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197 Freitag, den 28. August 1896. 23. Jahrgang

FulduerWZkitulig

mit Unterhaltung» Kritaor „Sterne und Ktnmen«'.

43. General-Versammlung der

Dortmund, 26. August.

löbniß, daß die Priester fich von Keinem übertreffen

Es mußte hierauf eine Pause eintreten, weil ei nothwendig geworden war, dir durch die Ueberfülluug unsicher gewordene große Empore hinter dem Redner­putte neu zu stützen. Wahrlich, eine drastische Illu­stration zu dem Massenandrang! Urbrigens haben Tausende weder im Fredenbaum noch in der Hob ertiburg Einlaß finden können! Etwas so KolosialeS Hai man noch nie bei früheren General« versamDlungerr erlebt.

Rach Beendigung der Pause thnlte Präsident Gröber zunächst mit, daß wieder von einem unbe-

. Redner dre SiaatSunterstützung des landwirthschastlichen \ wir unsere tüchtigsten Kräfte voranstellen und uaS i Schulwesen» und der Mewrationen und dgl. Ander- j Achtung und Geltung verschaffen. Wen« wir wollen,

sündige nicht mehr!" die leiblichm Folgen der Sünde: Elend und Krankheit. (Zehr gut!) Dai schöne Stand­bild der Chartta», die ihre Gaben spendet, da draußen auf dem Festplatz, es könnte ebenso gur die Kirche, die Matter der Arme«, vorstellen. (Lebh. Zustimmung.) Da» Centrum ist darum auch der Hort der Sozial-

Zurück zm Autorität in i Beifall.) Aber zu ihr muß auch fie findet ihren Hort in der Kirche, die fie pflegt unten — bei Kinder« und Untergebenen — und

oben, bei denen, die zu regieren und zu befehlen haben. Groß ist die Autorität, welche die staatliche Ber- stchemng einführt, aber größer und schöner ist die Pietät der barmherzigen Schwester, welche den Schweiß von der Stirne de» sterbenden Arbeiter» wischt. (Stürm. Beifall.) Die Welt ist nicht nur autoritär»lo», nein fie ist noch mehr pietätslo» geworden. Darum zurück zur Kirche, der Pflegerin der Pietät! Darum ehren Sie deu Papst, der Ihr Bater ist, und ehren Sie die Kirche, die Ihre Mutter ist, damü e» Ihnen wohl gehe auf Erden! (Brausender, langanhaltender Beifall.)

Präsident Gröber Verla» hierauf ein Tele-

' warten wollte, bis an seine Thüre geklopft wird, wäre kein Priester, wie es die Kirche verlangt. Der gött­liche Heiland beseitigte, ehe er sagte: „Gehe hin und

Dortmund, 27. August.

Die heil. Messen, mit denen auch heute, gutem Brauche gemäß, der Tag begaun, wurden nach der Intention de» Bouifatiusvereins gelesen. In der

vierten und letzten geschlossenen Versammlung wurden Resolutiouen angenommen, welche die Vereint«

„Ein Ereigniß, was in der Geschichte unserer Gmeralversammlungen noch gar nicht dagewesen ist", nannte heute zu Beginn der

dritten öffentlichen Generawersamnrlnng

unter stürmischem Beifalle Präsident Gröber die

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Landtag»abgeordneter Landwirth Herold, lebhaft i begrüßt, behandelte hierauf die Agrarfrage. Er - schilderte die Rothlage der Landwirthschaft und ihre s Ursachen. Wenn eS so Wetter gehe, werde in 60 Jahren s der Landbesitz in seinem ganze« Kauftverthe verschuldet, d. h. in andere Hände übergegangen sein. Redner ° beleuchtete Wetter die hohe soziale Bedeutung eine» i soliden Bauernstände» und besprach dann eingehend ' die Gründe tu dem RreiSdruck auf Getreide: die

