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mit Linterhaimrrgs-Äeilage „Sterne und HLrrmett"

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(*) Die Krrche als Retterm m der I aufgcgimgen: Das wnthschastliche Lebe« eines Botte, l außer den Mitgliedern der bayerischen G-sandtschaf sozialen Notk i £ l” wwet Entwickelung und Gestaltung zum guten und den bayerischen Bundesrathsbevollmächtigten die

Q .. - t..., . Z Thnle von moralischen Faktoren abhängig — der Minister und Staatssekretäre des Civil-und MiMSr-

(Schluß folgt.)

* Priuj Ludwig von Bayern stattete dem Reichs

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wurde.

wirthschaftlich Schwächeren ausreichend zu schützen und das Loos der Armen, der von der Natur oder dem Glücke stiefmütterlich Bedachten zu mildern.

Standhaft nnd tritt!

Novelle von Clarisfe Borges.

------- (Nachdruck verboten.)

Deutsches Reich»

Berlin, 30. Juni. >

kabinett, sowie andere Personen von Rang, darunter der Graf Konrad Prrysing, Einladungen erhalten hatten.

»Hat der Zug sich verspätet ?" fragt der Kommerziell« ■ rath, nachdem di- alltäglichen Redensarten vom Wetter, \ von der Ernte und vom Reifen gewechselt find. >

i Im nächsten Augenblick lief der Schnellzug in den • Perron ein.

Run begann ein Laufen, ein Rennen, ein wildes

1 Durcheinander, als die Kovprethüreu gköffnet wurden

Kirche die Retterin in der sozialen Roth?

Die Kirche ist die Nachfolgerin und Vertreterin Christi, des Lehrers und Hohenpriesters der Menschheit; darin besteht das Geheiumiß ihrer sozialen Wirksamkeit. Sie hat die erlösenden, heilbringenden Wahrheiten de» ChristenthumS, die allein richtigen, die Menschheit wahrhaft beglückenden Grundsätze der Stttlichkett zu verkünden und ein Reich der Wahrheit und Gerechtigkeit unter den Menschen aufzurichten. Da- ist ihre göttliche Misfion, dazu ist fie mit Hilfs- Mitteln aller Art reichlich au-gestattkt. Daher verfügt

„Ta- Christenthum, die katholisch« Kirche sind ? seichte Materialismus, welcher dar Gegentheil behauptet, allein im Stande, die soziale Frage zu lösen und eine j ist durch die Thatsachen widerlegt. Die moralischen drohende Katastrophe abzuwenden" — diesen Satz ß Faktoren aber find da» eigenste Gebiet der Kirche und hören wir täglich von gläubigen Katholiken ebenso ' die Kirche steht somit auch zum sozialen, zum wirth- vertrauens« und überzeugungsvoll ar-sprechen, als er i schaftlichen Leben eine- Volke- in innigster Beziehung, von unseren Gegnern — Liberalen, Sozialisten und ? Wir haben hierüber den herrlichen Ausspruch Leo'- XM.: Protestanten — energisch bestritten, ja vielfach mit J „Die Kirche ist zunächst für da- ewige Heil der Seelen Hohn und Spott znrückgewiesen wird. Richtig ver« ? in der andern Welt gestiftet und bestimmt, aber standen, enthält der Satz eine unbestreitbare? desien ungeachtet sorgt fie für da- zeitliche Glück und Wahrheit, in der That j.dach fehlt in dev weitesten 5 Wohlbefinden der Menschen und de- Staate- so vor- Kreisen unserer Gegner das Berständniß, wa- der - züglich, daß fie da- nicht bester thun könnte, wenn fie Satz besagen will, wie cr innerlich begründet ist. ’ - * -

Wenn von der Krrche al- Retterm in der sozialen Roth gesprochen wird, so geben sich viele der Vor­stellung hin, als beanspruche die Kirche, ein soziales Arcanum, ein Zaubermittel zu besitzen, als brauchte sie nur auf dem Plans zu erscheinen, um die tobende See zu beruhigen. Nichts ist unrichtiger alt die-, so rasch und leicht geht e- nicht! So aufgefaßt, müßte der Satz mit Recht den Spott unserer Gegner herauS- sorderv. — Wie und warum nennen wir denn die

Srfcheint »glich S»m»- anb geiertagt an»genommai. - Merteljährlicher AbonaementSvreiS ohne Brmqerishn imb BeSellgeld in Fulda und auswärts 1 Mark 50 Pfeunia Jujerate kosten btt einspaltig? Garmondzeil- ober deren Raun: In Pf, Reklamen die Petiheil- 25 Pf., bei Wiederholungen entsprechender Rabatt, 9

5 „Doch nicht; er ist eben signalifirt, muß also in

1 10 Minuten einlaufen. Wollen Sie verreisen?"

„Rein, ich erwarte meinen Sohn, der seit einem

s ganzen Jahre seinen alten Vater verlassen hat." „Ah so — ganz richtig, ich hörte davon. Es ist

* Am Dienstag M ttag hat im Handelsministerium die Uebernahme der Geschäfte durch den neuernannteu Minister Breseld stattgefundrn- Der bisherige Minister Frhr. v. Berlepsch verabschiedete sich in längerer Rede von seinen Beamten und bat, ihm ei« freundlicher Andenken zu bewahren. Bon jedem Einzelnen der Herren nahm dann der Minister noch einmal besonder- Abschied.

