23. Jahrgang
Samstag, den 17. Oktober 1896.
mit Arrterhaltrmgs-KeUasr ..Sterne und KLrunrn
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hört zu werden. s
2. Weltanrstelluug in Paris 1900. Bon z dem Herrn Reichskornrniffar für die BeltanSstellnna ' in Paris, Geheimen MegierungSrath Dr. Richter, wird die Handelskammer ersucht, den auf eine würdige und i eindrucksvolle Gestaltung der deutschen Abtheilung gerichteten Bestrebungen oer ReichSvertrelung ihre Unterstützung zu leihen — Jnterestrnte« wird nähere Auskunft ertheilt werden in Hanau durch dsS Sekretariat der Handelskammer, in Fulda durch dir Herren F. C. Bellinger uud F. S. Berta, in Schlüchtern durch Herrn F. Fenner.
3. Deutscher HasdelStag. Bo* dem Prä- fidium deS „Deutschen HandelrtageS" ist Einladung auf DonvrrStag des 15. Oktober und die folgende« . Lege z» einer außerordentlichen Plenar-Berfammlung ergangen. Auf der LagrSordnung steht di« Berathung des Entwurfes einer HandeiSg"frtzbucheS. — Indem die Handelskammer ihrem Befremden darüber Ausdruck gibt, daß fie zur Mitwirkung bei den von dem Prästbnnn des deutschen HandelStageS veranlaß en SommijfionS - Berathung?« Über den Entwurf nicht
am 5. Oktober 1896.
Auwefend 20 Mitglieder (von Fulda die Herren Bellirger, Berta, Falks und Geisler).
1. Mittheilnngen.
I. Es find verschiedene Erlasse bei Ministers für Handel und Gewerbe eisgegangen.
n. Am 3. August d. I. fand eine gemeinschaftliche Sitzung deS AuSfchnfies für Handels- und Gewerbe- Angelegenheiten und deS AuSschuffeS für spezielle An- gelegeuheites der Edelmetallwaaren-Jndustrie statt. Die Protokolle über diese Sitzung nebst den gefaßten Beschlüssen werden von dem Plenum genehmigt. In der Sitzung besHästigten sich die LuSschüfie mit folg-nden Angelegenheiten:
a) Ausnahmebestimmungen betreffs deS sogen. DetailreiseuS. — Durch Bermittemvg des Herrn Regierungspräfidenteu laut Verfügung vom 24 Juli d. I. war die Handelskammer auf Gmnd deS Erlasse» des Herrn Rn isterS für Handel und Gewerbe aufgefordert worden, die diesseitigen Wünsche «itzutheilen. Daraufhin wurde befchloffen, zu befürworten,
daß die von dem BundeSrathe unter dem 31. Okt.
1883 beschlossene AuSführuugsbestimmung I zur G.-O. in ihrem vollem Umfange erhalte« bleibe, daß eS ferner den Bijouterie-Fabrikanten und Großhändlern gestattet werde, Private mit Muster- Kollektionen zur Erzielung sofortigen Absatzes au- letzteren aufzusuche«, , ,
daß weiterhin generell daS sogen. Detmlrelsen m Ranufakiurwaaren und namentlich in Seinen und Leirrenwaaren, in Wein und Cigarren durch Ausnahmebestimmungen deS BundeSrathe- als zuläfiig erklärt werde und daß schließlich dem Bertriebe von Sosumtibilien für den Tagesbedarf durch Anfrage beim Publikum am Platze und in den Bororten keinerlei Grenzen gesteckt werden möchten.
