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198 Samstag, den 29. August 1896. 23. Jahrgang

FilldlikrWZeitiliig

mit N«terhaltnng»-Krilage „Sterne n«d Klumen".

ErShemt täglich. Sonn- wb Feiertage ausgenommen. — Vierteljährlicher AbonnementSpreiS ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und auswärts 1 Mark 50 Pfennig Inserate kosten die einspaltige Garmondzeile oder deren Raum 15 Pf.. Reklamen die Petitzeile 25 Pf., bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.

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elterlichen Autorität bei Den jugendlichen Fabrikarbeitern

Katholikentag,

Gta Srtrmeruuzsblatt

dessen Absendung an daS vorderitende Äomiie Seitens der 43. Generalversammlung der Katholiken Deutsch­lands beschlossen wurde, lautet:

Begeisterung aufgenommene R-de mit einem Hach auf den Präses Steinmann. Rach Abfingung des ^oftiMg-

Der Zudrang zur Kaffe für die dritte öffentliche Generalversammlung war Morgens nnd in den MittagS-

Boa Einzelheiten von den Katholikentagen entnehmen wir dem Festblatt der 43. General-Brr- sammlung der Katholiken Deutschlands Folgender:

Zu der zweiten öff-nttichen General-B-rsammlung am Dienstag war ein so gewaltiger Andrang, daß der Berkaus der Tageskarten gegen vier Uhr Nachmittags eingestellt werden mußte; Hunderte von Personen mutzten leider umkehren, weil sie keinen Einlaß finde« konnten. Ein derartige Schauspiel, wie eS die Dort­munder Seneral-Bersammlung bietet, ist wohl bei ähnlichem Anlaß nie gesehen worden. Fast 5 Stunden lang hielt die vieltausendköpfige Menge in musterhafter Ordnung au» und lauschte den herrlichen Worten der Redner.

„Die 43 General - Versammlung der Katholiken Deutschlands beklagt er rief, daß die Gewerkvereine; von vielfachen unchristlichen Bestrebungen in Beschlag - genommen werden und fordert die katholischen Arbeiter | auf, so viel an ihnen liegt, zu thun, um diese Vereine auf christliche Grundlage zu stellen and auf christlichem

darin, daß der minderjährige Arbeiter ohne ArbettSbuch und somit ohne Zustimmung der E tern nicht in ein neues ArbeitSv-rhältniß treten kann. Aufgabe ist, die Eltern über dieses ihnen zustehende Recht aufzuklären, damit fie im gegebenen Falle bei Zeiten davon Ge­brauch machen können.

Dem bleichen Zwecke der Schutzes der etterliche« Autorität dient Absatz 2 deS 8 119 a der Gewerbe­ordnung, welcher lautet:

„Durch statuarische Bestimmung einer Gemeinde oder eines weiteren Kommunal-Verbandes (§ 142) kann für alle Gewerbetreibenden oder gewiffe Arten derselben festgesetzt werden:

43. Generalversammlung war in letzter Stunde zu i dr rser Maßnahme gezwungen, um de« Tausenden Fremden, j namentlich den überaus zahlreich erschienenen Bauer« auS Rheinland-Westfale«, den Zweck ihrer Reise nach Dortmund zu verwirkliche». DaS Lok il-Komitee konnte

jährige-, gezahlt wird;

daß die Gewerbetreibenden den Eltern oder Bor­mündern innerhalb gewisser Fristen Mittheilung von den an minderjährig« Arbeiter gezahlten Lohnbrträgen zu machen haben."

Die 43 Generalversammlung erachtet als beste und wirksamste Regelung die Einführung deS Be- fähigungSv ach» eifer.

Antrag 18. In Validität-Versicherung.

Di« 43 Generalversammlung der Katholiken Deutschlands befürwortet, sowest er ohne wesentliche Erhöhung der Beiträge möglich ist, eine Erweiterung der JnvaliditätSverficherung dahin, daß:

1. die JnvaliditätSfürsorge direkt an die Kranken- verfichrrung sich anschließe;

2. den Invaliden, welche noch nicht erwerbsfähige Angehörige zu versorgen haben, eine Zuschuß, rentc gewährt werde;

3. die Fürsorge möglichst bald auch auf Wittwen und Waisen ausgedehnt werde.

Antrag 21. LohnbScher.

Die 43. Generalversammlung der Satholike«

Dortmund, 26. August.

Dem vorbereitend! n KomitädeS vierte« allgemeinen österreichischen Katholikentages danken wrr verbind- lichst für die herzliche Begrüßung, welche von unS in unserer ersten öffentlichen Versammlung alSbald mitgetheilt und von der Versammlung mit besoaoerer Freude entgegengeoommen ist. Indem wir die für den Verlauf und den guten Erfolg unserer Ver­sammlung ausgesprochenen fteundlichen Wünsche für die bevorstehende dortige Versammlung von ganzem Herzen erwidern, fühlen wrr uns mit Ihnen durch daS Band der StammeSverwandtschaft, wie desosderS der gemeinsamen katholischen Grundsätze enge ver­bunden. Wir hegen die zuvrrstattttche H- ffmmg, daß diese Gefühle durch wechselseitige Betherügung an den dorttgen und an unseren Versammlungen mehr und mehr thatsächlrchen Ausdruck finoen mögen.

