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Samstag, dm 17. Oktober 1896.
23. Jahrgang
MaerWZkitliiig
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mildern oder au-gleichen könnte.
Deutsches Reich.
Berlin, 16. Oktober.
* Wiederum hat die EentrumSfraktio« de« Abgeo:dnetmhause» den Tod eine« ihrer ältesten und angesehensten Mitglieder zu beklagen. Der Abg. Edmund Joseph Dejanicz v. GltSzczynskt, Generalmajor a. D-, ist beute Nacht zu Kostau, Krei» Kteuzbnrg, gestorben. Der General vertrat seit 1879 im prevßfchen Abgeordnetenhause den ober« schlesischen Wahlkreis Kreuzburg. Rosenberg. Al« par-
Erstes Klatt.
Arbeiterschutz-Konferenz" hingewiesen. Diese sollte Thema «öthigt M», an einigen wichtigen Punkten kurz sich zur Hauptaufgabe machen: „Auf gewisse Minimal- diese Verschiedenheit zu kennzeichnen.
forderungen sich zu eisige« und weiterhin dahin z« Wir verlangen den gesetzlichen Schutz der Sonnwirken, daß jeder Staat in seiner Werse nach dem tag «ruhe ersten« im Interesse der Religion und der Stand und den Bedürfnissen seiner Industrie und Sittlichkeit de« Arbeiter«, dann aber auch im Jntereffe
seiner Arbeiter den Arbeiterschutz immermchrverwirk- de« Familienleben« der Arbeiter. Bo« diesem
iß Was haben die Arbeiter von der licht." Die angestrebten Ziele gaben zu großen Hoff- Standpunkte war namentlich auch die Bestimmung, der
| «ungeu Anlaß, um so mehr, al« die Bethüligung an Unterricht der Fortbildung«- u. Fachschulen
öuguuucmunmH; ♦ dem Kongreß eine rege war; den» fast all'europäischen solle Sonntag» nicht während bei Hauptgottet-
IV. \ Starten waren auf der Berliner Konferenz vertreten: , dien st e« statt finde«, getroffen. Dagegen proklamirte
W Schon acht Jahre hindurch hatte da« Centrum in i Frankreich, England, Belgien, die Schweiz; ferner Bebel ausdrücklich, daß die Kirche hinter der Sonn- regem Eifer die Hände gerührt, um auf dem Gebiete \ Dänemark, Italien, Luxemburg, Niederlande, Oesirrreich- tagSschule zurückzutrrten habe, und Parteigenosse Harm der Arbeiterschutzgesetzzebung etwa« zu Stande zu Ungarn, Schweden und Norwegen und Spanien, so prophezeite, daß die Wiffenschast bald soweit sein werde, bringen. Bisher waren noch alle Bemühungen zum - daß die Zahl der Delegirten 39 betrug. j die christliche Kirche und die Lehre der christlichen Kirche
Thüle am Widerstande anderer Parteien, hauptsächlich : Dir vierzehntägigen Berathungen, in welchen sich ■ tobt zu machen. Eine nette Anschauung von bem Be- am Widerstande bet Regierung gescheitert. Diese - bie Vertreter der europäischen Nationen sich mit bet rusr bet Kirche und eine wunderbare Sonntagsheiligung! Mißerfolge konnten unsere Partei jedoch nicht dazu ; Feststellung gemeinsamer Anschauungen über die Lage ? Die Autorität der Eltern suchte man durch bewege», sofort bei B-ginn