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Donnerstag, den 19 November 1896.
23. Jahrgang
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betragen hatte.
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2 Kreuzer,
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1896/97 30,858,100 M. 1895/96 26,217,850 „ 1894,95 23,226,850 „
Aviso, Kanonenboote, Torpedodivifionsboot,
Dimensionen annehmen.
Ueberraschend muß dagegen die Forderung für ern- maliae Ausgaben genannt werden; dieselbe beträgt, wie oben angeführt, für das Etatsjahr 1897/98 70,434,268 M.I
Panzer-Schlachtschiffe erster Klasse, Kreuzer, Torpedodivisionsboot,
nahm Platz, wäh end Töliüg, den einige B-ssrguugen in dar Gehöft führten, fie verließ.
Drinnen hörte fie zwei Personen in polnischer Sprache reden; die eine Stimme war dir Weißlirch'S, dar erkannte ferne Frau sofort. Da mit einem Male schlrg wie etwa» Bekannter und doch auch Fremder, der Rame „Glycera", an ivr Ohr — derselbe Name, welcher untrr Loalbrrt'S Zeichnung der schönen Frauen- köpfe» gestandkn hatte.
Paula fühlte, wie ihr dar Blut in die Bangen stieg, und ohne sich selbst Rechenschaft zu geben, wa» sie wollte, war sie schon aufgestanden und spähte durch die Thür. Die Borhänge vor den Glasscheiben hatten sich ein wenig verschoben und gewährten ihr Einblick.
Auf dem altmodischen, breiten Ledersopha ruhte die zarte Gestalt der Frau DSrinz. Sie hatte die Hände krampfhaft in eivander geschlungen und weinte. Adalbert saß auf einem Stuhle und sprach in beruhigendem Tone zu ihr. Jetzt richtete fie sich auf; ihre polnische» Worte: „Laste» Sie mich hier sterben, ich mag nicht dieser trostlose Leben weiter fristen," verstand Paula richt, und auch nicht seine Antwort: „Sie find nicht in der Berfoffurg, zu sterben — Sie dürfen nicht so vor Gotter Richtrrstuhl treten.“
Jltzt sprach fie wieder, und abermals vermochte die junge Frau die Worte nicht zu verstehen. Aber Repka'S Blicke und Seberden hatten eine beredte Sprache.
bringen wären.
Es sind aber noch weiter angefordert pro 1897/98 4,180,000 Mk. für Umbau von 4 Panzerschiffen, für deren Instandsetzung schon in den letzten Jahren große Summe,: verausgabt worden sind, sowie 1,500,000 Mk. für Ausrüstung mit neuen Kanonen.
Die Gesammthöhe der Kosten für die im Bau und Umbau begriffenen Schiffe würde sich demnach, nach Bewilligung des Etats pro 1897/98, wie folgt stellen: 1. im Etat pro 1897/98 eingestellt 65,468,000 Mk. 2. als nothwendige Folge dieser Be
willigungen in den nächsten Jahren anzusordernde Restraten . . . 87,958,000 „ zusammen 153,426,000 Mk.
Glycera.
Novelle von H. Fred.
17] ------- (Nachdruck verboten.)
Repka hatte ihr Zimmer au dieser Seite, weil da» Geräusch, da» von bea Feldarbeiten» und bes Ställen herüber drang, fie störte. Die weißen Borhänge waren hrrabgelafieu, so daß Paula nicht sehr« konnte, ob die Kranke im Zimmer war. Die Gut-Herrin trat leise an» de« Gärtchen in den Flur und überlegte, da sie Niemanden autraf, ob sie klopfen sollte. Zw-sche» dem Krankenzimmer «vd dem Flur lag die „gute Stube", rin kleiner Raum, in welchem jetzt Ntpla'S Blume» überwinterten. Die Thüre war aber verschlosst», und dar Klopfen w«de nicht gehört.
Jetzt trat der Jnspekcor durch die Hintere Thür herein. „Ah, die grädige Frau! Gestatten Gnädigste, Sie hier herein zu führen. Der gnädige Herr ist bei »einer Frau und wollte jetzt nicht gestört sein; er hatte deshalb von hinten abgeschlofiev. Wenn gnädige Frau hier ei» bischen Watten wollen, könne» Sie sehe», wann aller zur Abreise bereit ist."
