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M 230
Dienstag, den 6. Oktober 1896.
23. Jahrgang
FiildilerWZkitlliia
mit MterhaLtungs-Keitage „Sterne und Ktumen".
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allgemeinen
,£>, so finde ich ihn also noch nicht einmal da-
.Richt doch, lieber Kind, Sie haben nicht die Straft
' merkt, möglicherweise auch der Kaiserin Friedrich in Cronberg einen Besuch abstatren. Um dieselbe Zeit
Deutsches Reich.
Berlin, 5. Oktober.
* Der Kaiser und die Kaiserin werden von Wiesbaden aus, wo fie am 18. d. M. eintreffen werden, um dort einige Tage zu verweilen, wie die,Post' be-
heim!*
„Allerdings nicht. Sie werden ihn aber noch heute Wiedersehen."
.So tafle» Sie uns doch lieber gleich hinauf," bat
Zeder, der nicht für den Antrag Kanitz und ver- > Gruppe sich nach Bundeigenoffen umsteht. Die »Köln, wandte agrarische Maßnahmen, nicht den BefähigungS- ] Zeitung' hat sogar bereits ein Zusammenwirken der Rachwei» im Handwerk, nicht für die wirksame Be- Rationalliberalen mit dem Centrum von Fall zu steuerung der Waarevhäuser und anderer Maßnahmen Fall in AuSficht genommen! Dann muß die Rath- im Interesse der Mittelstandes ist und der nicht gegen lofigkeit unter den Liberalen allerdings ihren Gipfelpunkt die Goldwährung eintritt, aus der nationalliberalen ; nahezu erreicht haben. Wir unsererseits zweifeln keinen Partei ausgeschlossen werden soll. Dann wären aller- f Augenblick daran, daß aller Liebeswerben in der .Presse' dingS Bund dec Landwirthe und Nationalliberalismus - der verschiedenen liberalen Richtungen und alle Reso- gleichbedeutende Begriffe geworden. Soweit find den» ? lutionen von Parteitagen, mögen sie nun die Gegen- doch die bündlerischen Elemente in der nationalliberalen i sätze vertuschen oder verschärfen, nichts daran ändern Partei noch nicht zur Herrschaft gelangt. Run hat werden, daß der Liberalismus unaufhaltsam seinem der Parteitag eine Resolution angenommen, welche in - Verfall entgegengeht.
§tm>mftUfmiiTte. ? herzlichen Seife Trost zu. Rach einigen Minuten schien
Roma» von Cl. Lötschert (M. Br echten). „Glauben Sie, die wenigen Schritte »ach Hause
63s ------ (Nachdruck verboten.) | gehen zu können, oder wollen Sie fahren?"
15. Kapitel. Elementare Gewalt. »Gehen, bitte, ich kann eS."
ES war in be« heißesten Julitagen. Wer da nicht ? „Gut denn; aber langsam, und währenddessen er- reisen mußte, der that es stcherlich nicht bei solchem lläre ich Ihnen, wie eS kommt, daß Sie mit meiner Stavb und einer Somiengluth, daß man kaum die Anwesenheit am Bahnhofe vorlieb nehmen mußte», Augen offen zu halten vermochte. Wem aber in der ; statt des Willkommgrußes Ihres BaterS fich erfreuen Fremde „der Boden unter den Füßen brannte," der zu könne»......So recht, Hanna, kommen Sie an Frau
hätte, um in den Schatten feines Ettrrrchauftl zu ge- Gertruds Seite .... nein, wie stattlich Sie geworden lange», gern noch Schlimmer! unternommen, als eine find! ... . Sie wissen von der schweren Krankheit endlose Eisenbahnfahrt zur Mittsommerzeit. Ihre» BaterS, von seiner langsamen Genesung. Ich
Unter den Ersten, welche heute auf den Bahnsteig war genöthigt, ihm alle nicht unbedingt nothwendigen hinauSeilten, als der erwartete Zug eivfuhr, befand Nachrichten fernzuhatten und ihm jede anstrengende fich der SanttätSrath Röder. Er trat an ein Abtheil Beschäftigung zu untersage«. Um der drückenden Hitze 1. Klass-, öffnete eS und half einer in tiefe Trauer hier unten auSzuweiche«, weilt er feit 14 Tagen auf gekleideten, dicht verschleierten Dame heraus; ihr folgte , be« Eichenwaide, weiß also noch gar nichts von Ihrer eine schlanke Gestalt in lichtgrauen Reise-Kostüm. Ankunft."
„Willkommen daheim, meine liebe kleine Frau Ger- - trab! Guten Tag, liebe Hanna! Ich habe Jhce Depesche gerade noch rechtzeitig erhatten."
Mit diesen Worten geleitete er dir Angekommenen
sorglich durch da» Gedränge nach einer geschützte» Sopha- *»» «««, ww, a
ecke deS augenblicklich leeren WrrtesaaleS und sprach Gertrud und brach m Thränen aus. der tief erschütterten junge» Wittwe i» seiner ernste«, »
Parteitag eine Resolution angenommen, welche in ■ Verfall entgegengeht.
