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Frettag, dm 25. September 1896.
23. Jahrgang
Ktrowanfmarts
* j die forschenden Äugen von Gert»'« Vater gefürchtet - gleiten möge.
ctV"\ . x : “ßb, wie sie doch das Gefühl einer gewiffen Schutzes - In diesem Augenblicke erschien Semen unter der -ruck verboten.) j m feinet Gegenwart gehabt hatte. Wie anders hier! - Thür — sein ernstes, gutmüthiges Gesteht redete eine sehr geringem : Sre erschrak schon, wenn Semen sie zu seinem Herrn f so deutliche Sprache, daß Hanna nach seinem 8er- hnuch um das । beschiel), oder dieser, den Unterricht jäh unterbrechend, | schwinden aufsprang und den Muth zu einem kurzen, >r geschlungen, i hereintrat. Die Augen deS Dieners folgten ihr oft j entschiedene« .Rein" fand. Aber ei« Bemerkung be» c Stellung da, ängstlich warnend, aber fie wußte, daß, wenn auch > Runen trieb ihr uol Blut in die Wangen und machte »eu Augen dem der alte Mann eme ihr drohende und noch unbekannte I zugleich, daß sie ibn uvaläubia und dock tödtlick er-
Roma« von Tl. Lötfchert (M. Brechten).
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(Nachdruck verboten.)
War die ,Kons. Korresp? hier sagt, gilt in gleicher Weise vom Standpunkte der CentrümSpartei für die
m r t ihr drohende und noch unbekannte I zugleich, daß fie ihn ungläubig und doch tödtlich er-
Tefahr ahnte, bie Treue grgen Rosanoff ihn niemals i schrocken ansah.
sprechm taff eit würde. 5 „Wie Sie sich jetzt zieren!" sagte er langsam und
An einem kalten, «offen Herbsttage sah fie fich Ohmsch, „«einen Sie, ich hätte den interessantesten wieder mit dem Konsul allein — ohne daß eS ihr : Austritt in den Kellereien der „Niederburg" verg-sien? recht klar wurde, wie alle, die noch kurz vorher im 3a, ja . . . eS ist so Sie erkannten mich nicht wieder; Z mmer gewesen, nur eigentlich hinauSgekommen waren, aber ich wußte sogleich, wen mir der Zufall so gefällig m _ - tn die Hande gespielt hatte. Und nun mache« Sie
Rosaroff trat auf sie zu u«d sprach den Wunsch künftighin keine solche Umstande, wenn ich eine« Wunsch an», daß fie ihm an jedem Abend, wen« seine Geschäfte ausspreche... ich bin reich genug und gewillt, auch
außerhalb beendet seren, Rechenschaft von den Bor- : Ihre Neigungen sämmtlich zu besnedigeu. Bdenken
«chhemt tit-Sch, Gon«, und geiertage au4^nom»ea. — ««rteljühriicher AbonnementSpreiS ohne Briugerkohn und Bestellgeld in Fulda und auswärts 1 Mark 50 Pfennig Inserate kosten drr emfpalt-ge Sarmondzeile oder deren Raum 15 Pf., Reklamen die Petitzeile 25 Pf., bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.
Schlechte Lektüre.
Unter den vielen Anregungen und Beschlüssen der Dortmunder Katholikenversammlung verdiene» diejenigen, welche sich gegen daS Halte» und Lesen der Sstte und Religion gefährdende» Schriften und Zeit- vngen richte«, eine ganz besondere Beachtung.
Rur zu häufig kann man auch von sonst gläubige» Katholiken das Wort hören: „Ich kann alles lesen, mir schadet es nichts!" Das ist genau so verwege« und vermeffen, als wenn ein Spaziergänger, der im Walde Beeren aller Art schimmern fieht: neben der Erd» und Brombeere die giftige Einbeere oder Tollkirsche, sage» wollte: „Ich kann alle Beeren efle«, mir schaden fie nichts." So verheerend und vergiftend die letztgenannten Beeren auf den Körper wirke«, ebenso eie schlechten Schriften auf die Seele.
