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DoMerstag, den 1. Oktober 1896.

23. Jahrgang

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Sie habe« Recht u«d auch darin, daß mein Be>

gnM» entsprechend — die Ausführung des Werkes übernommen, außer den in Wien beglaubigten Ver­tretern der Mächte auch die Herrscher der mitinter-

zu verbarrikadiren. Aus dieser Sachlage erklären sich die Gerüchte, wonach auch eine besondere Militär- konvention zwischen Oesterreich.Ungarn und Ru­mänien dem Abschlüsse nahe wäre; ihre Vollziehung könnte doch wohl in der rumänischen Hauptstadt, wohm sich Kaiser Franz Joseph unmittelbar vom „Eisemm Thore" zum Besuche König Karls begeben hat, erfolgen. Dar mag jedoch dahingestellt bleibe«; jeden­falls darf ober auch dieser Besuch als Bekräftigung des stillschweigende« österreichisch-rumänischen Bundes- Verhältnisse» gelte».

* Die schon früher aufgetauchte Meldung, Kaiser Nikolaus von Rußland werde aus der Rückkehr von Darmstadt nach Rußland dem Kaiser Wilhelm einen z w e it e n B e s u ch abstatten, wird jetzt mit großer Bestimmtheit wiederholt und gleichzeitig versichert, die Zusammenkunft werde in Berlin stattfinden.

* Dem Professor Dr. Planck in Göttingen ist als Anerkennung für feine hervorragende Mttwirkung bei Ausarbeitung und Fertigstellung deS Bürgerlichen Gesetzbuches, wie die ,Nordd. Allgem. Ztg/ schreibt, vom Kaiser der Chzratter als Wirkt. Geh. Rath mit dem Prädikat „Excellenz" verliehen worden.

* Bor einiger Zeit ging die Meldung durch die

Schwarzen Meere entgegenstandeu, größtentheilr ge­fallen, und das ist gewiß ein Werk von der größten wirthschaftlichen und politischen Bedeutung, wenn auch bis zur völligen Sicherstellung der neuen Wasser- straße «och manches Jahr vergehen dürfte. Dieser Bedeutung entsprach es, daß die ungarische Regierung, welche — einem Auftrage deS Berliner Ortentkon-

„Ja, und zum zwettenmale ja, und wenn Sie «,

mich gehört haben, dann vervrtheilen Sie mich, wenn nicht thun werde«." Sie das Herz dazu haben! Ich wollte mir und meinen \ „Sie haben Recht und auch darin, daß mein Br- Kindern noch eine Gnadenstift gewähren; dann wollte mhmen Ihren volle» Unwillen verdient. Aber vielleicht ich auch Sie erst zur Ruhe kommen lassen, ehe..." ; würden Sie mich milder beurtheilen, wenn Sie mich „Zur Ruhe?" unterbrach sie ihn. „Ab, wie einst vorhin hätten auSsprechm laste«. Hier Ihr Vertrag ... nach meiner Ankunft in Ihrem Lande! O erinnern ' ich gebe Ihnen damit Ihre Freiheit zurück. Und dann

Oesterreich-Ungarn sich zu halten, und zwar nament­lich deshalb, weil eS wirthfchaftltch ganz auf dieses angewiesen ist. ES klingt seltsam, ist aber un-

Deutsches Reich.

Berlin, 30. September.

Bestellungen

auf die

Sie mich nicht au diese Ihre Handlungsweise! Durch die Marke der Selbstbeherrschung hatten Sie mich einschläfern »ollen, um mich dann von Neuem zu be­leidigen! Doch wozu fernere Reden? Hier . . . sehen Sie hier!" Sie r»ß die nahe, in ihr eigenes Gemach führende Thüre auf und zeigte auf zwei Koster, welche fertig gepackt und geschloffen in der Mitte standen. „Ich wenigstens werde Wort halten, wenn Sie auch ungestraft das Ihrige wiederum breche« dursten!"

Da» Blut stieg ihm ins Gesicht, uid) seine Finger- sp tzen gruben sich tief in die Ballen seiner Hände, Während sie erregt fortfuhr: „Ich werde weder Stmm, noch Regen oder Kälte scheuen, «och Berlaffenhett fürchten, wen» eS gilt, noch eine Nacht hier zu bleibe» oder hmauSzueilen unter die ftemden Mensche», unter denen ich mrch sicherer fühlen werde, als unter Ihrem Dache!"

„Wissen Sie nicht, daß ich Sie zurückholen lassen kann?"

