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.M 151 Samstag, den 4. Juli 1896. 23. Jahrgang

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mit ArrterchaLtrmgs-KeilaSe „Sterne und Klnmen".

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JV Erstes Blatt. --WV

Eine bedeutsame Rede des Kaisers aus die Marine.

In Wilhelmshaven fand am Mittwoch in Gegen­wart dkS KaiserpaareS der Stapellauf des ParzrrS „Ersatz Preußen" statt. Der Kaiser taufte das Schiff „Kaiser Friedrich III" Bei dem spärer im O'.fizür- Kasino veranstalteten Festessen hielt der Kaiser auf den Toast der Admirals Hollmarm eine Rede, welche bezüglich der Flotter plane deutliche Fingerzeige gibt. Die Rede lautete im Wesentlichen wie folgt:

Schon bei der Taufe der ausblühenden Kindes sieben die Pathm darum versammelt, und indem sie da- Jawort geben, fragt sich ein Jeder, wie wohl dar Kiridlein sich entwickeln und welches LooS ihm be- schieden sein wird, sei ei im bescheidenen, sei ei im größeren Dasein, für die Familie und daS Land zu i wirken. Dasselbe sei der Fall bei einem solchen Akte, wie dem heutigem Tin Stapellauf sei sowohl für den Laien, wie für den Seeoffizier stets ein imposanter, er möge sagen: ergreifender Akt. DaS gewaltige Ge­bäude, ein Produkt vielfacher Ueberlegung und Berech­nung, hingebender rastloser Arbeit der Geistes und vieler Hunderten nerviger Hände, soll seinem Element übergeben werden, auf dem eS bestimmt ist, die Flagge deS Landes zu tragen und ihr Ehre zu machen. Aber nicht nur das, eS soll auch einen Namen führen, und je nach Art, wie der Name ausgesucht, legt der See­mann dem Schiffe eine Persönlichkeit in idealistrter Weise bei. Im Momente der Berührung mit dem Wasser verwandelt sich die starre Eisenmasse in ein lebendiger Sern. Der Seemann meint, vor sich ein personifizirtrS, lebendiges Wesen zu sehen. Schon mancher Name wird auf diese Weise in der Marine von Schlachtschiffen und andern Schiffen getragen. Der heutige Name ist mit Vorbedacht für dar Schiff ausgesucht worden. DaS vergangene Jahr brachte un­vergleichliche Feste.

DaS Heer, welcher drei Mal Meinem Vater in größerem wie im kleineren Verbände zu folgen die Ehre und das Glück hatte, konnte sich in lauten Jubel­feiern, in großen Vereinen und in den einzelnen Regi­mentern, wovon er Chef war, die Zeit vergegenwärtigen, worin er die Armee führte und mit seinen Regimentern verkehrte. Der damals noch im Werden begriffenen Marine war eS nicht beschieden, in der Weise markirend einzugreifen in die BerhLltmffe deS Krieger durch Aufopfern von Leben, Blut urd Material, wie sie wünschen konnte. Daher hatte für sie die Reihe der - Feste und Feiern gewissermaßen etvar Bedrückender bei dem Gefühl, daß sie nicht so voll hat theilnehmen können, wie sie gemocht. Aber gerade die Theilnahmr und Beziehungen der vom ganzen deutschen Volke ver­götterten Persönlichkeit deS dahingegangenen Kaisers find doch für die Marine nicht ohne groß: Bedeutung.

