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Samstag, den 21. November 1896

23. Jahrgang

uldaerWZeUllng

mit UntrrlMimgs-Heilagr „Sterne ntti» Klnme«"._________________

T

Zweites Klatt.

towte Helse-, vem, der «angel lag mei nejet. Karl v. Pi Spott, Die Seele aller Em«

ö^nlten^^erstM^ ^Ne^Gemeinden"«Ete«" wie richtvvgm zm geistigen Hebnng b<S HochstisteS.

ihre sonstigen Diener, so auch ihre Lehrer und'zwar I Mit der Erwühnnng de 3 ^^liother. GrbävdeS bin I meistens MS dem Stande der Handwerker; besonders I ich bereits zur BautHStlgkett Heinrich v. Bibra s werden solche bevorzugt, die ein ruhiges Gewerbe 6e- I übergegangeu. Roch andere, sogar .^'"^°^EGe- «ri»™. w wt *?**,!•* ÜÜL5552LALLt£

Fnrftabt Heinrich no« Sibra

Bortrag, gehalten am 25. November 1896 int Fuldaer Veschichtsverein von Herrn Seminar-Direktor Dr. Ernst.

(Schluß.)

stähle 'aus der Meister die Kinder mitunterrichtete. Danach war anch das Lehrergehalt bemessen. Diese« Hanptmangtl beseitigte Heinrich v. Bib a, indem er di« Lehrerbildung in die Wege leitete und den BoikS- schnllehrerstand schuf. Er begann mit der Umgestaltung der städtischen Knabenschule, die auch nicht in bester Berfastang war, indem er drei neue Lehrer anstrllte. Der erste war ein Alumnus deS PriesterfeminarS, die beiden ander« hatte» wohl, wie man fich hier in Fulda noch heute auSzudrückeu pflegt, „einige Schulen ßutat" und in gelegentlichem Pcivatunterrichte natür­lich^ Lesegeschick bekundet. So wurde daun in dem Borgiaibau, dem jetzig« Wübelmagaziu von Kramer, die neue Knabenschule eröffnet. Eme dopptlte Auf­gabe war chr gestellt: Z-nächst sollte fie an und für . fich musterhaft sein, dann aber auch Musterschule oder

Rormalschule, wie «an damals sagte, für das garze Fnlda-r Land werden. Denn alle Lehrer in den

Zunächst find kS die Kirche und btS Kloster auf dem Fraaeuberge; eine Feuer Sbruvst hatte beide zerstört, der Fürst ließ ste aus der Asche wieder ersteh« und stiftete den Hochaltar ziemlich aus eigenen Mitteln. Dte jetzige Stadtpfarrkirche ist gleichfalls unter ihm aufge­führt worden. Eine namhafte Berfchöuerung brachte der Stadt die Erbauung d S Paulr Schon S. Früher befand fich das Thor unmittelbar am Schlöffe. Die HinauS'ückung desselben zog den Dom in den Bereich der Stadt unb brachte ihn tmb den Dow platz erst zm rechte« «irknng, zumal verschönt durch die Pau'uS« Promenade, ebrnfadS eine neue Anlage. Endlich möge man an einem ttauliche« Plätzchen, au de« Dame« und Herr« j tzt so gern ein Plauderstündchen bei frischem Gerstensäfte halte«, nicht vergrffen, daß man im Schatte« Heinrich v. B-bra'S ruht. Früher war die Hasptwache mit dem Wappen der beiden Biber geschmückt. Sie mußten später dem kmhesfischen Wappen

weichen, wie auch an den Schiffern zu Fulda und Ado'ffS ck die Erinnerung an dre Erbauer entfernt worden ist. ES wäre zu wünschen, daß man der Pietät wenigstens am Stadtschloffr wieder ihr Richt werden ließ, zumal die alten Wappen noch vorhaude« sein sollen. , ,