* Stöcker hat gegen Frhrn. v. Stumm bei dem Amtsgerichte in Saarbrücken eine Beleidigung-- lluge eingereicht. Die zuständige GrrichtSstelle str dm Frhrn. v. Stumm befindet sich jedoch, wie die,Post' schreibt, zu Neunkirchm, wo er auch die bekannte Rede gehalten hat, durch die sich Herr Stöcker beleidigt fühlte. Im Uebrigen steht der Verfolgung de- Prozesse- zur Zeit noch die Immunität de- Frhrn. v. Stumm in seiner Eigenschaft al- Mttglied de- Reichstag» ent« gegen.

* Wie verlautet steht der Vorlage der „Luuds gemetude- und Städteordvuug für die Prodi«; Heffeu-Raffau" nicht- mehr im Wege und wird solche dem nächsten Landtage zur Beschlußfasiung vorliegm.

* Die Mitglieder der Reichstagskommisfion für da» bürgerliche Gesetzbuch, Abgg. Bachem (Ctr.) Md Sen., habm dm folgmdm Antrag eingebracht: „Der Reichstag wolle beschließen: den Herm Reichs­kanzler zu ersuchen, bei dm verbüvdetm Regieruugm zu erwirken, daß sie die Lehrpläne ihrer Lande»- universitäten dahin umgestaltm, daß die Vor­lesungen über da- bürgerllche Gesetzbuch den Mittel­punkt der privatrechtlichen Vorlesungen bilden."

* Bei der Landtagsersatzwahl ht den westpreußj. scheu Wahlkreisen Dirschau-Stargard-Bereut an Stelle dcs verstorbenen freikonservativm Abgeord­neten Engler siegte der polnische Kandidat Reich». tagS'Abgeordnete v. WolSzlegier-Äilgenburg mit 236 gegen 232 Stimmen über den freiünfervativm Arndt-Gartenstein. Die Polen haben somit em Mandat den Freikonservativm entrifie«. — Die Reichstags-Stichwahl in Schwetz zwischen dem polnischen Kandidaten v. Faß-Jawoiski und dem Reichsparteiler Holtz ist auf dm 9 Juli angesetzt.

* Als wahrscheinlich wrrd der o!fiziösen,Rordd. Allg. Ztg.' bezeichnet, daß man im BundeSrathe ge­neigt sein wird, dar DelMreiseu im Wetuhaudel zuzulafim.

Drittes Kapitel. . V11VV„. ...

Die Sonne neigte sich bereits tief nach Westm. I aber ein trauriges Wiederkommen für ihn; der arme Boll und goldig fielen ihre schrägen Sttahle« über die - junge Herr thut mir ordentlich in der Seel- leid." Landstraße, zu deren beiden Sritm fich Obstbäume , „Traurig? Warum? Wie meinen Sir das?" rief hinzogen, die schwer beladen ihre Aeste und Zweige f Herr von Haller bestürzt.

senkten. — In einem eleganten mit zwei feurigen - „Run, ich meine nur so — er kommt zurück, findet Rappen bespannten Jogdwagen fitzt der Kommrrzien- i Fräulein von Salden, nicht mehr, — der Burghof

rath von Haller. Er läßt sein Auge wohlgefällig auf steht öde und verlafien, dar ist doch für ihn traurig

dem zierlichen Gespann ruhen, womit er seinen Sohn genug. — Da- arme Fräulein ist auch zu beklagm;

Alfred überraschen will. Niemand weiß, wohin sie sich cewendet bat. Als sie

eigens dafür gestiftet wäre." Die Kirche ordnet alle Kräfte, BestrebMgm, Bethätigungen deS Mmschm, alle seine Beziehungen zum Nebenmenschen auf richtige Weise; wmn nun dieser christiiche Geist die „Volksseele" durchdrungen hat, so kann er auf da­ganze soziale Leben nur auf'S vortheilhasteste einwir­ken, er wird ein Bott sozial beglücken.

In der That braucht nur da» prakttsche Christen- thum in der heuttgm Gesellschaft wieder herrschend zu werden, und die soziale Roth ist gehobm, die Krifi» ist beschworen. Da» Christenthum ist seiner Natur nach durch mtb durch „sozial angelegt"; man könnte Lehre für Lehre, Jnstttution für Institution vomehmm — die Prüfung würde jedeimal dm Bewri» diefe» Satze» ergebm. Aber weism wir nur auf einige Hanpt» wirkMgen des christlichm Sittmgesetze» hin. Denken wir un» einmal da» Ideal verwirklicht und dm christ­lichen Geist herrschend in allen Schichten der Gefell- schaft. Ein Umschwung auf sozialem Gebiete würde nicht auf sich warten lassm.

