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M 199 '

Montag, Den 31. August 1896,

23. Jahrgmg

der bisherigen General-Versammlungen der Katholiken Deutschlands und ihrer Präsidenten.

Präsident

lerischen Widersacher entstand so unser Bolksverein mit der satzungsmäßigen Aufgabe der Abwehr und des Aufbaues, der

Rede des Abg. Lieber t» -er Seaeralvers-mmluug des Bolksverein- für das katholische Deutschland.

Wen» man die Entstehung unseres katholische« Bolksverein- mit kritischem Auge betrachtet, so könnte es scheinen, als ob mir dem evangelischen Bunde eine katholische Liga gegenüber gestellt hätten. Dem ist aber nicht so: Es ist vielmehr daS glänzendste Zeugniß der Ueberlegenheit katholischer Ein- und Fernsicht, daß wir gleich den richtigen Feind erkannt und gegen ihn unsere Kräfte gesammelt haben. Die konfessionellen Streitigkeiten des 16. Jahrhunderts sind im 19. Jahrhundert überständig. Heute heißt es nicht mehr katholisch oder evangelisch, sonder erhan­delt sich darum, ob christliche oder widerchristliche GrsellschaftS-Ordnung. Trotz aller evangelischen bünd-

eins, eine MissionSthätigkeit an sich selbst oorzu- nehme n. Im 19 Jahrhundert hat jeder Katholik die Aufgabe, an der eigenen Vollkommenheit zu arbeiten, so wie eS in den erste« Jahrhunderten der Christenheit der Fall war, wo jeder Einzelne ein Heiliger sein mußte, um das Christenthum zum Siege zu führen. (Befall.) Die Wiederbelebung christlicher An- schauungen, die Wiedereinführung christlicher Grundsätze als Regel für daS gesammte politische Leben muß unsere Aufgabe sein. Man soll in katholischen Kreisen vielfach Anstoß daran genommen haben, daß neben der CentrumSpaxtei «och ein Bolksverein in'» Leben gerufen und den alten Vereinen gegenüber gestellt morben

über be» Haufen zu werfe«. Der Liberalismus ist der «ater lenes Sozialismus, von dem der Abgeordnete Bebel im Reichs­tage gesagt hat, er erstrebe auf politischem Gebiete die Republik auf wirthschastlichem die Vergesellschaftung der gesammten Er- zeugung und Bertheilung von wirthschastlichen Güter«, und auf religiösem Gebiete den Atheismus. Als im Reichstage die Linke bei diesem AuSspruche Bebels lachte, sagte er: Warum lache» Sie? Alles, waS wir lehren, haben wirvou Ihne« gelernt!" Gegenüber diese« Umfturzbestrebungen der Sozial demokratie war eS die höchste Zeit, das gesammte katholische Volk unter die Fahne zu rufen und gegen die von Lasialle an- gedrohten revolutionären Arbeiter-Bataillone die katholischen Arbeiter-Bataillone und weiterhin daS gesammte kath Volk zu sammeln, um so mit vereinten Kräfte» z«. ver­suchen, dem hereillbrechenden Verderben zu begegnen. (Bravo!) Die Sozialdemokraten erstreben also auf sozialpolitischem Gebiete die Republik. DaS kann in Hamburg, Bremen und Lübeck ein deutscher Katholik mit gutem Sewiffen unterschreiben, «ich in Frankreich; aber sonst können wir deutschen Katholiken eS nicht mit iuhigem Blute ansehen, daß die in de« anderen deutschen Bundesstaaten seit Jahrhunderten fest begründete monarchische Staatsordnung beseitigt werde. Damit heißen wir nidjjt Alle- gut, was die Monarchie in Deutschland gethan hat, thut oder unterlassen hat. Wir haben ja jüngst auf dem internationalen X Kongreß i« London gesehen, was die Sozialdemokraten von dem r Rechte ihrer Nebenmenschen halten. (Beifall.) Niemals und irgendwo werden die BolkSrechte so vernichtet sein als unter der Herrschaft der Jdeal-Republikauer ä la Bebel. (Zustimmung.) Die Sozialdemokratie erstrebt auf wirthschastlichem Gebiete den Sozialismus. Gewiß die heutige individualistische WirthschastS- ordnung hat viele Auswüchse beseitigt, darüber täuschen wir uns nicht, aber man darf kühn behaupten, wenn es überhaupt mög- lich wäre, an die Stelle der jetzt auf persönlicher Freiheit, ans I Ehe und Eigenthum aufgebauten WirthschaftSordnung die sozial X WirthschaftSordnung dauernd zu setzen, so würde niemals eine * härtere Vernichtung der persönlichen Freiheit und eine voll- ständige Auflösung der Familie und die Beseitigung deS per-

Stromaufwärts.

