23. Jahrgang
Dienstag, den 8. Dezember 1896.
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Md mW Zeitung
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n »rftfior hnn 4R0 I kommen lefien. wegen Körperverli tzung und Mißbrauch- dis Gülchtszofe» lst zur Stunde, wo diese Zü-en M
io erster Linie in
wettere« Fälle« Duellanten, in einem Falle handelt er sich um eivm Gemeindevorsteher, der Wahlfälschungen vorgenommen hatte. Die höchste Strafe hotte wegen Erpressung einer Geständuistes einen Polizeiwacht- meister getroffen, ein Jahr Zuchthaus. Die Strafe wurde auf vier Monate Festungshaft gemindert.
ft, Die oberofstzröfe »Nordd. Allg. Ztg.^hatam Sonnabend mit dem Abdrucken dr- stenograpbischeu Bericht- über die Aussagen des Staatssekretärs Frhn». v. Marschall und anderen Zeugen in dem Strafprozeß gegen Leckert und v. Lützow begonnen, indem fie aus diesen Bericht als besonders wichtig deshalb verweist, weil er genaue Auskunft gibt, von welcher Seite im November 1895 der «erdacht der Urheberschaft gewisser Artikel auf Herrn StaatSministrr v. Köller gelenkt wurde, und wie e» dem Auswärtigen Amte güungen ist, de« Beweis der völlige« Grundlosigkeit diese» Verdachtes in unwiderleglicher Weise zu erbringen.
* Während der heutigen Verhandlungen in dem Prozeß Leckert-Lützow ist der Kriminal- Kommissar v. Tausch wegen dringenden Verdachts des wissentlichen Meineid- in die Unter- suchung-haft hinter Schloß und Riegel abgeführt worden. Herr v. Tausch hatte unter seinem Eide bestritten, daß er dem Chefredakteur Dr. Lrvyson erzählt habe, Leckert werde im Auswärtigen Amt empfangen. Durch da- eidliche Zeugviß Llvyson», da- du»ch Herrn v. Marschall gestützt wurde, gewann der Oberstaat-anwalt die Ueberzeuzung, daß der Mo- ment, den er im Stillen vorauSzesehe» habe, imab- wevdlich eingetreteu sei. Er stelle den Antrag auf Verhaftung der Zeugen v. Tausch wegen dringenden Verdacht- de- Meineides. Der Gerichtshof zog sich zur Berathuag zurück, di« etwa fünf Mmuten dauerte. Darauf erfolgte noch eine kürzere Zwirfprache zwischen dem Präsidenten und dem Oberstaatsanwalt. Alsdann wurde der Zeuge v. Tausch durch de» Präsidenten in eindrrck-voller Weise ermahnt, sich jetzt noch zu b e s i o n e n, so lange seine Vernehmung nicht abgrWoffm sei. Der Krimmal-Kommissar v. Tausch blieb bei seinem Leugnen unter pathetischer Anrufung Gott«. Damit war sein Schicksal best-gelt. Die Verhaftung erfolgte sofort nach dieser Au-saze. Die Verhaftung des Herr« v. Tausch bildete den dramatischen Abschluß der BtweiSaufnahme; über die Hintermänner des Herrn v Tausch ist leider keine volle Klarheit geschaffen worden. — Der Staatsanwalt beantragte gegm Leckert und v. Lützow je 1 Jahr 6 Monate Se- fängwß; gegen Berger au» § 186 wegen 2 Fälle 2 Monate Festungshaft, gegen Dr. Plötz 1 Monat Festungshaft, gegen Föllmer 300 Mark Geldstrafe
ja die rothm Männer roch immer mehr, als genug."
Pvkohattan zzab nicht gleich eine Antwort und auch dir Schaar der Rothhäute schwieg.
