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Donnerstag, den 20. August 1896.

£3. Jahrgang

FiiIdaerMZeitiiiiij

mit Untkrhallnngs-Krilagr „Sterne «nd Plumen".

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In Italien," so drückte sich schon im Jahre 1885

O Der Cx-Krieg-minister General Bronsart von

lang an Dyssenterie gelitten hat, ist nach dem Bad

von Goßler wird am Freitag seine AmtSgeschäste

antwortet ihnen die .Ratztg.' mit Recht, daß eS sich

selbstbewußter und fester Auftreten feien ihm hinder-

Freimaurerische

Z Der Wechsel tat KriegSmtnisterium ist, wie die,Ratztg.' erfährt, unter großenSchwierigkeiten vor sich gegangen. Als mau das SntlaffungSgesuch der Generals Bronsart von Schellendorf an- g nommen hatte, ist das Kriegsministerium mehrere« hohen Offizieren angeboten worden, die er aber alle abgelehnt haben, bir man endlich an Generallieute­nant von Goßler kam. Die ganzen Vorgänge bei der Entlastung deS Kriegsministers zeigen nur zu deutlich, daß es nur ein Sieg des MilitärkabinetS ist,

ja meisterhaft, die einfachsten Sachen ost in der groß­artigsten Weise auSzufchmücken. Durch solche Skandal- berichte müsse aber daS feste Gefüge der Armee er­schüttert werden. Der Gewährsmann der.Köln. Bztg.' fügt hinzu, wann und zu wem der Kaiser stch so geäußert, werde nicht erwähnt; er glaube aber mit Rücksicht auf die hohe soziale Stellung der Kreise, in

* Von einer Aeußeruug de- Kaiser- über die Reform deS MilitärstrafprozeffeS berichtet die ,Köln. Vztg.': Der Kaiser soll danach erklärt haben, daß er im Großen und Ganzen mit der Auffassung de» Reichskanzlers in der Reformgestaltung einverstanden sei, nur fürchte er dis Ausschlachtung der Verhandlungen des Militärgerichts durch die „SensationSprefsr."

in unserer gestrigen Nummer: Beschwerden". D. R.)

Deutsche- Reich.

Berlin, 19. August.

• Der Kaiser hat, wie die,N. A. Z.' hört, am Dienstag dar Bürgerliche Gesetzbuch durch seine

v-----„ —, „weht ein frischer maureriscker Geist,

der befruchtend auch nach außen wirkt." (Bauhütte 1885, S. 190.) Zu einem hochrevolutionären Feste des italienischen Großorient zu Ehren Lemmi'r am „

19. Februar 1893 — vergl. Hildebrand Gerber, Die Die „meist jüdischen Berichterstatter" verständen es Freimaurerei und die öffentliche Ordnung, 1893, 5----" "" ~ ' - - -

S. 169 bis 175 — erklärte B.. Haas, Prof, und Konrettor am Dresden » Neustädtischen Realprogym- . w.. , nafium, in folgendem Schreiben vom 5. April 1893 Wir nehmen gern vom ? nachträglich im Namen der sächsischen Großloge die sm <frna Zustimmung:

Deutsche u. ausländische Freimaurerei. Leopold Protektor — ferner die Großlogen von Unterschrift vollzogen. Damit ist nun das große ' ..... t' . y.. | Hamburg, von Frankfurt a. M., von Sachsen, von nationale Werk zum Abschluß gelangt. Möge e» der

Unter dieser Ueberschrrft bringt die ,Köln. VlkSztg., Bayreuth. Durch einen eigenen Vertreter bei der ' Nation zum Srgen gereichen! folgenden sehr interessanten Artikel, der auch in den z Feier repräsentirt war außerdem die Loge von Crefeld. '

weitesten Kreisen Beachtung verdient: „I,, viuu» iiyun ?.m <$uure iood

Die ,Münchener Allg. Ztg.' schreibt in Nr. 223, ; am 5. Mai der Ehrengroßmeisier Br.'. Braband in Morgenblatt , zu der in Folge der Beschwerde deS Hamburg aus, Prinzen Friedrich Leopold neuerdings vielerörterten Freimaurer-Frage: „So wenig man z. B. ihre (der i deutschen Freimaurerei) italienische Schwester für i völlig harmlos wird erklären können . . ., so unbe- i dingt kann und muß man anerkennen, daß eS alberne ! Märchen sind oder noch Schlimmeres, wenn man der i deutschen Freimaurerei nachsagt, daß ein vielfach giftiger Kern unter der harmlosen Hülle des Frei- maurerthum» sich verberge." tc“

