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Mittwoch, den 2. Dezember 1896.
23. Jahrgang
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Deutsches Reich
Berlin, 1. Dezember.
EN en in der Anstalt habe »ach Rost geschmeckt, daS Wüsste sei zumeist unsauber gewesen.
Hieraus wurde der alt Sachverständige zugelafseue Dr. med. Stewann vernommen. Er bekundet auf Befragen des Pcäfidrn^e«: Direktor Roller habe nach den BekusdurrM der Zeugen die gröbsten Berst ö he gegen die ärztlichen Vorschriften und die ärztliche Kaust begangen. Die Wundbehandlung wider- spr che den einfachsten Regel« der ärztlichen Prax s. Dre Bekundungen der Zeugen lassen vermuthen, daß sich die Instrumente, dat Geschirr «ab d,e Wäsche der Anstalt, auch die gejammte BentilatiouS- Einrichtung in einem geradezu schauderhaften Zustande befunden haben.
Vertreter der Nebenkläger: „D e Anstalt «st E, g e n- thum de» fürstlich lippe'schen Staate» und steh! । unter der besonderen Aussicht der Regierung.
A»el»erS der Professsren Geseschap imb Werner, emvfirg Mittags im Schlosse das Präsidium de» Herrenhauses und da» des Hause» der Abgeordneten
Abstammung hmwst». UederdieS vervollständigten die eigenartigen Sesichtszüge und die langen steifen Haarstränge da» Bild einet richtigen Rothhaut. Trotz seiner unterwürfigen Haltung leuchtete ein gewisse» Selbstbewußtsein aus seinen tiefliegende»,von «»gewöhnlich starken Brauen überschatteten schwarze« Augen hervor.
„sRup, Murrai", wandte Elifford sich an denselben, -warst Du nicht auch im Hase« draußen «ab schautest der Schiffrabfayrt zu?" .
D«r Bursche schnitt eine Grimasse. „War draußen, Mafia-, gestand er, „und weiß auch wohin die Fahrt geht!- '
C fford wars ihm einen lauernden Blrck zu.
„Hättest Du die Reise nicht auch gern «itgemacht?-
Cäsarenstandbilsern göttliche Ehre« erw«S. Uad bei war ei«e Zeit de» Vers alle»!
* Die E tscheidung übe« den Nachfolger de» Major
die Höhe geschnellt. Seine Auae« verschlangen fast die hübsche Gestalt. Al» die Thüre sich hinter ihr schloß, athm te er tief aus und preßte seine Hand aus bic
Dieser Zwischenfall war Cüfford nicht entgangen. Seine Lippen wurden von einem eigeuthiimliche« Lächeln umfoidt.
„Unsere Rrttie gefällt Dir, wie e» scheint-, warf er leicht hin.
Wieder brach eine wilde Gluth au» den Auge»
* Der Kaiser hörte heute früh im Reuen Palais vor Augen.- Rach dieser Aufiasiimg wunte rce den Vortrag des stelloertretende» Chef» des Militär- tödtlich verwundete Soldat ?«-Schlachtft de °«ch Obersten v. Billaume, und begab sich mit statt Glitt anzurufen, -mt einem Hich auf ' l e« der Kaiserin um 10 Uhr von der Wilepackstation I Unteroffi fier sterbe«; betm wäre Sprach
< m tnnü.t tr itntetines» im Zuae Nlllü die ® und btt» Hurrahrusen eine vorttllfil che rrlkgrose BortrSa, bei MjmstnS bei Innern, Fehr«. VS» ber | Hebung. An Stelle bet Krux fix; fftamen ÄnifetbttfteB lÄn bn b..»-°b-'km«fterl B°°. die -llire 14---°° e md w-r »le« bjn» gU&4
KIb.«t,e-«Mbm. , S.eedi.Wte bet Mnta Mb f» Ä,? u.d d-l
* Warum wohl fo schweigsam? i Z« Detmold spielte neulich ein Beleidig«ng»prozeß I de» JrrenhauS-Direktors, Geh-ime« Sanitär»- rath» Dr. Roller gegen den Stadrarzt a. D. Dr. von | »orppkn. Die liberalen Z itungen hab:« davon meist «ur kurze Notiz genommen, wa» «an natürlich finden würde wenn tl sich um eine einfache Beleidigung»- Nage handelte. Thatsächlich aber handelt e» sich weniger um die beiden Personen, a s um die Zustände i« der staatlichen I renanftalt zu Ln derchauien bei Detmold, I und dabei kamen Dinge zu Tage, welche da» allgr- «eine Jnterefie erregen m sie«, viel mehr W s- Z I ta betele »I'k r.nn.$erit6 he «g
ÜandluAsen m ßre« freilich wegen Gefährdung der | öffentlichen S-Michkett zum größten Therl unter «ns- « schlud der Qff «ttichkeit gefährt werde»; aber während
