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Samstag, den 19. September 1896.
23. Jahrgang
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mit Unterhattungs-Keilage „Sterne und Ktnmen".
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September unentgeltlich und franko unter Kreuzband. der Höhe oder lw Tha.? „; all daß et gleich sprechen könnte; so tritt er nur an
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«„h „L kommt em mrt welkem Land hoch beladener Kinder- 4 <*„n? „Lh ufA»,
find in unserer Zeitung von sicherer Wirksamkeit.
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El war Abend und das laute Schluchzen in drr
wurde, das Korn- Unterdessen lieb- Groom mit den sprang hintenauf, Gange war, und
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teste Irmgard stets selbst lenkte, äugelte Tom, der kleine englische blanken Kröpfen an seiner ßstite, als der Wagen schon in vollem schlug die Arme übereinander.
Und
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Als
Ium 250Mrigen Iuöiläum der Fuldaer Mäuuer-Sodalität.
WV“ Wir laden unsere Leser zu recht zahlreichem Abonnement ein und richten zugleich an fie die Bitte, uus i» drr Gewinnung neuer Abonnenteu durch Empfehlung in Freundeskreisen «ach Kräften zu unterstützen.
Fulda, im September 1896.
Redaktion und Verlag der ,Fuldaer Zeitung'.
Wie ist drr Damm so nahe und doch so hoch und steil!
Zwei Stunden später. Ein luftige!, halbdunkles Gemach, ein Lager, und an feinem Fußende die Gräfin Ella von Raunheim mit einem Gesichte, in welchem jede MuZkel zuckt im Kampfe mit dem furchtbaren verhaltenen Schmerz.
Sie scheint etwas gesagt oder gefragt zu haben, denn sie bringt ihr Ohr dicht an den Mund der vor ihr Liegenden; aber sie muß lange warten, ehe eine kaum verständliche Antwort kommen kann.
Wie ist der Weg so kurz! Aber die kühlen Fluthen, welche plätschernd vorüber fließen und neckisch dal weiße Gesicht bespritze«, legen da! Land ferner und ferner.
An der zunächst erreichbaren Stelle des Ufers ist eine Treppe eingehauen. Ein Kopf, der auf die unterste, nur dann und wann vom Master bespült» Stufe gebettet würde, könnte für eine kleine Frist vor bem (Et-
roo ein Menschenkind nach Gott gerungen schweren Kampfe in der Welt, Allmacht hat es ihm zum ero'gen Lohne Jenseits sicher hingestellt.
in der Weihenacht die reinste Jungfrau
„Weiß Cäsar el!"
„Sein Zustand macht ihn unfähig, etwa! zu hören ober zu sprechen. . . wie groß muß seine Liebe gewesen sein! Doch ich bin gewiß, er würbe es billigen;
Burg enblich verhüllt.
An einem ber offenen gewölbten Fenster stand Hanna, einen mit frisch abgeschnittenen Blume» gefüllten Korb in der tiefen Steinnische vor sich. Sie suchte darin umher, dann ging sie nach einem in der Mitte des Zimmer! sich erhebenden Aufbau, fchlug den , darüber liegenden filberdurchwirkten Schleier zurück und i ordnete die letzten Rosen auf dem Kissen der Men,
Erscheint täglich, Sonn- und Feiertage ausgenommen. — Bierteljährkicher Abonnementspreis ohne Briugerlohn und Bestellgeld in Fulda und auswärts 1 Mark 50 Pfennig. Inserate kosten die einsvaltige Garmondzeile oder deren Raum 15 Pf., Reklamen die Petitzeile 25 Pf., bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.
Und vorbei gings an dem „Kaiserhof", hinter dem Bahngebäude und der Monarchenhalle her der Landstraße zu, die sich baumlos und menschenleer, wir ent weiß glänzender Streifen um das Gebirge windet.
nur. .
(Eine Bewegung mit der Hand — ein kräftigeres, deutlicheres Hervorstoßen der Worte: „O, dann . . .laß es zu! So nahe. . .vor dem Tode. . . fallen alle
„Ja Tante, und ich möchte gern den schönen Nachmittag zu meiner gewohnten Fahrt nach Rothenhause» benützm. Hast Du etwas dagegen?"
„Bewahre Kmd. Die frische Luft wird Dir wohl 5
' zweifelten Schlägen! Umsonst, die leichten Wogen find i stärker. Sie schließen sich friedlich über der finkenden \ kohlschwarzen Maste.
