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23. Jahrgang

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• Die.Krenzztg.' hatte den Ltppifchen SchtedS-

Führer und Verführer, die längst keine praktische Ar­beit mehr geleistet haben, mit HilfK der sauer ver-

Barch von 187 Seiten gr. 8°, die „Statistik der Straf« anstalten und Gefängnisse für den 1. April 1894/95“, welcher in dieser Druckerei hergestellt ist. Da da»

dienten Ärbeitergroschen nach Lille und London reisen, um zu demonstriren, sich zu arnüfirm und zu — bla« miren? Um ehrliche Antwort wird gebeten!

„Die steht auch noch gar stolz und stattlich an»,“ warf Hanna ein.

„Sie ist auch noch nicht alt, und er hieß lange Zeit, hier in der Stadt wäre Jemand, der sich gar sehr um sie bemühe und den sie auch wohl leiden möge. Niemand konnte herausbringen, wer das wohl ______--------- —....

fei. Dann hieß er wieder, sie trauere ihrem ersten ' sich nicht für zu gut halten.

Lippe eine Berichtigung zu de-Inhalts, daß ei sich nicht um einen Entwurf handele, der Vertrag fei vielmehr von den Betheiligten vollzogen und somit

< Der internationale Sozialisten­kongreß tu.

ist von heute ab einige Tage in London versammelt, um möglichst diele Reden zum Fenster hinaus zu halten. Irgendwelche praktischen Ergebnisie erwartet ja Nie- mand von einem derartigen Kongreß; aber auch die ideale Bedeutung der Londoner SozialistentageS, d. h. seine Einwirkung auf die Parteibegeisterung der Sozial­demokraten darf nicht zu hoch veranschlagt werden. In dieser Beziehung können die internationalen So­zialisten kongrefle ganz und gar keinen Vergleich mit unseren Katholikentagen aushalten. Es ist da- ja auch selbstverständlich. So „zielbewußt“ die nach London schauenden Sozialdemokraten auch sein mögen, so kann ihre rothe Gesinnung doch niemals so den ganzen Menschen durchdringen und ihn über sich selbst erheben, wie die religiöse, heilige Begeisterung die Tausende, die an unseren nattonalen deutschen Katho­likentagen theilnehmen, und die Millwnen, die im Geiste sich mit ihnen vereinen. Außerdem stehen internationale Kongresie immer de« nattonalen Kon- greffen sowohl an praktischer Bedeutung wie auch an geistiger Wirkung durchaus nach; fie vermögen wegen der Verschiedenartigkeit der innerm Berhältnifle in den einzelnen Ländern keine praktische« Ergebnisse zu er­zielen, und fie bleiben der unmittelbaren Anschauung und Empfindung viel zu fern. Dazu kommt die be­schränkte Theilnahme; da findet kein freier Zulauf von Tausenden statt, sondern nur einige Hundert gewählte Delegirte versammeln fich, die dann später ihren Wählern, so gut fie könne«, eine« Bericht erstatte«. Bei diesem umstäräiliche« Apparat geht die Wirkung aufs Gemüth vollständig verloren.

Welche andere Wirkung aber könnte ein solcher Kongreß erstrebe«? Eine praktische ist, wie gesagt, auSgeschloffen. Rur einige Gründe hierfür seien noch angeführt: Die Forderungen, die solche Kongresie an die Regierungen der verschiedenen Länder stelle«, find natürlich von vornherein aussichtslos und können höchstens als Demonstration betrachtet werden; eS bleiben also nur innere organisatorische und taktische Fragen der Sozialdemokratie übrig. Da aber zeigt sich alsbald, daß die große Verschiedenheit der Berhältnisie in den einzelnen Ländern die Aufstellung einheitlicher Grundsätze und fester Regeln für die Organisation und dar taktische Vorgehen der sozialdemokratischen Parteien so gut wie gar nicht gestattet; war in dieser Btziehung al- Leistungen der internationalen Sozialisten- kongresie von de« „Genossen“ gepriesen wird, ist eitel Blendwerk. DaS gilt auch von der langathmigev Re­solution, die dem Londoner Kongreß zur Brschluß- faffung vorliegt. Da wird zunächst die Mär, daß der sozialistische Zukunftsstaat den Weltfrieden bringe» werde, wieder aufgefrischt und bis dahin die Schlichtung aller Streitigkeiten durch internationale Schieds­gerichte gefordert — eine ganz platonische Forderung, die auf die Regierungen keinerlei Eindruck machen wird —, unMtonn toirb der 8stündigr Arbeit--

Deutsches Reich.

Berlin, 25. Juli.