der Z ug «Vernehmung wmdr dir O>ffmtlichkeit her- I uesttM, und die dort gemachten Aussagen warftn ein I str trübe» Licht auf besagte Anstalt, d^ mau sich über da» Schweigen drr tnt Aachener Proz»ß vor
Entrüstung- Lberschäumenden P »fie nicht genugsam | wu der« kann. Hier Einige» au» bem Z-ogenverhör: | Dr med Schmidt bckm-dete: Die ZnUrument^ da» Geschirr und die Wäsche d r Avst?lt befanden fich in einem geradezu unglaublichen Znstanve. Der Wäschemangel war derart grop, daß zu keinem Bett I »in »meitir Bettbezug vorhanden war. Emern Kranke«, | bet Anstalrlwäsche zu beanspmchen hatte, mußtr au» Mauael an Hemben ein Hemd an» Pnvateige»« thum gegrbkN werden. Die Getäthschasteu der Kranken, Et-ckbecke«, Luftkss-u u. s-.w. waren im | höchsten Gade öetlobbett. Zwei *rtsinnige Krauen seien von dem D-tettor in entern äffen<- ! ich en Hause uut-rgebtacht gewesen. Diese zwei | Ftauen entwichen uib eine davon erhängte sich, i Trotzdem brachte ber Direktor nachher em «erbkranke, ! jung s Mäbchen, da» betest» ewen Selbstmorb- ü-rsuck armacht hatte, wiederum m dem öffent- K’“V«Xu2r. .'Auch bieje» Mädchen entmch. Eg wurde g ück cherwrfie seht bald ergriffen, noch ehr e» sich ein L w augethan hitte.
Dr. med. Wittig bekundete: Dem Direktor Roller haben seiner Meinung nach die Fähigkeiten al» Anstaltrarzt, insbesondere m lY Mmsch wirthschaftlicher Beziehung gemangelt. So sei z.B. einmal eme Kranke mit eisern ür passende« Katheder b<handelt wordW, so daß de^ Kttthtd^ abbrach und bcfien Spitze, stecken blieb. Wärter Bergmann satztaut:An Gschirrwar ein derartiger Mangel vorhanden, daß Behälter, die zur Aufnahme meKschlicher Exeeemente gedient batten. a!S Eßseschirre benutzt worden.
9 Eise Frau Möller, die einige Wochen al» Kranke in der Anstalt war, bekundet: Sie se« geuöthigt gewesen, bett Urin in ihrer Zelle aufzuwischen. Da sie die» aber einmal nicht that, so bube sie eine Wärterin au» dem Kett ger.fien, sie zur Erde geworfen «nd mit ihren (der Z vßiti) Haare« des Un« ttvlgew-icht. Da»
sragte er. t c,
.Ja, gern, gern-, versicherte der Indianer, aber M ffi lassen mich eben nicht fort. E» ist auch gut hier und bei meinem Stamme denkt man doch wahr- scheilllich nicht mehr an mich!-
Em junges Mädchen, die Dienerm Ebffordk, erschien in dem Z mmer und stellte nach einem kurze« Gruß einen Blumenstrauß aus den Tisch. Dan» machte sie fich an deu Schränken und Stühlen zu schaffe« und entfernte fich wieder.
Murrai war beim Anblick 1 .
und nahm um 1 Uhr eine Reihe militärischer Meldungen entgegen- Morgen Mittag ruft das Kaiser» piar nach Hannover. Um 6 Uhr findet im dortigen Schlöffe große» Diner statt, nach demselben begibt sich der Kaiser in» Theater. Am Donnerstag Vormittag nimmt der Kaiser aus dem Waterlorp'atze Parade über die gesammte Garnison ab. Am Freitag nach dem Frühstück ersolgt die Abfahrt nach Springe zur großen zweitägigen Hosjagd.
* Die Präsidien ber beiden Häuser des Landtags wurden heute Mittag vom Kaiser tm hiesigen königliche« Schlosse empfangen. Die Herren waren um 12 Uhr zur Audienz befohlen, da Se. Majestät jedoch vorher andere Audienzen ettheilte, fand der Empfang der beiden Vizepräsidenten de» Herrenhauses, des Fthr«. v. Manteuffel und de, Ober- bärgerme-sterS Dr. Becker, erst gegen 1 Uhr statt. Der Kaiser gab seinem lebhaften Beda-et« über de»
Mokahontas.
Erzählung aus der Zeit der ersten europäischen Ansiedlungen in Nordamerika von Max Benno.
g) ------- (Nachdruck verboten.)
Em scharfe» Zischen kam, al» die letzten Abschieds- grüße gewechselt wurde« und die Sb ff; vom Lande abstießm, zwischen bett L ppm de» Mann S hervor. Seine glühenden Augen »erfolgten mit tilumphireudem Ausdruck da» vorderste Sch-ff.