Aber nicht alle! begrabend!
„Wünschen Sie el?"
„Sa."
„Nun denn. . .die Aerzte glauben so."
Sie lächelt und er beugt sich über fie.
„Ein Wort. . . theuere Gräfin. . . hatte da! Leben keinen Reiz mehr für Sie. . . würden Sie e! zu kürzen gesucht Haden?"g
„Rein, o nein, ich würde versucht haben . . . Cäsar treu und innig . . . zu lieben. Ich hatte gethan, was Sie gerathen. Dann kam der Anfang einer sonderbaren Ruhe. Die! ist dar Ende und . . . wie schön! Nur der Sturz, der Schlag war schrecklich..."
„Gut. . . gut." Er legte seine Hand über ihre ferrchtkatte Stirn und das aufgelöste Haar. „Möge meine Tochter werden, wie Sie waren! Komteste Irmgard ... wir können nicht alles erreichen, wonach wir verlangen. Verzeihen Sie mir . . . ich hatte kein Herz mehr zu vergeben . . . sonst . . . " (Er neigte sich noch tiefer herab. . .
Ein ttebltchrs Lächeln umschwebte den schon vom Tode gezeichneten Mund.
„Avec glauben S'.e mir: es gibt ein Jenseits . . . eine schönere Welt für alle diejenigen, welche, wie Sie, nur da! Gute gewollt... in ihr werden wir uni Wiedersehen!"
Äug' in Äug' und in solcher Stunde!
Ihr Blick ist umflort; ab r der Ausdruck der so traurig veränderten Züge ist unbefangen, friedlich und glücklich. Da horch — ihre leise und doch wunderbar deutliche Stimme: „Sagen Sie mir . . . die Wahrheit . . . muß . . . darf ich sterben?"
Klotho war eine schwarze Ponny-Stute von sehr ebeler Zucht. Sie stampfte vor Vergnügen, als sie vor da! elegante Gefährt geführt
j trinken geschützt werben, wen« die Hanb zugleich Halt ; gewärne an einem tief in ben Felsen wurzelnden Strauche.
auf die
,IuLdcrer Zeitung'
für bas am 1. Oktober b. I. beginnende
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wolle man nicht bis auf die letzten Tage verschieben, bamit in der Zusendung des Blattes keine Unterbrechung eintritt.
Der Post-Abonnementspreis mit der illnstrirten Sonntagsbeilage
== Sterne und Winnen ss beträgt pro Quartal nur 1 Mk. 50 Pfg. excl. Bestellgeld.
Die »Fuldaer Zeitung' behandelt die neuesten Tagesfragen in allgemein verständlicher Weise. Die politischen Nachrichten find kurz und übersichtlich zusammengestellt, den lokalen und provinziellen Vorkommnissen wird große Sorgfalt gewLmet, und auf ein spannendes, sittlich reines Feuilleton besonders Gewicht gelegt. Zahlreiche zuverlässige Mitarbeiter in Berlin sowie in der Provinz setzen uns in den Stand, über alle wichtigen Er- eignisse bedeutend früher zu berichten, als die anderen Blätter.
WV* Die vollständige» Ziehungslisten der preußische« «laffenlotterie werde« jedesmal am folgeudeu Tage i« unserer Zeitung veröffentlicht.
werden an uns aufgegebene Adressen mehrere Tage kostmlos - Dörfchen drüben. El liegt auf schwindelnder Höhe ‘ und portofrei versandt. - hart an einem Steinbruch. Die rotheu Dächer schaareu z
HItzas sind bei Gott zweihundertfünfzig Jahre?
Noch nicht des Augenblickes Zeit!
Doch sind die Thaten alle ausgezeichnet Im großen Buch der Ewigkeit.
Sanafam taucht es unter ber Oders!ich- empor: l ein straffer, goldschrmmernder Streif, dann ein rudernder Arm mit blatt blitzendem Schmuck am Handgelenk.
Stromaufwärts.
Roman von Cl. Lötschert (M. Brechten).
49] ------- (Nachdruck verboten.)
„Cäsar ist gegangen, Kind?"
