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Donnerstag, den 12 November 1896
23. Jahrgang
uldaer
mit Unterhaltimgs-Hrilagr «Sterne und Hlumen«
Es ist zweck Läßig, daß die Waldvorständ: auf die
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Dasbach, Abg. für Hünfeld-GerSfeld.
rechtfertigt erachtet werden können. .
Im Allgemeinen haben die angestellten sorgsamen und eingehenden Erhebungen keinerlei Anhalt dafür ergeben, daß — abgesehen von den vornerörterten fünf nicht mehr aufzuklärenden Fällen — von den mit der Handhabung der Staatsaufsicht über die gemeinschaftlichen Holzungen deS Regierungsbezirks Kassel betrauten Beamten hierbei die maßgebenden gesetz lcheu
theiligten außer Acht gelassen wären.
Der Minister
Gemeinschaftliche Waldungen in der Gegend von Fulda.
freute sich uw dem EftLckr ihrer Nchie und redete de« jungen Leuren eifrig zu, mit der Reift nicht lauge zu zögern. „Wenn die Ernte herein ist, müßt ihr fahr«'. Bermtzt die schönen Tage« Kinder" — „Tu warst noch nicht am Rhein, Adalbert?"
„3n meiner Kmderzeit um; die Erinnerung ist ganz verblaßte
„Dann darf ich an manchen Punkten als Führerin dienen," vlrficherte Paula freudig. „Ich habe ht Koblerz eine PensionSfreundin, oder eigentlich zwei; denn Elli'S verheirathi-te Schwester, die jetzt in Magdeburg ist, wird während des Manövers auch in Koblenz sein. Können wir einige Tage dort zubrmgen?"
„So lange Du willst — Koblenz ist ja so recht rin Mittelpunkt, um Strom auf und ab Partien z« mtter nehmen."
So staden wir denn an einem schönen September- tage unsere Freunde m Stolzenfels wieder, umgebe« von einer fröhlichen Gesellschaft.
„Du host ja h ute Derne Kinder nicht mitgebracht, Klara, — trautest Du dem Weiter nicht?" fragte Frau von W-ißkirch eine lebhafte Brünette, die einige Jahre älter sei» mochte, als sie selbst.
Deutsches Reich.
Berlin, 11. November.
für Landwirthschaft, Domänen u. Forsten gez. v. Hammerstein.
An
dar Mitglied 'des Abgeordnetenhauses
Herrn Dasbach Hochwohlgeboren
Trier.
ft Der BuudtSrath hat heute Bsrmutag die Etatsberathuug zu Ende geführt. Wre dre.Pot hört, sind die Forderungen für die Erhöhung der Beamten- und Offiziersbefoldungen, für die hrkanAtlich Paufchalfummen eingesetzt waren, aus dem Etat gestrichen. Sie dürsten nach werterer Be- rathuna im Bundes:ath später dem Reichstag in Form eines NachttagSetai» zugehen.
«mi« - __ — - — ft Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe werd «
Bestimmungen oder die wirthschaf.licheu Verhältnisse der Be- csteitfla ygn Siadow Mrückkehre« Und voravsfichillch, “ A"rn",rt WÄr,rt chs? in Berlin Aufenthalt zu nehmen, nach Loth-
rrügen weiter reifen, um dort an ber Hofjagd theil- zurehmen, für die er von dem Kaiser eine Einladung erhalten hat. .
* Das Staatsministerium trat rm Retchrtags- gebäudr unter Vorsitz des StaatSministers Dr. von Bötticher am Mittwoch zu einer Sitzung zusammen.
* Die Fraktionen deS Reichstags sind in folgender Stärke in dar Hau» eiuzetreten: D utfchkonftrvative 58, R.ichsparte; 27, Drutfchfoziale Reformpartei 13, Centrum 100, Polen 19, Nationalliberale 49, Freisinnige Bereruigurg 14, Freisinnige Bockt Partei 25, DeuUche Bolkspr tei 12, Sozialdemokraten 48, bn keiner Fraktion 30. Erledigt sind nur drei Mandate: Mainz, Gießen und 13. Württemberg.