* Schon wieder ist ein Kolouialfkaudal i« Sicht. Die Lewagesellschaft in Berlin, eine Zweiggesell­schaft der Deutsch-Ostafrikanischen Gesell­schaft, hat von ihrem ostafrikamschen Vertreter, Direktor Denklau au- Lewa, telegraphisch die Nachricht erhalten: Friedrich Schröder, derzeitiger Leiter der Plantagengesellschast Buschirihof, sei wegen Körper­verletzung mit tödtlichem AuSgang und wegen Noth- zncht verhaftet worden. Die Verhaftung erfolgte am 27. Juni d. I. Schröder wurde von einem Unter­offizier und bewaffneten Soldaten in Buschiri festge­nommen und, nachdem ihm Handschellen angelegt waren, nach Pangani und von dort mittelst Dampfers nach dem Bezirksgericht *in Tanga befördert. Friedrich Schröder befindet fich schon lange Jahre in Deutsch- Ostafrika. Er ist an der ganzen ostafrikanischen Küste wegen seiner Brutalität berüchtigt und verhaßt. Kundige Leute verfichern, der Prozeß Schröder wird die Pro- zeffe Leist, Wehlau und PeterS weit in Schatten stellen. Diese Nachrichten lasien wieder Enthüllnngen schlimmster Art befürchten. Wenn Schröder wegen seiner Bru­talität an der ganzen Küste bekannt und verhaßt war, so ist sehr verwunderlich, warum nicht schon früher eingeschrttten worden ist.

* Daß eine eigene Milttiirdruckerei unabhängig von der Reichsdruckerei errichtet werden solle, tourbe kürzlich mitgetheilt. Nunmehr hört die Poff. Ztg.', daß fich wieder eine neue Staatsdruckerei, und zwar die Druckerei der Strafanstalts-Ver­waltung in Moabit, aufgetha« hat. Man schreibt dem genannten Blatte: „Bor mir liegt ein stattlicher

„Das geht Dich nichts wefter an. Dafür werde« sie einen Gmnd zu haben glauben. Du bist noch immer geringer Leute Kind, aber der alten Herrschaft hast Du'S zu danken, daß Du eben kein Bettelmädchm bist. 'S ist ein merkwürdig Geschlecht, die Herzogs . . reich und schön, aber wie vom Schicksal verfolgt. Warum die Serti noch keine zweite Mutter bekomme« hat, kann Keiner begreifen, ist doch ihr Vater erst in den Dreißigern. Und den Herrn Wolfgang nähme dar erste und reichste Mädchen in der Umgegend mit Freuden. Ja, ich bi« sicher, die Gräfin Irmgard, die Richte der alte« Gräfin in der Burg unten, wird

perfett. Daß dem so sei, werde die verehrliche Re­daktion leicht auf dem Reich Skanzleramte er fahren kö inen.

Mann noch immer nach. DaS wird'- auch wohl fein .... Auch wenn ich'- nicht gefchworen hätte, ich könnte keinen Fuß in den Hof hinüber fetzen, und wen«'- mein Tod wäre. Aber ich bin froh, daß Du durch die Sabine hingekommen bist, und fage noch einmal: Thue Deine Pflicht und mach' Deinem Vater keine Schande! Wo einen dar Unglück ereilt, da hat'- eben so fein sollen, und die Menschen, denen der Platz zufällig gehört, können nicht» dafür.“

„Wenn fie nur nicht gar so hochmüthig wären!“ stieß Hanna heran-.

gerührt, die Fran war schon früher gestorben. Der Herr Wolfgang übernahm nun dar ganze große Wein­gut allein, und dar muß man ihm lasien: er ver­stand'- das Zusammenhalten wie dar Zusammen- bringen und da- Herrschen dazu; er war stramm von der ersten Stunde an, aber gerecht auch. Er hatte au- Frankreich eine junge Frau mitgebracht, von der die Leute sagten, daß sie entweder unmenschlich reich sei oder er einmal werden würde; aber das muß wohl nicht wahr gewesen sein. Sie wäre eine wärmere Lust gewöhnt, hieß e- dann, fei sehr zart und oft krank. Bald, nachdem die Gerti geboren war, starb sie. Wie der Tod in der Familie gehaust hat, wenn man da» so bedenkt! Kein Wunder, daß fie da» Kind so ängstlich hüten. Seit vier Jahren ist die Frau deS ältest« Sohnes zum zweitenmale Wittve geworden und führt nun ihrem Schwager den Hau»-

tag als erster Schritt zum Zukunftrstaat verlangt — eine Forderung, über die sich reden läßt, mit dieser Begründung aber fich sofort als eine bloße Demonstration zu erkennen gibt —, und schließ­lich verpflichtet sich die Versammlung, „alle Anstrengungen zu machen zur Erlangung der allgemeine« Stimm­recht».“ U N

