängeleaenhest
uÄÄÄÄg | SEäSSsS i rÄ’W«® «taX" »«WtM b£i wnali«. ; ^iu'd'n SS6e”$S™by™Stu«e ! ".»“bakr"»*1 's'iS
SBÄST! ÄÄI*.*?**M»**i**te*9* wäre das so schlimm nicht — einem gewiffeu Thk« - bürg wohl selbst gefühlt habe«. be^..foffttt ro^te et hat noch Niemand seine Vorn.b - für Disteln mrßgöant ? sich auf und reiste von Wren Berlin, um fich ol» — aber diese Abenteurer begeben fich auf das Gebiet } Z uge vernehmen W !°ff-«. ^u Movtag gab er mi* bet Jutritrue unb Hetzen eine Behörde gegen die andere, l auf fernen Erd hm dieselbe 8cKarug| ob, mu?te ab.^ «trift erlol los aber hie U d ba Mit nut zu gutem i zugeben, daß er vor Kurzem bem v. Tau ich -inen hoym Erfolge So ist ei den L ckert unb v. Lützow er» \ österreichische« Orden erwirkt und »hm d^ Verleihung gar gen, u® bie^ Thätigkeit ber für ein Beefsteak zum - be» Ordens in anem ^ückwunchchaodschr-chm ange- Abendisim intriguirenden Schmocks vor ber D; ff ent- | zeigt habe. Das Kettete darüber haben wrt scyvn l früher mitgethttlt.
Die zweite Sache knöpft an die Namen v. Köller
Die „Stadt" Jamestown »ar fertig alle nöthigen Häuser, Schuppen und Magazine erbaut. N rch >uro- päischen Begriffen sah ftv freilich wenig genug städtisch arS, denn die Gebäulichkeiten waren durchaus vom Fundament bis zum Gr-del aul Holz hergestellt unb bie Bretterdächer mit Rmde bedeckt. Gl-rchwoht et- fäEteu fie ihren Zweck unb au Platz fehlte es nicht.
Der Herbst tarn unb die Ansiedler wurden durch
-ine ungern-in reiche Ernte erfreut. Nun wurde be:
Sgl tzegea' zu^stachtW un^ nach Englmch M we'll"gab fich damü zufrieden" weil et dem Häuptling
fchickl rum Beweise, d7ß dte Hiffnung auf eine ? Pokohattan immer noch nicht traute und auch er e,
glückliche R ifunit de Rlederlaffung im vollsten Sinne für zweckmäßiger hielt, wenn der K mma auf
des Wortes gerkchtfertizt wat. Auf diesen Sch ffen seinem Posten v^rbltrb. , .
lallten bm - die Familien der verheirat Heien Kolomstrn ? Pokohattan hatte wie alljährlich Mit seinem Stamme