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Dienstag, den 20. Oktober 1896

23. Jahrgang

। .Post' bestritten, während von anderer Seite bestimmt

* Der Rücktritt Dr. Kaqser's

Wir haben Veld

Lazu war er viel zu bedächtig und auch Schnst: .DieWillensfreiheit und ihreGegner

iet Mann

habe.

So ist ei. Der Dampfer muß schon in Mar-

Dagegen läßt der diesjährige Jahrgang den neueste« apologetischen Arbeiten GutberletS volle Gerechtigkeit widerfahren, zollt ihnen sogar ungewöhnliche lobende Anerkennung und empfiehlt fie in den eigenen «reisen.

einen besonderen Grund hat, kann ich errathen. Ich sehe er Ihn« an, Sie bringen schlechte Nachricht."

.Haben Sie schon die heutige Zeitung gelesen?"

.Nein, wie sollte ich dazu Zeit haben, — höchstens gegen Abend werfe ich einen «lick hinein, und dann

»och nicht immer." , .

.Wir können uni ja trten, aber meine Frau meinte mit Bestimmtheit, daß Frau Zellberg auf dem Dampfer .Arcadia" die Ueberfahrt unternommen

junger Gelehrter, der trotz feiner Jugend in wissen- fchaftlicheu Kreisen schon manchen Lorbeer errungen l hat; er hat dai beste Herz von der Welt und würde : gewiß seine Gattin aus den Händen tragen; und dennoch

CaX AM »nÄ ÖD1 k f A-t»1 "

.Vielleicht hatte er Dich in sein Herz geschlossen und fühlt fich jetzt bitter enttäuscht," scherzte Jo-

Kraft und Entschiedenheit . . . Der hohe fittliche Ernst, der da» ganze Buch durchweht, wird ihm gute Frucht

Eine Verwechselung

Erzählung von C. Borges.

9] (Rachvruä verboten.) j jjcwip fcum vuum um, wm

Diese ernste Weisung schien nicht im Geringste, : hat er noch kerne Wahl getroffen,

die Freundin zu beleidigen; fie brach in em filver- l

hrstrg Lachen auS.

.Für mich bleibt er immer der kleine Werner,"

Der Direktor der Kolomalabtheilung, Dr. Kayser, bat sein Entlassungigesuch eingereicht, und dies ist, wie wir schon gemeldet, bereits genehmigt worden. Er war seines Postens schon lange über- drüsfig. Schon im September 1895 hatte er sein Snt- lcffungSgesuch eingereicht; dar ist dann noch mehrmals gercheh:n und im vorigen Monat, als er noch im Urlaub war, so dringend wiederholt worden, daß die Genehmigung nicht mehr versagt werden konnte. Die ihm feindlich gefinnte Preffe verzeichnet daS mit großer Gmugthuung. Die Peters, Schröder-Poggelow und Genossen werden jubeln. Eine persönliche Genug- chuung mag ihnen daS Ausscheiden Dr. Kaisers inso­fern ja gewähre», all sie schon lange an seinem Sturze gearbeitet haben. Weiter dürfte für sie zur Frevde kein Grund vorhanden sein.

Herr Dr. Kayser scheidet völlig freiwillig, nicht auf höheren Wink. Daß er keine große Freude

treffen."

.Ich muß gestehen, ich begreife nicht, daß Werner noch immer damtt zögert. Gr ist angesehen, reich, ein

Matt* imh Sriertaoe auSaenomwm — vierteljährlicher AbonnemeirtSpreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und auswärts 1 Mark 50 Pfrmng. ®rWemt tTfoIen ke Stige Garmondzeile oder >em.Raum 15 Pf, ReNamen die Petitzeile 25 Pf., bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.

verschaff«!"

daß fie selbst ging —, um Elsbeth in Empfang zu nehmen; da kam ganz unerwartet Doktor Trenck.

.Ich dachte, Sie hätten niemals Zeit, Besuche zu machen, außer bei ihren Pattente«," begann Johanna; „<o sagte mir wenigstens Gertrud, als ich mich be­klagte, daß Sie sett Monat« nicht mehr hier gewesen

FilUkrOZkitnz

mit Unterhaltnngs-Seilage «Sterne «nd Klnmen".

Unheil angerichtet. Ei wäre ein Unrecht, zu behaupt«, I .Post' bestritt«, während von anderer Seite vefnmnu Dr. Kayser bättr daS hindern können. Selbst in I gemeldet wird, er sei zum Senats Präsidenten Personalfragen waren ihm vielfach die Hände gebunden. ! beim Reichsgerichte tn Aussicht AEnommen.