Sramm de» kaiserl. KabinetschesS v. Lucauu», worin iefer mittheilt, daß er vom Kaiser den Auftrag erhalten habe, den Dank derselben für da» Huldig- «ng»telegrawm der 43. Generalversammlung zu über«

denn wir sagen: Fortführung der Sozialreform um jede« Prei»! (Stürm. Beifall und Händeklatschen.) Un» Priestern gebührt es, zwischen die Stteiienben al» Friedensstifter zu trete«: oft eine schwierige Aufgabe! Da sagt der eine: Ihr seid verkappte Sozialdemo­kraten, und der andere: Ihr seid Alliirte de» Geld- sack». Wir aber wollen Friede» setzen zwischen den Hütten und den Palästen, das ist unsere Aufgabe! (Lebh. Beifall.) Und umsomehr, weil die Seelen in Gefahr find. Die Armuth ist eine große Versuchung: wenn die Pflugschaar der Armuth die Herzen zerreißt, dann findet der Samen der Zwiettacht bereitwilligen Boden. Wenn der Arbeiter darum nicht zu uns kommt, so gehen wir zu ihm. Unsere Bischöfe find dabei unsere Vorbilder. Redner schloß mit dem Ge«

j der Landw-rthschast, Bildung landwirthwastlicher Ge- \ noffenschasten und Verein«, Fachabtheilungen in den kath. Arbeiter-u. Geselleuvrremen, Vereine f ürHandlung»- lehrlinge und Lehrlingsabtheilungeu der kath kaufmänn. Bereinigungen und Bereite für kath. weibliche Handels- gehiifm.

Pfarrer Schmitz-Trier sprach sodann über da» Z worden zu Gunsten der Zeitschrift .Chartta»', de»

Thema: „Geistlichkeit und soziale Frage." \ Kmdhett- Jesu- und de» Schutzengelvereins, deutscher

Energisch trat er für dar Recht und die Pflicht der l Missionshäuser, CanifiuSwallsahrten, Revision der

Geistlichen ein, sich an der sozialen Frage zu be- ] Ordeü»gesetzgebuug, Rückberufung der Jesuiten, Fort-

thettigen. Sei doch, wie Bischof Wahl bei der Primiz fährung der Sozi^lreform, Verband „Arbetterwahl",

be» königlichen Prinzen au» dem Hause Wettin gesagt, \ Arbeiter- und Arbeiterinnen- Hospize, vermehrte Sonn-

a „ . .... Niemand so innig mit dem Volke verbunden, als tagSruhe^ für Beamte, unb Soldaten, Unterstützung

Mitteln. (Lebh Beifall) Ein vom Präsidenten au»- , der katholische Priester. Wir Priester find ja größten- n ' ** *"

gebrachte» Hoch auf den Kaiser fand begeisterten ' theils selber Söhne de» arvettrnden Volke». (Lebh W derhall. ! Beifall.) Ein Priester, der in seinem Pfarrhause ruhig

1 43. General-Bersammluna der kannten Freunde der kath. Sache bedeutende Gaben ©nthnttfett Deutscklands in SWtmnnh eingegangen find: 2000 Mk. für hilfsbedürftige Arbeiter Maryouren ^eurslytanos zu ^orrmuno. - Dortmund» und 2000 Mk. für die Christen in Armenien.

Dortmund, 26. August. \ (Lebh. Beifall.)

Thatsache, daß der ungeheure Andrang trotz der Riesenausdehnung des Fredenbaum-Saale» die Ab- , .

Haltung einer Parallelversammlung im großen , die Gründe zu dem Preisdruck auf (Betreibe: die

Saale der Hodertrburg nothwendig machte. Dies : billigere Getreideproduttion des Auslandes und die

stellte kolossale Ansprüche an die Redner, die zum \ große Verbilligung bei Transports. Auf die Handels-

großen Theile ihre Reden in der HobertSburg sowohl ; »ertrüge eiuzugehm, wäre zwecklos, da fie nun einmal . . . . .

wie im Fredenbaum halten mußten. Wir müssen uns ; da seien und respektirt werden müßten. Die Angriffe $ kaffen wollen in der Fürsorge für doS Wohl deS ar- darauf beschränken, über die Hauptversammlung im s auf dar Centrum wegen der Stellung desselben zu l beitenden Volkes. (Brausender Beifall und Hochrufen.) Fredenbaum zu berichteu. ben Handelsverträgen feien jedenfalls durchaus unbe« ; Fabrikant Mathias Wiese-Werden a.d. Ruhr gab

