M 204
Samstag, den 5. September 1896.
23. Jahrgang
Unsere Leser erinnern
Hier der Wortlaut der päpstliche« Schreibens:
. . was willst Du, daß ich ihm antworten \
Du weißt das sicher?" MA
Mit lebhaftem aber süßem Gefühle habe ich Ihren Brief vom 29. November (1895) erhalten, begleitet von der eucharistischen Novene . . . Seine Heiligkeit hat mir aufgetragen, Ihnen zu danken und Ihnen seinerseits seinen besonderen Segen zu schicken ... Seit langer Zeit haben Sie meine Sympathieen. Ihre Bekehrung ist eine der großartigsten Triumphe der Gnade, die ich kenne. Ich lese soeben ihre Memoiren, die von einem anregenden Interesse sind. . . . Glauben Sie mir, daß ich Sie nicht ver-
Demgemäß muß er auch den hl. Thomas und sämmt» liche heilige Sätet für „bewußte Schwindler oder geistesgestörte Menschen" halte», da diese von de« satanischen Wesen de» Antichrist und seiner Mutter Vieles berichteten.
«st dem praktischen Leben glücklicher »eise sehr wenig Ku thun haben. DaS faßt Einen rauh an und will m allen seinen Abschnitten vorher wohl überlegt sein .. von einem vernünftigen, nüchternen Standpunkte au»!"
Sie schwieg, aber ihr Athem ging mühsam nnd schwer.
Neigung zuwandtest, war da auch nur eine leise Sttmme, welche Dir Hoffnung machte, daß ich Deine Wabl billigen würde?"
Peinliche Sülle folgte auf diese verhängnißvolle
1 ruppen: „»u wurvest es me . . . me zugeben, denn", - fügte sie tief erröthend hinzu, „er, dem ich angehören ' möchte, besitzt weder alten Ramm, noch Rang, noch Sbrrnfin-n «irr - äw.
Zum „Margiotta-Baughan'schen
'windel".
Wir geben zu, daß in der subjektivm Suffaflung der Diana Vaughan manches theologisch anfechtbar ist;
Stromaufwärts.
Roman von Cl. Lötschert (M. Brechten).
meinen Augen vernünftig erscheinenden Grund gegen euere Verbindung anzugeben weißt, so muß ich 6er» muthen, daß Dein Herz nicht mehr frei ist."
«Ich fürchte ... eS ist so."
„Nun wohl, auf Namen kommt e» jetzt nicht an. Du selbst kannst in dieser mißlichen Sache ein Uttheil haben, denn Du kennst mich. Merke also wohl auf
„LSon ist auS Deiner eigenen achtnngSwerthen Samltie," fuhr Herzog fort. „Er ist klug und gut» M'g, talenwoll und reich, und vor Allem: er liebt Dich innig."
„Was macht dar mir aus?" rief sie und schlug
Giordano Bruno-Feier in Rom doch vor aller Welt den deutlichsten Beweis geleistet, indem gegen 100 Teufelsbanner vor aller Augen an der Prozession Theil nahmen, wie damals Ihr Blatt selbst meldete. Bon der TeufelSanbetung ist ei aber nicht mehr wett zu andern teuflichen Akten, wie Hostien-Entweihung usw. C Was die Hostien-Entweihung insbesondere
noch an dir beiden Artikel in Nr. 189 und 190 der ,Fuldaer Zeitung' über „Freimaurerische Beschwerden" und „Deutsche und ausländische Freimaurerei", welche der,flöht. Bolkrztg.' entnommen waren und damals in der ganzen Centrums» preffe zum Abdruck kamen. Auch schon früher hatte die ,Fuld. Zig.' in einer Reihe von Artikeln dar Wesen der Freimaurerei behandelt. Nunmehr bringt die ,flöht. Bolkrztg.' folgenden Bericht:
Bon Herrn Direktor Künz le zu Feldkirch, dem Herausgeber der »Pelikan', erhielten wir vor einigen Tagen folgende Zuschrift:
„In Nr. 578 Ihrer Zeitung stellt ein HG.florte» spondent die Enthüllungen der Diana Vaughan als Schwindel hin und nennt die Berfaffer „bewußte Schwindler oder geistesgestörte Menschen".
