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Mittwoch, den 16. September 1896.

W. JahrgMg

>1 Hierzu eine ÄeiLage

Alte und neue Parteien

Es tonnte uns selbstverständlich nur

flussender, großen Gesetzes-Vorlagen, die Einberufung

— bisher das Centralorgau der Partei! — gegen die

sich nicht auf ihren Boden stellen will, aber wir

der Herren Oberwinder, v. Gerlach und später auch

< 3jährige BeranlaguagSP Triode in Kraft.

Ich hoffe, nur Ihr Mund spricht dieie Bitte

-

schauend.

den in sie zu I

reichsten Segen, u«S aber die Erhaltung seiner be­währten Kraft noch auf reÄ lange Jahre!

Aufschwunges, daß sie in die angenehme Lage versetzt ist, sich durch eine wissenschaftliche Beilage m vergrößern und dabei den QuartalSpreiS von 7 Mark auf 3,75 Mark herabzusetzen. Wir qratulirm der Berliner Kollegin und wünschen, daß die Opfer, die sie für die katholische Sache bringt, durch immer größere Verbreitung ausgewogen werden. Die deutschen Katholiken haben alle Ursache, die .Germania', die in

etwa in Aussicht nehmen zu können.

* Die das Centralorgan der Katho-

i schwersten politischen Zeiten an der ersten Stelle der Reihe der Kämpfenden stand, zu stützen und dadurch zu befähigen, immer Mehr und Besseres leisten.

damals!"

„Was sollte „wie damals" fein? Komttfst RaS- feldt, wenn ich etwas für Sie zu thuu im ©taube bin, so sprechen Sie. Lasten Sie in dieser Minute alle unnöchigeu quälenden Formen fallen u-rd nennen Sie iS! Sie sind unglücklich ..."

Eine etwa» stolze Bewegung b?8 schönen K.-pfeS. „Vielleicht nicht ganz das . . . «her rathlok."

daß er nicht» weniger al» ein geheimer Sozialdemokrat ist. Da» wird ihn aber wenig nützen, so lange er ; als eitriger Sozialreformer an die kapitalistischen Jnteresien der „kleinen, aber mächtigen Partei" des \ Herrn v. Stumm zu rühren wagt. Die Hineinziehung i der Flottenfrage in ein Programm erscheint daher ■ schon vom r«n taktischen Standpunkte als ein Mißgriff, ■ der für später von der Raumann'schen Führung für i die „Christlich-Sozialen" nicht viel Guter erhoffen läßt.

Inzwischen regt e» sich auch auf der Gegenseite, ; bei den liberalen Menchestermännern, so, als l sollte demnächst etne neue Partei das Licht der Welt t erblicken, und zwar hier auf Kosten der Rattonal-

Spregrl. Aber nahe kommend, erkannte Herzog deut­lich, daß der Schein von einem Fcauengewaud her­rührte.

Jemand war von der Bank am Ufer herabgeglitten und verweilte dort in halb liegender, halb kaieender Stellung, starr in das stille, stehende Waffer hinab-

Jülich im Reichstage, vollendet am 16. September fein 70. Lebensjahr. Sein rheinischer Humor, fein glücklicher Takt, sein gerades und liebenswürdiges Wesen haben ihm auch in andere« Parteien nur Freunde erworben, in der eigenen Partei aber seine

die Gemeindevertretung; 2) volle Koalitionsfreiheit sowohl für politische Vereine als auch besonders für Berufsvereinigungen, Stärkung und Förderung der FachvereinSwtfens, insonderheit der Gewerkschaften (?); 3) Erhaltung der Wehrkraft de» Landheere» und möglichste Stärkung der Flottenmacht, „da ein sozialpolitischer Fortschritt bei der ständig wachsenden Bevölkerung de» Reiches nur möglich ist in Verbindung mit einer planmäßigen überseeischen Kolonisation." Die beiden ersten Punkte, welche wohl hauptsächlich ben Unterschied von der konservativen Partei markiren sollen, find voikSthümlich, die in Nummer 3 geforderte Flottenvermehrung jedoch nimmt sich seltsam im Pro­gramm einer sozialen BolkSpartei au» und dürste kaum dazu dienen, ihr im Volke zahlreiche Anhänger zu gewmneu. ES sieht gerade so au», als wollte Rau- mann damit nach oben hin den Beweis erbringen,

schnellen und angstvolles Zusammenfahren.

„Ich bitte tausendmal um Verzeihung, Komtesse RoSfeldt, daß ich Sie erschreckt Hobe. Ich hatte keine Ahnung, als ich diese Richstung ««schlug."

„Weg und Richtung stehen Jedermann frei . . ." Diese Worte sollte« über die Lippen, aber die Stimme versagte und der stolze Blick verschleierte sich, als auch die Füße den Dienst zum raschm Vorüdergehen ver­weigerten.

„Wolle« Sie nicht lieber erst einen Augenblick «iederfitze« und auSruhen? Die Folgen meine» Unge- schicker würde« sich bann um so eher legen."

