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zum Gradmeffer der Begeisterung, die von Tag

geisterung zu wecken und zu nähren. In glänzenden

Reden wurden in den öffentlichen Versammlungen die

großen Fragen der Zeit behandelt, die Mittel zu

Hörern in eindringlichster Weise anS Herz gelegt.

allen Gliedern.

meinen sozialen und Arbeiterfragen, sowie des Äe- werbegehllfen-, Gesellen» und LchrlingswffenS Vorzüge

Dank! Und ebenso danken wir mit allen Teil­nehmern cm Dortmunder Katholikentage allen denen, - die zu seinem Gelingen ihre ganze Kraft eingesetzt l haben, besonders aber auch den bffchöfl ch« Rednern, l die unser Herz z-rn Eselsten gerührt und Gotte- f Segen aus die Verhandlungen herabgt fleht haben.

Dank auch den Leitern der Bersammlurrgen, insbeson­dere dem trefflichen, allverehrten Präsidenten Gröber, sowie dem vorbereitenden Lokalkomitee!

Möge Gott dir Arbeit der vergangenen Tage mit

Am 4. September früh reist der Kaiser vom Drsdener Schlesischen Bahnhof aus nach Breslau Hier bleiben der Kaiser und die Kaiserin nebst dem Zarenpaar bis Montag, 7. S ptember, früh 8 Uhr, von wo aus sie sich nach Görlitz begebe». Hier findet um 4 Uhr 15 Min. Mittagstafel im Ständrhause statt. Die Abreise der russischem Majestäten von Görlitz erfolg-. Abends 6 Uhr. Früh 8*/» verläßt dis Kaiserin wieder Gör­litz. Am Donnerstag, Freitag und Samstag find

welche die hohe Frau am Freitag Vormittag um 9 Uhr antrat und von der fie bereits Samstag Vormittag in da- Reue P.lais zurückkehrte, war durch die Meldung von dem Unwohlsein deS Prinzen Eitel Friedrich ver­anlaßt worden. Generalarzt Dr Zunker, welcher die

ein schönes Bild reichster, eifrigster und hoffentlich gesegnetster Thätigkeit.

Was der Dortmunder Versammlung aber ihr besonderes charakteristisches Gepräge gab, daS war da» lokale Kolorit, daS sich markant und zwingend aus den eigenartigen sozialen und wirthschastlrchen Brr- hältnifsen Dortmunds und semeS „Hinterlandes" ergab. Die soziale Katholikenversammlung nannte einer der Redner die diesjährige, und gewiß mit Recht. So energisch wie hier sind die sozialen Forderungen unserer Zeit in christlichem, versöhnendem Geiste rwch nie hervorgetreten, und das ist nicht gleichgiltig in einer Zeit, wo einflußreiche Kreise bemüht sind, die Sozial­reform kläglich versumpfen zu lassen.

Wenn auch die freie christliche Liebesthätigkeit eine hervorragende Stelle in den Verhandlungen ein­nahm, so ist dar nicht nur wohlberechtigt, sondern heute, wo die Welt, was sie allenfalls gewähren will, nur vom Staate erwartet, auch wohl berechnet.

Wir würden aber nicht gerecht sein, wollten wir der besonderen Charitas vergesse«, mit welcher die Bewohner der alten Treuwnia, auch die Anders-

Stiller, aber nicht weniger fruchtbar und bedeutsam war die Arbeit in den geschlossenen Versammlungen und AuSschüffen. Nimmt man dazu die zahlreichen

X Zum N-chfolqer des jetzigen KriegSmimsterS GeneraMeutenantS von.Goßler in der Führung der

Kaiserin begleitete, konnte alsbald feststellen, daß eS sich nur um eine unerhebliche Krankheitserscheinunz handelte. Beiden Prinzen bekommt die Plöner Luft im Allgemeinen ausgezeichnet.

* Das Programm der Kaiserreiseu im Septembt r ist jetzt folgendermaßen festgesetzt: Am 2. September wird der Kaiser als Gast des Königs Albert Abends 61/* Uhr in Dresden auf dem Leipziger Bahnhof ein- treffen und im kgl. Residerizschloß Wohnung nehmen, am nächsten Morgen zur Parade des sächsischen Armee- Korps nach dem Truppen-UebungSplatze Zeithain und am Nachmittage desselben Tage» von dort auS noch Mißen nch begeben, von wo die Rückkehr nach Dres­den am selben Abend nach 91/» Uhr erfolgen wird.

Breslauer Kaisertage durch den plötzlichen Tod der Fürsten Lobanow keineswegs eine Abänderung erfahre. Auch in zuständigen Kreisen BreSlauS werden alle Gerüchte über eine DispofitionSänderung bezüglich drS Besuches des ZarenpaareS als grundlos bezeichnet.

* Im,Reich»anzeiger' wird der Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Abänderung von Ars betterverficheruugS s Gesetzen nebst Anlage und dem allgemeinen Theil der Begründung veröffentlicht. Dem Gesetzentwurf, welcher im,Reichsanzeiger' nicht weniger als 20 Druckspalten füllt, ist eine ausführliche Be-

Bormitta^S 8 Uhr mit Extrazug in Kiel eintreffen und vom Prinz und dec Prinzessin Heinrich am Bahnhof empfangen werde», dis das Kaiserpaar nach Hemme!- mark, dem Gute deS Prinzen Heinrich, geleiten werden.