Herr v. Kotze von Glatz aus selbst daS Wort, indem er schreibt: „Ich habe weder einen mehrtägigen Ur- laub nach Lande ck erbeten, noch erhalten und konnte somit gar nicht höchstgestellte Persönlichkeiten in BreS- lau für meine Person interesfirm. Eine derartige Handlungsweise liegt Mir überhaupt fern."

ft Der Kolouialralh soll nach «euerer Angabe zum 19 Oktober eivberufen sein. Die Meldung de» Hamb. Korr., eS könnte eine Vermehrung der ostafrikanischen Schutztruppe in Erwägung kommen, bestätigt sich nach Erkundigung«« der Hott' nicht. Vielmehr dürste avch für eine größere mili­tärische Unternehmung gege» die Wahebe die Schutz- trappe vollständig au-weichen, eins Ansicht, der auch Gouverneur v. Wiß m ann noch in den letzten Tagen Ausdruck verliehen hat. Wie dasselbe Blatt schreibt, ist ei «ach den letzten Berichten deS Majors Leutwein voraussichtlich nicht nöthig, die vom Reichstag genehmigte Verstärkung der südwestafrika- nischeu Schutztruppe beizubehalten. Es sei deshalb bereits zum 1. Januar 1897 eine erhebliche Herabsetzung derselbe» in Aussicht genommen.

O Die Kommission des deutschen Haudelstages zur Begutachtung des Entwurfs eines Handelsge­setzbuches trat gestern im Bureav der deutschen Handelslager in der neuen Börse unter dem Vorsitze der Präsidenten, Geheimen KommerzienrathS Frentzel, zusammen. Zur Berathung stehen bie §§ 105 bis 305 des Entwurss. Die Verhandlungen werden voraus­sichtlich mehrere Tage in Anspruch »ehmen. Vertreten sind dabei die Handelskammern zu Frankfurt a. M. (Götz-Mgaud, Syndikus Dr. Hatscheck), München (Dr. jur. Kahn, LandeSkammer-Säcetär), Chemnitz (Geh. Kommerzienrath Bogel), Mainz (Kommerziemath Weiß- mann), Duisburg (H. Bönninger), Koblenz (Fabrik-

Stromaufwärts.

Roman von Cl. Lötschert (M. Brechten).

59] ------- (Nachdruck verboten.)

ES war in einem kleinen Gesellschaftszimmer gegen Abend deS anderen Tages.

Sie standen sich gegenüber, während draußen Sturm und Regen mit einander kämpfte».

„Ich habe Sie durch meine jüngste Tochter um diese UMerreduog bitten laffen, damit Sie «einen Wünschen desto eher uachkornmen möchten."

Sie neigte leicht den Kopf. „Ich sehe mtt Spannung Ihren Mitthriluugen entgegen und hoffe, daß Ihre Bemühungen, eine neue Erzieherin zu finden, von b stem Erfolg begleitet gewesen find."

„Dar waren sie nicht oder besser gesagt: ich habe «»fach keine Schrttte in dieser Beziehung gethan."

„Du lieber Gott, so hätten Sie mich also wieder . getäuscht?"

essirten Staaten an der unteren Donau, Rumänien vnd Serbien, zu der Feier einlud; den Fürsten von Bulgarien einzuladen, ging nicht an, weil dieser lei« unabhängiger Fürst, sondern Vasall der Sultans ist.

In den Trinksprüchen der drei Monarchen in Orsowa . _____ „ 7_____,

werden gleichmäßig die fteundschaftlichen Beziehungen ? in Freunde der Dreibundes verwandelt,' sobald sie der Donaustaaten Oesterreich-Ungar», Rumänien und selbst zur Regierung gelangten. Alle Parteien in Serbien zu einander hervorgehoben. Die politische - Rumänien wisien eben, daß sie in Oesterreich-Ungarn Vorsicht gestattete keine klare Bezeichnung deS wirk- ! eine» starken Rückhalt gegen russische Annexionsgelüste licheu Verhältnisse- der drei Länder. Die Presse braucht habe». Aber auch für Oesterreich-Ungarn und den sich nicht dieselbe Vorsicht aufzuerlegen und erörtert - Dreibund ist Rumäniens Anschluß von großem Werthe, dieses Verhältniß daher angesichts der Feier von Or- da eS eine treffliche Armee hat und in strategischer sowa sehr eingehend, übern sie von der Ueberzeugung Beziehung durch seine Lage dazu geschaffen ist, Oester- auSgeht, daß die Monarchevbegegnung von Orsowa i reich-Üngarn auf der rechten Flanke zu decken und zu- zwar kaum neue polittsche Abmachungen zeitigen dürste, ' gleich den Ruffen de» Landweg nach Konstantinopel wohl aber als Bestätigung einer natürliche« 1 - — -- ~ -

Bundesverhältnisse» des habsburgische» Kaiser­reichs mit Rumänien und Serbien zu gehen hat. Das dürste, wenigstens was Serbien angeht, auf de« erste» Blick zweifelhaft erscheinen, weil dort, je nach der gerade herrschenden Partei, zuweilen eine starke Hinneigung zu Rußland hervorgetreten ist. Trotzdem kann Serbien schließlich gar nicht anders, als nur an

büre ich, schenke» Sie mir nur noch eine Viertelstunde Gehör, ehe Sie mir dar amhun, daß Sie in diesem schauerlichen Unwetter hinaus fliehen!" Er wies auf die Fenster, hinter deren Scheiben der Regen in Strömen niedergoß.....Ich weiß nicht, ob in Ihrem

anscheinend kalten Grmüthe je so etwas wie „Lrebe" gewohnt hat. Doch, wenn Sie wirklich wissen, wa» diese Empfindung bedeutet, so flehe ich Sie au: Hören Sie mich ruhig und geduldig an! Ah . . . Sie werden blaß, Sie erröthen! Sind Sie bereit, meine Bitte zu erfüllen?"