Der Präsident der 43. General­versammlung der Kathol'k n Deutschlands Gröver.

; ist, wie in Köln und München, auch auS Anlaß der | Dortmunder KrneralversammlungherauSaegebe«worden, j In guter Ausführung bringt dasselbe drr Porträts ’ der zu dem Katholikentage in engster Beziehung stehenden

Herren: der an der Versammlung theilnehmenden Mitglieder des Episkopates, der Redner u. s- w. Der Preis drS im Berlage der Gebr. Lenfing erschienenen hübschen ErinueiungSblatteS beträgt 20 Ps., nach aus- j wäris 25 Pf.

♦ ♦ ♦

? Wege zu ekhalteu. * *

und -Arbeiterinnen i« deren zu frühen wirth« DaSBegrütznugStelegramm au den 4.österreichischen schaftlichen Unabhängigkeit durch uneinge» | schränkte Verfügung über den verdienten Lohn. Vor­zeitige Lösung der Familienbande, mangelnder Spar- : sinn, schrankenlose Vergnügungssucht, leichtsinnige Heirathen mit ihren sittlichen und wirthschaftlichen;

Folgen mehren sich auf Grund deffen in steigendem Matze als bekiagenSwerche Erschemungea unseres . sozialen Lebens.

Die 43. Generalversammlung empfiehlt dem gegen» ' über auf'-r Dringendste die Einführung von Log­büchern für Minderjährige mit der Maßgabe, daß die Auslöhnung düser nur auf Quittung der ' Eltern hm erfolgt, und daß Letztere-, durch statua- !

wundes von der Gemeinde - Behörde auSzuftellenden) Arbeitsbuche versehen find." Nacht rechtmäßiger Lösung dl» ArbettSverhälrniffeS „erfolgt die Aushändigung de» Arbeitsbuches an den Vater oder Vormund, sofern diese er verlangen oüer der Arbeiter daS 16. Lebens­jahr «och nicht vollendet hat". (Zum Verhalten der Estern gegenüber dem jugendliche.. Arbeiter begründete Ausnahmen find vorbehasten.) — Die Bedeutung der Aushändigung der Arbeitsbuches an die Elter« liegt <

rische Best mmuug der Gemeinde oder eine» wetteren KommunalverdandeS (auf Grund des § 119 a Absatz 2 der Gewerbeordnung) oder durch b<e Fabrik­ordnung, womöglich auf Grund einer Vereinbarung der Arveitgeber, obligatorisch gemacht werde. Sie fordert die Arbeitgeber und Arbeiter, speziell die . Familienväter, insbesondere auch die Arbeitervereine

und die Skelsorgrgtistlichm auf, unausgesetzt auf die allgemeine Einführung be» Lohnbuches, nenn möglich gleichmäßig in größeren Jndustriebezirkev, hinzuwirken.

Anmerkung: ZumSchrtze der elterlichen Auwntät bestimmt da« Arbeiterschutz - Gesetz vom Jahre 1891, § 107: „daß minderjährige Personen als Arbeiter nur beschäftigt werden dürfen, wenn sie mit einem (auf Antrag oder mit Zustimmung bei BaterS oder Bor-

Dieselbe ei kennt in den Bestimmungen bett, die i Regelung deS LehrlingSwesenS und die gesetzliche ! Anerkennung drS Meistertitels einen erfreulichen \ Fortschritt, kann asec diese Regelung al« genügend i nicht anerker.nen.

Deutschlands erblick, eine der häufigsten Ursachen der zunehmenden Lockerungen von Zucht und Sitte und deS damit Hand in Hand gehenden Schwinden« der

einen solch' massenhaften Besuch mcht vorauSsehen. BiS Nachmittag 2 Uhr waren gelöst: 1962 Mitglieder- karten, 746 Mttql ederkarten für L hier und Studenten, 64 Theiln hmerkarre», inSgefammt 2772. Die Zahl der Tageskarten beläuft sich auf so viele Tausende, daß fie unmöglich jetzt schon festgestellt werde« könne«. Jedenfalls übersteigt fie das Doppelte drr Tageskarten, welche bei ftüheren Generalversammlungen verausgabt find.

Festversammltmg de» Geselleu-Veretu«.

