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Samstag, den 27. Arni 1896.
23. Jahrgang
l^gtrrfit eine Hrilagr.
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dem Vorsitz des Direktors von Wörner die Be
Sozialdemokratie ist, ist auch da- Ziel jener „Frauen-
Sozialdemokraten als Träger und Förderer der „Fraum- recht-bewrgung" im politischen Leben.
Schon daraus kann man ersehen, weß Geistes Sind diese Fraueurechtlerei ist; nicht der christliche Seist, sondern der Geist der Revolution ist e-, der diese Bewegung angefacht hat. Die mechanische Gleichmacherei, die als gemeinsames Erbtheil der Revolution das Ziel sowohl de- Liberalismus wie der i
rathungen der Sachverständigen begonnen, welche zur Begutachtung der Ausführungsbestimmung« für da- Znckersteuergesetz berufen find.
* Dar Gesetz gegen den «nlaulereu Wettbewerb macht sich bereits bemerkbar. Der Elberfelder Detaillistenverein der Textil-- und verwandten Branchen hat, wie der, Konfektionär' mittheilt, beschloss«, vom 1. Juli ab eine Kommission von zehn Mitgliedern zur Urber« wachung der unlauteren Wettbewerbs einzusetzen. Sie
Deutsches Reich.
Berlin, 26. 3mti.
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Der Reichstag hat am Donnerstag mit Recht die Anträge der Sozialdemokraten und deS Herr» I. Stumm — ein seltsame» Gespann fürwahr! — abgelehnt, die als parlamentarische Wortführer der sogen. „Frauenbewegung- austraten. Diese „Be- wegung- beschräntt sich auf gewisse, „freigeistig" ver- bildete, blaustrümpfelnde Glieder der weiblichen Geschlechts, unter denen die Unverheiracheten, die trotz aller Anstrengungen keinen Mann bekommen konnten, entschieden dar Uebergewicht haben.
Es ist bezeichnend, daß es unter den katholischen Frauen und Jungftauen eine solche „Bewegung," deren Ziel schließlich die absolute Gleichstellung von Mann und Frau in jeder Hinsicht ist, gar nicht
manche der emanzipation-lüstern« Damen gewiß nicht , bloß die Gleichstellung, sondern den Borrang, die Herrschaft dem Manne gegenüber — falls sie einen hat. Die erstrebte Gleichheit widerstrebt durchaus der natürlichen Ordnung, denn der Schöpfer hat eben die Menschen nicht gleich, sondern ungleich erschaffen und den beiden Geschlechten ganz verschiedene Aufgaben im SchöpfungSplane und darum auch ganz verschiedene Fähigkeiten gegeben. Gleich sind alle Menschen nur vor ihrem Schöpfer, vor Gott selbst, sofern sie alle die Möglichkeit erhalten haben, durch richttge« Gebrauch ihrer Fähigkeiten und durch Gehorsam gegen die göttlichen Gesetze selig zu werden. Der Beruf der Frau ist nicht derselbe, wie der de» Manne»; ihr Beruf und ihre Statur verweist sie auf die Pflege der inneren Lebens der Familie. Nach außen hin geht die Aufgabe des Manne»: die Sorge für den Unterhalt, der Schutz der ©einigen, die Lertheidigung des häuslichen Herde», die Fürsorge für ein gute» Fortkommen der Kinder. Gewiß ist e» ; D
unausbleiblich, daß auch die Frau, »am der Rann * lichkeit für sich hätte, al» die andere.
tag Abend zu verweile» gedenft. Am Montag Bor- über Ehre und Recht. „Satisfaktion-fähig" fei mittag dampft dre „Hohenzollern" mit den Majestäten I heut zu Tage, wer als bummelnder Student Geld ver- an Bord durch den Kaiser-Wilhelmkanal nach Helgo- I geude, kleine Leute betrüge, Mädchen verführe, dagegen land ab, wo da- Kaiser paar einen kurzen Aufenthalt I werde dem die Ehre abgesprochen, der vor dem Feinde nehmen und dann auf der „Hohmzollern" nach Wil- tapfer kämpfte, aber für unsittlich halte, sein Lebe» helmshavor fahren wird, um dort am 1. Juli dem auf die Lotterie de» Kugelwechsel» zu setze», wenn e» Stapellaus de» Panzers „Ersatz Preußen" beizuwohnen, sittlich verkommenen „©entfernen" beliebe. Die Synode Der Kaiser ttttt an demselben Tage die Nordlandreise beschloß, Kaufmanns beifällig aufgmommene Rede zu an, während die Kaiserin nach dem Palai» zurückreist, drucken und al» Flugblatt in weite» Kreisen zu verbreit«.