ES sollte jedoch erwähnt werden, daß die Stimme Schlüchterns fich gegen die Beschlösse i« Hinficht auf M mufaktmwaareu und Cigarre« ausgesprochen.
b) Handelskammergesetz -Novelle. Unter Mittheilung deS Entwurfes einer solchen wurde die Handelskammer von dem Herrn Minister für Handel und Gewerbe dmch Erlaß vom 20. Juli d. IS. zur Aeußerung über etwaige AbänderungSvorfchläge auf- gefordert. — Befchloffen wurde, zu befürworten, dar Recht der Handelskammer festzustellen:
vor Einbringung von Geschentwürfen, bezw. vor Erlaß von Berordnunzen, welche Handel und Gewerbe betriff««. rechtzeitig von der Staatiiregie- luug, bezw. von den LerwaltuugSbehördeu gehört zu werden, „ „
ferner von bnt Amtsgerichten vor Anstellung von Auktionatoren, Taxatoren und Konkursverwaltern ge-
Auszug aus dem ZkrotoLosse üöer die Meuar- | Sitzung der Handelskammer zu Lana«
stellig zu werden.
7 Hanauer Kleinbahnen. An der am 24. v. MtS. stattgrhabten landespolizeilichen Abnahme der Hanauer Kleinbahnen und der bei dieser Gelegenheit veranstalteten Frier nahmen als Vertreter der Handelskammer die Herren Fue» und Zimmermann theil, wovon Kermtrüß genommen wird.
8. Beförderung von Postpacketeu nach dem Norden Deutschlands. Eine Hanauer Firma machte die Handelskammer darauf aufmerksam, daß die Beförderung von Abend« aufgegebenen Post- packete« nach dem Norden Deutschlands auffallenden Verzug hab«. — Nach eingeholten Informationen geht die Verzögerung au- dem Umstande hervor, daß Abends nach 6 Uhr nur Schnellzüge nach dem Norden Deutschland» auf sämmtlichen Routen verkhren, mit Schnellzügen aber gewöhnliche Packete bekanntlich nicht befördert werden. Die Packete find, wem, fie mit den ! Schnellzügen befördert werden sollen, als Eilpackete \ aufzugeben, für welche ein Portozuschlag von 1 Mk. i zu erlegen ist. — Auf diesen Sachverhalt wird da» Publikum hierdurch aufmerksam gemacht.
Rr. 9 und 10 betreffend die Privatpost-Ber- bindung Oberzell-Sterbfritz und die Verstaatlichung der Hesfischen LudwigSbah«.
11. Gesetz zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs. Eine FabrikattorSfirma in Fulda vertreibt in einem dortigen Ladengeschäfte auch andere Saaten, als solche ihrer eigenen Fabrikation; fat einer Anzeige bei der kgl. Staatsanwaltschaft ist dieser Firma i da» Recht, fich als FabrikationSfirma ie der Aufschrift über dem Laden zu bezeichnen, von einer Konkurrenz- Handlung bestritte« worden. Bon der kgl. Staat».
i anwaUschaft um ein Gutachten ersucht, ist dieser ab- ■ gegeben worden, wie folgt:
' „«l» HandelSgebrauch, Herkommen und Ber-
kehrSfitte ist eS zu bezeichnen, daß von Fabri- katiousfirmr« vielfach auch andere, als im eigenen ■ Betriebe hergestellte, in dir betreffende Brauche > fallende Artikel vertrieben werden. Die Bezeichnung ■ F.brik kann einerseits im Allgemeinen nicht zu d«m c Anspruch« führen, daß die betreffende Firma nicht im eigenen Betriebe fabrizirtr Artikel de; Branche vom Verschleiße auSschlitß-n müffe, wie andererseits, nach HandelSgebrauch grurtheilt, die Auf- faffung nicht als zutreffend zu erachten ist, daß eine Fabrrkatwr-Sfirma davon abzusehen habe, fich al» solche zu bezeichnen, wenu fie den Mitvertrieb von Waareu anderer Fabrikation pfl gt.
Sofem ein Handelsgebrauch vorliegt, ist im- plicite vorauSznschkn, daß das kaufende Publikum genügende Kenntniß davon hat. fo daß weder die Geeignetheit (§ 1 R. G. v. 27 /V. 96) noch die Abficht (§ 4 R. S. v. 27 /V. 96) einer Irre- führung der Publikums feststellbar ist, um so weniger im vorliegenden Falle übrigens auch, weil, je Keiner der P'atz ist, an dem die Firma fabrizirt und Handelsgeschäfte treibt, desto genau« daS Publikum über die geschäftliches BeihäUniffe der Firma daselbst unterrichtet zu sein pflegt.