Roma« von El. Lötschert (M. Brechten).

32] ------- (Nachdruck verboten.)

Bor einem Jahre war der auf Eelebrs wie ein Fürst angesehene Plantagen-Jnhaber gestorben und sein Sohn befand sich nun auf einer Reise durch Europa, um, ehe er seinen ungeheueren Besitz antrat---

Das, war er vor. hatte, sprach er den Herren ge­genüber unverhohlen aus, und zu den Damen war m Folge dessen ein sehr aufregende- Gerücht gedrungen, so daß auch sie schließlich sehr genau wußten, „war er wollte!"

Ernst und würdevoll schritt Cäsar zur Tenne neben seinen Begleitern her. Ein kaum merklich spöttischer Zug umspielte seinen Rund, wenn sein Auge eine be­sonder- zierliche Garten-Anlage oder den Versuch, ein dichtes Gebüsch höher zu gestalten, traf. Wolfgang Herzog bemerkte er und lächelte auf seine Weise

„Wie klein und zwerghast muß Ihnen der Anbau in unserem Lande mitunter Vorkommen, Herr zur Tenne", sagte er.

„Den Anbau als solchen an und für sich schlage ich durchaus nicht gering an", entgegnete der Indier artig. „Ueberall, wohin ich sehe, erblick« ich Zeichen der Fleiß«- und rührigen Strebens. Dos kleine Stück-

„Herr Graf, geflattbu Sic nur noch emea Augen­blick", warf hier Herzog ein, „ich möchte gern zuvor noch eine Frage an Herrn zur Tennr'S R-de an- knüvfen. . "

„Rtt Bergnügen."

„Bitte?" fragte der Indier und neigte sich etwas vor.

„Sie sprachen von dem Zwange, welcher bei den meisten Ihrer Untergebenen angeweudet werden müffe, um die Folgen ter Unlust zur Arbeit abzuwenden und nannten diese „angeboren." Würde die Sachlage nicht eine ganz andere fein, wenn die Leibeigenschaft ohne Ausnahme aufgehoben und jeder Ihrer gegen» wattigen Sklaven für ein eigene- kleines Besitzthüm oder wenigstens für seinen Unterhalt zu sorgen hätte?"

„Wohl kaum. Da müßte die Gesetzgebung, die engere Verwaltung und Eintheilung dis Grundbesitzer zunächst eine völlige Umgestaltung erfahren. Zudem ist jene Menfcheuklaffe zu verkommen und, ich muß e» wiederholen, m unserer Zone wirklich von Natur aur schlaff und träge. Aus eigenen Besitz wird laitm Werth gelegt, sicherlich nicht, wenn derselbe noch zur Thättgkctt nöthigt. Sie wiffen, daß die ersten portu- giefifchen Ansiedler gegen 1660 den Niederländern weichen mußten. Diese besitzen seitdem daS Gouverne- ment CelebeS nebst Snmbawa und die Refidenzschaft

Prof. Dr. Franz Josef Ritter von Buß a«S Freiburg, f Legat. Rath Dr. Moritz Lieber auS Camberg (Nassau), f Graf Joseph zu Stolberg-Stolberg auf Westheim, f Freiherr Heinrich von Anblav auS Freiburg, f OberlandeSgerichtS-Rath Ritter v. Hartmann auS Linz a. Donau. Hofrath Prof. Dr. Karl Zell aus Heidelberg, f Hofrath Prof. Dr. Karl Zell aus Heidelberg, f Graf Heinrich O'Donnel aus Wien, f Legat.-Rathk'Dr. Moritz Lieber aus Camberg. f Appellationsgerrchts-Rath Dr. Aug. ReichenSperger aus Köln. Reichsgraf Clemens von BrandiS, Freiherr zu Leonberg, Statthalter in Tirol, f

