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M 228

Samstag, des 3 Oktober 1896.

23. Jahrgang

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Man wird zMächst abwarte« müsse», «m wa»

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mit Unterhaltttngs-Hrilage „Sterne und Klumen"

er sich handelt.

<Q> Der Charitastag, welcher auf Einladung der Freiburger Charitas - Komitee'- am 14. Oktober i» Gchwäb. Gmünd gleichzeitig mit dem Praktisch-

Deutsches Reich.

Berlin, 2 Oktober.

Stromaufwärts.

Roma« von El. Lötschert (M. Brechten).

61] ------- (Nachdruck verboten.)

Eine hübsche, wohlkingende Altstimme lacht leise lwd verlegen aus. , „

„Nein, ich kann er er wirklich nicht auf Englisch fortsetze«, bin ich doch erst so kurze Zeit bei Ihnen."

„Wohl, Jana, so thue er denn aus Französisch; dann haben meine Kinder nebenan auch etwa- davon. Du stehst, ich habe für u«S Beide noch kein Licht bringen lasten ^ . . e» plaudert sich so gut in der Dämmerstunde, noch bester aber hört er fich in diesem traulich« Zwielicht."

„Soll »ch dar Fenster schließen?"

„Gewiß nicht; ich habe den Anblick und de« be­lebenden Hauch der mitteländischen MeereS so viele Jahre entbehrt! Und nm» beginne. Während Du sprichst, ist er mir, alr lese ich en» unterhaltende- ' Buch, dar mir von deutschen Sitten u«d Gegenden erzählte."

„9tac., daß meiner Geschichte der Schluß fehlt. Dar ist immerhin ein sehr großer Mangel."

„Richt so ganz. Sie schließt für mich mit dem Tage, an welchem Du zu unr kamst, um mich nach der franzöfischen Badestadt zu begleiten und mir, will's

Haar.

„d'Lrparre? ... an nom du ciel . . . Sie*

sehr bedauern.

Die LandwirthschaftSkammern werden fich demnächst mit der Frage zu beschäftigen haben, ob und welche Aenderungen des Erbrechts für länd­liche Grundstücke im Sinne des für die Renten- und Anstedlungsgüter bereits gesetzlich geregelte» Erbrechts ins Auge zu fasten find. Um das nöthige Material zu beschaffen, find durch die Landräthe und Gerichte Erhebungen über den thatsächliche» Zustand der Ver­erbung deS ländlichen Groß- und bäuerliche« Grund­besitzes angestellt worden. Die Ergebnisse dieser Erhebungen werden, wie die .Post' hört, in diesem Augenblick im Seminar deS Pros. Gehring unter der persönlichen Leitung diese» Gelehrten provinzweise ge­ordnet, wobei die Arbeiten schon so weit gesördert find, daß ihre Veröffentlichung in kurzer Zeit erwartet werden kann.

• Nachdem die Getretdepreise aus einen unerhört tiefe« Stand gefallen wären, sind sie neuerdings be­trächtlich ge st reg en. Während vor einigen Ronaten die diesjährigen Ernte-AuSstchte« überwiegend günstig zu fein schien«, stellt sich jetzt heraus, daß die Ernte- Ergebnisse der meisten Länder hinter den damalig« Schätzungen weit zurückbleiben, und zwar noch mehr in Bezug auf di« Beschaffenheit, als auch auf die Menge deS geerntete« Getreide». Ungünstige Witterung» - Verhältnisse haben viel dazu beigetrage», diese Wendung herbe-zuführen. Trotz der großen Mais­ernte scheint der Weltmarkt jetzt um so mehr geneigt zu sein, die Getreide preise zu erhöhen, als die Kar­toffelernte in vielen Gegenden durch da»Uebermaß an Niederschlägen sehr stark gefährdet worden ist. Faßt man die Getreide-Ernten aller Länder, foweit ste fich zur Zeit übersehe« lasten, zusammen, so stellt sich heraus, daß die Ernte an Weizen und Rogge« am meisten hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Weniger ungünstig sind die Ergebniste der Ernte an

„späteren" Srafeu H. vollständig würdig ist. Auf de« Inhalt dieser Rede näher einzugehen, werden unsere Leser un» gern erlöste». Nur die Einleitung dieser Rede mit den Worten de» Grafe« Paul v. Hom»- broech: „Ich trete nicht al» Gast oder Fremdling vor Sie hin, sondern al» Mitglied de» Evavge-

köanen doch mcht d'SSparrs gesagt habe«!" Er zischt e» mehr, al» daß er e» spricht.

„Da» war sein Name."

Ein wilder Ruf — ein Ewporhebeu der Arme, ein Ballen der fehuigr» Hände. . . Wa» würde ge­folgt sei«, wenn nicht i« demselben Augenblick ein aschblonder Haupt furchtlos an seine Brust sich ge­schmiegt hätte?"