* Der russische Botschafter Graf Osten-Sacke« ist aus Ragaz in Berlin eingetroffeu. Morgen (Donnerstag) wird er sich nach Breslau begeben. Die russische Botschaft meint, daß daS Programm der

Zum Abschied von der Dortmunder Katholikenversammlung

bringt daS Festblatt folgenden Nachruf:

Wchmüthig klingt der Abschiedsgruß nach Tagen so großer Freude und so hoher Begeisterung, und doch haben wir keinerler Ursache, traurig zu sein. Im Gegentheil! Di« Dortmunder Katholikenversammluug war so gewaltig und mächtig an Mitglieder- und Theilnehmerzahl und so reich an fruchtbaren Anreg­ungen, daß die deutschen Katholiken, ganz besonder- aber die Dortmunder, nur mit Stolz und Freude cuf sie zuröckölicken können.

In dem Augenblicke, wo wir diese Zeilen zum Drucke geben, ist daS letzte Lebewohl noch nicht ver­klungen, aber es ist kein Zweifel, daß der Abschluß der 43. Generalversammlung der deutschen Katholiken ihre- seitherigen Verlaufes würdig sein wird.

Wenn es hoffnmrgtfreudig geheißen hatte: „Die Sache wird großartig", so hat sich der „Prophet", der diese Worte gebrauchte, wahrlich nicht getäuscht. Sie sollte großartig werden, die Dortmunder Generalversammlung, und fie ist mehr als großartig geworden. Man denke sich einen Saal, der bequem mehrere der Säle jener Größe, die wir gewohnt sind, zu fassen vermag, gefüllt bis auf den letzten Platz von einer vieltausendköpfizen begeisterten Menschen­menge, und man bedenke die seither unerhörte Thatsache, daß der Riesensaal des Fredenbaum dem unheimliche» Aadrange nicht genügte, sodaß am Mitt­woch — zum ersten Male seit Bestehen unserer Katho­likenversammlungen — neben der Hauptversammlung noch eine Nebenversammlung im großen Saale der HoberiSburg tagen mußte. Da« Wetter war dabei einem solchen Besuche nicht einmal halbwegS günstig. Kein Tag ohne strömenden Regen! Wenn man sich vergegenwärtigt, daß der Fredenbaum vom Bahnhofe fast eine halbe Stunde entfernt ist und infolge der ständigen Ueberfüllung der elektrischen Bahn von gar Bielen nur per pedea apostolorum zu erreichen war, so kann man sich von der unverwüstlichen guten Stimmung und der andauernden Begeisterung der aus Rah und Fern in Dortmund zusammengeströmten Schaaren ungefähr eine« kleinen Begriff machen.

So wurde der Regen, statt zum Abkühler, gerade

grotzhrrzoglich hessische« (25.) Division ist nunmehr Generalmajor von Müller bestimmt worden. Dieser war bisher nach Württemberg kommandirt und be­gleitete dort die Stellung des Kommandeurs der 26. Kavallerie-Brigade (1. königlich-württembergische).

* Dem UnterstaatSsekretär im Staatsministerium Humbert ist der Charakter als Wirklicher Geheimer Rath mit dem Prädikat „Exzellenz" verliehen worden.

* Wie schon berichtet, wird sich das russische Kaiserpaar von dem Manöverfeld bei BreSlau nach Kiel begeben, um dem Prinzen Heinrich einen Besuch abzustatten. Nunmehr ist festgesetzt, daß der Kaiser und die Kaiserin von Rußland am 8. September,

„Glaub's wohl; aber laß nur liegen, wir kommen doch noch hinüber." Der Wind steht hart auf dem Segel, 's ist ohnehin kein Werter für Dich," fügte er mahnend hinzu

„Hast Recht. Aber siehst Du, mich hat'S gerührt, daß der Mann just gleich nach seiner Ankunft mir den Zettel schickt. Ich hab' ihn noch."

Christoph zog ein vergilbtes Papier aut der Tasche, glättete es auf seinem Knie, fuhr mit dem Zeigefinger unter jeder der schön und fließend geschriebenen Zeilen

Deutsches Reich.

Berlin, 2. September.

ff» Dem in der Nacht vom Movtag auf D<en»iag verstorbenen Vortragenden Rath Dr. König- widmet der .Rrichsanzeiger' einen anerkennenden Nach-

„Roch nichuS gefunden?"

„Nichts." Der Mann, der diese Antwort in einem stumpfen, trostlosen Tone gegeben, war schwarz ge- kleidet wie die junge, bildschöne Frau rnd der bleiche Knabe an dem leeren Tische.

„Und Ihr wollt Euch «och immer nicht an ihn wenden?"

„Nein; denn ich weiß, meine Schwester besaß durch . meine Schuld keinen Pfennig. Alles gehörte den 1 Beiden, und ich will kein Almosen. Laßt mich für tobt gelten wie bisher. Ich will noch einmal zurück und uni eine bessere Zukunft zu gründen suchen. DaS ' Glück muß mir hold sein, schon um Lilia'S willen."