Paula verstand u«ht, was Döriug meinte. Er brachte j'tzt einen Schlüffe! md öffnete die kleine Borderstube. Auf der entgegengesetzten Seite war eine GlaSthür, die in dar Krankenz'.mm r führte. Totthin wandte sich auf des Inspektors Einladung Paula und
zusammen
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Der vorgelegte Etat zeigt also eine Steigerung von 3,542,971 Mark gegen das laufende Jahr, hauptsächlich > verursacht durch die geplante Vermehrung der Marinemann- ’ schäften, sowie durch Betrieb und die Instandhaltung der ■ Flotte. Es ist selbststerständlich, daß mit der Vermehrung ‘ der Marine auch die Kosten des Personals, des Betriebs - und der Instandhaltung von Jahr zu Jahr steigen müssen; s deshalb kann diese Mehrforderung nichts Ueberraschendes ; sein; sie mußte vielmehr mit einiger Bestimmtheit erwartet : werden und dürfte in den kommenden Jahren, nach « Fertigstellung der in den Jahren 1895/96 und 1896/97 bewilligten und projektirten Schiffsbauten, noch ganz andere
während solche für
324,000,000 berechnet jährlich 31,600,000 Mark betragen, während der Etat pro 1897/98 für Schiffsbauten und Umbauten (ohne Armirung) 50,378,000 Mark enthält, also 18,778,000 Mk. mehr als selbst das Marineamt noch im März d. Js. für ausreichend anfah.
Eine solche sprungweise Erhöhung der Forderungen, wie sie der Etat pro 1897/98 zeigt, ist in der Geschichte der deutschen Marine noch nicht dagewesen. Bei der russi-
sein wird.
Das Reichsmarineamt scheint seine Ansicht hinsichtlich i der Aufgaben unserer Flotte in den letzten Jahren wesentlich geändert zu haben. Noch vor zwei Jahren Ivar dasselbe ? der Meinung, daß ihm bescheidene Mittel (es handelte sich damals um etwa 25 Millionen einmaliger Ausgaben jährlich) genügen würden, wenn auf dieselben regelmäßig und sicher gerechnet werden könnte, damit kein Stillstand in der Beschäftigung der Werften einzutreten brauche. Im März d. Js. hielt der Staatssekretär des Marineamts eine
8 Torpedoboote,
von denen nur eines der ersteren aus einer früheren Bewilligungsperiode herrührt, nunmehr in raschem Tempo zu ®nb$ieetßhrfür tat Etat pro 1897/98 eingestellten Be- jährliche Quote an Neubauten von 9,75°/o des Werthes träne belaufen sich im Ganzen auf 50,465,000 Mk.! Es der Flotte zur Erneuerung und Auffrischung für hinreichend, bleiben aber immerhin auch auf diese noch Restraten zu um dieselbe auf der Höhe ihrer Aufgabe zu erhalten. Diese
bewilligen, welche voraussichtlich im Etat pro 1898/99 Quote würde auf deren derzeitigen Werth von Mark
mit 37,761,000 Mk. erscheinen werden. ' *lc‘* NI Rrmnoo
Eine zweite Ursache der gesteigerten Anforderungen für das Etatsjahr 1897/98 ist die neugeplante Vermehrung der Flotte und die sonstigen Anlagen der Marineverwaltung.
Es stad wieder an ersten Raten für neue Schiffe pro 1897/98 verlangt 9,323,000 Mk. für
1 Panzer-Schlachtschiff erster Klasse,
8 Torpedoboote, also eine ganz ansehnliche Vermehrung. Diese Schiffe sollen einschließlich Armirung 57,060,000 Mk. kosten, sodaß nach Bewilligung der ersten Raten pro 1897/98 noch in den nächsten Jahren 47,737,000 Mk. für dieselben aufzu-
Die Forderung ist also diesmal in einem Etatsjahre um 39,576,168 Mk. gesteigert, während die Steigerung der letzten Jahre sich nur auf durchschnittlich 3,815,975 Mk. belaufen hatte; die Ausgabe-Vermehrung hat sich also verzehnfacht!