„9a."

„Als Sie in mein Hau» kamen, da wußte ich nicht, wen ich vor mir hatte. Bald aber lernte ich an Sie glauben als an da» reinste, tugendhafteste Wesen, da» jemals meinen Weg gekreuzt. Ich habe versuchen wollen, Sie ziehen zu laffen, aber ich konnte eS nicht. In einer bösen Stunde hatte ich Ihnen einst Be­leidigungen ins Gesicht geschleudert; dennoch fühlte ich schon damals, wie hoch Sie über mir standen, ver­gessen Sie die Worte von damals, ich bitte; den» in dieser Stunde biete ich Ihnen alle», worüber ich ver­fügen kann: meine Hand und meinen Name» . . . werden Sie meine Gattin . .

„Nie, nie!"

„Dagmar, Pau! und Fee . . . ihnen, die nie eine

uliMrWZritiikig

__________mit »ntechqttnngs-Keilage .Sterne u«i> Ktnmen".

bestreitbar wahr, daß Serbiens Nationalwohlstand und finanzielle Sicherheit hauptsächlich auf seiner — Schweinezucht beruht; die serbischen Schweine gehen aber, soweit sie nicht im Jnlande verbraucht werden, so gut wie sämmtlich nach Ungarn ober durch Ungarn - . , . , . - ins fernere Ausland ihrer nahrhaften Bestimmung ent-

werden noch fortwährend angenommen. gegen. Die ungarische Regierung gebraucht daher,

, sowie sie einmal mit Serbien unzufrieden ist, von d Oesterreich-Unqarn und die Donau- i$er stets bewährtes Mittel, um di« Serben kirre föhrrrtMT i iU machen, die Grenzsperre für das serbische Schwei»,

öiuiuviu Auch jüngst wieder hatten einige „Mißbelligkeiten" !

In Orsowa ander untere« Donau, auf ungarischem ' zwischen Ungarn und Serbien diesen Schritt veran- Bode«, wurde in diesen Tagen durch Kaiser Franz - laßt, und man geht daher wohl nicht fehl, wenn man Joseph im Beisein der Könige von Rumänien ; annimmt, daß der junge Serbenkönig bei seinen Be- und Serbien in feierlicher Weise die Eröffnung des sprechungen mit Kaiser Fran; Joseph in Orsowa landeS- „eifernen Thores" vollzogen, wo die Donau aus dem väterlichen Sinnes des heimischen Schweine» sich an- Felsenbarren ^rauitritt, die bisher die Donauschiff. ■ genommen. Serbien ist außerdem auch militärisch Presse,H Be"gn ad^g u n"g'des"in Glatz feine Festung-" fahrt unterbrachen, um dann in ruhigem Bette auf । genöthigt, mtt Oesterreich-Ungarn auf friedlichem Fuße haft verbüßenden Ceremonienmeister» LebereSt v. Kotze 'hren brett-ren uud tteferen Gewäffern selbst d,e größten ; zu bleiben, weil e» auf zwei Setten von dem großen sei unterbliebe», weil dieser einen mehrtägigen Urlaub Handelsschiffe zum Schwarzen Meere hrnau,zutragen. ■ Nachbarreiche begrenzt wird und Rußland, auf welche, zu einer Reise nach Breslau mißbraucht hätte, um dort Jetzt find die Hindernisse die seither der Groß-Schiff- f eS etwa zählen könnte, zu entlegen ist, um ihm bei- hochgestellte Pechnen, u. abie BH effin »on fahrt auf der ganzen Donau von Passau b,S zum zusprmgen,bevor österreichische Truppen inSerbien stehen. Meiningen, zu veranlassen, an höchster Stelle ffch für “*""**" | «mH Rumänien ist auf den Anschluß an Oester-1 feine Begnadigung zu Lw-ndm tzLzu Afl fttzt

! rekch-Ungar« angewiesen, und es ist ein offenes Geheimniß, &------ - • " a ■ - — a

daß es den Anschluß an den Dreibund bereit» thatsächlich vollzogen hat, mag die» nun durch schriftlich» Vertrag oder durch mündliche Vereinbarung geschehen sein. Rumänien weiß, daß eS von Rußland nichts Gutes zu erwarten hat; hat diese» ihm doch, trotz der werthvolle« und — z. B. bei Plewna — entscheidenden Hilfe, die ihm Rumänien im letzte» russisch-türkischen Kriege geliehen, nachher beimFriedenS- schluffe eine seiner beste» Provinzen abgenommen! Darum haben seüdcm alle rumänischen Staatsmänner, mochten sie (wie z. B. der gegenwärttge Ministerpräsident Demeter Sturdza) als Führer der Opposition auch noch so laut gegen die Ungar« geeifert haben, sich sofort