* Die Interpellation des CenttvmS über bett Fall Bismarck kommt am nächsten Montag im Reichstage zur Verhandlung. Die Interpellation hat folgenden Wortlaut:
„Ist der Herr Reichskanzler in der Lage, AuS- kunft darübrr zu geben,
1) ob bis zum Jahre 1890 em geheimer Vertrag zwischen dem deutschen Reich und Rußland tzestaudes hat?
2) Im Falle ein solcher Vertrag bestand, welche Vorgänge dazu geführt haben, ihn «echt zu
I über die Berathung der Bettlebsplane em Protokoll i in ein Buch einschreiben, das von allen Anwesende» ’i unterzeichnet und vom Vorstände anfbrwahrt werd.
Trier, den 8. November 1896.
Berlin, 21. Oktober 1896.
Ministerium
für Lmtdwirthschaft, Domänen und Forsten.
Auf die gefälligen Schreiben vom 11. April und 8. Mui d. I. erwidere ich Ew. Hochwohlgeboren nach Abschluß der dadurch veranlaßten umfassenden Erhebungen ergebenst Folgendes:
1) Stach Eingang Ihres ersten Schreibens sind Erhebungen darüber angestellt worden, ob in Ihrem Wahlkreise, den land- räthlichen K eisen Hünfeld und Gersfeld, die von den Oberförstern ausgestellten Bewirthfchcftungspläne für gemeinschaftliche Holzungen vor der Ausführung zunächst den Waldeigenthümer« in der vorgefchriebenen Weife vorgelegt worden find.
In beiden genannten landwirthfchoftlich.n Kreisen sind im Ganzen 17 gemeinschaftliche Holzungen vorhanden. Davon haben 3 einen so geringen Flächenumfang — rund 2 und 3 ha —, daß förmliche Abschätzungswerke zu« Regelung des Betriebs für eine längere Reihe von Jahren überhaupt nicht erforderlich sind, und nach einfachem Betriebsgutachten gewirth- fchaftet wird. Auch für 12 der verbleibenden 14 größeren • Waldungen, für welche die Aufstellung förmlicher Abfchätzunzk- werke zur Regelung des Betriebes für einen längeren Zeit- abschnitt nur in Frage kommen kann, sind unter der preußischen Verwaltung derartige Betriebsregulirungswerke überhaupt nicht aufgestellt ober erneuert worden. In den beiden Fällen, in denen die? geschehen ist, liegen die Bcrathungsprotokolle mit den Waldvorständen in den Akten vor. Auch in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle, in denen einfache Bcwirthschast- ungSgutachten für einen kürzeren Zeitraum abgegeben worden sind, hat die stattgehabte Vorlegung derselben an die Waldvorstände noch aktemnäßig ftstgestellt werden können. Nur in 5 Füllen haben die Niederschriften über die stattgehabte Berathung mit den Waldvorpänden nicht mehr aufgefunden werden können, und war eine anderweite Klarstellung hierüber nicht mehr möglich, da die betreffenden Beamten inzwischen verstorben oder abgegangen sind.
Glycera.
Novelle von H. Fred.
12] -------- (Nachdruck verboten.)