Den Beweis für die Richtigkeit seiner Behauptungen findet der HG.florrespondent in den Schriften Findet'-. Wen« nun Findel die Enthüllungen der Diana Vaughan als richtig taxiren würde, so wäre diese Offenheit geradezu wunderbar. Wenn aber der HG Korrespondent in dem Wegleugnen Findel'S den Beweis für die Utt- richtigkeit der Enthüllungen von Diana Vaughan findet, so scheint uns daS doch naiv.
Der HG-flortefponbent scheint ferner ganz zu übersehen, daß er mit der Behauptung, Diana Bang»
„Und . soll?"
------- (Nachdruck verböte».)
Der Arm der Vaters legte flch leicht um da» fl.ffen unter ihrem flopf: „Ich sagte, daß .oennLson d'ESparre zurückkäme, euer gegenseitiger Lerhältniß wohl bald ein anderes werden dürfte. Er wird eine Frage an Dich stellen, zu welcher er fich selbstverständlich zuvor meine Einwilligung erbeten hat."
„Bttte, drücke Dich etwas deutlicher au»!"
„Gern, wenn Du es wünschest. Er wird Dich fragen, ob Du ihm angehören ... ob Du seine Gattin werden wollest."
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FiiIdlierWZtitiiii!;
_______________ mit Uilterhaltungs-Seilagr „Sterne und Klnmrn".
’ bie Sänbe vor da» Gesicht. „ES find Andere da, : weniger einsichtsvoll, weniger vertrauend finden, al» , ÖOc ?e"eK am Ende ganz datselbe fich sagen ließe, ; in Deinen Kmderjahren?"
: u"d doch würdest Du mich Keinem von ihnen geben." ' Beide Arme um feinen Hals schlingend, schob fie „Retn, selbst nicht dem Grafen Albert von Dohna," fich immer mehr nach vorn, bi» fie auf seine flmee
ä krwlderte er mit einem forschenden Blick in ihre er- * zu fitzen kam, einen Platz, den fie so ost al» Heine»
legten Züge. „Ich habe allerdings bet LSou meine : Mädchen eingenommen.
besonderen Gründe, welche, wenn auch uicht mehr so | „Ich weiß da» alles, Papa, und ich habe «er-
schwer wiegend, tote e» vor entern Jahre der Fall - trauen zu Dir, wie einst, ja mehr noch, aber . . .
gewesen wäre, dennoch mtt in die Waagschale finken." ich kann nicht. Wirst Du mich zwingen wollen' „Jener Herr Neuville, sem Oheim?" : wenn ich Nein sage?"
„Ist ent sehr ehrenwerther Mann von fast zuj „fleineSfallS. Ich achte mich selbst in meiner
Grundsätzen^ an dem der Riffe einen mäch- ; einzigen Tochter zu hoch, al»-daß ich dieselbe zum tigrn Halt hat. Euere Verbindung ist schon sett Altar schleppen würde. Da Du indeffeu Deinen in Jahren unser gegenseitiger besonderer Wunsch gewesen." 5 —1— " ~ -
' Sie brachte ihr Gesicht seinem Stuhle näher. . ~ ' -Papa . . . war ich Dir bi» jetzt immer gehorsam? ’
-Er hat mein deomgungSwetfeS Jawort und ■ Oder wann wäre ich e» etwa nicht gewesen?" wartet nur auf dus Leine." | „Du warst es immer, gewiß. Darum verlasie ich i
Eott, ich kann nicht . . . denn ich hebe ihn ; mich auch in dieser wichtigen Angelegenheit auf Dein !
