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23. Jahrgang

Samstag, de» 5. Dezember 1886

Waffe» «nb tonnte mit der Schnelligkeit der Hirsche«

I in das den See nmsaffende Wüdevgestrüpp gezogen, I davn schämten sich die Indianer Lautlos um Pccotzattav, der sich mit ernster M sne aus einen umgefallenen

davon.

Rach nahezu zweistündigem Laus errnAe er einen fiasttim von hoch emporragenden Baumen überwölbten Grund. Wenige Schritte von dem Paukte, wo er sich befand, zog fich ein schmaler, mit S tzlamm avqesülltrr Graben hin. Läng« derselben hinschleichend stand der Häuptling am Gestade einer ziemlich ausgedehnten Skis, der fich nach Westen hin in einem mattschlmmernden S-.lb'rstreifen verlor. WN

Pokohattan H elt den «hem an und lanschte. Seine bronzenen Züge drückten die höchste Spannung an». Aber die Einöde schwieg.

Rar die Blätter rauschten leise hoch über seinem Haupte an den tausendjährigen R esenstämmen. Gr hielt beide Hände vor den Mnnd und chmte, mit bewuaderungS würdiger Geschicklichkeit den Schrei des Svoltooaels nach.

DaS Signal wurde erwidert. Drüben am jen­seitigen Ufer klar- (8 in ähnlicher Weise, wie em schwach verhallende» Echo. ,,, ..

Ans dem See aber wmde er auf einmal leberdig. Er zeigte fich von einer großen Anzahl kleiner Kahne belebt. Dämonische Gestalten regierten bie Fahrzeuge, welche pfeilschnell über da« Waffer hmglitten. Z mschen da« Plätschern der Ruderschläge tönte fortwährend der Spottvogelruf, al8 schwirre ein ganzer Schwarm dieser Thier? über den See. .,,

M Bald hatten die Kähne da» flache Ufer erreich^ Ein ganzer Haufen von Wilden, an deren Spitze sich der junge HäupÜing Blauhals befand, stieg an das ßanb. Sie waren alle brwrff'et. D:e Kahne wurden

-Fort mit den verhaßten Freuidlingerr!" fohrer fort. Rieder mit den Treulosen, deren Sinnen und Trachten nut auf Raub und Plünderung gehr. Sie wollen uns Hinschiachten und ausrotten, damit ihnen daS schöne L,nd mit seinen herrlichen Zagdg-bieten und Heerden al« Beute verfällt, »er gab ihnen ein R-chr dazu? Riemanb, sank ich. Niemand hat hier etwas zu suchen im Lande der freien I dianer, al» wir. Der große Gust wird wieder wie ehedem versöhnt von de» Wolken

grenzt- ~ .

D r Indianer he Amte d u Schritt.

M t kräftigem Schwung schleuderte er Bogen tod Pfei e, Beil und Tomahawk über d-n Fluß- Dann tret er einige Schritte ückrör 8 m d hatte mit einem elastischen Sprung in der nkchsteu Sekunde do8 je»- >. fettige Ufer erreicht, in Hess:» weichem Schlamm er bis an die KnLchrl versank.

Er arbeitete fich schnrll wiedrr h-raus, ergriff ferne

auf Ms herabblicken, wenn wir Msere Schuldig chnn. Diesmal ist nufere Aufgabe mcht leicht. JBvc mfifien mit größter Borficht zu Werke gehen und nt» mit den anderen Stämmen verbmden, damit man die Elenden mit einem Schlag vom Erdboden vegfege»

Ohne fich von der Stelle zu rühren, Hatte» btt Indianer auf die haßerfüllten Worte des HäuptlmgD gelauscht. Feierlichks Schweigen herrschte m bet «er- sammluug, a s er geenbet. Kem ©lieb rührte sich Man hörte baS Rauschen des Rachtwmde» m de» Bäumen und das Plätschern der W llrn, sonst nichts.

Die Achttmg vor Pokohattan war viel zu groß, als daß einer der anderen Indianer seine äReimmg zu ^dErst^^^dttser, seinen Tomahawk um dm Kopf schwingend, von drm Baumstamm h-rabstieg, kam Leben in die Gruppe der Wrlben und ein bumpfts „Hugh, Hugh- tönte durch die Stille der Nacht.

^Pokohattan ries dm Häuptling Blauhals zu fich. -Jchkenue Deinen «MschM wandte er fich an diesen, „Du begkhtst meine Tochter Pokaho Utas, die weiße Taube, zu Deiner Squaw (Krau). Tu sollst fie auch m Demen Wigwam emführeu, aber nicht eher, als Dem Gärtel mit den Skalpen der «laßgefichter geschickt ist- Du weißt j-tzt, was Du zu thun hast. Wasftie Dich mtt der Schlauheit des Fuchses und der Kühnheit deS Jaguar», eile mit den Füßen de» Hirsches von »tarn« zu Stamm. Bringe zu jedem die Kaude von der drohenden Gefahr und sage ihnen, detgroßeHaup!- lina Pokohattan rufe fie und ihre Brüder zu bem be« vorsteheubrn Kampf-. Sie sollen kommen alle, bann verleiht bet große Geist nn» den Sieg.