dr zweiten Session der z und den Schutz der Arbeiter befaßten, verliefen nicht stete Mitwirkung resp. Kontrolmözlichkeit bei der Aur- 4. Legislaturperiode ihre Anträge zum Wohle der $ bedeutungslos, sondern trugen recht bedeutende Früchte, löhnung der Muderjährigen zu sichern, um dem immer Arbeiter von Neuem einzubrrngen. Der Bundeirath, ) Die Schlußworte, welche der Frhr. von Berlepsch an die weiter um sich greifenden Leichtsinn derselben zu steuern, den diesmal Minister von Bötticher vertrat, schlug ; scheidende Versammlung richtete, können den Werth ; Auch derartige Bestimmungen, eine gesetzliche Aner-
einen wesentlich freundlicheren Ton an, indem er so- f bei geleisteten Arbeit am besten bekunden: „So groß ; kennung de« 4. Gebote«, wurden von den Sozialdemokraten
gar seine Tkeiluahme an den KommisfiouSberathnngen ' uns Allen zunächst bie Schwierigkeiten erscheinen, die ) auss heftigste bekämpft. Sie erblickten hierin nur eine
in Aussicht stellte In diesen, in welchen die Anträge Frage de« Schutze« der Arbeit durch ihre Beschränkung 1 „Bevormundung", welche die Kinder zu lange m
der Pentium* gemeinschaftlich mit den von den Sozial- i nach Art, Zeit und Dauer auch nur von einem ein- j ihrer Unselbständigkeit erhalte, wodurch sie später erst
demokraten eingebrachten zur Erörterung gelangten, ? heitlichen Gesichtspunkte aus zu betrachten, so sicher t recht in die Arme d?S peinlich gemiedenen Leichtsinn»
wurden zwei Anträge gefaßt: ersten« auf die Ber- find wir zu dem Resultat gelangt, daß es einheitliche ? verfi len. Auch die Trennung der Geschlechter
mehrung der Zahl der mit der Beauf-intmnationale Gesichtspunkte gibt, nach denen die Lösung f bei oet Arbeit, wie fie nach christlicher Anschauung im sichtigung der Fabriken vertrauten Beamten l dieser Frage von den Regierungen dieser Länder in« ? Jntereffe der Sittlichkeit al« ein Fortschritt erscheint, hinzuwirken, zweiten« bie obligatorische Ein- Auge gefaßt werden kann." wurde von der Sozialdemokratie auf« bitterste bekämpft,
führung von Gewerbsgerichten zu empfehlen. I Unsere nächste Aufgabe wird c« hiernach sein, fest- Auch der Erlaß einet „Arbeitsordnung", über Betde Resolutionen fanden auch im Plenum de» Reichs- ; zustelleu, welche k-nkreten Folgen, nachdem man ein- ? welche fich ein Arbriterau»schuß äußern solle, fand tage« eine große Majorität Bezüglich Vermehrung i mal diese Grundlagen gewonnen, auf diesem G.biete 3 heftigen Widerstand. Die Gründe hierfür waren zu der Fabrikinspektoren nahm der BnndeSrath in ; erreicht wurden und wir die Verdienste in erster Linie | greifbar: Die Maßregel konnte zu leicht zu einer Jn- seiner am 10. Juni 1886 abgegebenen Erklärung eine I dem Cnitrum und nicht der prahlerischen Sozialdemo- - timität zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sühren.