Erscheint t&qfiä), Sonn- und Feiertage ausgenommen. — Lierteljührkicher Abonnementspreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und auswärts 1 Mark 50 Pfennig. Inserate kotzen die einspaltige Garmondzeiic oder deren Raum 15 Pf., Reklamen die Petstzeile 25 Pf., bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.

gläubige», den Tausenden von Besucher« der 43. . l,8. MUl o.

Generalversammlung wahre und herzliche Gastfrmnd- daun die großen Manöver, schäft erwiesen tzaben. Dafür bleibt ihm» unser innigster ' “ " '

besonderen Versammlungen und festlichen Veranstalt- i ungen en,ze ner Vereine und Verbände, so ergibt sich \

i reichste«, dauernde» Erfolge« segnen — und dann | Vivant sequentes!

großen Fragen der Zeit behandelt, die Mittel zu ° liches geleistet. Die durck seinen Tod gerissene Lücke deren Lösung entwickelt und deren Anwendung den - wird schwer wieder auszufällen sein."

«,— ■ =- "" " ■x- - ' ■ * Die plötzliche Reise der Kaiserin «ach Plö«,

Stromaufwärts.

Roman von Cl. Lötschert (M. Brechten).

35] ------- (Nachdruck verboten.)

Sonntag war'S, aber nicht windstill, und sonnig hell, wie sonst ost an den Festtagen im Gau. Ein Sturm tobte übet dem Rhein und zwei Männer kämpften tapfer, um ihr Boot quer durch die Fluth

Jenen?"

„Nichts, als daß, wie bei unS, so auch dort viel Verkehr mit dem sündhaft reichen Fremden vom Ziegen­hof, der die zwei schwarzen Kerle bei sich hat; daß aber der junge Franzose wie'- liebe Kind im Hause gehalten wird. Die Leute sagen, der werde wohl der Herr Schwiegersohn werden, mb das Fräulein springt auch recht freundlich und fröhlich mit ihm im Garten

zu bringen. Es waren Nikolaus Kranz, der Schiffer, ' „Siehst Du . . . seit Wochen trag ich'- bei mir, schmalen, vornüber geneigten Häuser, nahm ihn auf, und sein Bruder Christoph, der alte Gärtner der . aber allemal freut's mich, wenn ich'- wieder lese." und nach wenigen Sekunden stand er in einer niedrigen

Raunburg. In der Mitte des Stromes zog der Letztere : Die dünne Stimme des Alien verhallte in dem Ge- ' Hinterstube, deren unverhüllte Fenster auf da» malte

die Ruder ein und setzte sich bequemer auf dar knarrende ! räusch der in den hochgehenden Wellen heftig arbeiten- düstere Mauerwerk des einsamen im Flusse liegenden

Brett i» der Kahnspitze: f den Ruder. Mauth-ThurmrS hinausgingen.

„Es will nicht mehr, Klau». Bin auf Jakobi f „Seit Wochen, sagst Du? Und er hat noch keine "

achtundsechzig geworden und spür' halt die Last in Beschäftigung gefunden?" ' f

" “ m<"'"— " „Wenigstens keine, bis für ihn taugt. An seinen

Schwager aber will er sich nicht wenben." „Und was erzählt unsere Schwester Sabine von >

, her und versuchte trotz Sturm und leichtem Regen umher. Aber die Sabine sagt, dar sei nur ein so herauSzubuchstabiren was er längst auswendig wußte, höfliches Gethue; ihr Herz wtffs nichts davon."

„Wenn Christoph Kranz sich noch eines alten Das Ufer der' „Vorstadt unter'm Wasser" war : Schulkameraden feint § verstorbenen Sohaes erinnern erreicht; die Männer legren an und der Gärtner schritt, ; kann und sich dasselbe gute, hilfbereite Herz bewahrt ein klemeS Bündel in der Hand, durch dir niedrigen ; hat, das er in meinen Knadenjahren besaß, so möge Ginstersträucher und daS wilde Gestrüpp, da» vom l er jeden Sonntag Abend tu der Rhemmühlengaffe Regen hin und her schwanfte. Eme Gasse, fast ua« ' Nr. 13 hinter dem Bohlenwerk vorsprechen. K. Sch." heimlich dunkel durch ihre Enge und die Höhe der

„Siehst Du . . . seit Wochen trag ich'» bei mir, schmalen, vornüber geneigten Häuser, nahm ihn auf,

f ruf, in welchem e» heiß: „Dr. König» verbaad mit l reichem Wissen eine schöpferische Initiative und mit zu Tag lebendiger und großartiger wurde. Aber die s unermüdlicher Arbeitskraft einen nie rastenden Fleiß. Versammlungen waren auch dazu angethan, die Be- ) Insbesondere hat er bei der Bearbeitung der allge-

M 202 Donnerstag, dm 3. September 1896.

Fuldaer

mit Unterhaltungs-Beilage „Sterne und Klnrnen".

23. Jahrgang