„Endlich, endlich,- murmelte er, „ist der verhaßte Mensch mir au» dem Wege und die Bahn sät mich frei. So wicht ich John C ffard heiße, — ich will bis Gelegenheit benützen und dafür sorgen, daß dieser Butsche meine Bah» nicht mehr kreuzt. Ohne besondere Absicht schl-PPte ich damals den Judlanerksabes hierher. Run hat fein Br HSitniß zu mit eilten Zweck. Der Mensch ist anhänglich und treu wie em Hund. Wenn Edward je den Tomahawks und Pfeilen der Oneidas entgeht, dann .......
Et sprach daS Weitere nickt aus, sondern entfernte sich und folgte dem Rensckenftiom nach der Stadt, wo er in einem hübschen Hause verschwand. Im Erd- abschoß empfirg chn mit vertraulichen Grüßen em hochaufgeschoflener Mrrsh von etwa 27 Iahten, dessen tothb'.aune Hautfarbe ohne »eitere» auf seine
FMirrMZeltkllg
mit Mnterljaltinige-ßeilage „Sterne und Hlirmen". ______________
Mllt aorgefebiai 8«=6 »nb ronbem San»»- ; uwwjeSMe SnbKtfii
Mstm zum Gcheimen SanitäiSrath ernannt wurde?- « wurden die Präsidenten de» Lbgeordnetenhaus s, die Das M mit «nbekanAt.- s Herren v. Köller, Fthr. v. Heererna« und Dt.Kcausr
Während der nun folgend-« Plädsyet» wurde die | ewpfangm. Der Änifer /uß^e seine Bkft^'8'Z
wieder ausaeschlofim, besoüderS wegen ' übet die Wiederwahl des vorigen Präsidiums und bet^eleibiauRtt der Frau Dr. Rsllet, welcher der an- 5 wünschte einen gedeihlichen Fortgang der te.chuch vor- neitn<»tf gl? r■'- »fta6$flt$t <bte frühere Anwesenheit und E liegenden parlamentarische« Arderie«. 'S?. Majestät
ÖtiK? Ähi te ö fei? l «iLrhielt N über die Pripatoethältnifie und dar
Weist vägehaltrn hatte. Die Berurtheilung erfolgte BefinSm bet »nzelmn H"^llksv^et^Weif^vetab^- hZiJ au«S w-am form Her Beleidiau m. wurde« nicht berührt. In holbvoller Weist verav»
Die staatliche Anstalt wirb nicht, wie wir I Wedele der Kaiser die Herren mtt einem Händedruck, wohl ksuui noch blonder» h-rv».s^eSen brauche«, von z Usmtttrlbar darauf hattrn di- Präfibierr beidel-Httuser Alex anern oder andern katholischen OrdenS-Personeu die «hte, auch von der Kaiserin empfangen zu besorgt, sondern stand unter Aufsicht eine» ptotrstan- werden. _ <„
tifcfien Geheimen Sanüätsrath». Vielleicht haben de»- S Hnrrahrufm ist so gut wie beten da» bald unsere liberalen und sonstigen kultmkämpferischrn ist mit eimm Worte der Smn befien, was der Staat»- Blätter übersehen, übet den Fall au»fühtlich zu be- i sekretät des Rrichrmarineamt» Aknura! Hollman« richten, obwohl sie alle seiner Z it aus ben „Em- | am Dienstag im Reichstage sich gleistet hat. GeM hüllungen" übet Mariabrrg bei Aachen mit behaglicher über der Kritik, welche dar Hurrah aus den «aver, °m °I««Schlagg,gm b°ll-«h°- mit d,m bi. °S»»- d-I IlU «
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I de«, meiste er nämlich: „Wenn sie ihren Kaiser vor Augen hatten als die von Gott ihnen gesetzte Obrigkeit, so hatten sie ihren Gott " Nach dieser Aufstfiung kösnte der
de» Indianer s hervor. ., . , ,
„Gefallen-, stöhnte er, „o Moffa, viel, melmehr ich....." Er verstummte. Augeuschrinlich fand
er für das, waS sein Junere» bewegte, nicht das richtige Wort.
©ein Herr bedurfte er nicht, «r hatte aus de« S-bahren de» Burschen die verzrhrende Lerdeuschast für das hübsche Mädchen erkannt.
Er trat auf ihn zu und ergr ff seme Hand.
Du bist immer ein treuer und braver Diener gewesen, Murrai-, obgleich Deine nubändige Rrti» mich manchmal zu strengen Maßregeln zwang, begami er, „und ich bin nicht abgeneigt, etwas zu chun, womit Dir eine Freude gemacht wird- Wa» würdest Du dazu sagen, wenn ich Dir die Freiheit g?be, wen» !nblick derselben förmlich in ich dafür sorge, daß Du zu Deinem -stamm, zu