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um Grundstücke, deren Ertrag auf 2 Lire bis herab

daS Nöthigste

lischen (?) Hagel- und Feuerversicherung" zu Bedin­

gungen an, die nach seiner Meinung alle Bauern „dem neuen BolkSwohlthäter" zuführen werden, ferner die

platonische (platonische----nicht ernst gemeinte) Beschlüsse, ; we die voUSbeglückenden Reso'utio en unserer Herren » Parlamentarier —, ist allerdings wohl geeignet, für • die Partei Stimmung zu machen." Er führt daun als Beispiele die Errichtung einer „allgemeinen karho-

für gegenseitige B chversicherung, 1 Bank, 6Jüngling»- Bereinen rc., uud daß alles in der einen, für unsere

„O Kind", sagte Frau Röder weich und strich ihr über daS rollige Haar — „noch eine Mutter haben uad doch so starren SinneS fein!"

„Ich weiß, daß ich Unrecht habe, aber ich kann nicht anders, mein Herz ist manchmal <o verhärtet. Beten Sir für mich, daß ich eine gute Tochter werde!"

„ES wird Sie also doch ein wenig kümmern, Rach«

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Verhältnisse kleinen Diözese Udine. DaS hat Herrn - Dr.Barth dermaßen imponirt, daß erauSruft: „An­gesichts einer derartigen Thätigkeit hört in der That alles auf, und der Sozialismus wird sich sehr zu regen haben, falls er mit der sturm- gleich anschwellenden klerikale« Bewegung konkarriren will." Herr Dr. Barth kommt dann zu ; dem etwas gesuchten Schluffe:

„Roth" oder „Schwarz" ist die Losung der Zu- ; kaust — war aber von „beiden dar Volk wohl für ’ sich haben wird, dar weiß wohl nicht einmal der un­fehlbare Greis im Vatikan!" Die letztere Bemerkung i ist so eine kleine Entgleisung, wie man dergleichen bei liberalen Schriftstellern, die sich bemühen, möglichst „geistreich" zu schreiben, nicht selten findet. Interessant - ist jedrnfallr, daß für Herrn Dr. Barth der Libe- ralirmur als Macht der Zukunft gar nicht mehr in Frage kommt, im Urbrigen haben wir Katholiken die Gewißheit, daß wir schließlich siegen werden im Zeichen des Kreuzes.

Hanna rrröthetr. „Ja, ich habe mitgenommen. Es wird reiche», bis ich eine Stelle habe ... ich werde arbeiten oder . . . hungern."

LL Ein beachtenswerthes Zeugniß eines Gegners

für die soziale RefornttdänMt der katholisches Kirche enthält die letzte Nummer drS »Zeitgeist', einer Wochenbeilage des freifimigen,Berl. Tagebl.'. Der Ärtik-l ist verfaßt von dem römischen Korrespondenten di-seS Blatter, Dr. HanS Barth, der sich oft genug als eifriger Gegner d S KatholiziSwu» bewiesen hat, und trägt die Ueberschrift: Der soziale Kampf in Italien („Rothe" uud „Schwarze"). Zunächst wird darin die Sorglosigkeit uad Gleichgiltigkeit der „leitenden Kreise" — die ja alle nur verschiedene Schattiruugen bei „Liberalismus" zeigen — in treffm- der Weise gebrandmarkt. Die liberalen Cliquen, die sich in Italien als Parteien bezeichne» und doch weiter nichts find, als Bereinigungen machthungriger Politiker zu dem Zwecke, sich und ihre Freunde mit gut bezahlten Ämtern zu versorgen, wiegen sich allein der bcq rewen Ueberzeugusg, daß in einem ack rbavtreibenden Lande w e Italien mit seiner spärlichen Industrie eine wirklich gefährliche soziale, bezw. sozialistische Bewegung gar nicht Platz greifen könne. Die sizilianischen Wirren schienen diese politische Schmarotzerwelt aus ihrer Ruhe aufzuscheuchen, und Crilpi, der damals das Staats- rüder führte, versp ach denn auch den Sizilianern, feinen Landsleuten, alle möglichen Reformen. Aber für'! Erste begnügte er sich damit, mii Waffengewalt die bedenkliche Gährung der arbeitenden Klassen zu unterdrücken und, all ihm diel gelungen war, war von Reformen nicht weiter die Rede. Sein Nachfolger, Rudini, schien dann Anfang! die Reform-Absichten wieder aufgreifen zu wollen, indem er eine« besonderen Kommissar für Sizilien mit dem Range einer Münster» ernannte; aber diesem ersten Sch-itte sind weitere Schritte, ö. h. also wirkliche Reformen, nicht gefolgt.

Die Gewaltpolitik CnIpi'S, die sich auch in den Ausnahmegesetze» gegen die Sozialisten und Anarchisten kund gab, hat inzwischen nur dazu gedient, die revo­lutionären Elemente gewaltig zu vermehren. Die

Die Erstere unterbrach eben chr< Rede, reichre auf ein bescherdeNkS: „Bitte, lassen Sie mich die Maschen aufhchen", ihr Strickzeug nach der Seite und wandte sich dann zu dem Mädchen, welche» daS obere Ende de! Tisches deckte.