Adalken'S Antlitz war ernst geworden bti diesem Bekermm sft urd jetzt fragte er: „Uib wenn Du rum bei Deinen Forschuugrrr zu einem andern Resultate ge- kommerr wärest?" ,
„Dann hätte ich versucht, meine Thorhett zu überwinden. Ich weiß ja, daß eS ei« F hler ist; ab:r wahrscheinlich hätte ich ihn Dir dann nicht «»gestände«. Jetzt aber isi's ja unverfönglick; für die Zukunft fürchte ich »rcht — und, Sott fei Davll bis Vergangenheit ist auch mein "
Sie sah so sehr glücklich auS, baß Adalbert bte Frage zurückdrängte, welche ih« beschäftigte — bie Frage, ob kS nicht jetzt seine Pflicht wäre, ton seinem kurzen löbniß mit Repka Besyl zu sprechen. Bisher war keine Beranlosturg dazu gewesen; absichtlich verschwiegen hatte er es wohl nicht. Wer bie Erinnerung daran war ihm unbehaglich; von seinem j tz genStcmb- pmkte auS schien ihm bie I ree, baßer ernsthaft daran gedacht hatte, bie Gärtnerstochter zu heirathen, wun- lich Heute nun, als seine Frau davon sp ach, baß bie Vergangenheit ganz ihr gehöre, fragte er sich, ob Schweige« jetzt nicht eire stillschweigende Unwohrh it in sich schlösse. Lr war auftichtig genug, sich selbst,
erneuern? ,
3) Welchen Eir flaß bie jüngste« Veröffentlichungen über diese Angelegenheit auf bie Stellung Deutschlands im Dreibünde und sein Berhältniß zu den übrigen europä scheu Mächten geübt haben?"
Da der Rerchrkanzler seltsamer Weife geradr jetzt, wo so wichtige Dinge im Re-chstage verhandelt »erbt» solle», von Berlin fernbleibt, wirb Staatssekretär Frhr. v. Marschall bie Interpellation beantworten.
vorher ?,iz uns zu kowrnrn, damit Paul sich an sie g>- wohrtt."
Und so geschah t8. Fr cm vonBr'xus brachte grr» ; eiumal wieder den Sommer in Weißkirch zu. Sie er-
I B. 6699
in 14370 „ .
Wre gefaxt, hatte tch dem Herrn MlNtfter bte mir gesandte« Beschwerden, in denen die bett. Waldungen genannt waren, überreicht In vorstchrsb?r Antwort sind aSer Vieftnigen Wal-Ligen, betriff« deren einfache BewirthlchastungZ- Gutachten den Waldvor- ständen vorgelegt s-m sollen, nicht genannt. Auch jene gemeinschaftliche» Waiduc-gm stad nicht genannt, deren Eigenthürner jene Emrichtungen, über welch: j-tzt geklagt worden ist, ftUer gewünscht habe» sollen. Ich werbe fern Herrn Minister bitten, die einzelnen gememschaftttchen Wrldungen zu nennen, 6-trefft deren die von mir emgeretchte» Beschwerde umich.ig fein sollen, und werde alsdann mit den Waldbesitz er» m Berandung treten.
Damit für die Z ckunft die Waldeig-nrhümer ihre ; Rechte k-nne«, tbetle ich folgende» § 132 drs Gesetzes V0W 29 Juni 1821 mit, w lches hrme noch in Kraft ist:
„Dm Forste ehörde» wird auch bte Eml»itung und Ausführung des Forstbetrikb sinsämmtlichen Waldungen der Srärte, Gerndnden, Märkerschaftm, K-rch-n und östrntlchrn Anstslten, ebenso wie in unseren lasbefr herrlichen Waldumen, jedoch mit vvrläusiger Beibehaltung der du schuld bestehenden Ausnahmen übertragen. 3» jedem Fall- aber solle« sie (die Forstbe- hö den) dr» B trirbsplan mit den Stad:.- oder G-m inde- Barg s tzen ober de» sonstig:» Gemeinde Verstände» gemeinichoftlich beruhens
als er allem war, bte Frage mit „Ja" z» beaZtwor- 1 ten, und es bereute, daß er nicht sofort gesp rochen, als i dir Gckeze: Helt sich bor. Aber das nun rmchhol-m — feierlich em GestänLuiß Vorbringen, das er im richtige» - Moment versäumt, boi würde der ganzen Sache, so meinte er, eine weit giriere Wichtigkeit geben, als sie ' beftstr«, das hätte seiner F au boi freudige Bewußtsein geraubt, sie sei ferne erste und einzige Liebe. Und dar war fie doch — in de« Sinne, wie man von Liebe zwischen Mann und Weib 'p icht. Die kleine Glycera hatte wohl von den Tagen ihrer Kindhett her bei ihm eine herzliche Zuneigmg erregt, aber gewiß niemals her Manner Liebe beifffm, und nur falsch V verstandenesMtleid war 'S giwffen, daß er sich deS eingeredet hatte. Solche Rest x onerr brachten Adalbert j> dazu, diese Eptscbe seines Lebens »ach wir vor i» '! Stlllschwrigr« zu begraben.