„Ruhig, Achille» . . . ruhig!" Mit derselbe« gleichmüthigen Sanftheit winkt die schöne, zarte Eng- ländern» der erschrockenen Erzählerin nach vorn, schließt geräuschlo» die BerbinduugSthüre und faßt die Schleppe ihre» Helle», mit Schleifen besetzten Morgenkleid e» zu- f (nein en,

„Und nun komm' zum Fenster, Achille», und sprich Deine» wicher erwachten Schmerz au» . . . aber leise ... denk' an die Mutier, my darling, uud schone sie!"

„O Du weißt nicht, woS ich, wa» wir Alle durch jenen Menschen gelitten! Laß mich oder läute Du dem Kellner... ich muß Klarheit, Sicherheü habe» ... Ich will nicht in derselben Stadt mit ihm sein, nicht die gleiche Luft mit ihm athmen, wenn ich nicht wahn­sinnig werden soll!"

Der Kellner erscheint mit dem Fremdenbuch unter dem Arm.

„Zu dienen, Monsieur," sagte er auf die an ch»

* Die Nachrichten über ein neue» LehrerbefoldungS- ? gesetz scheinen verfrüht zu sein. Die,Rordd. Allg. j Zeitung' schreibt: „Mehrer Blätter haben einer hiesigen k Korrespondenz allerlei Nachrichten Über de« —darnach — | im Unterrichtsministerium fertiggestellten neue» Entwurf < zum Lehrerbesoldungsgesetze nachgedruckt. Wir haben I alle Ursache zu der Annahme, daß er sich bei der { Ausstreuung dieser gänzlich unzuverlässigen - und eigentlich »ichtrsagenden Notizen um einen sogen. • „Fühler" handelt, allerding» um einen solchen, der - weder den Interest« der Lehrer noch sonst Jemande» i nützen kann." — Ist diese» Dementi ofsiziö», so; würden wir daS im Jnterefle der Lehrer allerdings $

* Wiederum durcheilen die Blätter schlimme Nach­richten, die ganz dazu angethan fiud, unseren kolonial- freundliche» Kreifen einen schweren Schlag zu ver­setzen. Holländische Blätter bringen Berichte Über Kult - Mißhandlungen tu Deutsch - Neu - Guinea. Deutsche Zeitungen ntelben die Abberufung de» stell- vertretend-» Landeshauptmann» Korvetten - Kapitän

Gott, für immer eine treue Pflegerin zu sein. 6m anderer Schluß wird wohl noch komme». Und Deine Belohnung ist, daß Du fchon morgen früh Deine Freunde, auf die Du Dich so sehr gefreut hast, auf- suchen darfst."

Inzwischen hat fich Jana bequemer auf dem Ende de» Ruhebettes ihrer jungen Herrin zurecht gefetzt und sagt heiter: „Wo war ich steh« geblieben?»

„An AchenfelS .. . Allons, Mademoisell Jaenne!“ rüst eine fröhliche Stimme au» dem Nebenzimmer.

Sie hat allerdings die hübsche Gabe, gut zu er­zählen — wie gern haben ihr nicht Mütterchen Dinata und Rosanoffr Kinder zugehört! So redet fie denn weiter, bald lebhafter, bald leffer, jenachdem die Er­innerung an dar Durchlebte sie mehr oder weniger

Im Nebenzimmer ist allmälig eine so lautlose Stille eingetreten, daß mau die Athemzüge der saust ein- geschlafenen alten Dame deutlich vernehmm kann. Richt lange jedoch. Den Lippen der jungen Mädchen» ist ein Name enlflohen... in demselben Augen­blick wird ein Stuhl zurückgeschoben und ein Herr er­scheint in der Thüreinfaffung — ein echter Künstler­kopf — etwas zurückgeworfen, mit langem, lockigen

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Erstes Klatt.

i Gerste und Hafer. Diese beiden Getreidearten mögen Rüdiger aus NeuGuinea, ferner die Rückkehr des ; annähernd noch eine Mitteler nie erreichen, während die \ kaiserliche« Richter» Rferendar a. D. Krieger von dort.

Ernte a» Roggen und Weizen hinter einer solchen be- <m" “*Z-A —SJtfl *c—“““ — '—’ trächtlich zurückzubleiben scheint. Berhältnißmäßig am