Bon der imposanten Versammlung mit begeisterten ' gründet. Damals habe infolge hoher Getteidepreise | einen intereffouten Beitrag zur Paritätifrage, indem Hochrufen begrüßt verbreitete fich der Hochw. Herr j eine so starke Agitation gegen die Zölle überhaupt l er die Rothwendigkeit für unS barlegte, auch Wirth- Weihbischof Dr. Schmitz aus Köln, ausgehenb von s bestanden, baß sogar Graf Kanitz die zeitweilige gänz- - schaftlich un» so zu heben, baß ber Zustand aufhört, bem Worte: „Der Mensch lebt nicht vom Brobe ! liche Aufhebung berselbe« beantragte. In biefer | daß wir al» Staatsbürger zweiter ober gar britter allein", zunächst über die Kirche al» wahren Hort ber ; Situation war es unbedingt richtig, durch Annahme Klaffe bettachtet werden. (Leider gingen feine Aus- Freiheit, deren Liebe un» Deutschen angeboren ist. der Hu«bel»verträge wenigstens einen Zoll von 3,50 ; führungen für un» wegen des Lärms in dem anstoßen- Sagt doch auch der deutsche Dichter: „Der Gott, der - Mk. auf 12 Jahre festzulegen. (Leb. Zustimmung.) ; dem Wintergarten zum Theil verloren.) Daß der

Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte!" (Lebh. i Man solle doch auch daran denken, daß das Centrum l Katholizi»mus kein Hinderniß für den wirthschaftlichen

Beifall.) Die Kirche ist eS, die jeden staatlichen Er- ■ f- Z zuerst für die Schutzzölle eingetreten ist, al» die ; Fortschritt ist, bewies Redner an dem Beispiele der

ziehungSzwang verwirft und überall die echte Geistes- i Stimmung für Zölle viel ungünstiger war, al» heute. i Katholiken in Frankreich, Belgien u. s. w., wo fie

freibeit schützt. Und doch klagt man sie an, eine Feindin f (Lroh. Zustimmung.) Je weniger bie „großen | koloffale Summen für wohlthätrge und religiöse Zwecke