Altem Brauche folgend hatte der hiesige katholische Gesellen-Berein am Montag Abend eine Fest­feier zu Ehren der beim Kathoiikentage anwesende« Präsides und Freunde des Vereins veranstaltet. Der große, prächtig auSgefchmückke Saal des GefellenhauseS war überfüllt; unter den erichienenen Gästen bemerkte« wir u. a. die Herren DiözesanpräseL Prälat Probst Bergmann-Mikde«, die Präsides von Karlsruhe und Lllenstei« (Ostpreußen), sowie Dr. Hille-Berlin. Eröffnet wurse di« Frier, nach Vortrag eines Konzert­stücks durch die Hüttner' sche Kapelle und der mit Bravour gesungenen Hymne: „Jauchzet dem Herrn" durch die Gesangabtheimng de» Verein», aon dem Präses Herrn Kaplan Steinmann. Derselbe begrüßte bis zur« Theil au» weiter Ferne hrrbeigeeilten Gäste uns hieß Alle herzlich willkommen. Der starke Besuch bet F'stver- sammiung beweise, welche Sympathien bet Betern be­sitze ; dieser sei deren aber auch würdig, denn er bilde einen festen Damm, gegen btqenigen, welche Thron und Altar zu stürzen suchten; alle Mitglieder de» 8erein* ständen treu zum angestammten Herrscherhau e und seien königStreue Männer. Mit einem Huch auf Papst und Kaiser schloß bet Präses seine Rede, worauf die Kniserlymne gesungen wurde. Ein BorstandSmit- glieb des 8 *rein«, bet Effendrehcr Herr I. Grafen­kamp, begrüßte bann in wohlgesetzten Worte« bie er­schienenen Gäste NamenS der 8ereinSmilglieber. Hier­auf hielt Herr Prälat Bergmann bie eigentliche Fest- reb?. Der yochwürbigste Herr führte u. A. auS, daß bet katholische Gesellenverei» die Wrege aller nach ihm

emstandmen christlichsozialen Seretne sei; auf den Ge­sellenverei« feie« jetzt alle bestehenden Bere-ne auf gebaut; Barer Kolping ha - sich also durch Gründung und Berbrettung der Geiellenvereine große Verdienste er­worben. Redner erzählte bann anS seinen Erfahrungen ' im Gesellenoerem und sein Bekanntwerden mit Dem { seligen Batet Kolping; er chrldette da» Auftreten

Kolping» in den ftÄheren Versammlungen der Katho­liken Deutschland», wo derselbe durch seine hinreißende Beredtsamkert die Zuhörer begeisterte. Ja, Kolping habe daS Handwerk gerettet und sein Werk sei die größt- soziale Thal der Gegenwart; kein Verein leiste soviel in christlicher Liebe wir der Gesellenoerein; da­her müßten die Mttgiiedet auch die Prinzipien deS Vereins immer hochhatten und dem Verein immer mit L ebe und Treue anhangen. Redner schloß feine mit

□ 43. General-Versammlung der Katholiken Deutschlands zu Dortmund.

VII.'

8 Die soziale Kommission "

hat in ihren Sitzungen am Mittwoch dm 26. Nach­mittags folgende Anträge angenommen:

Antrag 17 Handwerkerfrage.

Die 43. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands begrüßt in dem jüngst veröffentlichten Entwurf eine» Gesetze» bett. b:e Abänderung der Gewerbeordnung, soweit dieselbe eine zwangSge- nossenschafrliche Organisation be» brutsche.,Hand­werkes und eine geordnete Vertretung desselben (Hand­werkerkammern) bezweckt, die daskenswerihe Erfüllung einer alten Forderung der organisirtrn deutschen Hand­werker.

Wie vorauSzusehen war und die Erfahrung in- ? t zwischen reichlich bewiesen hat, empfiehlt sich al» einzig ; - wirksame und am leichtesten durchführbare Regelung die, daß jedem Minderjährigen ein Lohnbuch eingehärt- digt wird, in welchem j »dermal erst der Empfang der « letzten Lohnzahlung durch Unterschrift be» BaterS, bet - Mutter ober des Vormundes (Quittung) bescheinigt sein muß, ehe dem Inhaber der neuvrrdiente Lohn (am fol- ; genden Lohntage) auSgezahlt wird. (Nähere Anweisung gibt die „Soziale SurkunftSstelle" in M. - Gladbach.) \ Ein Aut r üg, bett. Gewerkoerein t r christlichen ? Bergleute, wurde ersetzt durch folgende Resolution:

1) daß Lohn- und Abschlags - Zahlungen in festen f

Friste« erfolge« müffm, welche nicht länger al» ;

einen Monat und mcht kürzer als eine Woche ___

sein dürfen; ■ stunden ein ?o gewalttget, daß der Vorstand sich ent-

2) daß oet von dm m'nderiahrcgen Arbeitern ver- * schließe» mußte, Nachmittags 41/. Uhr im großen diente Lohn an die Eltern oder Vormünder und - Saale des Schützenhofe» (HobertSbura) eine Parallel» nur mit deren schriftlicher Zustimmung oder nach Versammlung mit derselbe!? TageSord iMg und den- deren Bescheinigung über den Empfang der letz- i selben Rednern zu veranstalten. Der Vorstand der ten Lohnzahlang unmittelbar au den Minder. -- - ■ - -