„Ist eS auch recht heiß, AgneS?" und die weiße, rundliche Hand legte sich prüfend an dm wie Silber glänzenden Zinndeckel, welcher die Schüsiel mir dem dampfenden Beefsteak bedeckte — war es doch für den eben eintretenden Sohn.

„Gewiß", erwiderte die Gefragte und stellte eine kleine Flasche alten Rheinwein neben da! Glas ihres Herrn.

„Ich kann Sie leider nicht bitten, an meinem Abendessen theilzunehmen", sagte der Sanüätlrath zu Hanna, und breitete seine Serviette auS; „aber Sie sollten dafür eine Taffe Thee mit meiner Mutter ein­nehmen."

„Sie hat schon dafür gedankt und abgelehnt", er. widerte diese. „Ich dachte nicht, daß sie uns so ftüh verlassen würde."

„Worauf soll ich noch watten . . . war soll ich überhaupt noch hier?" entgegntte Hanna.

„Sie haben Recht; ein schnelle» Scheiden ist immer beffer als ein nutzlose» Unrhätigsein. Aber daß Ihre Mutter sich so schnell hineingefunden hat!"

Stromaufwärts.

Roma« von Cl. Lötschert (M. Brechten).

52] ------- (Nachdruck verboten.)

Als die Bäume in de» kleinen Gärten und in der Allee sich mit jungem Laub bedeckten, da war Ger« trudenS Hochzeit gefeiert worden — still und einfach, wie sie e» gewünscht und wie eS d e Rücksicht auf die Familien Raunheim und Dohna gebot.

An rinm heiteren Apriltage stieß ein kleine» Dampfboot, auf dem ein MusikkorpS die beliebtesten Rheinlieder spielte, von der Landungsbrücke ab. 8S entführte das junge Paar und den Vater der Braut, welcher feine Tochter eine Strecke weit begleiten wollte.

Als Hanna Willbruch sich in dem einstigen „Feen­gemach", wo die Braut-Toilette mit dem Reife-Anzug vertauscht worden, allein sah, sank sie mitten unter die umher geworfrnm Arial- und Spitzen-Stofft nieder uud schluchzte: „Run ist mein Leden au»." Dann schlich sie stumm in daS Häuschen hinüber, in dem sie doch eigentlich „daheim" war.

* ♦ *

Auf dem altmodischen Sopha unter dem Bild, das da» Landhaus ihres Mannes vorstellte, saß Frau Röder — in ihrer Rähe Hanna.

Deutsches Reich.

Berlin, 22 September.

* Der Kaiser trifft Ritte Oktober auf Schloß Kronberg ein, um bei dem Besuche, den daS russische Kaiserpaar von Darmstadt auS der Kaiserin Friedrich : auf Schloß Friedrichlhof abstattet, zugegen zu sein. \ Bon Kronberg au» stattet der Kaiser den gemeldeten Besuch in Wie»baden ab.

* König Humbert von Italien soll nach der j Behauptung des Geh. Kirchenrath» Prof ssor Fricke ■ Protestant sein; man „dürfe e» nur nicht sagen". ' DaS ,Berl. Tagebl.' hat nicht Usrecht, wenn e» Auf­klärung darüber verlangt, ob Herr Fricke eine Indis­kretion begangen habe oder im Jrrthum sei. Obwohl unS daS letztere wahrscheinlich dünkt, wollen wir doch mittheilen, daß uni von protestantisch-kirchlicher Seite erzählt wurde, die Fricke'sche Behauptung sei richtig. Der König sei ans Aerger über vatikanische Angriffe gegen den Quirinal zum Protestantismus übergetreten, \ doch habe man dies au» Rücksicht auf da» katholische ’ Land Italien bi» jetzt geheim gehalten. E» wird et- > wartet werden dürfen, daß man sich in Italien von i amtlicher Stelle auS über diese Gerüchte ausspricht; l jetzt schon Betrachtungen darüber anzustellen, würde nicht am Platze sein.

* Die Verhandlungen de» Major» v. Witzmau» mit dem Kolonialdirektor Dr. Kayser, die am Mon­tag Nachmittag stattfanden, haben, wie die,Post' hört, zu dem erfteulichen Ergebnisse geführt, vaß Herr

„Sie hat gesagt, ste werde morgen ftüh schon vor meiner Abreise in die Weinberge gehen. Wer weiß, ob sie mich überhaupt leiben wag . . . nie, so lang ich denken kann, hat sie ein herzliche» Wort zu mit gesprochen."