„erneuten Worten „extreme" wirthschaft-iche Forde»--
rurigen zurückweist, (auch den Antrag Kanitz wird man - gleich al» solche bezeichn« dürfe», wenn eS auch nicht ausdrücklich gesagt wmde.) Gewonnen ist damit freilich - gar nichts, so lange nicht geradezu erklärt wird, daß Anhänger bei Antrags Kanitz, bei Befähigungsnachweises u. s. w. fernerhin in der Partei keinen Platz mehr haben.
Den sehr herabgestimmten Erwartungen der,Rat.- „ ,
Zig.' entspricht der gedäwpfteTon, mit welchem jetzt wird fich där russische Kaiserpaar in Darmstadt
K Bom deutsche« Liberalismus. !
’ 7 —; liberalen Parteitag bie Z ckunsts-AnSfichten des Natw»
Der nationalliberale Parteitag, zu dem »alliberaliSmuS behandeln. Die ,Bofl. Zig.', welche gegen 900 A^esandte erwartet wurden, hat am Samstag fich zur freifinnigen Volkspartei rechnet, dabei aber Mittag seine Beratungen geschloffen. Rach de« bisherig« ' ihre alte Schwärmerei für eine große „liberale Partei", Meldungen waren 181 Wahlkreise vertreten. Da f die alle liberalen Richtungen umfassen soll, nicht ein- die Verhandlung« unter Ausschluß der Oeffentlichkeit I gebüßt hat, tritt für ein FreundschaftS-Berhältniß der geführt wurden, so ist man auf die unbedeuten- - liberalen Fraktionen unter einander ein. An dieMög- den Andeutungen der ,Rational-Zritnng' angewiesen, - lichkeit der ersehnten großen liberalen Partei wagt fie die durch ihre Opposition gegen die Parteileitung fich r zur Zeit selbst nicht zu denke«. Ein „Freundschaft!- mehrfach veranlaßt gesehen haben dürste, ihren ; Verhältnis" mit der Aussicht auf gegenseitige Unter- Standpuntt schärfer, als eS auf dem Parteitag selbst ftützung bei den Wahlen würde ihr genügen. Darum geschah, zu vertreten. DaS genannte Blatt begrüßt ' blickt fie mit tiefem Schmerze auf die Verhältnisse den Parteitag mit dem Wunsche, daß er in den vor- I speziell im Wahlkreise Rostock hin, wo fich die frei- nehml ch, wenn nicht ausschließlich streitigen Frage», ? sinnige VolkSpartei und die freifinnige Vereinigung den wir thschastlich en, zu Beschlüssen gelangen möge, ; schroff gegenüberstehen und bei den nächsten Wahle» die den durch bekannte Vorgänge der beiden letzten getrennte Kandidaturen aufstellen wollen. „Traurig ReichStagS-Sesfionen bmnruhigten, ja zum Theil er- genug" — so schreibt die „Tante Boß" — „wäre es tatterten Streifen bisheriger Parteigenosse« von Neuem um die Zukunft bei Liberalismus bestellt, wenn ein bie freubige Mitarbeit ermöglichen. Geschähe bieg l solcher Vorgang, wie er aus bent Rostocker Wahlkreise nicht, so würben weite gemäßigt-liberale Bolkskreise gemelbet wirb, etwa als ein kennzeichnendes Vorspiel eine politische Bethätigung für sich unmöglich finde« der Wahlbewegung für de« Fall der Auflösung des und ohne Sezession stillschweigend absalle«. Reichstages betrachtet werden dürste. Dann freilich
DaS klingt schon gar nicht mehr so zuversichtlich ; könnte man sich nicht wundern, wenn die Liberalen aus und kampseSftoh, wie bie früheren Drohungen des- - der nationalliberalen Partei fernblieben und manches selben linksstehenden natisnalliberalen Blattes mit Mitglied der Linken sich ebenfalls vom politischen Schaueiner Sezession nach links hi«, d. h. mit einem An- f: platze zurückzöge." Die ,Boss. Zig.' predigt dann in schlaffe an bie freisinnige Vereinigung. Die ,Rat.» eindringenden Worten den Abschluß einer liberale» Zig.' wird bie Hoffnung, auf dem nationalliberalen Kartells, in welchem eine Gewahr für einen kräftigen Parteitag eine nennenswerthe Unterstützung ihrer An- Aufschwung b?5 Liberalismus läge. Allzu groß scheint schauungen zu finben, wohl bereits aufgegeben haben ihre Hoffnung aber nicht zu fein, denn fie schließt mit Dem entspricht er, baß in ben Kreisen ber Bundes der büfiern Prophezeiung: „Ist biefe Einigung für bet Lanbwirthe ein um so übermüthigerer Ton ange- die allgemeinen Wahlen nicht zu erreichen, so können schlagen wird. Die »Deutsche TageSzeittwg' schlug die Agrarier triumphire», denn alsdann gehört ihnen dem nationalliberale« Parteitage gleichsam zur Be- die Zukunft." grüßung höhnisch ein Programm vor, nach welchem Es ist überhaupt bezeichnend, wie jede liberale
aufhalten, von wo aus ebenfalls der Kaiserin Friedrich ein Besuch abgestattet werden soll, die ,Post' erklärt eS demnach für wahrscheinlicher, daß beide Herrscherpaare im Taunus, als daß fie in Berlin nochmals zusammentteffe».