Mit vollem Rechte hat daher die Kirche als Wächterin über die Reinheit des Glaubens und da» Seelenheil der Gläubigen zu allen Zeiten ihre warnende Stimme gegen das Lefen schlechter Bücher und Schriften erhoben und dasselbe außerdem mit harten kirchlichen Strafen belegt. Lesen wir doch schon in der Apostelgeschichte, daß die Christen in Ephesus alle Zauberbücher zusammengebracht und öffentlich vor der versammelten Gemeinde verbrannt haben, obwohl sie einen Geldwerth von 50 000 Drachmen (26 000 Mark) darstellten.
So oft die Jrrthümer der Härefiarchen auf Konzilien oder durch päpstliche Bullen vernrtheilt wurden, erfolgte auch sofort dar Verbot, die Bücher derselben zu lesen oder zu verbreiten. Und wie scharf habe» die Kirchenväter daS Lesen und Berbresten glaubens« und sittenloser Schriften verurtheilt!
OrigeneS bezeichnet e» als ebenso sündhaft wie die Teilnahme an den Sötzenopftr-Mahlzeiten. Der hl. Isidor schreibt, glanbenSlv e Schrift n zu lesen sei so viel als dem Teufel opfern. Endlich hat die Kirche ein eigene» Berzeichniß verbotener Bücher angelegt, deren Lektüre ohne spezielle Erlaudniß unter schwerer Sünde verboten ist.
Und wer wollte der Kirche ein solche» Recht bestreiten, wenn wir sehen, daß selbst schon der römische heidnische Staat eh Bücherverbot erließ, weil er die verderblichen Folgen solcher Lektüre erkannte? Und übt nicht auch der moderne Staat seine Eensur?
Kein Geringerer al» Goethe urtheilt über sein eigenes Werk „WertherS Leiden," daS leider noch immer von Tausenden mit Sier verschlungen wird: „Ich habe daS Buch seit seinem Erscheinen nur ein einzigesmal wieder gelesen und mich gehütet, e» aber« mal» zu thun. Es sind lauter Brandraketen!
„Ihr wißt, daß der Glaube tief in meinem Herze« wurzett. Und doch ka«n ich kein schlechte» und verbotenes Buch lesen, ohne da» Bedürfniß zu fühle», mich wieder durch da» Lese» der hl. Schrift, der Nachfolge Christi oder des seligen Ludwig von Granada in die - echte Stimmung zu versetzen. Wo» wird jener unbesonnenen Jugend begegnen, die alles zu lesen wagt, ohne Präservativ, ohne Erfahrung! Dieser Gedanke erfüllt mich mit Schauder. Und welche- Unheil geht nicht darau» für die öffentliche Sicherheit hervor!"
Und wer war dieser BalmeS? Ein Biograph sagt von ihm: „Balme» war ein Lehrer der ganzen spanischen Nation; er hat der Religion, der Politik und der Philosophie in Spanien eine neue Richtung gegeben und unzählige Geister auf den rechten Weg geführt." Er beherrschte alle Theile der Wissens, auch Mathematik. 1837 erhielt er den Lehrstuhl für Mathematik in Bich. „Die mathematischen Studien dienten ihm zur Erholung und Ruhe." „Jeder Spanier sah in ihm eine« Ruhm seine» Vaterländer." Bei seinem Tode 1848 wurde in ganz Spanien eine Subskription eröffnet, um dem großen Bertheidiger der katholischen Glauben-, dem christlichen Philosophen, dem frommen und ausgezeichneten Schriftsteller, dem Priester Jakob BalmeS, ein würdiger Denkmal zu setzen.
Wer wollte, wenn dieser Mann so urtheilt, noch behaupten, schlechte, glauben-feindliche Bücher schadeten gereisten und gelehrten Männern nichts?