Er hatte auf die wichtigsten Ernmvungen keinenErrfluß. | Dr. Kayser ist erst 51 mun n

Das lag zum Theil daran, daß die Kolomalabtheilung \ deutend älter au». Er ist jüdischer Abstammung überhaupt kein selbständiges Reichsamt war, zum Theil e und erst seit seinem Eintritt « die Verwalt»sgslanf- in andern Gründe«. War da alles möglich war, zeigt | bahn Christ. Seine Laufbahn begann damit, daß er die famose Meldung des RajorS v. Ratzmer beim ? die Söhne der I^rn B?somrck für dai ;unst?sche Reichskanzler Cspnvi als Gouverneur von Kamerun. | Examen .einpaukte . er kam 1880 itt »aS Reichs Fehlgriffe bei ver Auswahl der Beamten haben mancher ; juftizamt, von da m das RelchSverficherungiamt, weiter UnheU angerichtet, aber man kann Dr. Kayser nicht - in daS Auswärtige Amt und wurde 1890, uoch miter vorwerf«, daß er die Fehler beschönigt oder geduldet | Bi-marck Letter der «eugegründet« KownmAchettung. hätte. Gegen die Leist und Wehlau ist er sofort tut« * — Wer sem Nachfolger wird, ist noch nicht bekannt, geschritten, als ihre Ausschreitungen bekannt wurdm. > Vielleicht wird der Wechsel Anlaß zur Selbständig- Wenn die erste Untersuchung gegen Dr. Pete-s I machung der Kolomalabtheilung geb«.

resultatlos verlief, io ist es kaum Dr. Kayseri Schuld, |--------------------------------------

KXS M Ä! « Pr°t°st-«ttsche Uttheile über die

der Untersuchung sein Bild mit den Versen dedtzirte, - aUoloaetischeN Werke Dr. Gutverlet s. wovon dieser Tage die Rede war. Man wirft ihm r “ n, .. ,

ben Vertrag mit England vor. Wir glauben kaum, - Wiederholt sah« fich d» katholischen Z-tschr ften v.e. c hat • hi# Sri himMtnSt über die unaerechte und manchmal recht ae-

an hont (Zit 1R90 hntt ib-n verwalteten Amte mebr den Vertrag mtt England vor. Wik glauven raum, «leoeryo» wyen liry

W die He^n v^Bötticher^nd Mü MarMll ! ^r^n^al°Ächh)ff^! | HM^Beutth^

Ä gemeinen | Sache ®fer wurde auf den Kaufpre-S nicht ; •*4^^

i I ®e e& allem hatte Dr. Kayser deshalb so viele Feinde, I Auch über Dr. GutberletS Schrift« war m vorigem

tkun die in Afrika die Wilden" mit der Ril- l weil er nicht mit Hurrah m die Kolonialpolitik Jahrgangs d;e wemg wohiw^lende Bemerkung zu!?)«. pferdpeitsche und mtt GewchrkugM .civilisitt" harr«, hineivstürmen wollt? Unsere «olomalenthusiast« könne« wen» man die Art und^Werse der B-haMurg der «L& ’j'i-i,- enhinign fitfeereie» und Schmähunaen i nicht Länder genug erwerb« und Nicht Geld g«ug für - Probleme sehe, könnte man mein«, ein Wen von

SU» «?b l SÄ 44 b. b,<m» d»; B..bt ober P--N--.sich

im« s-fnin“ oef d« seine Feinde stol» sein können, i zahler, nicht aus bei« eigene«. Wie die verwandte« aber gmauer zu, so gewahre man den Jesuiten,

Nach "der Kreuzzta' wurde Dr Kayser durch Gesund« s Floltenschwärmer eine meerbeherrschende deutsche Flotte . eilte Bemerkung, die bet dem versöhnlichen Charakter MÄiKS E^e ckuna ttrne, EM^sunas- verlang«, mag sie auch einige hundert Millionen diese, Schriftstellers und seiner nur auf Berthe,digung £ üäwftinrt Sw &fSe Jinol * kosten “ so ist den Kolomalschwärmern nicht mit kost. • der dm beiden Konfessionen gemeinsamen von außen so

l«ts«. die fortaesetzten Verdrießlichkeiten werde«' spieliger-Experimenten in Afnka und Australien gmuz heftig angegriffenen christlich« WAtauffaffu^g gcr.chteten auch än ’ zu thun. L möglichen phantastffchen und waghalsigen wisimschaftlichenBestrehu^

Nb!» »-/»una-n sein War er dock körverlick nur klein ? Sachen sollen unternommm werden; ob fie glücken Dagegen läßt der diesjährige Jahrgang den neuest« md schwächlich "nd geistig nicht von der robusten ' können, ob fie emträglich find oder mtt dem Bauknott Srb-tt« GutberletS volle Serechttakett

ÄtÄÄnlÄ MS LknichtS Xi «nerkmnung unb empfiehltfie in dm eigene« Kreise«,

zu könn«." Für solche Leute war Dr Kayser nicht f ^So heißt e» in.Re 9 de» Th«l Ltt -Bert^S von der „ ' 0c_ nackaiebia und ängstlich der Mann. Dazu war er viel zu bedächtig und auch Schrift:.DieWillenifreiheit und IhreGegner

DaStti« ^Rücktritt" em- Wen dun ain der M ettfichtig, denn er wußte wohl, daß der Reichstag (Fuldaer Aktiendruckerei, Fulda): .^«e sachverständige Kol^nialpölMk bedeute, wird allgemein nicht au- t für Utopie« kein Geld hergab. Sein Nachfolger mag i »ej?nbt««gbei9to|«fl