Hrinrich von Bibra hat noch bauliche Anlagen anderer Art geschaffen, die für dir LandeSwohlfahrt von außerordentlicher Bedeutung waren: völkerverbin­dende Landstraße« nämlich dmch alle Theile d> S Höch­st freS. SS ist zur Genüge bekannt, in welch' jimmrr- lichem Zustande fich im vorigen Jahrhundert allüberall in Deutschland die Straßen befanden. Ihre Benutzung war besonders bei noffer Witterung für Fußgänger md Wagenverkrhr mit Gefahr für Leib und Lebe« ver­bunden. Deshalb entschloß fich der Fürst, Straßen zu bauen und ging darin allen Nachbarstaaten voran. Die erste Straße führt- er von Fulda über Hünftld bis zur Laubesgrenze bei Bacha, barauf baute er fie in südlicher Achtung über dir Ars pann nach Schlüchtern und Salmünster weiter. Im Zuge dieser Straße liegt die Hei richsbrücke bei KchlhauS, jetzt kaum mehr unter di sem Namen bekannt. Der Fürst ließ daS Stand­bild seines Schutzpatrors auf derselben aufrichten: „Henrico imperatori sancto Henricua octavas Sancti Romani inperii Princeps et Abbas Fuldensis hoc perenne pietatis monumentum posuit,“ so lauttt die oänzl ch verwttterte I schüft. ES folgte sodann die Straße von Kohlr,auS nach Brückenau mit der Ab­zweigung nach AdolfSeck. Eublich würbe bie Straße Brückenau-Hammelburg gebaut. — Ich darf wohl hin- zufügen, daß die beide« Hauptstraßen Fulda-Salmüvster uud Fulda-Brückenau im Jahre 1840 dmch die Zwischen- strecke Löschemod-Reuhof verbunden worden stad und daß von da ab die Straße von Kohlhaus über bts Berg nach Neuhof verödet ist.

Es erübrigt noch, einige Bemerkungen über das Privatleben des Fürste« anzuschließr«.

DaS Emkomme« desselben belief fich auf 350 000 Gulden, nach heutigem «eldwerth etwa 1 Million Mark.

In Erfüllung seiner Herrscherpflicht war er außer- ordentlich gewissenhaft. Scho» in früher Morgen­stunde ging er an die Durchsicht der vorliegenden 6m- gaben und Berichte. Die Entschließung schrieb er gewöhnlich selbst nieder; unter seinen Name» setzte er die Buchstaben B. u. F. (Bischof und Fürst). Da er dieselben in einem Zuge schrieb, so nannte ihn der Bolksmund den Fürsten Buf. ~

Um Veil Uhr hörte er in seiner HauSkapelle die hl. Meffe, auch wenn er selbst in der Früh: gelesen hatte. Darauf gewährte er Audienz«, wobei Jeder­mann Zutritt hatte. Seine ganz- Persönlichkeit drückte Liebe und Th ilnahme in Leid und Freud anderer aus; gern gewährte er Hilfe, für Arme und Roch- leidende hatte er stets eme offene Hand und gab selbst

namhafte Summen. ,

Um 12 Uhr ging es zur Tafel. Durch Pank« wurde das Zichen gegeben. Die Tischgesellschaft be- stand auS einigen Domherren, Rinistern und de« wachhabende« Offizier. Die Gerichte waren einfach und nur Land-S-W-ine »weben getrunken: H-mmel- Bürger, Saalecker und JohanuiSbergrr. Die Abend- täfel würbe in der Pcivatwohuung g'deckt, ben Zimmern des Flügels im Schloßgarte« Während zu MUtag der Hoffitte gemäß nur Adelige getobt« waren, setzte fich der Fürst Abends über tuest Sttte hinweg, «ar der Nachtisch aufgekagen «ad die Dienerschaft hatte sich entfenft, so fmberte « seme Gifte zu fteimüthigem Gespräch auf: „Jetzt dürst ihr reden." Im Winter liebte er ein murrtet« Sftarten- spirl, daS sog. Zwicken; aber nicht über 3 Kr. durste aesp'elt werde«. , , _

Bon Mai an wohnte der Fürst auf AdolfSeck. Fuhr er in die St dt, so wm er von einer «btheilung Husaren begleitet; Läufer und Pagen liefe« unbrittm voran. Im Juli ging er »ach Brückenau, mt Herbst «ach Hamm-lbmg. c

De« Abend seines Leb«S verherrlichten emige schöne Feste, «it dem 1000 jährig« Todestag diS $ StmmmS fi-l zufällig sem Eintritt in t« Bme- diktinerordm zusammen. Er wollte daher dies s Fest nicht ohne eine That fürstlicher Freigebigkeit vorüver- gehen laff-n und stiftete diShalb für ben Dom den bekannten „silberne« Mar" mit dem kostbare» Schrein,

- | Dörfern und Landstädten wmde« jetzt «ach und nach I i« diese Mustershule befohlen, um nachträglich die | nöthige Ausbildung für ihr Amt zu erhalten. W lllge | Schüler mögen diese Leute, z. Th. schont« vorgerückie« ! Lebensalter stehend, nicht gewesen sein, als man sie I ««barmherzig aus ihrer Familie und ihrer Wlrthschast ♦ | berausriß, um fie monatelang in Fulda festzuhalten.