. . , - . , . { Pflichtgefühl, auf Deine sanfte, weibliche Willfährig- 1
u romanhafte Einbildungen, welche kett . . . gib wohl Acht, ich sage nicht: Deinen Se» : da», wa» ich jetzt frage: Wenn Du die geheimsten
horsam, liebez Kind." . ; Regungen Deiner Herzens jenem Gegenstände Deiner
„Ja, ich weiß es selbst; nie zuvor habe ich mich " • *
gegen Deinen Willen aufgelehnt. Aber e» waren auch s nur Kleinigkeiten, die Du verlangtest, und nun . . ." :
„Handelt es fich um Dein ganzer LebeuSglück. ; ----------
«o wolltest Du doch sagen, mein fliud? Gut, wem [ Frage. Endlich rang er fich über Gertruden» zitternde aber könnte dar mehr am Herzen liegen, al» Deinem r Lippen: „Du würdest es nie . . . nie zugeben, denn", «ater? Du warst noch seht klein, al» Du mir einmal - fügte sie tief erröthend hinzu, „er, dem ich angehören an einem gewtffen Abend auf die entsprechende Frage 7.
die schöne Antwort gabst: „Wett Du nur wiffen Vermögen, nur . . . M,.
kannst, war mir gut ist." Und nun sollte ich Dich : „Du weißt daS sicher?" LS
Dokumente alr erfunden bezeichnen, heißt Sophisterei V|»«r VVUUIUHI, IVVVCI HlUJl [CllCU HUI i treiben.
die hl. Hostien geraubt wurden, die hl. Ge» ? Wir freuen uns, wenn eine anständige Polemik säße dagegen liegen gelassen wurden. Die spanische ? in Sachen der Diana Vaughan völlige Klarheit bringt; ,Campana del Santuario' brachte in Rr. 1 und 2 '• aber den Gegner sofort al» Schwindler deklartten und 1895 hierüber nicht nur ausführlichen Bericht über - das Publikum vor Betrug warnen, wo doch der hl. solche Kirchenraube in den Diözesen O»ma, Valencia, * Vater selbst sein Jntereffe zeigt, heißt eher russisch Navarra, Guipuzcoa, Valenzia und zugleich einen 6e- ; denn anständig schreiben.
züglichen Hirtenbrief des Bischöfe- von OSma, welcher Die Verwandtschaft der Diana Vaughan mit dem den Hostienraub in der Pfarrei Bria», begangen am i berühmten Kardinal Vaughan geht auf 31/» Jahrhunderte 28. November 1894, ausführlich besprach und dabei l zurück, wa» offenbar keine Verwandtschaft mehr ist, offen die Ansicht aussprach, daß die Hostien zu satanischen s weshalb der hohe Kardinal eben weder relation noch Zwecken gebraucht würden. Die römischen Zeitungen, - connexion finden kann "* 8 selbst der ,Osservatore', meldeten AehnlicheS. Wese j Soweit die Zuschrift de»^Herrn^Künzle.MDäzu Thatsachen sind in Frankreich und Belgien so notorisch, < bemerkt die ,Köln. Bztg.': M8W
daß viele Bischöfe verordnet haben, daß jeden Abend ; „Wir hätten e» gern vermieden, die tolle «eschichtt da» «llerheiligste m» Pfarrhau» übertragen werde. - mit der Miß Vaughan breiter zu treten al» unbe»
E» ist unbegreiflich, tote man solche Thatsach« so leicht» , dingt uöthig und haben de»halb Hrn. Künzle ersucht,
finmg, einzig auf die Angaben eine» Findel hin, weg» in seinem eigenem Interesse auf bie«tröffen!»
leugnen uni) tue Gegner al» bewußte Schwindler ; lichung seiner Zuschrift zu verzichten. Statt beffen
unb geistergestörte Menschen hmstellen kann. i versendet er an zahlreiche Blätter gedruckte Erklärungen.