her Freiheit zu fein! Große Männer wie Dante haben ’ ausführbar feien, je kräftiger müßten die „kleinen ' aufzubringen vermochten; da müffen wir aber auch die Klöster Asyle der Freiheit und des Frieden» ge- I Mittel" zur Anwendung gebracht werden. (Sehr - reich werden, weil wir dann mehr gelten, und wir notmt. (Beifall ) Die Freiheit, wie wir sie verstehen, : richtig!) Und gerade diese Aufgabe habe da» Centrum | auch große Aufgaben zu leisten haben. Welcher Elend ist freilich nicht Gesetzlosigkeit, sie wmzelt im gött- ; in energischester Weife erfüllt. Redner schilderte, wa» ; könnten wir noch stillen, welche Seelen retten durch sichen Rechte. Ohne die Autorität kann die Gesell- ; gerade da» Centrum in dieser Beziehung in letzter } Unterstützung von Missionen u. s. w., welche hohm schäft nicht bestehen. Wer würde die pulverisirte Ge- 1 Zeit geleistet hat, z. B. auch durch da» von ihm be- ? Schulen gründen, wenn wir reicher wären! Darum feilsch ast in der Gegenwart zusammeuhatten, wenn - antragte Verbot des GetreidetecminhandelS. Al» f Pflegen wir emsig den wirthschaftlichen Fortschritt! nicht die Autorität? Ohne sie würde die Clique - Mittel zur Förderung der Landwirthschaft nannte ' Ueberall, in den Stadtverwaltungen besonders, müssen herrschen, könnte kein Reich mehr aufrecht stehen auf i Redner dre SiaatSunterstützung des.andwuthschaftlichen \ wir unsere tüchtigsten Kräfte voranstellen und nur Erden. Ni Dien ni maitre, kein Gott, kein Herr! \ Schulwesen» und der Melorationen und dgl. Ander- i Achtung und Geltung verschaffe». Wen« wir wollen, Ohne die göttliche Autorität keine irdische! Die Ü feite müsse auch die Landwirthschaft alle» thu», um i so können wir auch auf dem sozial - wirthschaftlichen Autorität ist eine geistige Macht, der wir un» als s sich alle technische» Fortschritte anzueignen und zu i Gebiete die Konkurrenz bestehen. Ich weiß gegen die freie Männer in Freiheit beugen, so wie fich der i Nutzen zu machen und um seinen Absatz zu heben und : Ueberwucherung de» Mammonirmn» kein andere» Meister der Tonkunst ben Gesetzen ber Töne unter« ■ bie Produktionskosten zu verbilligen; dazu sei besonder» I Mittel, al» die Christianisirung de» Kapttal». (Zu« wirst. Ja, eine geistige Macht: Papst Leo XIII., s die Bildung von Genossenschaften erforderlich. Auch l stimmung ) Hatten wir besonder», nicht nur auf dem ein Bettler unter ben Souveränen, hat nicht» mehr, ; bie Lebenrverficherung empfehle sich sehr. Aber bie \ Lands unfern Familienbesitz möglichst zusammen. Auch aber er hat Autorität! (Stürm. Beifall.) Wenn er J Gesetzgebung müffe ber Selbsthilfe hilfreiche Hand : ber Adel sollte fich wirthschastlich mehr betätigen, feine Stimme erhebt, so höre» auch ihn bie Völker unb j leisten. Sie werbe fich i» ben nächsten Jahren vor« l Möchten beim 50jährigen Jubiläum bes Centrum» eine bie Könige ber Welt; ba» ist Autorität! (Stürm. ■ züglich mit Agrarfragen zu befaffen haben. Rebner j ganze Anzahl ihre» Befähigungsnachwei» zum Kom« Beifall.) Zurück zm Autorttät, bamit wir bie Frei- • empfahl be» Zusammenschluß in unseren christlichen * merzienrath durch einen Steuerzettel über 30 000 Mk. beit Staat und Gesellschaft. Lau» und Familie retten! Bauernvereinen, nicht aber die Vertretung einseitiger I Jahreseinkommen erbringen. (Heiterkeit und Beifall.) ~ "" “ - ’ ber Kirche Gottes! (Lebh. ‘ Interessen ohne Rücksicht auf baS Gesammtwohl. ; Streben wir in jeber Weise empor, nicht ttotzbem,

ß bie Pietät komme», unb - (Lebh Beifall.) Die Jutereffen müßten so ausgeglichen ' sondern weil wir katholisch sind. (Stürm. Beifall.)

in bet Kirche, bie fie pflegt - werben, baß das Wohl Aller gesörbert werbe. Da» ' Präsident Gröber schloß hierauf die Versammlung

: sei allzeit der Standpunkt der Centrums gewesen. : mit dem kath. Gruße.

1 (Lebh. Beifall ) Ein starke» Cmtrum sei hochwichtig ? Biele Tausende Blieben in ben Anlagen be» Freden« ! gerade auch für bie Landwirthschaft. (Lebh. B-ifall.) bau«, wo — allerbing» sehr durch bie feuchtkühle ; Memungrverschiebenhetten in einzelnen praktischen - Witterung beeinträchtigt — ein große» Gartenfest ; Fragen könnten bestehen, wen« fie nur mit gegenseitiger ; mit Brillantfeuerwerk stattfand. — Angefangen hatte | Duldung vertrete» werde». Einigend werden stet» ] der Tag mit einem feierlichem Requiem für die ver« i für uns bleiben die hohen unb höchsten Interessen. \ storbrnen Mitglieder der kath. Generalversammlungen. ; (Lebh. Beifall ) Die Einigkeit allem verbürgt unser - In der

Heil, darum einig wirken, einig bleiben! (Stürmischer, ■ dritte« geschloffene» Generalversammlung anhaltender Beifall.) am Nachmittag waren Resolutionen angenommen

reform. Wir Priester stehen daher alle fest zum Cen«

' trum bi» auf d«n letzten Mann (Stürm. Beifall.), ‘ gung der Verein» vom hl. Grabe und be» Palästina.