.. Ä. . .. . , - - . - v-----In der christlichm Gerechtigkeit, der christ-

dre Krrche tote keine andere Institution Über einen lichm Nächstenliebe fände der ungemessene Egoi«- unberechenbaren Einfluß auf die einzelne Menschm- l muS, die schrankenlose ErwerbSwuth der wirthschaftlich seele sowohl wie auf ganze Völker und Staaten. ES ‘ Stärkeren einen Damm, währmd andererseits der un- 'st em tiefgehender, ein alle Verhältnisse um- ? gemessenen Begehrlichkeit und rückfichMosm Unbot- faffender, em wahrhaft universeller Einfluß. ; Mäßigkeit der Besitzlosen und Arbeitenden ein Riel ae-

Diese Wirksamkeit ist zunächst allerdwgS eine geift- ? setzt würde.

lidje imb f)ot dos Heil der Seele znm Zwecke, allein - Bon dieser Seite allein ist dem sozialen Nebel da der Mensch em untheilbares, aus Leib und Seele ; gründlich beizukommen; d. h. die Mißstände an der bestehende» Ganze ist, so werden die christlichen GrMd- z Wurzel anfasien, und wer hat hier Macht und Be- sdtze, welche dre Seele umändern, ordnen und veredeln, «, fähigung al» die Kirche? Dann würden ferner Ge- nothwendigerweise auch auf den Leib, auf die zeit- , setze und Jnstttutionm aller Art, im christlichen Geiste «chen und materiellen Dinge bestimmend einwirkm. ' organisirt und ausgearbeitet, Platz greifen, um die Und wa» vom einzelnen Individuum gilt, gilt auch . " ' ' — • -* - • - • —

von der Sesammtheit, von der Gesellschaft; nicht nur \ daS religiöse Leben eine- Botte-, dar wahrhaft christlich ist, sondern auch da» Recht»-, da» politische Md nicht an letzter Stelle da- wirthschaftliche Leben wird von der Kirche und ibrcm Geiste in seinem ganzm ! Umfange mächtig beeinflußt werden. DaS zeigt sich i Mwiderleglich in der Geschichte der Völker, namentlich

im Mittelalter. 5 ____

Auch «mchen negirmdm, allem positiven Glauben : kanzler Fürstm Ho h" »U 0 h e am Dienstag einer läng ^m abgewandten Geistern, wenn e» nicht gerade Sozial- 1 Besuch ab. Abend- fand bei dem Reichskanzler zu demokraten sind, ist in neuerer Zeit die Erkenntniß Ehren des Prinzen ein größeres Esfm statt, zu welchem

■ ~ n. , c, , Niemand weiß, wohin sie fich gewendet hat. Als fie

„Am Ziel! frohlockte er, als er den Bahnhof an jenem kalte« Wintermorgen so ganz allein hier ab-

erreicht hatte. Aber auf dem Perron ist noch alle« ' fuhr, ahnt; ich nicht, daß eS auf Nimmerwiederkehr stUl; eS 'st noch M ftüh. sein sollte. Doch sehen Sie, Herr vo« Haller, der

Ungeduldig läßt er sein scharfe» Auge m die Ferne Zug wird sogleich hier sein," fuhr der Beamte bann

Awelfen, doch von dem Zuge bemerkte er noch keine lebhaft fort, und deutete mit der Hand in die Ferne,

Spur, er blickt nach der großen Uhr, die Zeiger wo soeben ein kleiner weiße- Ranchwölkchen fichtbar

schienen sich nicht zu bewegen. Da kommt der I«. "

spektor langsam über den Perron.

* Pari-, 30. Juni. Der Kultusminister hat den Erzbischof von Cambrai sowie zwei Priester aus Lille und zwei ans Roubaix wegen der Veranstaltung von Prozessionen am FrohnlerchnamSfeste, trotzdem die und zahllose Reisende ausstiegen. Der Sommerzien- rath bahnte sich mit Mühe einen Weg durch die lärmende Menge; sein Auge schweifte weit umher und suchte in der Ferne die Gestalt deS geliebten Sohne». Er nahm so wenig auf seine Umgebung Rücksicht, daß er mit dem Ellbogen alle diejenigen bei Sette sti-ß, die «hm den Weg und die Aussicht v-rsperrten. Er rannte fogar hart gegen einen hochgewachsenen, statt­lichen Herrn, der, ihm den Rücken znkehread, seinem Diener gerade einige Befehle eriheilte.

„Pardon," rief der Jüngling unb wandte sich um.

Der Kommerzienrath eilte weiter; er kümmerte sich nicht um den Fremden, der sei« sonnenverbrannte», bärtige» Antlitz schnell umwandte und dem Davon­eilenden nachschaute.

„Vater, Vater!" tief er im selben Augenblick.

Herr von Haller stand wie elkkttisirt, bann hielt er fernen Sohn fest umschlungen.

„Ich hätte Dich doch kaum erkannt," scherzte er bann, al» die erste Freude de» Wiedersehen- vorüber war, und bl'ckte mit väterlich?« Stolz ht da» weiter- gebräunte Antlitz seines Sohne-.

Ungeduldig stampften die muthigen R"si, di: der Kutscher kaum zügeln konnte.