Zweites Klatt. * -------- *
Funken sprühen aus dem Kiel, dann aus bem i schmalen Pflafterrand, ber bat Ufer umsäumt — wilder i immer toilber treffen bie feinen Hufe das harte Gestein. Roch eine Elle — nein, nur mehr eine Fußspanne ; Raum zwischen ber freien Straße unb bem saust rau- ’ schendeu Strom.
Da ein Seitensprung — hoch bogenförmig unb i toll — ein gewaltiges Aufschlagen und ein heller, i weithin hallender Schrei!
Der Schrei finbet ein Echo in ben Weinbergen : oben unb itt ben verworrenen Rufen ber Kinder, die ; sich iß bet Richtung nach ber Stadt hin verlieren.
* *
*
Sekunden. . . Minuten und noch kämpft el da - unten.
Es peitscht dar Waffen, die Trümmer uab alles, \ was in seinen Umkreis kommt, mit entfitzlichen, »er
lebten Braut.
(Fortsetzung folgt.)
s chun, Du siehst so matt aus. Wirst Du Tom mit- i nehmen?"
„Ja, und Klotho einspannen lassen. Sie ist schon seit ein paar Tagen nicht hinauSgeiommen."
Maria uns das Licht gebracht, Da war mit ihm der Weg uns auch gegeben Zur Wahrheit aus des Jrrthums Nacht.
Wie dann ihr Sohn erhöhet hing am Kreuze, Ward feine größte Lieb' uns kund: Da hat er sie als Mutter hingegeben Den Menschen auf dem Erdenrund.
Nun ist das arme Menschenkind geborgen, Am Mutterherz sein Zufluchtsort;
Ein Leitstern durch die Klippen dieses Lebens Fühtt sicher es zum ero'gen Port.
Wie einst die zwölf Apostel in dem Saale Versammelt um Maria steh'n, So jetzt der Menschen ungezählte Schaaren Durch sie um Gottes Gnade fleh'n.
Laßt freudig heute ihre Banner wehen!
Erneuert ihr der Treue Bund!
Was ihr Maria am Altar geschworen, Das mache euer Leben kund.
Und nahet einst die letzte schwerste Stunde, Dann fehlet euch die Hilfe nicht: Die Mutter führet euch zu ihrem Sohne, Zu'r Wahrheit, zu dem ero'gen Licht.
Wenn einst fünfhundert Jahre sind vergangen, Dann wird der Bund wie heut besteh'«, Mariens Lob wird ebenso erschallen Und siegreich wird ihr Banner wch'n.
Fulda, 19. September 1896. B. A.
i kommt ein mit welkem Laub hoch beladener flinber. wagen. Ein kleines Mäbchen, mit einer Puppe im Arm, sitzt darauf, vorn an bie Deichsel aber hat sich ein Junge gespannt. (Er trägt ein Bündel in ber Hand, durch bas er einen dicken, knotigen Stock gezwängt hat — steckt doch der Gedanke ans Reisen unb Aus- manbem ber ganzen Gegeub seit Wochen im Kopf.
Tom läßt einen warnenden Pfiff ertönen unb 1 Komtesse Irmgard macht verschiedene Zeichen. Aber c der Junge ist in voller Spielbegeisterung; vielleicht , hat ihn das Feuer der heranrasenden schwarzen Klotho r noch toller gemacht.
Ausweichen? Sa, wohin soll er benn auSweichen, i rechts ober links ? Und so fährt er zunächst quer über । ben Weg, schwingt eine Gerte unb ruft: „Hnrrah, ■ jetzt geht! nach ..."
Wohin eS gebt, muß ungesagt bleiben, benn ber i Ruf erstirbt im Getöse. Das erschrockene Pferb saust, i die Rlchtuug zur Linken wählend, vorüber, ihn und seinen Schützling unversehrt in ber Mitte lassend und - nur den kleinen Groom abwerfend.
| TS geht so mühsam, denn die eine Hand ist auf bie ? schwer getroffene Brust gepreßt unb bie abwärts schießenden Wellen machen baS Querschwimmen für solche geringe Kraft fast unmöglich.
Kein Nebel verhüllt sie heute. Die freundliche ' Oktober-Sonne zeigt beutlich bas gegenüber liegende • linke Ufer mit seinen beiden, von dem Nebenflüsse
■; des leise rauschenden Rhemes und bie rechts steil auf« | w M
। steigenden Weinberge in ihren leuchtenden Herbstfarben , vom matten Roth bis zum dunkelsten Altgold.