Moment-, welche im vergangenen Leben meines Großvaters denselben veranlaßten, fich vertreten zu lassen durch den vortrefflichen Sohn, brachten eS sehr oft mit sich, daß m in seliger Vater durch solche Ver­tretungen auch m nähere Beziehung zur Marine kam. Ich erinnere Sie an die Einweihung des Suezkanals, erinnere au die Theil.-tthme bei der Krönung de? Königs von Schweden und Norwegen, erinnere vor allein an die Taufe des ersten deutschen Panzerschiffes, welche sich in dem vom Kaiser so geliebten Stettin 1874 unter seinen Augen vollzog. AuS alledem er scheu wir, i wie berechtigt die Marine ist, gleichfalls Antheil an dieser Person zu haben. Ich habe deshalb bestimmt, daß do» erste große Panzerschiff, hoffentlich der Borläufer von manchen derselben «r^ufse, den Namen dieses Allerhöchsten Herrn tragen wu, gleichsam als Eröffnung der neuen ~erc® für unsere Marine, wie auch der Name de: Persönlichkeit deS Kaisers Friedrich die Eröffnung der neuen Aera für daS Deutsche Reich gewesen. In- dem 'ch Ihnen, lieber Hollmann, für die freundlichen Worte von Herzen danke, kann ich nur sagen, daß, wenn rch bescheidenen Antheil an den Arbeiten habe durch das Interesse, welcher ich denselben entgegen­tragen durste, daS doch nur zum Besten der Gesammt- > Ijeit geschah urd daß eS mir selbstverständlich eine be- * sondere Freude war, gerade für dieser Schiff mit- ' rächen und witthatrn zu können.

Lus Anlaß der Annahme dkS Bürgerlichen Ges

Schmieden dieser Werkzeuges. So will ich denn mei- fttzlmchs hat der ReichStagSpräfident Frhr. v. Buol

neu Wunsch dahin zusammenfassen, daß jeder Kom>

von Bürgern der rheinischen Stadt Langenberg,

Steine in den Weg wälzen?

* Major v. Witzmaun erklärte einer Persönlichkeit

Initiativanträge und PetitionSberichte auf s Gesundheit bedeutet. Dazu käme, daß er fttzr Frau der Rolle. Für die Personen der Abgeordneten hat i und Familie habe, denen er sich in Ruhr zu widmen die Vertagung die B deutung, daß die Eize^ bahnfrei- wünsche.

\ bei den Abgeordneten steht eS schon fest, wie sie stim- f men werden. Nur in Ausnahmefällen, bei Kompro- j missen rc., wirken die Plenar-Verhandlungen noch auf i das AbstimmungS-Ergebniß ein. Da? bürgerliche Ge- 5 sitz buch wäre ganz gewiß nicht wesentlich anders und | nicht wesentlich besser ausgefallen, wenn man mit der ; Durchberathung »gewartet hätte. Eher hätte bis zu« ? Herbst etwas eintreten können, waS eS verschlechtert

eine Bestimmung ohne Debatte oder erst nach mehr­tägigen Reden abgestimmt wird. WaS für oder gegen einen Paragraphen von Bedeutung gesagt werden kann,

nicht mißbilligen. Wer über „Durchpeitschung" klagt, macht sich ferner eine ganz falsche Vorstellung von der Bedeutung parlamentarischer Plenar - Verhandlungen. ES ist ein seltener Ausnahmefall, wenn die Reden im Plenum auf das Ergebniß der Abstimmung noch ein­wirken. In der Regel ist eS ganz gleichmltig, ob über

wenn nöthig, des Schreckens zu verbreiten.

Möge ei uns gegeben fein, mit diesem und hoffent­lich mit noch manchem anderen Schlachtschiff in der weiteren Entwickelung der Marine den Grund-

Deutsches Reich.

Berlin, 3. Juli.

* Der Kaiser hat anden Reichs kau zier folgendes Telegramm gerichtet:

Seiner Durchlaucht dem Reichskanzler Fürsten Hohenlohe, Berlin.

Christiansand, 3. Juli 1896.