„Ja," sagte sie tonlos. „Sie find doch mm ein­mal Zeuge meiner Schwäche gewesen; aber . . suchen Sie dieselbe zu vergeffen!"

h, lieber ben Untergang des „JlttS" liegt nun der schriftliche Bericht oe» KontreaomrtalS Tirpitz vor. Neuer ergibt sich daraus nicht. Der „Iltis" ist

Srsch«nt täglich, Som,- und Feiertage ausgenommen. — Bierteljährlicher Abonnementspreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und auswärts 1 Mart 50 Pfennig. Inserate kosten die einspaltige Garmondzeile oder deren Raum 15 Pf., Reklamen die Petitzeile 25 Pf., bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.

Deutschen, da» Licht deS 9 Seemeilen entfernte« Leucht- thurmeS vom Schiffe au» wahrscheinlich nicht gesehen wurde.

* Nach dem ErgSnzung-ste«ergesetz soll die Ver­anlagung der Steuer für eine Periode von drei Steuer­jahren erfolgen. Vorübergehend aber wurde bestimmt, daß die erste Veranlagung für ein Jahr (1. April

Stromaufwärts.

Roman von Cl. Lötschert (M. Brechten).

46] ------- (Nachdruck verboten.)

Auf dem KieS de» breite« Tartenpfade» vor der Niederburg erklangen schnelle, leichte Schritte, «bin Schlüffel wurde in die kleine BerbindungSthüre ge­steckt, und Herr Wolfgang Herzog trat ein.

Schmale, vielfach verschlungene Wege führten an bet Anhöhe und dem hell vom Monde beschienenen Sttauchwerk vorbei «ach dem vorderen erleuchteten und belebten Hofe. Der hintere Theil der Burg lag in tiefem Dunkel da.

Die durch den ungewohnten Schall der Musik au» ihrer Ruhe aufgeschreckte« Fledermäuse und Nacht­vögel kreiste« unruhig in der Höhe umher, und die beiden gegenüberstehenden tausendjährigeu Mauern Waise« lange gespensterische, oft seltsam bewegte Schatten «ach dm helleren Grellen des Gartens, in dessen Hinter­grund der Weiher lag. Er war noch eüi Hebertest aus jener Zeit, wo nach bet Sage bet Rhein die Beste rings umschlossen und so ihren natürlichm Burg, graben gebildet hatte.

Wie schimmerte et heute Abend so blau? Da- Gtuudwaffet wat doch sonst ganz trüb ... die ge­fügte Färbung schien tu gleicher Höhe mit dem

Er ist nun schon selbst et« alte» Wort, daß die „alten Parteien sich überlebt" haben sollen, aber im Großen und Ganzen haben die Thatfachen inzwischen ihm Unrecht gegeben. Die neuen Parteien haben sich meisten» al» seht wenig lebensfähig erwiesen und schon i liberalen. I ...

manche Wandlungen durchmachen müffen. In wie ; lieb sei», wenn die nationallibetale Kulturkämpferpartei, viele Partetformen hat sich nicht schon der „reine" " dir thatsächlich schon längst bankerott ist, nun auch Antisemitismus gekleidet und doch nie das rechte ! formell liquidiren würde. Aber wrr find nicht so Kletd, daS für alle paffen wollte, finden tonnen! Den ; optimistisch, die» zu glaube«. Zwar hat es nach der i.upvuvt..* yivp*.» v» vmv»u|uny

protestantischen Christlich-Sozialen will eS in- t immer schärferen Tonart, welche die „Nationalzettung" des Landtages für die erste Woche des Januar folge der Verworrenheit und Wankelmürhigkeit der - ' ' ™

Politik ihres Altmeisters Stöcker nicht be.fi et gehen, Parteileitung anschlägt, den Anschein, al» wollte sich

und wir glauben, daß auch der neue „christlich-soziale" brr besondere Anhang der Rationalztg. — die Man- like« Deutschlands, erfreut sich eines "so erfreuliche«

tt Die offiziösen,Berl. Pol. Nacht.' schreibe«: Die bis vor Kurzem noch bestandene Absicht, den prmtzt- schen Landtag für Ende Oktober ober Anfangs November einzuberufen, scheint neuerdings ab­gegeben worden zu fein. Man glaubt, unbeschadet der rechtzeitigen Verabschiedung der die schließliche Ge­staltung der preußische« StaatShauShaltS-Etatr fitem-

i unter bet Einwirkung bei plötzlichen Schreckens au».

} Sie selbst wissen zu gut, daß Sie sich dem Zartgefühl - eine» Ihrer auefien Freunde vertrauen können, Gräfin." Sie nickte leichi, stützte den Arm auf die Lehne

i und warf einen langen Blick nach dem im Mondscheine • vor ihr liegenden Nachbar garten mit der schloßähu- Schnell zurück — denn wer mochte in solcher s lichen Billa im Hintergründe.