Vordersatz dieser Ausführung Akt. DaS Zugeständniß von dieser Seite ist uns werthvoll. Wir müssen aber entschieden gegen den Nachsatz Verwahrung einlegen. Zunächst sei hervorgehoben, daß derselbe thatsächlich schon durch daS im Vordersatz enthaltene Geständniß hinfällig wird. Denn wenn die italienische Frei­maurerei nicht völlig harmlos ist, so wird auch die deutsche kompromittirt, da sie mit der italienische« nicht bloß einem und demselben Bunde angehört, son­dern sogar in besonder- freundschaftlichen Beziehungen zum italienischen Großorient steht und dadurch die Bestrebungen desselben gutheißt und wenigstens mo­ralisch fördert. Der notorische Garibaldianer und Mazzinist A. Lem mi, welcher sich offen rühmt, treuer Schüler und Anhänger dieser Revolutionäre und „Ge­fährte der wenigen Ueberlebenden unserer großen Revo­lutionen" (Bivista de la Maaaoneria Italiana 1889, p. 20) zu sein, welcher thatsächlich bei seiner bekannten Rundreise durch Italien 1892 für die Ideen dieser Männer geräuschvolle Propaganda machte, war jeden­falls und ist vielleicht noch, seit 8. Oktober 1883, der amtliche Vertreter, der erwählte Vertrauensmann der drei altpreußischen Großloge», auch der deutschen LandeSloge, deren Großmeister bezw. OrdenSmeister Prinz Friedrich Leopold seit Anfang 1896 ist — Protektor ist er seit 2. Febr. 1894 — beim italieni­schen Großorient (Strenna de la Bivista de la Maasoneria Italiana 1891/92 p. 217 ss.; Daten» Kalender für 1893). Der am 31. Mai 1896 erwählte neue italienische Großmeister ist nach Revue Magonnique, Pari- (1896, p. 136), ein ausgesprochener Republikaner, der ebenso wie der neue stellvertretende Großmeister, der Bildhauer der Giordano-Bruno-Statue, Hettor Ferrara, für Italien die republikanische SraatSfocm anstrebt. Nach Bivista de la maasoniera Italiana 1895, p. 251 und 259, befanden sich unter den auswärtigen Großloge», welche der freimaurerisch • gaiibatdianischen Festfeier vom 2Ö. September 1895 zustimmten, auch folgende deutsche Großlogen: D-e Rational-Mutterloge zu den drei Weltkugeln in Berlin, die Großloge Royal- Dork zur Freundschaft in Berlin — von beiden ist der beschwerdeführende Prinz Friedrich

w ,r , , , , . „ nicht mehr so recht geschätzt, sie seien vielmehr meisten»

(Wir verweisen auch nochmal» auf den Artikel unbequem. Bon seinem Nachfolger dagegen meint sie: anfrwr oeftrtnon „Der Generallieutenant v. Goßler ist nicht nur ein

sehr kluger Mann, sondern er weiß sich auch mit allen Leuten gut zu stellen — eine Eigenschaft, die heute i sehr empfehlenswerth ist. Goßler ist strammer, schneidiger । Soldat und Hofmann. So wird e» gern gesehen. ; Hahvk« hat aber mehr Einfluß als je zuvor, und Goßler ist stet» Hahnke» gelehriger Schüler gewesen. Darüber ließe sich noch viel mehr sagen." —

„Dresden, den 5. April 1893. Erlauchter verehrter , t„0 .,a w

। Bruder! Ich habe die Ehr-, Ihne» anläßlich des welchen dieses Gerücht verbreitet werde, davon Mit- schönen Festes, welches Sie soeben gefeiert haben, die - theilung machen zu müssen.

aufrichtigsten Glückwünsche der Großloge von Sachsen 2.. ~c ~ wvw

zu übermitteln. Die Großloge von Sachsen weiß, daß Schellendorf, der nach der ,Post' angeblich 14 Tage Ihre Person gewissermaßen die gesammte Frei- k:.a I“ ' 2^

JIta*Jieret Italien- vorstellt. Sie bewundert Neuenahr adgereist, um sich von den Folgen diese» m Ihnen eine Säule der Tempels unserer Leiden» zu erholen. Der neuernannte Kriegsminister königlichen Kunst an einem Punkt der Erde, wo von Goßler wird am Freitag seine AmtSgeschäste der Kampf gegen unsere Feinde und, an der Spitze übernehmen.

derselben, gegen den, welcher über uns Freimaurer das Anathema gesprochen hat, besonders schwierig ist. Die Großloge von Sachsen übersendet Ihnen durch meine Bermtttelung den aufrichtigsten Wünsch, daß Sie noch lange der König der Freimaurerei, nicht bloß in Italien, sondern der ganzen Welt bleiben und als solcher den mächtigsten Feind unserer königlichen Kunst bekämpfen mögen. Sie wünscht zugleich dem Großorient von Italien Glück dazu, daß er einen so hervorragenden Großmeister an seiner Spitze hat und „

W d^ESunsch bei, daß er diese Ehre und dieser dar nicht eher ruhte, bis in General von Bronsart Glück noch lange haben möge. Für die Großloge von der Hauptgegner beseitigt war. Wenn manche Blätter Sachsen. Der FreundschaftSbürger Br.'. Haas. An da» Militärkabivet in Schutz nehmen und meinen I.'. et Hl.'. F.-. Adriano Lemmi Borne." ; daß diese» nur die Befehle deS Kaiser» au»führe, so