Eurer Durchlaucht spreche Ich Meine hohe Befriedigung über die endgiltige Erledigung des großen Werkes aus, das Deutschland ein einheitliches bürgerliches Recht sichert. Mit dem Ausdruck Meiner Anerkennung verbinde Ich gern Meinen be­sonderen Dank für Ihre angestrengte Mitwirkung und erfolgreiche Leitung bei dieser Arbeit, in deren Abschluß Ich ein neues Bindemittel für das im Reich geeinte Vaterland erblicke.

satz wahr zu machen, den Ich am 18. Januar aus­gesprochen, daß daS deutsche Vaterland begründet sei, Niemandem zu Liebe, Niemandem zu Leide, feinen eigenen Weg gehen und stets für Friede und Ord­nung in der Welt einstehen zu können. Daß Mir dabei Meine Marine, ihr vortreffliches Offizier-KsrpS und das ganze gute Material zur Seite stehe, der Geist, der sie erfüllt, stets von Neuem in ihr sich be- thätigen möge, hierauf erhebe Ich Mein Glas und trinke auf das Wohl Meiner Marine und ihres jüngsten Kindes, des Panzerschiffes „Kaiser Friedrich III." Hurrah, Hnrrah, Hurrah!

Wilhelm I. B. I

* lieber die Thätigkeit des Kaisers als Kon- < struk teur für Kriegsschiffe äußerte sich Admiral i Hollmann bei dem Festmahle im Osfizierkasino in der ’ Ansprache, welche dem Kaiser zu dem bekannten Trink- ; ipcuch Beranke ff ang gab, wie folgt: „Wie oft habe • ich bei dem Betreten des A;beitkz'mmerS Ew. Majestät - über die Päue des Sch ff ei gib ugt gefunden, mit . . „ „ . „

prüfendem Auge dm Simen der Konstruktion folgend ] ist schon vorher in der Kommission gesagt worden und und die Eigenschaften des Sch ffeS abwägnid, immer t*** -» tx"- e-u a-~-

darauf bedacht, ?a$ B.siece ai Die Stelle des Guten

zu setzen."

* Der italienische Mm-ste-Präsident Rudini hat sich beeilt, seinen gestern von der offiziösen,Nordd. Ällg. Zig/ gerügten Worten über den Dreibund eine

so umfassenden juristischen Werke äußern? Mache man sich doch selbst nichts vor. Das Volk wird sich nie­mals um das Gesetzbuch in dieser Weise ernftlich küm­mern. Wie viele Deutsche haben den Entwurf denn bis heute gelesen? Nicht einmal alle Juristen habm dar gethan. Diese werden fich das Gesetzbuch später allerdings näher ansehen müssen, aber das „Volk" wird dies nicht thun, ebenso wenig in den nächsten Monaten, wie in 10 Jahren. Aber ei hätte zu einzelnen wich­tigen Fragen, z. B. zur Civilehe, Stellung nehmen können; das Centrum hätte da nicht so eilig sein, son­dern auf die Beseitigung der Civilehe „energisch" bringen sollen, sagt man. Auch das find Redensarten, welche von der Wirklichkeit der Dinge frischweg absehen. Die Beseitigung der Civilehe war unerreichbar, mag man fern von Berlin darüber reden, waS man will. Die

Ich spreche Ihnen aber Dank auS, daß Sie und s karten während derselben in Geltung bleiben, und daß alle unter Ihnen stehenden Beamten und Osfiziere < strafrechtliche Verfolgungen, welche durch Beschluß deS auf die Wünsche und Fingerzeige eingegangen sind, ? Reichstags sistirt worden find, keinen Fortgang nehmen welche ich glaubte, im Sinne der Front- und Prak- ? können. Der letztere Umstand ist besonders praktisch tischen Seeoffiziere an Sie übermitteln zu können. Denn s für mehrere sozialdemokratifche Abgeordnete, welche zu wollen wir nicht vergesfen: Diejenigen, denen diese i Gefängnißstrafen verurtheilt worden find, ohne daß Waffe in die Hand gedrückt werden soll, Kommandant, l bisher in der Revisionsinstanz die Urtheile Rechtskraft Offiziere und Mannschaft, die eS bevölkern sollen, l erlangt haben. -1 haben und sind berechtigt, ein Wort mitzureden beim