Endlich aber stieß er in unfreundliche«, rauhem Tone hervor: „Was wollen die Blaßgefichter im Lande der rothr« Männer? Sie find in ihren groß« KanorS über dar Meer gezogen und verscheuchen mit dem Donner und Blitz ihrer Wasim au» unsere» Wäldekn dar Wild! Freunde wollen fie sein! Wir glauben eS nicht. Wir habe» von ihrer Treulostgkeit schon einmal eine bittere Erfahrung gemacht. Wir tiefen sie nicht. Warum stören fie unseren Friedm? Sie mögen zurückkehren in ihre Hrimath wie die früheren und der große Geist möge mit ihnen fern!"
Lurch die Versammlung der Jndraner ging ei» Gemurmel und „Hugh, Hugh" ertönte es zum Zeiche« der Zustimmung und deS Beifalls. .
Der Kapitän gab seinen Begleitern tuten Wmk und diese brachten die für den Häuptling bestimmte» Geschenke hervor — Decken, Mesier, Beile, ÄlaS- zirrrath, sowie andere Kleinigkeiten, und ähnliche Geges- stände wurden auch au weitere Indianer verth ült.
„Ich beschenke euch", sprach Edward wieder durch de» Dolmetscher, „um zu zeige», daß e- mein innigster Wunsch ist, em Freund der mächtigen uvd edle» OneidaS zu sein."
Obgleich diese «abeu i» de« Augen der Wilde»
r1! Einige Betrachtungen über das Lehrerbesoldungs-Gesetz.
Druck gehen müssm, unS «och nicht bekannt.
* Im offiziösen ,Hawb. Corr/ lesen wir, daß -S «ach de« Aeußerungm des Ministers v. Boetticher in der ReichStagSsttzung am Mittwoch zweifelloSfei,
mit Untrrlialtungs Seitage „Stern- u«d Klnmrn"
Sede.her.S der Niederlassung mit alle« Mittel« bestand. Erne sis,ie wrmge von »W««« UeberdieS trat unwillkürlich wieder da- Bild diS freien Platz, unter denen «ach einet Kerle Potohattan fchören IndianermädcheuS auS dcm Hintergrusde her- selber ersch^n. finR,rett
vor und aus'S Reue wurde srm lebhafte» Inter.sie Seine Miene verhieß nichts Gutes. Mit finsteren für dasselbe geweckt. Die Hoffnung, über da» grheiumiß- I Blöcken maß er de» Kaprtan, dem Dol-
volle »esm Ausschluß zu bekomme», bestimmte ihn metscher an der Seite furchtlos entgegertrat^^ , sicht am wenigstes zu feinem recht« Entschluß. I -34 ehre und ach »ließ er durch
Davon sagte er freilich seinem alte« Freunde I „den großen Häuptling der OneidaS und we.de uuch
«oorwell kein «ort, desien strenge «rundlätze er I ottckiich schätzen, Wenner unsere Freundschaft cmnimm^
kavnte und mit dem er Erörterungen über derartige i Amerika itt em großer Land und hat für: noch viele
Abenteuer am liebsten vermied. Anfiedler Raum. Die Gebiete lesseiUde» große»
Scho« nach Bet fluß weniger Tage war Alle» zum I SalzwasierS aber find zu volkreich, so man einen Aufbruch berest. Mit zwanzig Mann, unter denen I Thrrl der dortigen Bewohner über das Meer schrckm
fich auch Lootwell befand, sowie einem Dolmetscher uiuß. Nicht als Feiude find wir ^kommen.sondern
trat Edward Smith die Reise an und hatte »ach al» Freunde und beanspruche» nur daS bescheidene
einer halbe« Tagreise dir erste« »igwam» der rothe« Pfützchen, welcher von uiszuclner Anfi-blunger.
ML»r.er erreickt | wählt worden ist. An den andere» unermetzliche«
Unter denselben entstand beim Anblick der bewaff- I Jagdgründen, die wir nicht antasten werde», haben
seien Btaßgesichtrr ein grenzenloser Aufruhr. Sir HlplSsassvNrSIS. I rannten unter wildem Geschrei auS ihren HLtten »ach
Erzählung aus der Zeit der ersten europäischen Ansiedlungen I dem Inner» deS Dorfe», W0 sich auf iineM ftklM w d in Nordamerika ton Max Benno. j Platz, em ansehnlicher Bau — btt Wigwam beS
7] ------ (Nachdruck verboten.) j Häuptlings erhöh.