i besten lassen sich bereit» die Ergebnisse der Weizen- ; ernte Übersehen. Für diese sind die Ermittelungen i der Ernte» Statistiker am weitesten gediehen. Es liege» * bereit» vier zahlenmäßige Aufstellungen vor, nämlich die de» ungarifchen Ackerbau-Ministeriums, de» fran­zösische» Fachblattes ,Echo agricole', der englischen von Dornbusch geleitete» Fachblatte» und des russischen Finanzministerium». Alle vier Ausstellungen besage», daß die diesjährige Weizenernte der Wett erheblich kleiner ist, al» die Ernte de» Vorjahre». Da nun bereit» die vorjährige Ernte nach den stattstischen Er­mittelungen ein knapp?» Ergebniß geliefert habe» soll, so würde danach die 1896 r Ernte hinter einem mitt­leren Ertrage ziemlich weit zurückbleiben. Den größten Ausfall hat die russische Schätzung ermittelt. Sie soll den Betrag de» Vorjahre» um 94 Millionen Pud unterschreite« und nur 580 Millionen Pud Weizen gelt fert haben. Tine reiche Weizenernte haben nach den russischen Ermittelungen in diesem Jahre nut Frankreich, England, Italien, die Balkanländer und die Türkei aufzuweisen. Spanien, deffen Ernte schon im vorigen Jahre unbefriedigend ausgefallen war, wird abermals durch eine Mißernte heimgesucht. Au? Grund der Ergebnisses der vier oben belegten Aufstellungen hätte man zum mindesten für da» Sperse-Getresde höhere Preise zu erwarten. Wir wollen die Sorgfalt der Sachverständigen, welche jene Schätzungen aufgestellt haben, nicht beanstanden, dürfen aber nicht unerwähnt lasten, daß ihre Ermittelungen fich im vorigen Jahre

- nicht besonders bewährt haben. Den Landwirthen I möchte man wünschen, daß in diesem Jahre die Prei»- i bewegu»g Jben Schätzungen der Ernte-Statistiker i mehr entsprechen wird»

E ♦ ,Wolffs Bureau' meldet, dar Reichsamt de» i Innern werde im Laufe heS Oktober mit den Regie» ' rungrn der Staaten, in denen fich Börsen befirdm, über die Art der PreiSnottrung solcher Maaren, bereit börsemnätziger Terminhandel vorn 1. Januar 1887 an untersagt ist, in mündliche Berathung treten. Diesem Beraihungen würden die vor längerer Zeit durch die einzelnen Regierung« von den Börsenvorständen er- beten« Vorschläge einer veränderten Börsenreforrn zu Grunde gelegt werde«. Erst nach der endgülttgen Feststellung einer neuen Börsenordnung dürste zu be- urthellen sein, inwieweit die von einzelnen Jntenss-ntm bereits ausgearbeiteten Lieferungskontrakte für Getreide fich dem neuen Rahmen der Dinge anpass«».

sozialen Kursus stattfinden wird, ist zwar eine neue l Erscheinung in den verschiedenen jährlich wiederkehrenden । katholischen Veranstaltungen, aber nach dem veröffent­

lichten Programm zu urrh-ilen, glauben wir sagen zu dürfen, daß derselbe mit seine» zeitgemäßen Referat« und seinen so tüchtigen Referent«, wie LandeSrath Brandts, ReichStagSabg. Gröber, P. Cyprian 0. Cap., Superior Eisenbarth, Kanonikus Wörn- hör und Vikar Neumann gleich beim ersten Male nicht übel einsetzt. Die zur DiSkusfion stehende» Themata behandeln außer den Bestrebungen der neuen, bereits vortheilhaft bekannten Zeitschrift .Charitas' de» Mädchenschutz in feinen verschiedenen Verzweigungen und die Mäßigkeits-Bewegung, gewiß Frage», die in der Gegenwart das größte Interesse beanspruche«. Da die Mitglieder deS praktisch-sozialen Kursus und die Vorstände der württembergischen katholischen Erziehungs- Anstalten ebenfalls an dem CharitaStage theilnchmen, so ist ein guter Besuch von vorn herein gewährleistet. Hoffentlich läßt fich aber außerdem noch mancher CharitaSfreund durch die Wichtigkeit der Beranstaltimg zur Reise nach dem schönen Schwäb. Gmünd bewege». Wer nur einigermaßen die aus dem Gebiete der Wohl- thätigkeit neu erstandene« brennenden Fragen kennt und die Anstrengungen der protestantischen und humanitäre« Richtungen auf diesem Gebiete etwa» verfolgt, wird über die Z veckmäßigkeit und Wichtigkett de» Charitas- tage» nicht im Zweifel sein s

* Fortgesetzt gelange» an de» Kaiser und da» preuß. Kriegsministerium von den al» Anwärter für die auf Grund be» Reichrgesetze» vom 22. Rai 1895 zu gewährende Beihilfe vorgemertte» Veteranen ' Gesuche um Bewilligung der ihnen i» Aussicht je* | stellten Unterstützung. U« diese überflüssig« Ge­suche, dir eine große Belastung der Behörden verur­sachen, möglichst zu vermindern, sollen die Provinzial­regierunge» von Zett zu Zett darauf Hinweisen, daß die vorgemertte« Anwärter die Beihilfen erst erhalte« könne», sobald verfügbare Mittel hierzu bereit siche» und fie ihrem Vorzugsrecht nach an der Reihe find.

* Darmstadt, 2 Ott. Auf der Senrraiversamm- lung dkS Evangelischen Bunde», welche dieser Tage hier abgehatte» wurde, hat der frühere Jesutt Graf Paul v. Hoenrbroech eine Rede „über de» Mtramontanirmn» in Deutschland" gehalten, die de»