I Schweigens) hatte Blauhals brn Aufttag angehört. Auch, al» der Häuptling schwieg, antwortete er nichts unb nur ein scharfer Ton kam au« seinem Munde hervor.

Pokohattan wanbte fich noch an verschobene andere der Wäben, von denen jeder eine bestimmte Ordre eryelt

Dann gab der H tvp ling einen Wink mit der Hand. Die Wilden gingen ansemander, zogen die Kähne m dv8 Waffer und fuhren nach der anderen Seite be» Sees Pokohattan aber wandte fich rückwärts anb I schritt in entgegmg-s tzter Richtung langsam davon.

(Fortsetzung folgt.)

Baumstamm gestellt hatte. Sein feurige» Auge schoß Blitze toter Den tief herabgeb.ücktea Brauen hervor. I

Der große Geist zürnt-, begann er. .Abermal» hat et über uns eine schwere Prüfung verhämt. @me große Anzahl von Blaßgefichtern ist übet bie Silzflach geschwommen unb hat fich WigwamS m unseren Jagb» I griMben erbaut. Sie haben wie jene «ften Berruchte» den Bütz unb den Don. er in ihrer Macht und sind deshalb ein gefährlicher Femd. Aber wir fürchten sie nicht. Wir werden sie vernichten, wenn sie nicht die Flucht ergreife», wie die frühere» Räuber, dtoch I welche wem Sohn Falkenauge fortgeschbppt worden ist Tod und Berderben allen Blatzg'sichiern. Wt. es unsere Väter waren, wollen wir em freier und alÜcklicheS Volk sein.- x .

8 Alle gaben schweigend ihre Zustimmung und | Pokohattan fuhr fort: „Al» der große Seist über den Wolken die Länder de» Erdbakr vertheilte, gab er den Weißen die umfangreichen Wiesm und Kornfelder Jen« teil 8 der großen Saft fluch, den Schwarzen wie» er die Länder des beigen SüderS mit der ew'g brennen­den Sonnenplmh an. Za fewen rothen ßt der» aber sprach er: Ahmt die unermeßlichen Jagdgefilde deS Westens, wo Hirsche, B ff-l- und B'soich^rden m uradsehvarer Menge durch meilenwette Grassteppen schreite», wo taniendjährige Baumrlesen ihre grkrömen Häupter in die Wilken strecken, wo die mächttvsten S-röme bet Welt ihre Wogen zur großen Salzflath wälzen nnb zahlreiche Sen ihc Waffer beftuchruld über bo8 Erdreich ergüß n Diese Länderstrecken wes bet große Geist sei«» rothe» Kinbern an, wen er ste liebte, und glücklich zu machen bestrebt war. Meine Brüder wiff n es. Die Sachgebiete von Meer zu Meer, an den Quellen be« R' sisiPPt und Msi mn, an ben g-segneten Gestaden be« Michigansee« buk zur großen Salzfiuth leuchteten herrlich wie da« Gold der Sonne im Scheine von tausenb Berathungsfeuern, um Iwelche die Weisesten ber Oneidas, Mohackit, Hurone-, Sioux, Jiokesm tob anbere große sümme ihre Bersammltoge» hielte». So soll e8 auch fürberh n

Pokahontas.

au» der Zeit der ersten europäischen Aichedkungen in Nordamerika von Max Benno.

5j ------- (Nachdruck verboten.)

Der «ngerebete warf bem Jungen Spanne einen vorwmstvollen Blick zu. „Still, BlauhttS, gebot er mit rauhet Stimme, aber ebenfalls> nur Ablaut, „Dem Kopf ist »war auch mtt den Federn be» Adler« ge- MuHfltft tob bie Tapferen Deine» Stamme» folgen Drr, I

Du das Kriegsbeil ansg'äbst, aber zum Erogen tob Rtthen, zum Segen der Sch ingen für eme Beute bist Du »och viel zu jung. Pükohltttan tst em großer Häuptling. Mit ben Iahten hat ihm ber große Seist Weisheit verliehen. Er weiß nicht nur, wie man die 6öawn be» Hirsches unb Büffel» verfolgt, fonbetn er wird auch einen Weg finden, auf dem man die täube- tischen Eindringlinge, wie schon einmal, aus unseren JaadsrÜvben vertteibt. Pvkotzatta» wird all?» besorgen. Er hat dazu vor allen anderen ein Recht. Er wird Rache nehmen an ben Blaßgesichtern, durch bie er ieixt» einigen SohneS, b?» Elbe» semer Würbe nnb Macht, beraubt worben ist-

.Aber wir dürfen ms,- fuhr er nach kurzer Pause fort, mcht fibttcilcttunb ntüfiöS Sie |

tobieten über Blitz und Donner, sie entsende» anS ihren Feuerrohren Berderbm und Tod. Der ganze Stamm - der OneidoS muß fich zu gemeinsamem Handeln ver- ; eisigen, wir müffea schlau sem wie die Fuchse, und erbarmungslos wie ber Jaguar, nut bann errmgm wir Über die Verhaßten dm Sieg. Du gehststtzt hinüber zu den Brüdern und versammelst fie für die folgende Nacht im schwarze» G-und Ich aber werde mich e»f Kundschaft legen, um zu hören und zu sehe», was für unsere Pläne bedeutungsvoll ist.