Die Kühnheit dieser UntermhmenS teizte den | Jndtsien hatte bet Dolmetschet Indianer von isaenblichen Kapitän um so mehr, als ihm daran! der friedlichen und freundschaftlichen Absicht de» Be- SSe» mftte, seiner B.rpfllchtung nachzukommen, die suche- zu verständig» versucht und seine Bemühunge« in erster Linie i» der Sorge für die Förderung des | bliebe« in cht ohneErfvlg.
Gebe Her s der Niederlcsiang mit alle« Mittel« bestand. ! Eine dichte Menge vo« Rothhauten füllte den
j 14. Dievstjahre die 3. Zulage vo« 80 Mk. oder in Summa 240 Mk., gegen 100 Mk. im 14. und 15. __7__________o | und von 200 Mk. im 16. Dienstjahre, denn bekannt-
Rach dem nmen BeiotbungS-Gesetzmtwurf für Lehret | tich erhalten die Lehrer schon M vom 16. Dirnstjahre ist daS Grundgehalt auf 900 Mk. festgesetzt, erreichbar | aber 200 Mk. AlterSzulageu. Die Berbesi-rung wurde »ach dem vollendete« 4. Dienstjahre. Erfahrungsgemäß allo m de« ^ Dimstiabren die runde Sunmie von werde« im Seminar - Bezirk Fulda alljährlich mehr | 140 Mk. + 140 Mk + 40 Mk. betragen — 320 als ein Dritte! der Kardidaten erst $k Jahr nach ihrem Mk, bavon ab dar Defizit.von 300^Mk., bleibt al» Abgänge angestellt, manche erst nach m-.hr als einem ? erste Aufbesserung 20 Mk. im 16. Dienst Jahre Durchschnittlich werde« also die Lehrer bei \ jahre. Betrachten wir »u« Grund- «nd Höchstgehalt Bezug drS Grundgehalte» daS 25 Leber sjahr über- im Brrgleich mit den Behältern anderer Beamten, so Mritten habe», da ja ein großer The» der Kandidaten werden wir finden, daß viele Lehrer da etwa in der bei ihrem Abgänge vom Seminar bereits 21 und noch | Kategorie der Gericht»- und ^E^ibiener, Kosienbote» rc. mehr Jahre alt ft ab. DaS Gehalt einer 25jährigen ravMen, die tut Gehalt vonlOOO-1500»«. b.zi.hen Lehrers wird sich bei dem Satze von 900 Mk. jährlich (Lchrer nach dem Entwurf 900-1620 Mk.). auf etwa 2 Mk. 46 Pfg. täglich stelle». Gewiß recht I Des ist «» Grab miss ;r, der uns zeigt, welche« viel für eine» junge» Ma»« von 25 Jahre», der ca. I Werth man der Lehrer arbeit berügt. And welch schöne 3 — 4000 Mk. für seine Bmbitdung gebraucht hat. Die | Worte hat man doch über den Werth der BolkSichuceu- Lehrer bis zum vollendete« 4. Dienfijrhre erhalten Sollte eS ernst mit diesen t4^n Phrasen sei», so von dem angegebene»Grundgehalte weniger, also 180 dürfte gewß auch em anderer Maßstab an d.eBesol Mk. weniger, demnach die Summe von 720 Mk., waS | dungSverhälmssr der Lrhrer gelegt ?^bm, denL bar pro Tag 1 Mk 96 Pfg. beträgt. Davon soll sich der behauptet heutzutage kein vernünftiger Menschtim.jr, imge Marn verköstigen, soll fich seine Kleider, Schuhe | daß die Lehrer ihresgleichen m Bezug^auf Wisien, und^Wäsche bestreite«, muß aber auch noch die nöthige» j Können und Leisten in de» ^ttrstr« L-chichtm der Bücher zu seiner «eitert i düng, namentlich zur Vor- I B-amtmkatkgorieen suchen müssen. Im Gegeutheil, be-eiiurg für daS zweite Sxrmt», ansch.ffen- Na«, I das Streben der Lehrer, mü den mittleren Subaltrrn- da wird wohl dm Elter« »ich-S Anderer übrig bleiben, beamten, denen sie an S"^M.r Leistung nicht nach. al» de» junge« Mensche», ftir dm fie bi» zur Boll- stthe», und deren Arbeit gewiß nicht hö^er Anschläge» endma seiner Semmar-Studie« schon einen ganz 6e- I ist, wie die Bearbeltmig drS Felde» der Bo.ksschule, trächtlichen Kostenaufwand gemacht habe», auch «och I ist keine so unberechtigte ^or^erung, wie sie manchmal bi» zu Einern 25. Jahre zu unterstützen; dafür tritt j erscheinen mag.