chen Feld, das dem armen Manne gehört, erzählt mir ebenso wie der ausgedehnte Garten des Gutsbesitzers von dem großen Unterschied zwischen Ihrem und meinem Lande. Hier sind eS die Mühe, die Geschicklichkeit und Beharrlichkeit, welche daS oft wenig fruchtbare Erdreich zum Ertrage zwingen, und das schätze ich hoch. Bei uns dagegen ist der herrliche Pflanzenwuchs doch nur das naturgemäße Ergebniß der denkbar günstigsten klimatffchen und Boden-Verhältnisse. Für den ober- flächlichen Beschauer liegt in seinem Anblick etwa- Ueberwältiger.deS, und dem Eigenthümer erwächst reicher Nutzen, aber von Arbettfamkeit, dem Segen Ihre» Landes, finden Sie bei uv- keine Spur. Las, waS hier dem Menschen angeboren wird, die Liebe zur Thatigkeit, durch welche er trotz großer Hemmnisse viel erreicht, daS muß bei uni ersetzt werden durch strenge Zucht."

Beide Zuhörer lächelten verständnißvoll. „Sie müssen indessen zugeben", nahm Gras Dohna da- Wort, „daß daS. waS unser geehrter Wirth vorhin anbeutete, immerhin seine Richtigkeit hat. Der Gegensatz zwischen dem hiesigen und dem dortigen WachSthum ist, trotzdem wir hier in dem gesegneten Rheingau leben, ein so großer, daß er für unsere verwöhnten Mitmenschen . . . für Sie zum Beispiel, unbestrettbar etwa- Komische- haben muß."

. . _ ,,, ,......Vl, I n 1- i ihsi srf< i

Graf Heinrich O'Donnel aus Wien, f Freiherr Heinrich von Anblav aus Freiburg, f Reichsgraf Clemens v. BranbiS, Freiherr zu Leonberg a. Innsbruck, t Freiherr Wilderich von Ketteler auf Thüle, f Prof. Dr. Ernst Freiherr von Moy de Sons auS Innsbruck, f Freiherr Heinrich von Anblav aus Freiburg. | Rechtsanwalt Dr. Josef LingenS aus Aachen. Freiherr Felix von Los auf Terporten. f Fürst Karl zu Löwenftein-Wertheim Rosenberg zu Kleinheubach a. M. Stabtrath Friedrich Baudri aus Köln, f Freiherr G. zu Franckenstein aus Ullstabt (Bayern), f Freiherr Franz von Wambolt aus Umstadt.

Graf Friedrich von Praschma aus Falkenberg (Schlesien).

Freiherr Felix von Los auf Terporten. f .

Graf Clemens Droste zu Bischering, Erb-Droste, auf Darfeld b. Münster. $ Graf Friedrich zu Stolberg-Stolberg auS Brustave (Schlesien). :

SSÄÄi IWSXfÄ. - -° .fefe. Dr. Ernst Maria Lieber aus Camberg.

Freiherr Dr. Clemens von Heereman aus Münster (Westfalen). Graf Franz von Ballestrem aus Plawniowitz.

Rechtsanwalt Dr. Eduard Müller auS Koblenz. Freiherr Dr. Gg. von Hertling aus München. Freiherr R. von Buol-Berenberg aus Mannheim, Graf von Rechberg-Rothenlöwen aus Donzdorf (Württemberg). Rechtsanwalt Dr. Porsch, Fürstbischöfl. Consistorialrath, Reichs- und Landtagsabgcordneter aus Breslau.

Erbkämmerer Graf Ferdinand von Galen.

Gymnasialrektor Dr. Orterer auS Eichstätt. Justizrath Dr. Eduard Müller aus Koblenz.] LandgcrichtSrath Adolf Gröber, ReichstagSabgeordneter (Württembg).

iildattMZeitiin»

_________mit Unterhaltungs Keilagr „Sterne »nd Ktnmen"

. _ 'ffenloser Führer, die Zügel führt und wie es alsdann in der sozialistischen Gesellschaft mit der per- sönlichen Freiheit bestellt sein würde. Hat doch Liebknecht erklärt: „Wer nicht parirt, fliegt hinaus" (Zustimmung), und hat doch Bebel erklärt: „Wer nicht gehorcht, der verhungert!" A«f religiösem Gebiete erstrebt die Sozialdemokratie nichts weniger als die Gottlosigkeit, die Gottesfeindschaft. Allerdings verschanzen sich die Sozialdemokraten hinter dem Satze: „Religion ist Privat­sache", aber das ist Speck für die Mäuse, und wir lasten uns durch diesen Speck nicht fangen. Es handelt sich also um nichts Geringeres, als daß unsere Staats- und Wirthschafts-Ordnuug, sowie unsere heilige Religion unseren Kindern und dem Vaters lande erhalten werden. Für uns Katholiken überragt das Seele»- heil alle anderen Dinge, und wir wiffen, daß mit dem Christen- thum zugleich auch unsere Staats- und WirthschastS - Ordnung fällt. In dem Puntte, in dem wir uns so zusammenschaaren um diesen dem Christenthum angesagten Kampf zu bestehen, ver^ « theidigen wir zugleich Staat und Gesellschaft. (Lebh. Beifall.) . „ „ ™ c , . , . . , „ „ _ i Bemühen wir unS, im Privatleben und in der Familie einfach