Die Kirchengeschichte lehrt uns mit erschütternder Sprache, von welch schrecklichen Folgen daS Lesen glauben-feindlicher und sittenloser Schriften begleitet ist. Nach BaroniuS bezeugt Dionysius von Alexandrien, daß durch die härefirende» Bücher der Bischofs Repor beinahe der halbe Orient in den Jrrthum der Chiliasten geführt fei. Der Syrer BardafaneS in Mefopotamiev war nach feiner Bekehrung zum Christenthum von hervorragender Frömmigkeit und eiferte in Wort und
ES wird mit unheimlich dabei, und ich fürchte den ....._________________ ..._. ___________________f
pathologischen Zustand wieder durchzuempfinden, aur so hörten doch seine "Schriften nicht auf," den Orient > dem eS hervorging." So Goethe alr Greir von f----—•*— """ —--------"
75 Jahren, am 2. Januar 1824 j
OrigeneS; Hieronymus warnte ihn davor, er verachtete aber die Warnung und fiel ab. Heinrich Bulinger, einem katholischen Lehrer, einem Manne von großer Frömmigkeit und von solchem Strebe» nach Vollkommen« heil, daß er im Begriffe stand, in den strengen Äart- häuserorden einzutreten, kam unglücklicherweise ein Buch MelanchthonS in die Hande. Obwohl er ansaugS einen Horror vor demselben hatte, la» er eS doch und kam dadurch zum Abfall, und wurde so aur einem frommen Diener Gotte» ein unglücklicher Sklave de» Satan», wie der hl. Alfon» von Signori beifügt, aus besten Moraltheologie die angeführten Beispiele herrühren. Denselben fügt er noch da» Beispiel von Wikleff und Huß hinzu. Durch seine mündliche Lchre erzielte Wikleff keinen großen Erfolg, durch seine gottlosen Bücher aber vermochte er ganz Böhmen, das er noch nie gesehen, mit seiner Irrlehre zu vergifte». Denn al» Huß dessen Bücher durch einen Böhmen, der in Oxford studierte, erhalten hatte, streute er dessen gottlose Lehre mit furchtbarem Erfolge überall aus Auch vemertt Signori noch, daß fast alle neuen Häresien au» den Schriften früherer Häretiker geschöpft feie».
Wer darf sich also noch erkühnen zn sagen: Ich darf alle» lese«, mir schadet er nicht»!?
Deutsches Reich.
Berlin, 24 September.
* Unter der Unterschrift: „Wa- jetzt noch thnt?" fordert die »Konservative Korrespond nz' zur Unterstützung der kon ervativen Parteipresse auf, wie folgt:
Der Quartalwechsel steht vor der Thür. Sorgt zunächst jeder konservative Mann dafür, daß nach Ablauf dieses Vierteljahres kein gegnerisches, aber auch kein sogenannte- parteiloses Blatt nach Art der Lokal-und General-Anzeiger u. s. w. in seinem Hause, in seiner Familie gehalten werde. Wer gegnerische oder charakterlose Zeitungen durch Inserate oder Abonnements unterstützt, kräftigt indirekt die Lage der Gegner. Es ist also nicht nur unklug, sondern auch unrecht gegen die eigene Partei gehandelt, wenn man dem Feinde auf diese Weise Thür und Thor öffnet. Unsere Gegner gehen in dieser Beziehung durchaus zielbewußt vor. Auch in deren Interesse liegt eS häufig, konservative Zeitungen zu lesen; allein sie besriedigen dieses Lesebedürfniß mcht dadurch, daß fie dir konservative Zeitung mithallen, sondern dadurch, daß sie dieselbe in einem öffentlichen Lokale lesen. Diesem Beispiel wolle mau in konservativen Kreisen folgen.