Was endlich die Teuf els-Erscheinungen an» Unter diesen Umständen bedauern wir, noch ein ernstes --------------belangt, so geben wir zu, daß sie allen denen als , Wort zu dieser einerseits ebenso lächerlichen wie ander- Han sei eine Schwindlerin, den hl. Vater und den unmöglich erscheinen müssen, die nicht an den bmch ; sett» betrübenden Angelegenheit sagen zu mäfieit. Kardinal Rampolla indirekt zum Beförderer i °te Schrift bezeugten Einfluß der TeuselS glauben. Mit seinen Betrachtungen über Host-en-Emweih» eine» argen Schwindels macht, da dieser mtt Schreiben ; Konsequent werden aber diese Leute fast sämmtliche , ungen u. s. w. stößt Hr. K. bei un» offene Thüren vom 16. Dezember 1895 die Diana Vaughan zu ihrer s Kan onisationen der Kirche verwerfen müssen, da ; ein. Daß solche Schaudthaten vorkommen, ist kaum Bekehrung und zur Herausgabe ihrer Memoiren be» i ’m. der Heiligen solche Erscheinungen häufig ; zu bezweifeln. Wofür wir mit Hrn. HG. den Beweis glückwünschte. Rom ist aber mindestens so vorsichtig, J find. Auch der große Sörre» wird als abergläubischer ? verlangen, da» ist die Behauptung, daß „in den Frei» aber nicht so wunderscheu wie der M-Korrespondent. 5 7™'^ erfunden werden, da er an die Wirklichkeit > maurerloge» die Verunehrung geweihter Hostien svfte- - — - - > solcher Dinge glaubte ) matisch betrieben werde." Da» hat Hr. HG verlangt,
„.Rach den eigenen Worien unsere» Mer» werden - und jetzt läßt Hr. R. ihn die Verunehrung überhaupt 8“r d.s Aritichrist die teuflichen Wirkungen der» > „leichtsinnig einzig auf die Angaben eine» Findel hm art häufig und wunderähnlich sem, daß „wenn jene i wrgleugnen," obwohlHGFindel in biesem Zusammen» Tage nicht abgekürzt würden, kein Mensch - hange gar nicht genannt hat!
selig würde und selbst die Auserwählten in i Bon gleicher Verworrenheit zeugt die Behauptung, Versuchung geführt würden . Da» Reich des < wir machten den hl. Vater und bett Kardinal Ram» gessen werde in meinen Gebeten,' namentlich 7m Wiaen TOeft- | SÄ indirekt zum Beförderer eine» argen Schwindel»,
opfer. Ihrerseits kaffen Sie nicht ab, unserm Herrn Jesus ! all malig. Der SatanrSmu» der Logen ist j Unterlage ist offenbar das angebliche Schreiben de»
Christus zu danken für die große Barmherzigkeit, die Er Ihnen l ”“r,®ec Anfang, der be» Antichrist bet Schluß unb Kardinal-Vikars L. M. (Kardinal-Vikar Barocchi
erwiesen und für die außerordentlichen Beweise Seiner Liebe, Gipfelpuntt. führt bie Vornamen Lucido Maria) an die anaeblicks
U Satl K-M.K°rdm°l.Bik°r. ! Der HG»Korrespondent findet e» lächerlich, daß Miß Diana Vaughan vom 16 Dezember 1895 aemEn «b ^k'stenz der Teufelsanbetung m ; Diana Vaughan von der Urgroßmutter de» Antichrist's i Daraus macht Hr. K. einmal ein Schreiben des Kai>
gewiffeu^Lage^haoen übrigens die Freimaurer bei der spricht und von dem Einfluß Satans auf dieselbe. i dinal-StaatSsekretär» Rampolla, dann ei»
anbelangt, so ist e» doch Thatsache, daß in den letzten aber deshalb die von ihr gebrachten Thatsachen und Jahren in Spanien, Frankreich und Italien solche '
Diebstähle öfter» vorkamen, wobei nicht selten nur