Der kleine Paul entwickelte sich zur Freude seiner \ Ettern rasch urb kräftig. An seinem ersten Geburtstage staub er schon fest auf dm Füßchen und lallte . zum Jubel der Mutter sein „Pcpa" und „Mama".
„Er ist ein strammer Bursche," sagte der glückliche Later. „W ißt Du, ich möchte so gern diefeu Herbst mit Dir auf R ifen gehen. Würde Deine Tante wohl seine Besusfichtigung Übernehmer.? Ich glaube, er kau» , bie Mama auf d» Weilchen entbehren."
„Wir müßten Tante Ludvwcka bitten, einige Zeit
Biele Eigenthümer gemeinschaftlicher Waldungen in bet Gegend von Trier hatte» ihren LandtagSabge- ordneten gebeten, zu bewirken, daß die StsatSaufßcht ; über diese Waldungen, welche durch das Gesetz vom 14. März 1881 eingeführt worden ist, aufg> hoben werde. Einige Mitglieder deS Centrum« stellten na« im Januar 1896 einen solchen Antrag Rach ber- Berathung beSse-ben richteten viele Mrtrigenthümer solcher gemdnschastlicher Waldurgen au» der Fuldaer Gegend an Herrn Abgeordnete« Kircher und wich die Biite, wir möchten bewirke«, daß auch für di- Fuldaer Gegend die StaaiSaLfsicht über gemewschostl-che Hclzung-n beseittgt werde. I» diesen Zuschriften fehlten genaue «»gaben in manche» wichtige» Punkten. Um nun genaue Angaben über alle in der Fuldaer Gegend bestehende» gerneiufchastlichen Wald irr g m zu erhalten, haben wir in der Fuldaer Ztgck eine Aufforderung veröffentlicht, un» solche Angaben zu mache». Marche der in Folge besten eingelavfeue Mittheilunge« enthielten Beschwerden über da« B-rfahren der Beamten, welche die StaatSaulsicht auSüben. In Folge besten habe ich dem Herrn Minister in zwei Schreiben diese Klagen mitgtth itt und auch bie Beschwerde- tz Schriften übergeben. Daraufhin habe ich vom Herr« | Minister folgende» Schreiben erhalten:
Um den Beteiligten jede Veranlassung zur Beschwerde zu | Es tst zwecks äßrg, daß Du Wiuuorftano. out »w btnebmtn, habe ich daher angeordnet, daß in diesen fünf Fallen | Beobachtung dieser Bestimmung bestehen, Uvd Daß sie die technischen BetrirbSunterlagen der Waldvorstände nach- ' - - - ‘ -*• . *
trägt ch zur Erklärung über die darin vorgrschlagenen Maßnahmen vorgelegt und die dabei etwa vorgebrachten Einwendungen auf dem gesetzlich vorgeschriebenen Wege zur Erledigung gebracht werden. , . ,, , . .
2) Auf Grund der mit dem zweiten Schreiben vorgelegten , Einzelbeschwerden haben dann noch umfaffende Erhebungen über | die Bewirthsch stung der betreffenden Waldungen stattgefunden. - Mehrfach haben sich die gemachten Angaben nicht alsthatsach- b lich zutreffend erwiesen In anderen Fällen sind die Maß- ■ nahmen, übet die jetzt Beschwerde geführt wird, nur auf aus. ? drücklichen Wunfch der Bctheiligten von der Aufsichtsbehörde $ zu eluffen worden. Der beklagte Rückgang der Einnahmen oder Nutzungen ist in keinem Falle auf falsche Maßnahmen der Forst- i behörde oder Umstände zurückzuführen, für welche dies? verant- । wörtlich gemacht werden könnte. ,n r
Keine der vorgelegten Einzelbeschwerden hat daher für ge-