Keine dieser Forderungen enthält irgend etwa» Neuer. Soweft fie für dar Vorgehen der Sozial­demokratie etwa alr Fingerzeige gelten könne«, kommen nur die beiden letzten Punkte, Achtstundentag und all­gemeines Stimmrecht, in Betracht. Man kann daraus folgern, daß die Sozialdemokraten Überall zunächfi politisch dar allgemeine Stimmrecht und wirth- schaftlich den Achtstundentag erstreben. Aber da» wußte man vorher auch schon, und wenn auch in Eng­land eine starke Partei unter den Arbeitern selbst den gesetzlichen Achtstundentag bekämpft, so ist dar doch kaum ein Grund, gegen fie den Apparat einer inter­nationalen Kongreßes in Bewegung zu setzen, ganz abge­sehen von der Frage, ob fich jener Theil der Arbeiter durch einen Beschluß deS internationalen Kongresses irgendwie beeinflussen lasien wird. Jnteresiant ist er außerdem, daß weder in dem Achtstundentag noch im allgemeinen Stimmrecht, noch auch in den internationalen Schiedsgerichten eine irgendwie spezifisch sozialistische Forderung zu sehen ist. Man braucht durchaus kein Sozialdemokrat zu sein, um die gleichen Forder­ungen zu stellen. Der Achtstundentag z. B. ist im Einzelnen lediglich eine ZweckwäßigkeitSfrage, Sozia­listisches hastet ihm ganz und gar nicht an. Und da» allgemeine Stimmrecht ist doch wahrlich ebensowenig eine sozialdemokratische Erfindung, wie die internattonale Schiedsrichter-Idee!

Strornarrfmiirts.

Roman vo« Cl. Lötschert (M. Brechten).

4] ------- (Nachdruck verboten.)

Hanna blickte auf und in da» Besicht ihrer Mutter — ja/r deren Züge waren hart und falt. Ob auch fie einmal so auSsehc» würde? Und doch hatte sie sagen gehört, Margareth Willbrnch sei, wenn auch vick zu groß und stark sür ein Mädchen, doch sehr schön in ihrer Jugend gewesen. Wo» war nur mit ihnen Beiden überhaupt, daß fie so ganz anders zu fein schienen, als die anderen Menschen? Wenn dem so war, ttatKm mochte dann da» Keine Mädchen, die Gerti, beim ersten Sehen trotzdem auf fie zugelaufen fein und fie heute Nachmittag so froh begrüßt haben?

Wieder rief fie sich den Vorgang in dem „Feen- Gemach“ zurück. „Hanna, liebe Hanna!“ Wie schön hatte daS geklungen! So hatte noch Niemand ihren Namen gerufen . . . ober ob die Mutter, da sie noch klein gewesen? Ach, wohl kaum!

„So verging bie Zeit,“ nahm diese den Faden ihrer Erzählung wieder auf. „Ein paar Jahre später starb der Sohn Eduard. Da wurde der zweite, der Herr Wolfgang, der auf Reisen war, zurückgerufen. Ehe er ankam, hatte den alten Herrn der Schlag

Der internationale Sozialistenkongreß stößt damit also offene Thüren ein. Nun liegen ihm vielleicht noch ca. 100 andere Resolutionen vor, aber der ,Bor« < weither in mejer wruaerei qtigepem ip. xia oa» wärt-' stellt selbst in Aussicht, daß fie nur zum Theil ! Werk nur au» schwierigen Tabellen mit zahlreichem erledigt werden foOen. Bei diesen privaten Anträgen । Ziffernsatz besteht, so läßt fich daraus auf den Umfang werden sich die „Genosien“ jedenfalls auch verfchiedent- i des ganz neuen Materials und die BorzÜglichkett der lich in die Haare geraden. 8U KZ l Arbeitskräfte schließen. Dabei ist das Werk bedeutend

Die Hauptsache wird der „Klimbim“ sein; na- i billiger, al» durch Privatdruckereien herzustellen bisher mentlich soll eine große Demonstrationsversammlung i möglich war, woraus abermals der Schluß zu ziehen im Hyde-Park stattfinden, wo von einem Dutzend i ist, daß e8 durch Gefangene, die nicht dem allge- Rednertribünen herab von Vertretern verschiedener • meinen deutschen Buchdrucker - Tarif unterliegen, her- Nationen große BolkSreden gehalten werden. Jede» s gestellt ist. Dieser Leistung werde« mithin ficher noch Volk soll so seine eigene Sprache hören — offenbar andere folgen und fo können die Buchdrucker, welche eine lächerliche Nachahmung der ersten Pfingfltage», die GefSngnifle miterhalten müssen, zusehen, wie ihnen ein „sozialistischer Pfingstfest“! Der Brr- durchStrafgefang »ne auch noch daSBrod genommen wird.“ gleich kann aber nur dazu dienen, daS Jämmerliche, * Die ,Krenzztg.' hatte den Lippischttl SchiedS- Pfuscherhafte, Snirpsige der modernen Himmelsstürmer ? vertrag veröffentlicht;^ die ,Nordd. «Ogern. Ztg.' w um so drastischer in die Erscheinung treten zu lasien. - klärte darauf, daß e» fich nicht um einen Vertrag, son- Und waS haben bie sozialistisch verführten Arbeiter l der« nur um einen Entwurf handele. Der ,Nordd. von dem Zauber? Wa» haben fie davon, daß ihre ; Allgem. Ztg.' sendet jetzt Ferdinand Graf z« ClAIimam atxk UIaMÜMva« iSmaCI I a UhaUiCX « CK«« . O • U U a aXaaa A.AA* A aa* a> L aC A« CX