Den angeführten Citaten, für deren volle Zuver- ' antwortet ihnen die Ratztg.' mit Recht, daß eS sich läsilgkert ton bürgen können, ließen sich noch andere dabei aber auch frage, von wem und wie auf die zufügen. Der „undogmatifche" religiöse Staad- Verordnungen der Kaiser» hingearbeitet werde. Zur Punkt b'.r Freimaurerei in Deutschland ist oft genug Entlaffung von Bronsart» meint die ,Pos. Ztg.', der quellenmäßig besprochen. Wir verweisen auf die ExkriegSminister sei zu wenig Hofmann gewesen. Sein Broschüre Die Freimaurerei und die öffentliche Ord- selbstbewußtes und fester Auftreten feien ihm hinder- nung (Germania, Berlin), der bald eine neue folgen sich gewesen. Solche Eigenschaften würden heutzutage tuixb. nicht mebr io retfit ariäbäkt. sie seien niefmefir

Stromaufwärts.

Roman von Cl. Lötschert (M. Brechten).

------- (Nachdruck verboten.)

Da endlich langen die erste» Gespanne mit dem Adel von Ziegenhof an und in fast noch eleganteren Gefährten diejenigen FamUien, deren Stand und Reichthum ihnen erlaubt, sich als gleichberechtigt unter ihre bevorzugten Mi Menschen zu mischen. Fast zu gleicher Zeit treffen auch die Gäste von der Stadt em. Die aufgefahrenen Schlitten bilde» eine stattliche Reihe. Während die dampfenden Pferde auf und ab geführt werden, begeben sich die Angekommenen nach dem eisigen Tanzsaal hinab. Einzelne Fackeln flammen auf — Stimme» unter den Zuschauern werden laut.

„Ei, wer mag das dort sein in dem dunkelrothen Kleid?"

„Da» ist eine Fremde; wohl auf Besuch bei Herrn Freiherrn von Reffelrode. Die aber in dem gold­braunen Anzug kenne ich, daS ist Fräulein von Linde und neben ihr die Komteffe im goldgestickten grünen Plüsch. Wie schön sie heMe auSsieht ... so stolz, so vornehm! Jetzt schnallt ihr der Diener die Schlitt- schuhe an . . . und da fliegt sie auch schon hin, von chrem Vetter am Arme geführt!"

„O Mutter steh', da» ist wie eine Muschel ge­

formt !" ruft ein kleine» blafleS Mädchen und deutet den herrlichen Anblick mit dem ihrer Weihnacht»- rückwärts auf einen eben anhaltenden Schlitten. j Tannen, die auch immer so funkeln im darüber ge-

Ein Herr und eine Dame fitzen darin. Er beugt streuten Glanzstaub.

sich vor und sieht ängstlich forschend in ihr eine zarte j „Reizend, entzückend, brMant!" hört man hier und Gesuiidhe t verrathendes Gesicht. Sie trägt keine» da auSrufen — die ewig wiederkehrenden salonfähige» Hut, sondern em dicht anschließendes lichtblaues Sammt- Bezeichnungen der modernen Welt.

Capuchon über dem gleichfarbigen Tuchkostüm, deffen \ Dem Zuschauerkreis am Ufer aber entfährt em

weißer Federbesatz sich m anmuthigen Windungen an wahrer Schrei der Bewunderung.

chr emporschlingt. \ „Du, Vater . . . so muß e» im Himmel sein!"

„Dar find die Herzog S," erklärt die Frau ihrem meint ein «einer Junge. Er fitzt auf seines Vater- Kinde; „die können sich so war leisten." - Arm und reckt sich weit vor nach dem prächtigen

,, Der reiche Man» aber bettachtet noch einmal seine ; märchenhaften Bild, dann bläst er in die kleinen blau- schöne Tochter und bemertt, daß ihre Augen gespannt roth angelaufenen Fäuste.

und rote suchend über die blanke Fläche gleiten. Er j „Da» kann rohl stimmen," meint der Man« zieht de» weißen »Schleier fester über ihr Gesicht, und ; mürrisch. „Unsereins träumt nur manch ral von der- dann find auch Beide schon von ihren zahlreichen Be- $ gleichen, die da unten aber können'» in Wirklichkeit kannten umrmgt. Grüßen, Fragen und fröhliche, - habm." Damtt schiebt er die eine von Klein-Willi'S Lachen erfolgt. r Händen unter seinen langen schützenden Batt und

Da setzt die Musik leise ein, der Festordner gibt wickelt denselben fest darum. „So . . . siehst Du,

da» Zeichen, und hoch oben flammen die Lampen auf — - da» ist nun so eine Art Muff."

roth, grün und golden leuchtend. In dem magischen i „Nachher auch die andere . . . gelt, Vater?"

bunten Scheine geht von den vor Frost starrenden ; Willi lacht lustig und hellklingend auf.

kahlen «esten und winzigen Zweiglein ein wunderbares Da schmettert die Musik herüber. Die einzelne» Flimmern au». Wie da» blitzt und glitzert und . Gruppen lösen sich, um zum Tanze anzutteten. Langsam strahlt ! windet sich die lange bunte Kttte der Polonaise über

Die fröhlichen geputzte» Menschen unten vergleiche« ben spiegelglatten Boden; da» schönste Paar find der