ablehnende Stellung ein, mit der Begründung, daß kratie, die fie an sich zu reißen bemüht ist. zufallen. \ Den schroff len Ausdruck einseitiger Auffaflung und
die Bestellung dieser Beamten Sache der Einzelstaaten ' Die Neuwahlen de« Jahre« 1890 sprengten die 1 Verbitterung — auf Kosten der Interessen der fei. Bezüglich der Einführung von Gewerbegerichten : Kartrllrnajorität, da« Centrnur wurde durch sie die? Arbeiter — bildete der Antrag der sozialdemokra-
stand bi« 1890 von dieser Seite die positive Ent- > mächtigste und ausschlaggebendste Partei im Reichstage. . tischen Partei auf Aufhebung aller Kündigungsfristen,
scheiduvg aus. Auch die weiteren zehn Kommission-- i Einen Monat später, am 20 März, erfolgte die Ent-1 In der Thatsache der Ablehnung de« Arbeiter- fltzungrn, betreffend die Kinder- und Frauenarbeit, s laffung de» Fürsten Bismarck, der bisher einen uu- ; schutzgesetze« an und für fich, n cht minder aber in der Blieben in dieser Session fruchtlos. i überwmdlichen Widerstand dem Zustandekommen einer | SteUnngnahme zu bett Einzelbestimmungen bei Be-
Do« Ei« im Reichstage war gebrochen. Er galt s Arbeiterschotzgesetzge buug gebilbet hatte. Auch bie Be- ; setzeS wird e« deutlich, wie angelegen sich bie Führer nunmehr, durch beharrliche Ausdauer und zähe Paris- < rathungsn der internationalen Arbeiter-Konferenz hatten | der Sozialdemokraten das wahre Wohl ihrer Wähler mentarische Arbeit das Werk fortzusetzm nvd durch \ dm Boden geebnet und so ging denn tu dieser S sfion - sein lasten. Sie haben dann, al» fie sahen, die stete Wiederholung der Anträge einm inneren größeren - dem Reichstag al« erste Regierungsvorlage ein Arbeiter-Z Vorlage würde Gesetz werden (Singer auf dem Druck auf den BundeSrath auSznüben. Da» Cevtrvm . schutzgesttz, oder wie fie amtlich hieß, „der Grsetzent- • Parteitage 1890 zu Halle, Molkenbuhr 1891 zn hat bie» getreulich gethrn. ES ließ fich nrcht ab- i Wurf, betreffend Abänderung ber Gewerbeordnung" i Erfurt) den „Gmofien" bie Vorlage zu „verekeln" schrecken durch die schlimmen und entmuthigenbm i zur Brrathung zu, indem Kaiser Wilhem II. mit | gesucht. Daß fie aber doch nicht allseitig Anklang ge> ErsahrMgen, bie e» leider vielfach machen wußte. ■ Rücksicht ans b’e Lage ber arbeitenden Klaffen, ja deS ; fsnden haben, zeigt bie scharfe Kritik, bie au« ihrer In bet kurzen Session 1886/87 kamen bie Anträge ' gesammte» Volkes den „weiteren Ausbau bet Arbeiter- * Mitte selbst, bnrch v. Vollmar an der Taktik bet Partei bei CmtrumS gor nicht zur Verhandlung. Dagege» l schutzgefttzgebung" zur besonbeten Gewifienrsache den ■ geübt wurde, welcher sagte: „Wit meinen mit Recht, wurden in ber folgenden Session trotz ihrer Kürze i Abgeordneten mache. Und diese, mit besonderer Kraft ? daß da» Eintreten für bie TageSbebürsnisse de» bie Anträge bezüglich ber K-ndrr- und Frauenarbeit : das Cmttum, deffen schon lange Jahre hindmch ge- - Volke» ganz besonder» geeignet ist, un» die Mafien in dreimaliger Lesung dmchgebracht. Im Iahte 1888 , hegten Wünsche jetzt endlich Gestalt gewinnen sollten, | zu gewinnen . . . Wir wünschen mit Recht, daß der wnrken sämmtliche Anträge erneuert und speziell die s haben mit emsiger Schaffenslust für den „Ausbau drS - Antrag angenommen wird, sonst würden wir draußen Frage der Sonntagsruhe betont. Die Kommission»- ; Gesetze»" Sorge getragen. In der zweiten Berathung, ? in die zweideutigste Stellung kommen, wenn man berathungen führten zu einem erfreulichen Ergebnisse, i welche 25 Srtzungm umfaßte, kam da» Gesetz m t ' sagen würde, wir sordetu nur etwa», um zu glänzen, und auch die Majorität im Reichstage wat eine er« l seinen Bestimmungen über bie Sonntagsruhe, den i aber e» ist ihnen nicht ernstlich barnrn zu thun . . .! drückende. Die verbündeten Regierungen stellten sich ■ Schutz elterlicher Autorität, Regelung ber ? Solche Widersprüche . . . Müssen ernstlich zu Zwei-
I bet Fortbilb- - deut-gkeiten führen."