andere Auslegung und Form zu geben. Er hat den

Wink mit dem Zrurpfthl verstanden und erklärt jetzt, , ... .... — ------- —

der Dreiburd Mrantire schon j tzt „voll und ganz" i hätte. Es ist nicht Liebedienerei deS Centrvms, daß die Interessen Italiens usb bedürfe also keiner Ber- eS so energisch an der Durchberathung mitgewirkt hat, beflerung. Dir Haltung ber deutschen und österreichischen $ fonbern bie Ueberzeugung, daß h:er etwas verhältniß- Regierurgsblätter hat ihm rffmdar inzwischen klar i mäßig so Gutes geboten wird, wie es überhaupt als - ‘ ' erreichbar angesehen werben durfte, und daß dieses

? Gute wieder verloren gehen konnte, wenn die Berathang I verschleppt wurde. Was denn anders wollten die

Mandant, jeder Offizier, jeder Matrose, der jemals jn der seither theils bergischer und ftanzösischeS, theils die Ehre hat, auf diesem Schiff zu drenen, sich stets preußisches Landrecht gilt, ein vom Bürgermeister bewußt sei der hohen Ehre, welche ihm dadurch zu nnterzeichneteS Telegramm erhalten, worin die Ab- Theil Wirb, und stets bestrebt sei, diesem Namen Ehre t jeBber ihre „besondere Freude" über die Annahme der zu machen und. wo das Schtff auch auf trete, um das- I Gesetzbuchs ausdrücken. M W

selbe dm Nimbus von Achtung und Ehrfurcht und, ; —» Bon den "Äeä n7r"'er Durchberathung bei l bürgerlichen Gesetzbuches wirb mit Vorliebe in'r Feld j geführt, dar Volk habe keine Gelegenheit gehabt, fich ; über daS Gesetzbuch zu äußern. Wer keinen Hokus­pokus treiben will, muß zugestehen, daß eS eine leere Phrase ist. Wie soll sich denn das Volk zu einem

gemacht, daß die Italiener mit irgeni Welchen „Ber- beflernngSanträgen" bü Deutschland und Ocsterreich kein Glück haben wärben. . rT- —— ---- —— ------- —— —

* Dar preußische Staatsmtutsterinm hielt am i Obstruktiv nisten, als Bismarck zu Liebe dem Cmtmm Freitag eine Sitzung ab, in der auch bei neue Han- i Steine^in den Weg wälzen?

delSminister Brefeld in sein Amt eingeführt wurde. > r - . — „ " 7 S

* Die Vertagung des Reichstags bis zum 10. s gegenüber,' die Entscheidung, ob er im Herbst- wieder November an Stelle des Schluffes der Session hat in ! nach Afrika zurückkehren würde, hänge davon ob, ob Bezug auf die Abwckelung der Geschälte bie Bedeutung, ’ sich sein gegenwärtig sehr angegriffener GesuudhritS- daß die Geschäfte am 10. November in dtmselben i zustaub während seincs Aufenthaltes in Lauterberg so Stabium Wieber ausgenommen werben, wie sie am s bessern Würde, wie er es erhoffe. Immerhin sagte 2. Juli liegen geblieben sind. Beispielsweise kann also - Herr v. Wißmann, eS hätte vielleicht derjenige nicht die Justiznovelle, für Welche die KommissionS- ; Unrecht, welcher ihn als afrikamüde bezeichne. Er beralhung bereits stattgefunden hat, sogleich im Plenum j sei nunmehr 17 Jahre in Afrika thätig gewesen, und zur zweiten Lesung gelangen. Auch bleiben alle ? jedes Jahr habe für ihn eine neue Einbuße an feiner

fakultative Civilehe war nichts ErstrebenSwertheS. WaS erreicht worden ist, ist eine wesentliche Verbesserung deS bestehenden Zustandes, und zwar eine so wesent- liche, daß kaum die Gesetzgebung ihr irgend eines s Landes dem etwas Gleichwerthiges an die Seite zu ’ setzen hat. UrberdieS darf sich Jeder beruhigen; auch von - kirchlicher Seite wird man das Verhalten deS CentrmnS