That an bet Ausrottung der Ketzerei, fo daß er ben Katholiken zur Bewunderung gereichte; al» er aber gewisse Valentinianische Schriften la», verfi-l er nicht nur m denselben Jrrthum, sondern stellte «och weitere paradoxe (widersinnige) Ungeheuerlichkeiten auf und verführte zahllose Menschen. Ebenso bezeugt der hl. H'.erorymuS, daß Spanien und Portugal nicht von der Irrlehre befleckt worden wären, wenn man dort nicht die Schriften der PriScillianisten verbreitet hätte. Eutyche», vorher ein unbesiegter Bertheidiger des?___,, „„
Glaubens, wurde durch da» einmalige Sefc« eines | CentrumSpreffe. ES geht in der That nicht an, manichäische» Buches das verruchte Haupt zahlreicher ' daß Jemand zwar CentrumSmann fein will, da- Häretiker. Nachher wurde er zwar in ein Kloster ge- f neben aber centrumsfeindliche Blätter unter- steckt und fo zum Schweigen gebracht; aber obwohl = stützt, zu denen auch die KreiSblätter und die sog. sein Mund die Irrlehre nicht mehr verkünden konnte, ? „farblosen" Generalanzeiger gehören.
so hörten doch seine Schriften nicht auf, den Orient \ ft Die »Nordd. Allg. Ztg.' bestätigt theilweise die immer mehr nut der Häresie zu verpesten. Aehnlich - gestern von unS erwähnte Angabe der Host', indem ist auch Julian von Halikar-rnß durch die Sektüre der - fie schreibt: In der nächsten Woche dürfte nach Ablauf
FilldüttMZeillliig
mit Unterhattnngs KeUage „Sterne urr- Klrrmen".
Aehnlich nrihel t der große Ph/ofoph und Renfchen- Schriften Salentinian» zum Glanben-abfall gekommen. . der Sommervettaguna der Bnndesrath seine Sitzungen
kenner BalmeS, der etnst zu zwei Freunden sagte: OvituS, ein spanischer Priester, la» die Schriften deS ■ wieder aufnehmen, jedoch steht die Anberaumung der
i in feiner Rahe. Sie dachte oft daran, wie sehr fie heutigen Abend auf einer Fahrt in einige SäSen 6e-
Dem Anscheine nach war fie von s Stande. Ein buntseidene» Tuch turbanähnlich Helle, aber schon weiß durchzogene Haar geschlungen, faß fie den ganzen Tag in vorgebeugter Stellung do, das gelbe, runzelige Gesicht mit den trübe» Augen dem Bode» zugekehrt.
In Hanna überwog bald da» Mitleid mit der augenscheinlich gleich ihr vereinsamten alten Fron bett Widerwillen, welche» ihr die Häßlichkeit derselben ein- flößte. Ihr Beispiel und ihr Einfluß bestimmte» Dag- mar und Paul, b r Großmutter ehrerbietiger und herzlicher zu begegnen. Mütterchen Dinita, wie fie von allen genannt wurde, empfand die wohlthnende Veränderung und erkannte bald, wem fie dieselbe zu bet- danken habe. ^Sie verlor die anfängliche Scheu vor? --—- i»w» ««■»> wi- ci#« ^riguagrn Mmmurcy zu vejuevigen. o ueuren
, wurde zutraulicher und ftenndltcher. : gänge» tm Hau»halte und dem Benehme» der Kinder Sie vor allem den gewaltigen Unterschied zwischen ba-
Bo« RuUand und der Rückkehr bahin mürbe nie- t ablegen solle — boch erst, wenn die Uebrigen fich mal- und jetzt: in dem Hanse meine» deutschen Freunde»
malS gesprochen. Seitdem der Stüter nahte, blieb ? zurückgezogen hätten — er liebe die Unruhe nicht. Sie schienen Sie kaum mehr al» et«e gewöhnliche Dienerin
Hanse Er begann Theünahme an stutzte und ein seltsame» Sicht erhellte plötzlich das zn sein; hier können Sie, wenigsten» nach Außen hin,
den Fortschritten seiner Kinder zu zetgm und schien ; Dunkel, in dem sie bi» dahin gedankenlos < nhergewan» den Platz der Herrin eitmehmrn, wenn Sie . . . nur
da» Schulzimmer zu seinem SreblingSauseathalte machen ■ beit war. Ihr betroffene» Schweigen als Einwilligung wollen V
zu wollen. Hanna empfanb ein unerklärliche» Bangen beutenb, fügte er den Wunsch hinzu, daß sie ihn am * „Ja," rief fie, „ich verstehe den Unterschied: dort