Kommen. Am wenigste« werd« Leute wie Dr. ^schneidiger" sein all er;, bu J^o^omrff^§wSrIaer ju ^o^e, «n^tap^rer

Ij.a.Kch.nb-r.arnaaelow Aussicht haben nun « beir ebiaen, wirb auch er nicht tn der Lage sein. So mmtsten aller Art. Der Vers hat Recht. Leugnung der W äs ysähfls» XZfi s sich w*. w»'- w

kein Kolonialdirettor, und wäre er ei« Kolonialenthufiast I genchtet sehen, die auf Öderer Leute Kosten Kolonial- ■ N^en Kapitel. Fu», davon find ANiffe g "ll gegen erste« Grades, wird für solch- Männer «och einen Expertmmte in großemM-ßstabe spiel« odnmAfrcka widechrebmde Anschauungen. Mü Glück rorabet fich SrLTS bStt eine ,Eroberer".Rolle pielen möchten. Sollt- aber der B-rs. g-z-n die Moralstattstcker . . . Mit In-

Dr Kayser ha"' die Kolonialabtheilung in sehr ? wirNich eine Wendung in der «olonialpolttik nach dem tereffe und vielfachem Gewinn wird man auch lesen, schweig« Zeiten verwaltet. Ihm da Fehl« nachzu- ' Herzen der «olonialfanattker im Werke sein, so wird wa» geg« dteAnthropologie Lmnbrosol|gi fl. weisen, ist kein Heldenstück; er fragt sich auch noch s sie an der zähes Sparsamkeit und Rüchtemhett des Die physiologische PsyHolA« ®nabt, Wnp«. sehr, wieweit er selbst für wirkliche Fehler verant- Reichstage» scheitern. . . berg • • • ^*n *\be” e^fs

wörtlich war. Drutschlaub hatte keine Erfahrung in ; Dr. Kayser führt heute noch b« Borfitz m ben Gegner, dchen^Polemik durchweg ^ebel ^ist.^el^aller bet Kolonialpolitik. Da wmde natürlich viel vmher- - wieder versammelt« Ausschüssen des Kolonial- Saftet aewechsett und expenmenttrt. Der leidige ratheS. Daß er zu einem andern hohen Amte rm

ilitariSmuS spielte eine große Rolle und hat viel \ Reich,dimste in «u,ficht genommen sei, wird von der

s wären."

■ hamta. ? Der Doktor murmelte einige Eutschuldizuugen, 6t-

bebrntTfieT "' Se t seiner ftühestm Kmdhett habe ich • B«i, da, ist zu köMch!" lachte die Freundin, fichtigte die neu hergerichtet« Gemächer und begab ibn aekannt wir spielt« mit einander, und im Spiel „Werner war ungefähr zwölf Jahre, al« ich heirathete, fich dann ut datLohuzlmmer.

Er’S tonet UtaeMÄte «St«/ i md « war auf Äser« Hochzett so lustig. Wenn ich s .Run, wa, ist gefchehm?" ft-gte Johanna unge-

Aber jetzt seid ihr keine Kinder mehr," wars nur eine gute Frau für ihn find« könnte, er machte duldig; .krank bm ich mcht, und daß Ihr Besuch Johanna verwttsend ei^; .auch sehe ich nicht ein, daß i fie gewiß glücklich!" J —• erratheiL 36

äffte mich von besonderer Wichtigkeit ist, ob die! .Hm!" meinte Johanna verächtlich, .gibDichlieber Wehlau', mtsne Nachbarn find ob« nicht." i nicht nut Ehesttft« ad, «ettob Man sagt wohl, daß ;

.Du warst doch um Lufhettnung für die nme : die Ehe« im Himmel geschloffm werd« ; wen« ich aber

««wandte besorgt? — Frau von Wehlau atrangirt ’ bedenke, wie sie oft au-fall«, so ^aube ich eher, daß die gemüthlichsten Gesellschaften." ’ fi- von emem ganz and«« Orte h-rkommm. |

.Sie hat Dir wohl im Berteau« chr« Grund i Fräulein Zellberg war m den nächsten Tag« sehr

hi«ffte gesagt,", bemnfte Johanna mit spöttische« f geschäftig. Die neue «imichtung der lvxunosm und

• Lächeln. .Mehr al, wie ein dutzendmal hörte ich doch behaglichen Zimm« für ben heben Gast hatte f to«7 daß sie nur junge Damen einlabet in b« fie selbst überwacht, üb«all selbst mtt Hand angelegt ftoffauuü ihr Sohn möae bald eine passende Wahl und noch ton« etwas Neues entdeckt, womit dl« , - - - .. ,

vvftwmg, verwöhnte Fremde überrascht w«d« konnte. — Jetzt seille sein. Elsbeth will Freunde in Parts besuchen,

fehlt« noch zwei Tage, dann sollte die tr«e Bn- und in drei Tagen soll meine B«waltenv fie m Em- walt«in nach Paris reis« — e» war ja unmöglich, psang nehmen."