bann aber auch der junge Lehrer in de« Genuß deS | „Ihr habt die Zukunft, ihr habt das Vater.a..d,
gewiß sehr hohe« GehalteS von 900 Mk., pro Tag I Der Jugend Herz, Erzieher, in der Hand
2 Mk 45 " sagt Rückert. In Wahrheit tragt kein midrrer Beamter
Run zur Aufbesserung! Bisher bezogen die I außer dem Geistlichen mehr zam Wohk der Familie, meisten Lehrer bei ihrer Anstellung schon ein Grund- j der Gemeinde, de» Staate» unb ber Kirche def. alS aehM von 900 Rk. Davon kommt NUN 4 Jahre lang I gerade brr Lehrer. Nicht mit Unrecht bürste darum drr Betrau vo« 180 MI. i» Abzug, dar beträgt rund | auch hier die Devise gelten: 8uum cuique. die Summe von 720 Mk. Nach dem 7. Dienstjahre I------------------------------—
erhalten nach dem neue« Entwurf die Lihrer die erste Deutsches Reich.
Alterszulaae von 80 Mk. pro Jahr ober vo» 22 Pfg. I 7 Derember
vroTaa. Ja de» 3 Jahren würde« bie Slttr»z»lagen n, . m ’ J? J
bat Betrag von 240 Mk. an»inacheu. E» blieben also | * Die .Leipziger BollSzeituug stell: b,e durch die
vo» dm in de» 4 ersten Dienst jähren in Abzug ge- I Tagespreise bekannt geworbenen Besnadijiunge« seit
brachten 720 Mk. noch 480 Mk , bi» der Lehrer erst | Juni d. IS. zusammen, bemeit °ber glnchMtig, daß
wieder so viel erhalte« würbe, wie er vor dem Ja- I ihre Liste auf Vollständigkeit k"nen Anspruch mache
hafttrete« dc» Gesetze» zu beziehe» hatte. Vom 11. I In sieben von den zwölf mitgüheiltrn Fällen handelt
Dienstjcchre an Mchon^^jcht d?» Lehrern die Zulage eS fich um Schutzleute Sie waren verurtheilt worden: vo» 100 Mk. »»gebilligt, nach dem neue« Entwurf I weil fie ohne Brranlasiung von der vl-mke» Waffe würde hier die 2. Alterszulage vo» weitere» 80 Mk. Gebrauch gemacht oder Gefangme mchhanselt mid m
Mk ton welchem in de« 3 Jahren der 2. Alter»zu- | der Amtsgewalt. Einer vo« ihnen war em Polizei- lace erst 3 X 60 Mk. oder 180 Rk. gedeckt würden. Wachtmeister, zwei waren Polizeisergeauten. In zwei E» verbliebe also immer »och ein D-fizit gegen früher I Fällm wurden Fabukauten begnadigt, die wegen fah.» vo« 300 Mk. Nach dem neuen Entwurf folgt mit | lässiger Tödturg verurtheilt worden waren, in zwii