Erscheint titatith, S.»w. unb Snertage ea#6«omm«i. - «terlriMrticher Ab onne mentSprei S ohne Bringerwhu m» Besteügetd m Fulda und -uSwärtS 1 Mark 50 Psemng. ^gnferate kosten ^cknspaltig? G-rN-ndzeile oder deren Raum 15 Pf., Reklamen btt Petttznle W Pf., bet Wtwerhslungeu entsprechender Rabatt.
abzuiehen.
4. Gesetzliche Regelung der Ladenzeit. Der Hanauer „Verein der Detaillisten" ersucht die Handelskammer, zu den bezüglichen Vorschläge« der Sommisfio« für Arbeiterstatistik Stellung zu nehmen. — Befchloffen wird, von einer Stellungnahme abz«- sehen, bi» daß eine Gesetzesvorlage thatsächlich von ben verbündete« Regierungen eingebracht ist.
5. Zollbehandlung der sogen. Retour- waaren. Die bergische Handelskammer zu Lennep ersucht um Anschluß der diesseitigen Handelskammer a« eine an den Herrn Minister für Handel und Gewerbe zu richtende Petition. — Befchloffen wird, dem Ersuche« der bergischen Handelskammer zu Lennep zu ^6^B^ahrrverbi«dung Wer« hausen-Dermbach-Geisa-Hünfeld-Fulda. Dar Gefammt- komitee für diese Bahnverbindung gibt der Handelskammer ein- an ben Hrrrn Minister der öffentliche» Arbeiten gerichtete Petition zur Kenntniß. Beschloffen wird, «ach vo» F. C. Bellinger-Fulda zu erstattendem weiteren Berichte zur Unterstützung der Bestrebung« dr» Komitees ebenfalls bei dem Herr« Minister vor-
Ars diesen Gründen halten wir dafür, daß im vorliegende« Falle eine Uebertretung der Bestimmungen des ReichSgefetzeS vom 27. Mai 1896 zur Bekämpfung des ««lauteten Wettbewerb» nicht an zuerkennen ist."
Da» Plenum nimmt von diesem Gutachten mit Zustimmung Kenntniß.
12. Bon vertrauenswürdiger Seite find der Handelskammer Mittheilungen zugegangen über
die Einfuhr in Südafrika,
ben deutschen Aurfuhrhandrl nach Kalifornien, die Einfuhr in ber Schweiz, zweifelhafte Firme« i« ben Nieberlanbrr», Rieberl. J«bie«, Transvaal unb Japan.
Interessenten können auf bem Sekretariate ber Handelskammer, in Fulda bei Herrn F. C. Bellinger in diefe Mitthülungen Einficht nehmen.
Bermischres.
» Wiederaufnahme des Planes einer Weltzeit. Der Deputtrte von Oran, Etienne, gedenkt nach dem Wiederzusammru- tritt der französischen Kammer eine Gesetzvorlage einzu- bringen, welche von der Einführung einer Weltzert (teure universelle) und der Dezimal-Eintheilung der Zeit handelt. Der Toulouser Geographische Verein soll hierzu den Anstoß gegeben haben. ES wurde dort der Vorschlag gemacht, den Sonnentag in hundert gleiche Theile zu thellen, die den Namen „«es“ (Ab. kürzung für centijour) erhalten und ihrerseits wieder in decices, centices rc. zerfallen sollen. Diese Idee ist nicht neu; sie wurde schon vom National Konvent am 4. Frimaire deS Jahres II em- geführt, aber in den Kalender» nur bis zum Jahre IV angewandt. Auch rechnete der Astronom Laplace in feine» Schriften über den Mechanismus des WettallS den Tag zu 10 Stunden k 100 Minuten L 100 Sekunden. Ob das französische Parlament Zett finde» wird, bei seinem ohnehin belasteten Programm in der nächste» Session auch diese gelehrte Frage zu erörtern, ist nicht sehr wahr-
• Ei» automatisches Kindermädchen ist die neueste Errungen- schast der modernen Technik und eS dürfte bei feine« Herrschaften bald zum guten Ton gehören, ein solches zu besitzen. Die Erfindung besteht nach einer Mittheilung deS Patent- und techm- schen Bureaus von Richard LüderS tn Görlitz aus einem Uhrwerk, welches in einer lebensgroßen Puppe, z. B. Spreewälder Amme rc., angebracht wird. Diese schiebt dann mittelst tutet durch den Arm gebildeten BerbindungSstange entweder den Ktnder- wagen in der bekannten Weise hin und her, oder versetzt eine Wiege in schaukelnde Bewegung. Aufgezogen und loSgelasien, verficht daS neue Kindermädchen feine Dienste pflichtgetteu und unermüdlich eine halbe Stunde lang, bevor sich ein neuer Auf- ziehen nothwendig macht. , ..