| Zum erstenmal berief man 16 von möglichst gleicher I Fähigk it und übte fie so lange theoretisch und praktisch | ein, bis fie alles hinlänglich begriffen hatten. Etwa

*« MMf* Daun |0t8t™»i"ta 16 Md 1° fort, bis alle Lih Personen des Hochstists einmal zm deS bischöfliche« PneftersemmarS. Eme strenge I a<roecen toatin. Damit war der erste Kursus mA«**1“™6't.ZmS öffeMlich«Lustbmkelt«^Zecheu^^llst,^ Schlitten I ^chmalS alle, wiederum immer V16, erscheinen mußten, gab di- «locke. Darauf folgte Patromllengang und ^ ^^ ^m datz allmählich auch dk Vorbildung

die BesktzeSverächter wurden auf bte Hauptwache ab- I *ur» o7firwfi/ntf „fnute und

geführt DaS KKchweihfest wurde für das ganz-Hoch- jun»er Kandidaten ^den Lehrttbenif^erfolgtt, und

stift auf einen Tag verlegt, damit das Umherzieh-n zu baß sich«tt der JH M b «o ff4 l »

Nichdaß der First auch anfhöre. Eublich hat Hemnch v. Bibra noch ben I äuftre Stelle na der Lehrer hob, dar Einkommen Ä8'Ä? IW Ä d-,f,lM auMerte, «wMi,«be R-b«nrM« >» «-dich«,™ -Tb-« >md i, et» d-, „ifKgM H,iM, de, MO

bw^ em aratS MjeJt»otbm. ®e8enb..« be 3 I t au^ Nmgestaltung der Rechtspflege. M«bige« b,wttS der Mrst ernm edle« «tist der I ~ ^oma8 Gearbeitete im Auftrage des Duldung. Den Eoangelifchm gewährte er völlig freie I q.« ~ Ka> @hft*m der Fuldaifchen Pridatrechte" und ReligionSübung; mchts kWvtefiedaran-rinue:n,daß I ^ntwurf^ des Fuldaifchen GrrichtSverfahrrns". fie unter einem kathol. Ki.chenfürsteu standen. Nach I ,, <n,x, meifet ffleieh- wurde erlafien eine einem Bericht deS HofkanzlerS Kaiser wurde^ sogar I Mißbräuche beseitigt und die öffintliche S'chrr» 8 W®ttm-TUi&?ßKnb ©taatS Heinum ei« bedeutendes gehoben. Mft der R chtSpfl ge

•gJKIÄMN-WqMd4Mrftt i-ft“ «äV*» 1 toa?‘s‘eltm: I SitetOT« ’tw BiOratoMriraj feilens bet

Fischbach bei Dermbach, ®erobo ta 4««« I » Danach find bie katholischen Geistlichen

Hansen, Langenschwarz, Neidhartshausen bei Dermbach, I ,. tz,,»aenden Borschrist hinsichtlich ihres

endlich Neukirchen-Odevsachsen. gegen bie I Sie könn.n ihre letztwiüige Berfügusg

JSimelite« zeigte berFürstDulbsamknt, ^merchneu I gom niederschreibe«, in ihrem Schreibtische «oße Erleichterungen rn ihrer z. Th. wideiwartige« I ^F^vahrev, und dieselbe hat Rechtskraft nach ihrem %Änsf<S«l»,fe« erfreute M «MfnB r°de. in e. ...W I-,°r eine mMbiiche «-«inen, ta befnnberen Fürforge bi8JfüTfabtl iWan Haidas I M,Eeier™»ifbelMS|»eeten biente bie Gründung

vl"»ge Jahrhundert das pädagogisch - genannt, weilm I LanbeSbibliothek. Ein stattliches Heim mit

all« Kultmstaateu Europas daS Jntneffe für bie I ianete« Einrichtung «mtbe für dieselbe ge-

E^bbildung mächttg erwachs.war. Da ^°lltt d-r I h Bestände der Benediktiner - Kloster-

rührige Hrwnch '»• «J» «ig »jW«• I bWochek, der Hofbibliothek und deS emgezogenen im 2 Jahre ferner Regierung übertrug er den Unter I »^^„.SrmivarS dahin überwiesen, im Ganzen etwa ruht der weiblich« Jugend, die damals, nebenbei vr- I m» k, Der erste Bibliothekar war P. PetruS Ä XÄ Ä Bibliothek

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toaste nichts helfen, denn der Mangel tag viel ttqet - • — - - — ■ • ~ ~ "=• -