satzungsmäßigen Aufgabe der Abwehr und des Aufbaues, der 3 nach den Lehren deS ChriftenthumS zu leben, so wird daraus ein Bekämpfung der Jrrthümer auf sozialpolittschem Gebiete, der l Segen entsprießen, der alle öffentliche Thättgkett in den Schatte» Bekämpfung der Umfturzbestrebungen auf der eine« und der § stellt. (Beifall.) Es ist deshalb diedringendfteund Berthndigung der chnstlichen Ordnung auf der anderen Sette. ? wichtigste Aufgabe gller Mitglieder deSBolkSver- Man hat schonend nur von der »ertheidigung gesprochen, man i einS, eine MissionSthätigkeit an sich selbst vor»«- hatte auch von der Wiederherstellung reden können, denn die : christliche Ordnung ist auS unserer Gesellschaft gewichen, und eS * ist die ernsteste Aufgabe unserer Zeit, über die Schranke« der politischen Thätigkeit hinaus unsere Gesellschaft wiederum mit christlichen Gedanken zu durchdringen. Einer unserer Wider­sacher ist der Liberalismus und jener falsche Aufkläricht, der von den Universitäten auS seine verheerenden Wirkungen über das christliche Leben auSgegoffen hat. Dieser Liberalismus ist att geworden, er hat aber einen Nachfolger gefunden in der Sozialdemokratie, die bestrebt ist, die ganze bestehende Gesellschaft

Jahr

Datum

Ort

1

1848

Oktober 3.-6.

Mainz

2

1849

Mai 9.-12.

Breslau

3

1849

Oktober 2.—5.

Regensburg

4

1850

Sept. 24.-26.

Linz a. d. Donau

5

1851

Oktober 7.—10.

Mainz

6

1852

Sept. 20.—23.

Münster

7

1853

Sept. 20.-22.

Wien

8

1856

Sept. 23.-25.

Linz a.d. Donau

9

1857

Sept. 21.-24.

Salzburg

10

1858

Sept. 6.-9.

Köln

11

1859

Sept. 12.-15.

Freiburg

12

1860

Sept. 24.-27.

Prag

13

1861

Sept. 9.—12.

München

14

1862

Sept. 8.—11.

Aachen

15

1863

Sept. 21.—24.

Frankfurt a. M.

16

1864

Sept. 12.—14.

Würzburg

17

1865

Sept. 10.—14.

Trier

18

1867

Sept. 9.—12.

Innsbruck

19

1868

Aug. 31.-3. Sept.

Bamberg

20

1869

Sept. 6—9.

Düffeldorf

21

1871

Sept. 10.—14.

Mainz

22

1872

Sept. 8.—12.

Breslau

23

1875

Aug 31.—4. Sept.

Freiburg

24

1876

Sept. 11. 14.

München

25

1877

Sept. 10. 13.

Würzburg

26

1879

Sept. 8.-11.

Aachen

27

1880

Sept. 13.—16.

Konstanz

28

1881

Sept. 4.-8.

Bonn

29

1882

Sept. 11.-14.

Frankfurt a. M.

30

1883

Sept. 10.-13.

Düsseldorf

31

1884

Aug. 31.—4. Sept.

Amberg

32

1885

Aug. 30.—3 Sept.

Münster

33

1886

Aug. 29.-2. Sept.

Breslau

34

1887

Aug. 28 —1. Sept.

Trier

35

1888

Sept. 2.-6.

Freiburg

36

1889

August 23.-29.

Bochum

37

1890

August 24.-28.

Coblenz

38

1891

Aug. 30.- 3. Sept.

Danzig

39

1892

Aug. 28.—1. Sept.

Mainz

40

1893

August 27.-31.

Würzburg

41

1894

August 26.-30.

Köln

42

1895

August 25.-29.

München

43

1896

August 23.-27.

Dortmund