* Der Fachmann Psychologe (um bte Erkorene werbend).
.....Und barf ich fragen, Herr Kommerziemath, mit wie viel Fräulein Tochter erblich belastet ist?" , ,
* Abgetrumpft. Er: „Sie nehmen also meine» HeirathS- anttag nicht a»? Ich weiß Jemanden, der dies sehr bebauet» wirk“ Sie: „Ich nicht!" Et: „Aber Ihr zukünftiger Gatte."
* Miniatur-Fabel«. „Ich freue mich königlich, daß ber Müller seine Peitsche an mir abgeschlagen hat," rubelte der
„Ich duste süßer," sagte die Rose. „Ich zarter," da» Veilchen. „Ich intensiver," der Dachs.
„Jeder Zoll ein König I" cittrte der Zaunköntg. Eme» Zoll maß er.
Die Vögel wetteten einmal, wer am schärfsten „Klkenkr schreien könnte. Der Hahn gewann. — Kunststück!
Die Nachtigall sang - so süß, so hold! Dann der Pfim abscheulich! Und der Pfau wurde Kammersänger Sr. Marchät deS Königs der Thiere. ,
gLttemrijches.
Die Eisterzienser-Abtei «l-sterlaugheim mit den Wallfahrtsorten Bierzehuheilige« und Marie», weihet mit drei Holzschnitten. Von Dt. I. 8oier, Würzburg, Andreas Göbel, 1896. 8». 48 S. Pr. 50 Pf.
Unter geschickter und trefflicher Benutzung und Faffung bet ziemlich ergiebigen Quellen ist dieses Büchlein entstanden, welches uns die berühmte Klosterabtei Oberfrankens, Langheim, und die vielbesuchten Wallfahrtskirche» Bierzehnheilige« und Manen- weihet in fehr interessanter Weise eingehend schildert. Tausende und Abertausende besuchen diese beiden so schön gelegenen Wall. fahrtSorte jährlich; für sie, wie für viele andere G-schtchtSfrmnde, welche eine dem Volke verständliche Darstellung wünschen, tst dieses Büchlein speziell geschrieben und dürste den Wallfahrern wie den Befuchern unb Bewohnern jener paradiesischen ®egenb einerseits eine gediegene Vorbereitung zum Besuche der freundlichen Gnadenorte abgeben, anderseits eine liebliche Erinnerung an ben geschehenen Besuch, um durch Rachlesung da! ans- genommene Bild sich noch tiefer emzuprägen. ES ist Pflicht der Katholiken Ober- wie Unterfrankens, sich mit der Geschichte der genannten drei Gnadenorte dieser ihrer engeren Hemmt bekannt zu machen. Die Lettüre wird Jedem Freude bereiten. Ausstattung sehr nett; Preis außerordentlich billig.
Direkter Versandt der weltberühmten Lindener CapeSund KoftümSammele sendung. Aufträge fr. unter Nachnahme, «ammethans Louis Schmidt, Ha«»over, gegr. 1857, Engrospreise.
n : zugezogen wmbe, wirb befchloffe«, von einer Ber- | I tretnng auf ber anßerorbentlichen Plenarverfarnrnlung