Da» ist ein deutlicher Ben ei», wie sehr man schon im eigenen Lager ber Sozialbewokraten bett Zwiespalt eigen Versprechungen unb bem praktisch _ t fühlen begonnen hat. Arbeiter laßt euch dabmch zur Vorsicht mahnm! Mit ber religiösen hängt auch H: sittliche Anschauung zusammen, unb ist e» auch ba natürlich, daß Herrn Bebel« Anschanmrgen nach bieser Seite den christlichen nicht entsprechen. Die Sozialdemokraten erstreben bett Umsturz bei be» stehenden Gesellschaftsordnung, deshalb mäffen fie alles aus den Besetzen ferngalten, was die Klassengegensätze
ans einen schrtff ablehnenden Standpunkt, und be-Lohnzahlung, Förderung I hielten diesen noch bis zum Jakre 1890, wo die - uugSschulen, Schutz von Gesundheit und nämlichen Anträge von neuem eingchracht wmden, bei. Sittlichkeit, Kontraktbruch, ArbeitSord- „ttir können uns nicht entschließe», allgemeine Bor- " nung und Arbeiterausschüsse, Verbot bet zwischen wiff-rigen schriftkn zu erlaffen, beten Tragweite Wit nicht völlig : Arbeit für schulpflichtige Kivber, Schutz Gebotenen zu f" übersehen können, von denen wir befürchten uüfim, i der Arbeiterinnen, Fabtikinspektoren, daß fie einen ungünstigen Einfluß auf die Lebenslage ; Schutzbestimmungen in Werkstätten mit Mo- der Arbeitet und vielleicht auch auf die Existenzfahigkeit r toren, Verantwortlichkeit ber Betriebs- der Industrie haben." Da« wat eine der maßgebendsten i leitet glücklich zu Stande; denn obwohl auß-r Begründungen, welche die verbündeten Regierungen 2 oder 3 Mitgliedern die Sozialdemokraten — zu ihrer ablehnenden Stellung urd zu der Bemerkung ■ wohl kaum zum Wohle ihrer Schutzbefohlenen! — veranlaßte, daß sie berattige Anträge, so oft sie auch ! gegen den Entwurf geschle ffm eintraten, wmde er wiederholt würden, schwerlich zu den ihrige« machen mit «roßet Majorität angenommen.
könnten. i Ein großer Theil jener im Gesetz zum Ausdruck
Sine gründliche Aendetung in dieser aussichtslosen l gekommenen Bestimmm-gen fii-d Forderungen, die im Lage brachten bie kaiserlichen Etlafie vom 4. Febmar ; Ehristenthume selbst begründet find; thatsächlich find 1890 — wie Johannes Wertzel in seinem Buche übet dieselben auch von den Katholiken Deutschlands stets da» Eentrmn sagt — fie waren das erlösende Wort; — wir erinnern nochmal» an den Bischof Ketteler die Hlffnungen de^ Freunde de« Arbeiterschi tze» lebten in den sechziger Jahren — verlangt worden, ehe noch • neu auf . . . Der Kaiser selbst hat seine Kraft, fein von einer soziatdemoktarifchen Partei in Deutfchkavd Wort eingesetzt, den b<r chtigLm Forderungen die Sr- die Rebe war. Wie weit g-hm aber bie Ziele unb füllung zu sichern. In seinen Erlaffen hatte ber ‘ Forderungen betreibe», welche sich äußerlich w manchen Kaiser gezeigt, welche» Ertgegenkommen et diesen Lief- Punkten mit ei»anbei becken, in ihrer Begründung • greifenden Fragen unb Bemühungen um bas Arbeiter- anieinanbet! Besonbrr« deutlich trat die« in den Ber-1 wohl bezeige und aus die Berufung emer „Internationalen Handlungen zum vorliegenden Gesetz hervor, und unser ’