BlauhalS erhob keinen Widerspruch. Er stand auf, stich nur ein leises „Hugh- auS und bewegte sich nn- hörbar wie eine wilde Katze davon.

Rach einer Weile erhob fich auch Pokohattan und verließ da» D:ck cht der Schlucht. Er kroch auf Hande» tob Füßen be» «bharg des Waldes hmauf. Dan» kauerte sich seine düstere Figm an einen Fichtenstamm, mit d-ssen schwarze» Schlagschatten fie »n em» ver- tAwgii Sprungweise kam er von Baum zu Baum tod bitte nach Verfloß ein t halben Stunde den je»- fettige» Saum de» Waldes erreicht.

DaS schöne Thal de» JameSriver, sowie da» werdende Dorf der Blsßgefichter lag im Sonnenglanze vor ihm. Sein feine» Ohr hö te be» fröhlichen Ge- fang ber Arbeiter unb seinem Falk»nau«e entging die gwfje Anzahl der Leute nicht, ar 8 welchen die Ausrede-- ^°E^8chte mit ben Zihnen Me Gner find stark,' knirschte er, „aber dir Adler find stärket als e, Fluch ihnen! Pokohattan ist em großer Häupt­ling und der große G ist beschützt ihn.'

Er wandte fich ab tob huschte fast auf dem gleiche» Wage, ben er gekommen war, wieder zurück.

Er verbarg fich in der Schlucht, bi- die Rocht hereinbrach, bann machte er fich auf den Weg

Rastlos eilte et fort. Das Mondlicht durchbrach eine Wolkenschicht und b-l-uLtete sein bronzenes Er­ficht, ans welchem der Ausdruck einer stolze a Genug- tbtttog I g * eT e,K über das andere Mal tu rauhem Tone hervor. Er kam an einen Fluß. Brausend und schäumend wälzte fich daS Wasser dahin. Allmählich verengerte sich das »ttt derselben Ed wurdr ouf beiden Sette» durch morastigen Sumpfboden be-

Vermischtes.

* Stehende Redensarten in der Journalistik verspottet der S-uiUetonift F. Gros-Wien. Er erklärt emen ^Katechismus der Journalisten" für Anfänger herausgeben zu wollen.und theilt daraus das erste Kapitel „Drewichtigsten stehenden"Mrasell mit. Wir entnehmen demselben folgendes: Frage: Wre rst dre Weitlaae? Antwort: Unklar. - F.: Wo stehen wir? Am Vorabend von Ereigniffen. — F.: Wie betätigt fich «'n nfrrger Patriot? A.: Boll und ganz. — F-- WaS muß rzett er. griffen werden? A.: Die geeigneten Maßregeln. — F.. WaS muß man im polittfchen Kampfe? Sich nm dw Fahne fchoaren. — F.: Was geschieht mit der Fahne? A. : S>e werd hochgehalten. - F.: In was bricht erne osMelle Tischgesell' schatt aus? A.: In ein begeistertes drermaliges Hoch. - F-. Was thut man stehend? A.: Me BoUshymne anhören. F-- Was will nicht enden? A.: Der Jubel der festlich gefhtmntai Menge. — F.: Wie entsteigt der Landesherr dem Eisenbahn- Waggon? S».: Mit jugendlicher Slastrcilat — F.: Wre mckt die Erbprinzeffin? A.: Huldvoll mit dem Kopfe. — F.. geschieht nach dem Tode eines Menschen? A.: Zahlreiche schrift­liche und telegraphische Kondolenzen beweisen dre allgemmre Belicb'heit, deren fich der Dahmgegangene erfreute. - F.: W« geht sie hinter dem Sarge her? A.: Gebrochen. F. - WaS blerbt bei dieser Gelegenheit trocken ? A: Kern Auge. F-. Was ziert den Ballsaal? Ein «ranz rerzender Frauen und Mädchen. — F.: Was geschah mrt den Honoratioren? «-- Man

I bemerkte sie. - F.: Wer tanzt«: btt! zum frühen Morgen? ?L. Man. — F.: Mit waS spielte dre Herorne? SL: Mit Lust und «te6e. — F.: Wo war der erste Liebhaber? A.: Ganz (oder, nicht ganz) an feinem Platze. — F.: WaS wollte der Beifall . A.: Nicht enden. - F.: Womit dankte der Jubilar? Mtt vor Rührung erstickter Stimme. — F.: Was findet der Toast redner? A.: Keine Worte. - F.: Was thut der Tenorist? Ei,*

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