* Die unmittelbar nach dem Besuche deS Zaren- paareS in Breslau gebrachte Meldung, daß da» Zareupaar auf der Rückreise von Darmstadt dem deutschen Kaisrrpaar einen Besuch in Potsdam abstatten werde, wird jetzt durch ben Petersburger Korrrsponbenten bet ,Köln. Zig.' bestätigt. Der Besuch werde drei Tage währen. Die Anwesenheit deS Zaren in Potsdam nach den Pariser Festlichkeiten würde auf die Pariser Chauvinisten wie ein kalter Wasserstrahl wirken. Wir glauben vorläufig doch »och eine Bestätigung dieser Nachricht abwarten zu sollen.
* Der Geh. Oberbaurath Kummer und der Geh. Oberbaurath Hinckeldeyn im Ministerium der öffentlichen Arbeite» habe« den Charakter als Oberbaudirektor mit dem Range der Räthr erster Klaffe erhalte». Der Seh. Baurath Fälscher ist zum Vortragende» Rath in demselben Ministerium ernannt worden.
* DaS Staatsministerium trat am Montag unter dem Vorsitze des Minister-Präsidenten Fürsten Hohenlohe zu einer Sitzung zusammen.
* Zur Erhöhung der Beamtengehätter will die .Deutsche Tageiztg.' erfahren haben, daß die Reichs- Verwaltung ihre Maßnahmen für die Durchführung der Beamtengehältererhöhung schon derart getroffen habe, daß in dem eben in der Ausarbeitung befindlichen Etat die entsprechenden Erhöhungen bereit! eingesetzt werde». Dai Blatt glaubt Misere Befürchtungen bestätigen zu könne», daß bei der Regelung nach dem alten Bibelworte verfahre» werde: „Wer da hat, dem wird gegeben werden." Man denke nämlich nicht daran, die etwa einer Aufbesserung bedürftigen An- fanglgehätter zu erhöhen, sondern schaffe nur Zulage« für die fchon besser bedachten Äeamtenstellen. Die Aufbesiervng erstrecke sich bi! auf die obersten Beamtenklaffen. Das Blatt hegt ebenfalls einen „mehr als gelinden Zweifel", daß der Reichstag dieser Methode feine Zustimmung geben werde. — Wir schließen MS diesem Zweifel vollständig an.
ft Der nattonallibrrale Parteitag hat Resolutionen gegen allgemeine Durchführung deS obligatorischen Befähigungsnachweises und gegen Zwangsinnungen, ferner für „maßvolle, ben praktischen Verhältnissen bei Wirtschaftslebens und bet anSlänbischen Konkurrenz genügend (wie vorsichtig!) Rechnung ttagenbe" Weiterführung der sozialen Gesetzgebung, gegen reaktionäre Gestaltung der BereinSgesetzgebung, für Schutz der Lehrfreiheit der protestantisch-theologischen Fakultäten und für Aufrechterhaltung der bewährten Reichlgoldwährung angenommen. Eine Würdigung der Beschlüsse behalten wir uni vor.
ft Eine Meldung, wonach dem Reichstage in der bevorstehende»Tagung ein Gesetzentwurf zum
dazu. Danke» wir Gott, daß Sie überhaupt endlich wieder zu Hause find, und gedulde« wir «nS jetzt, nachdem so viel überstanden ist, auch «och ein Weilchen länger. Sie legen fich ruhig nieder, und ich sende einen Boten hinauf, dal ist dal Beste. Bergeffe» Sie nicht, wie leidend audj er war, und daß er der Vorbereitung bedarf."
„Sie haben Recht; hMdel» Sie für mich, Sie, unser alter, treuer Freund, und verzechen Sie mein Ungeftäm."
„Das ist nur zu begreiflich," erwiderte der Arzt. „Doch wo! betrachte« beim Sie so angelegentlich, Hanna?" fragte er, absichtlich ein ablenkenbeS Thema ergreifend. „Ah, dort dal neue Gebäude dicht am Rhein intereffirt Sie! Ein schöner Bau, nicht wahr?"
„Sehr schön," antwortete diese zerstreut. „Wern gehört el?"
„Das Hau! ist Eigenthum del Doktor Bernhard, der dort ei» sehr gerühmte! internationale! Änaben- Pensionat errichtet hat. Der Adoptivvater seine! erste» Schüler!, eine! hochbegabten jungen Amerikaner!, hat fich bei jungen Gelehrten etwa! angenommen. Seiber ist Doktor Bernhards Charakter mit ber Zeit noch ernster geworden; auch ist er noch immer unoer« heirathet."
Die kleine Hand ans bei Doktor! Arm wmde