Lage überrascht werden? Zu spät — die tastende Hand l „Ich weiß zudem recht wohl, daß e» Augenblicke de» RückwärtSschreitenden faßt in die dichten Jarmin- - gibt, wo mir bie gekannte* Sehnen lösen und vor büsche, die Zweige knocke« — ein Rauschen, ein Empor- ] uns selber fo schwach a?8 möglich sein müssen, um vor Anderen wieoer bie noth wendige Stärke zeigen zu tonnen . . . Wünsche« Sie, daß ich Sie verlaffe?"

Sie schien bie Frage überhört oder nur ein Wort derselben erfaßt z« habe«; den«, noch ganz m jene« Anblick verloren, deutete fie mit der feinen Ha^d auf ben breiten Kiesweg drüben unb wiederhottr tief auf» seufzend: „BaS ich wünsche? O, daß e» wät^ wie

um fo mehr fieht sich die Regierung auf da» Centrnm J angewiesen, ba« aller« seine Stärke in seiner Größe unb Einheit zu wahren versteht. Da» Centrum seiner­seits wird sich ebensowenig wie früher durch eine i u« günstigere, jetzt aber durch eine günstigere Lage der i Dinge verleite« lassen, von seiner bewährten, «nab- ) hängigen Politik auch nut um Hsarerbreit abzu- ' 1895 bis 31. März 1896) zu erfolgen habe und daß weiche». Braucht man dos Centrum — dann um 1 für die Zeit vom 1. April 1896 bis 31 März 1899 so besser und um so leichter, avzuwarten, wie mau - die Festsetzung der Betanlagungspetiove durch kömg- fich mit ihm stellen will. > liche Verordnung zu erfolgen habe. Zunächst ist

- : «och einmal eine BeranlagungSperiode von einem Jahre

Deutickes Neikb ? (1896/97) festgesetzt worden, Um eine sicherere Grund-

™ ~ l l°8e für die Erhebung zu gewinnen. Nunmehr wird

Serlt», 15. September. | eine kgl. Verordnung Public irt, welche eine 2jährige

* Graf Hompesch, der Vorsitzende der Centrums- j Veranlagungsperiode (1897/98 und 1898/99) festsetzt.

ftaktton des deutschen Reichstags seit 1891, sett 1874 Vom 1. April 1899 aber tritt dann die normale ununterbrochener Vertreter deS Wahlkreises Duren- z 3jährige BeranlagungSPetiode in Kraft.

iildaerMZeitiing

mit Unterhaltrwgs-KeUage „Sterne und Ktmuen".

AUV mir cgMiiwen, aucy oer neue „Mistuiy-fvzime ver vce zw.aifunuijiy. — uie zvtan»

Führet Naumann die auf ihn gesetzten Hoffnungen chesterleute und Börfmfteunde — unter allen Umständen seht enttäuschen wird. Seine neue Tageszeitung» „Die ; von der nationallibetale.^ Partei loSsagen, wenn diese Zeit", die vom 1. Oktober ab unter der Redaktion \ sich nicht auf ihren Bode« stellen will, aber wir bet Herten Obetwinder, v. Gerlach und später auch ! glauben nicht, daß dieser „liuke" Flügel deS National- Göhre in Berlin erscheinen soll, ist von vornherein / libetaliSmuS an Zahl stark genug ist, die gesammte durch den Mangel einer soliden finanziellen Grundlage l naiionaQibetale Partei in Trümmer zu schlagen, gefährdet; auch zeugt die Un^rbezeichnnng al- „Tages- \ Geschwächt würde diese durch eine solche Sezession zeitung für nationalen Sozialismus auf christlicher ; allerdings ganz erheblich, aber als poiitffchet Faktor Grundlage" nicht eben für eine sonderliche Begriff»- i kommen die Ratlonallifieralen auch jetzt schon, wo sie klarhe-t m ben Köpfen ihrer Urheber. * sich bei ben wichtigsten Abstimmungen zu spalten Pflegen,

Auch einen Parteitag wollen die „Christlich- ' kaum «och in Betracht. Ov nun der ausscheidende Sozialen", die nicht auf konservativem Boden stehen, i linke Flügel eine eigene, neue Partei bilden ober ein- j in her zweiten Halste de» November in Erfurt ober ! fach mit bet Rickert'schen „Freisinnigen Bereinigung" sich j Eisenach abhalten. Der Ptogtammentwutf, bet ' verschmelzen wird, auch da» wird an der politischen i dem Parteitage vorgelegt werben soll, dürste — so s Gesammtlage so gut wie nichts ändern.

berichtet ein Frankfurter Blatt auf Grund einer Unter- s Je mehr aber die andern großen „alten Parteie«", ] in den Ausläufer eines Taifun g-ratijen und dann auf

tebung mit Prediget Naumann — folgende drei die Konservative« und Natioualliberalen (diese frei- s Klippen gestrandet. Die Nacht wat trübe, weshalb

Hauptpunkte enthalten: 1) Erhaltung und Ausdehnung l lich ohnehin nur ein Schatten ihrer ehemaligen Größe) \ nach Ansicht des LsuchtthurmwärterS Schwilp, eine«

be» Reichstagswahlrechts auch auf den Landtag und l durch Partei« ubilbungen bedroht unb zersetzt werben, ;