Die Ursache dieser plötzlichen Steigerung ist zum Thetl in den Bewilligungen für die Etatsjahre 1895/96 und 1896/97 zu suchen, deren erste Raten verhältnißmäßig bescheiden waren und deren dickes Ende jetzt nachkommt, indem die damals bewilligten Schiffsbauten, 1895/96 und 1896/97
M. Die Marinevorlage.
Der soeben dem Reichstag zugegangene Reichshaus- Halts-Etat für das Etatsjahr 1897/98 enthält folgende Ausgabe-Ansätze für die Marinen fortdauernde Ausgaben 58,925,277 Mk., einmalige Ausgaben 70,434,268 „
Die fortdauernden Ausgaben waren veranschlagt bezw. bewilligt für die Etatsjahre
1894/95 auf 50,696,124 Mk., 1895/96 „ 55,248,493 „ 1896/97 „ 55,382,306 „
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mit Ilnirrhaltungs-Keilage „Sterne und Klumrn«._________________
schen Marine, auf welche manchmal zur Begründung der Ansprüche an unseren Etat hingewiesen wird, stad die Mittel, welche verwendet werden dürfen, durch Dekret vom 12. Juni 1895 auf 7 Jahre hinaus fest bestimmt und zwar so, daß solche jährlich nur um Vo Million Rubel (— 1,100,000 Mk.) steigen dürfen. Trotz der ungleich größeren Aufgaben, welche die Marine dieses Weltreichs naturgemäß zu erfüllen hat, ist die Aufwendung für die Periode von 1895 bis 1902 nur auf 59 Millionen Rubel (etwa 130 Millionen Mark) jährlich festgesetzt. Dabei ist ein einmaliger Kredit für Beschaffung der Mobilmachungsbestände allerdings nicht berücksichtigt. Die in den Rahmen des Etats für das Jahr 1897/98 eingestellte Marinevorlage mußte selbstverständlich von einschneidender Wirkung auf die Gestaltung dieses Etats sein; wir behalten uns vor, hierauf noch ausführlich zurückzukommen. Wir wollen nicht unterlassen, darauf hinzuweisen, daß das Marineamt auch noch die Gewohnheit hat, die ihm durch den Etat bewilligten Beträge recht ansehnlich zu überschreiten—für das Rechnungsjahr 1895/96 beträgt diese Etatsüberschreitung rund etwa 3,000,000Mk.! — ohne daß eine triftige Begründung dafür ersichtlich wäre.
Deutsches Reich.
Berlin, 17. November.
• Die viel besprochene Äußerung des Kaisers anläßlich der letztes Rekrutenvereibiguvg sollte angeblich so leise gesprochen worbe» sein, baß fie nur bie nächste Umgebung hören konnte. Jetzt wirb ba- gegen m tgetheilt: Die Aeußerung wurve laut mb dentlich gesprochen, und als man an der zuftrnbige« Stelle anfragte, ob bet Berbrrttuvg dieser Aeußerung etwas im Wege stände, ist bie Antwort ergangen, bet Kaiser habe bie Aeußerung genau so gethan, wie fie berichtet worben, unb er wünsche, baß fie überall bekannt werde. Die Aeußerung: „Wer <6sri Uniform beleidigt, beleidigt Euren König; wer Eure Uniform angreist, greift Eure» obersten KttegSherrn an", dürste somit für die Orffmtlichkeit btstimmt gewesen sei». Der ,Reichsbote' knüpft an diese Wa te des Kaiser- die Bemerkung, mit dem Falle Brüsewitz kö mteu diese nicht mBerbtnduag gebracht «erden, und fährt dann fort:
Denn einen Rock kann man nicht Meibi.jen, und der König kann sich überhaupt nicht mit jedem Soldatm, am wenigsten in Beziehung von Beleidigungen identifizieren; es müßte sonst in jedem Falle auch die Klage auf Majestätsbeleidigung gestellt werden. Die Fälle, wo Soldaten wirtlrch wegen ihrer U nform in Händel kommen und als Träger der Uniform oder wegen ihrer dienstlichen Funktionen beleidigt werden, sind wohl sehr selten. Nur in solchen Fällen aber könnte von einer Beleidigung gegen den militärischen Dienst geredet werden; — daß dann eine solche Beleidigung schwer gestraft werden muß, versteht sich im Interesse der Achtung und Autorität, die dem militärischen Dienst schon wegen der Aufrechterhaltnng der Disziplin nöthig ist von selbst. Allein, wenn z. B. der Soldat sich im Wirths- Haus im angetrunkenen Zustande ungebührlich beträgt, und es entsteht Streit mit Bürgern, indem der Soldat gezüchtigt wird, so hat das mit seiner Uniform nichts zu thun, sondern gilt lediglich seiner Person. Wie viele Sozialdemokraten stecken heute in Uniform, bei denen leicht einmal die revolutionäre Gesinnung durchbrechen könnte, so daß monarchisch und königStren gesinnte Bürger darüber in Harnisch gerathen und diese züchtigen
„Dar sagen Sie mit, Eie, bet mich zu Dem gemacht hat, war ich bin? Wat ich nicht gut unb fromm? Wer trägt bie Schulb, baß eS anders wurde — wer?" ,
„Halt, Frau Döring," klang jetzt Adalbett'S Stimme in beutfcher Sprache ruhig unb fest, „wir wolle» bar Polnische taffen; rS fch-ivt, bann Bergt ff en Sie sich. Lasten wir überhaupt unnöthige- Sprechen; ba- regt Sie auf. Der Wages wartet, wir misten fort."
„Wir!" wiederholte fir. Ihre großen Augen hefteten sich mit unfäglich glücklichem Blick auf ihn. „Wir? ... So kommen Sie mit mir?"
„Jo, ich begleite Sie in Ihre Heirnath; ich habe er Ihrem Manne verfprochen."
„O, dann will ich ja gern fort, bann mll ich gern die Vergangenheit vergesten unb nur bet glückseligen Gegenwart leben. Ach, glaube mir, ich würbe wett leichter durch Güte und Liebe zur Pflicht zmückzufüh- re» fein, al» durch Strenge. Sage wenigstens „B.ycwa", wie in alter Zett, wie Da vorher gesagt — mcht biese» fchrcck iche, ttostlofe „Frau Döring"."
„Um GotttS Barmherzigkeit willen, Glycera, btefe Aufregung wird Dich tödten. Du mußt fort von hier, fort zu Deiner Matter."
Paula wandte fich nm, fie wollte nichts mehr hören unb fehen. Hinter ihr stanb Döriug; feine Siir» war get öthet, aber er fah lange nicht so aufgeregt au» wie
Hierbei sind die für das Jahr 1896/97 bewilligten, z. Zt. noch nicht verausgabten Beträge unberücksichtigt ge- > lassen. Eine weitere Ursache der Erhöhung des Etats der Marine finden wir in den in Aussicht genommenen Küsten- s und Hasenbefestignngen, der Anlage eines weiteren Trocken- j dockS, einer Kaserne und eines Dienstgebäudes in Berlin, | welches letztere dem Marineamt, Marinekabinet und Ober- • kommando dienen soll.
Für diese Ausgaben sind zwar im neuen Etat pro 1897/98 k nur erst 2,947,500 M. als 1. Raten vorgesehen; es wird damit jedoch zugleich die Bewilligung von weiteren 18,120,000 Mark folgender Raten unvermeidlich. So liegen überall in den angeforderten Positionen die Keime zu weit höheren Aus- ' gaben für die folgenden Jahre. Wird der Etat der Marine pro 1897/98 nach der Vorlage vom Reichstag bewilligt, . so unterliegt es keinem Zweifel, daß die Folge eine . dauernd e Steigerung unserer Ausgaben für dieses ! Ressort, welche seither durchschnittlich 80,000,000 Mk. jährlich betrugen, auf etwa 140—150,000,000 Mark jährlich