„Hw, hm" — Mtffet und Gabel wurden kräftiger gehandhabt als vorher — „ich weiß nicht, aber nur gefällt der ganze Plan überhaupt nicht ... ich finde ihn, einfach gesagt, etwa» leichtsinnig," fiel der Arzt ein. „So viel ist sicher, daß, wenn Ihre Mutter mit den großstädtischen Verhältnissen bekannt wäre, dieselbe Sie nicht allein dorthin reisen laffen würde, auch ich nicht, wenn ich eS noch hindern könnte, ob­schon mir kein Recht über Sie zusteht. Sind Sie mit Allem versehen? Sie verstehen mich."

sozialistische Partei Italien» steht jetzt mächtiger da | al» je und wird dank dem fortschreitenden wirthschast- : lichen Niedergange besonders auf dem Lande sicherlich an Zahl und Bedeutung noch weiter anwachsen. Auf dem letzten Sozialistenkrongreffe zu Florenz wurde be­schlossen, künftig die Landbevölkerung besonder» zu bearbeiten — wie Dr. Barth betont, eine an sich vortreffliche Idee; denn ohne Uebertreibung leben 9/i0 der italienischen Landleute in Verhältnissen, die kaum . „-----.----

mehr etwa» mit menschlichen gemein haben. Dr. Barth neu die katholische Bewegung in Norditalien sührt hierfür einige lehrreiche Beispiele an Wir er- angenommen hat". Er betont sodann: „Wal die wähnen davon nur, daß in einem Landbezirke mir einer i katholischen Kongresse beschließen — und e» find nicht Bevölkerung von 3400 Köpfen nach dem neuesten Be- ' ' " , , :jri ri “ r

richt bei Steueramts d r Provinz Saflaro nicht weniger al» 328 Gütchen, d h. ein Grundstück auf je 10 Ein­wohner, vielleicht 5 auf 10 Steuerzahler, zwangsweise versteigert werden mußten. Und e» handelt sich dabei

auf 92 Centesimi geschätzt ist!

AnqefichtS dieser entsetzlichen Verarmung würde die , „

sozialistische Agitation gewiß offene Ohren und tzerzen Gründung von 40 sozialen Parochial-Komitee'S, 15 Bor- finden, wenn fie nicht auf den Widerstand einer Rächt | schuß-Kaffen, 12 Arbeiter-Vereinen, 3 Bauernvereinen stieße, die bis vor ein paar Jahren (so schreibt Dr. Barth) „in Italien moralisch wie politisch tobt unb begraben galt, bet man unter dem Eindrücke der Vergangenheit eine Entwicklung im modern sozialen Sinne nie und nimmer zugetraut hätte, — diejenige Rächt, die (mit Beschämung stellen wir Liberale dieS unwiderleg­bare Faktum fest) in Italien heute der einzige praktisch volkSfreundliche, den breiten Be- völkerungSschichten wirklich direkt nützliche Faktor ist: die klerikale Partei."

Unser liberaler Gewährsmann gibt sich, wie man sieht, redliche Mühe, der Wahrheit nachzuspüren, wenn auch die für einen liberalen Protestanten schwer zu besiegende Schwierigkeit, sich in da» Wesen und in die wahren Machtquellen der katholischen Kirche hineinzu- derkeo, ihn im Folgenden zu einigen Schiefheiten in Auffassung und Ausdruck verleitet. Herr Dr. Barth glaubt z. B. in der soziale« Hiifltcätigkeit der kathol. Kirche einen „mit dem Genie eine» Loyola entworfenen, mit der ganzen jesuitischen Zähigkeit auSqeführten Plan" erblicken zu sollen. „Plan" und Zielbewußtsein liegt in hn katholisch-sozialen Bestrebungen allerdings, aber dieser Plan hat län andere» Ziel, als dem armen Volke wnküche, ehrliche Hilfe zu bringen gemäß dem erhabenen Liebeggebote Jesu Christi. Dre soziale Hilfe als Selbstzweck schemt einem liberalen Politiker nicht in den Kopf zu wollen; et möchte seinen Ge­sinnungsgenossen auch rathen, Sozialreform zu treiben, aber nicht um de» Volke» willen, sondern um im Volke für sich, für ihre Parte genoss:» Boden zu gewinnen. Darum schreibt Herr Dr. Barth', die kathol. Partei habe, um sich das „Vertrauen des Volke» zu gewinnen", zu Mitteln gegriffen, „deren Anwendung man den „Liberalen" (die natürlich (!) solche Namen gar nicht verdienen), dringend hätte rachen mögen.

Doch sehe» wir davon ab, daß Dr. Barth al» Mittel zum Zweck auffaßt, wa» unS Katholiken that- sächlich Selbstzweck ist; e» bleibt sein Zeugniß trotz- dem ja noch ar erkennens genug. Dr. Battb weist weiter auf die Reche großer katholischer Kongress: hin, welche seit einem Vierteljahre in der Lombardei, Tos­kana rc. gehalten werden, ferner auf die ihn „in Er­staunen fitzenden" „zahllosen" Prozessionen in allen Städten und Ortschaften, um zu zeigen, „welch' un- l geheuere — „beängstigende" — Dimensio-

M 219

23. Jahrgang

Mittwoch, dm 23. September 1896.

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mit Unterhaltungs-Beilage „Sterne und Klnmen".