. * .Der Handelsmmistrr Frhr. v. Berlepsch hat, * Wie fich die Detailreiseudm zu helfe» wisse», wre Die ,Rat.-Ztg. hört, seine Entlassung nach- beweist die Maffenversendung von Postkarten mit be- gesucht; eS wird angenommen, daß dieselbe gewähtt I zahlter Rückantwort und den vorgedruckten Worte«: werden wird. Die nahezu allseitige Ablehnung be» I „Ich ersuche Sie, mich mit Ihrer Kollektion zu be- Entwurf» de» Handeltkammergesetze» im Abgeordneten- suchen!" an die Kundschaft. Die mit solchen „Ein- Hause dürste im Zusammenhänge mit anderen Vor- I ladungen" versehene» Reisenden werden auch nach Zugängen, welche erkennen ließen, daß Herr v. Berlepsch | krafttreten der Gewerbenovelle unbchindert weiter fast völlig isolirt war, den Rücktritts-Entschluß veran- „Detail" reisen können.
laßt haben. WaS den Nachfolger betrifft, so werden * Köln, 26. Juni. Da» hiesige Schöffengericht die Namen mehrerer hohen Beamten genannt, ohne hat dieser Tage entschieden, daß An zeig en in Zeitungen daß eine dieser Angaben bi» jetzt größere Wahrschein- I keine „Artikel" sind, auf welche der § 11 des Pcrß- ““ " "1 V“'. U! • I gesetze» („thatsächliche Berichtigung") Anwendung findet.
krank oder sonst arbeitsunsähig oder arbettslo» ist, I * Zum Vorsitzende» des rheinisch« Banertt- zuweilen aushilfsweise seine Pflichten, soweit sie Vereins tourbe in der gestrigen zu Reuß abgehalteum eS vermag, mit übernehmen muß, aber die Regel ist I AuSschuß^itzung an Stelle be» verstorbenen Freiherr» das doch nicht und tarnt eS nicht fein, dafür würden Felix v. Los Herr Graf Lo Z-Wissen ohne Wider- fich die Männer und erst recht die Frauen bedanken, fpmch gewählt, nachdem die Herren Graf HoenS- wenn es am Ende auch bei uns etliche streitbare broech und v. Grand-Ry die Wahl abgelehut Damen gebe» mag, die gleich der weiblichen Leibgarde hatten. Er ist zu hoffen, daß der rheinische Bauerndes wetfavd Königs von Dahorneh bett bunten Rock verein unter seinem neue» Borfitzenben gleich eifrig anziehen unb Kriegsbienste thun möchte». I mtb erfolgreich wie bisher z» Gunsten beS Bauer»-
Am Donnerstag wollt« die Freifinnigen und stände» wirken wird.
Sozialdemokrat« zunächst die Bestimmung de» bürger- ft Die Geisteskrankheit als EhescheidnngSgrund ltchen Gesetzbuch», welche dem Ranne in all« ehe- ist von der Kommission an» dem Bürgerliche» lichen Frag« da» Recht der Entscheidung gibt, dahin Gesetzbuch mit Recht gestrichen Word«, und der ändern, daß beide Ehegatt« gleichberechttgt sei» soll«. Reichstag ist diesem Beschlüsse am Freitag in nament-
Aber die Gleichberechttgusg beider Ehegattm wird ja sicher Abstimmung mit 125 gegen 116 Stimm« bei-
gar nicht angetastet; es handelt sich nur darum, daß, getreten. Die Mehrheit ist leider so knapp, daß? die
wm» beide sich über irgend eine Frage deS häuslichen Linke dadurch ermnthigt wird, bei der dritten Lesung
Lebens nicht einig werden können, schließlich doch einer den Antrag auf Wiederherstellung jener EhescheidungS- von beiden den Ausschlag geben muß, damit der Streit I grundes wieder einzubringen. Sollte er dann allein Ende hat und da- Röthige überhaupt ausgeführt I genommen werden, so betrachten wir eS als selbstvev- toerben kann. Soll nun etwa bie Fran bas Recht ständlich, baß dann da» Centrum bas ganze Gesetzbuch ber Entscheibung, daS sie in ber Praxi» ja oft genug ablehnen wirb, zumal all' seine Mühe um bas Zu- thatsächlich besitzt, auch gesetzlich erlang«, ba» Pan« stanbekommeu be» Gesetzbuchs so schlecht gelohnt wird, toffelheldenthum also so eine Art gesetzlicher Weihe er« wie am Freitag durch die uuverftorme Erklärung de» halten? Justizministers Schönstedt, dieses „Katholiken", ber
Erne ordmtsiche Frau wird em« „Waschlappm" seine Kinder protchantisch erzieh« läßt, die staatliche selber gor nicht zum Mann haben wollen, ganz abae- Gesetzgebung könne nur bestrebt sein, mit dem pro- sehen von der hl. Schrift, die klar und bestimmt die testanttsch« Kirchmrrcht, nicht aber mit dem katholisch« Frau zum Gehorsam verpflichtet. Und sollte dabei in Uebereinstimmung zu fern. Wir bebaue«, daß der Mann wirklich etwas mehr a» Recht« erhalt«, seit«» de» Gentram» diese Dreistigkeit nicht gebührend so hat er dafür auch die entsprechende» Pflichte» zurückgewies« wurde. Bei solcher Behandlung de» gegmüber der Frau. Unter guten, christlich« Ehe- CentrnrnS verschlägt e» wmig, wenn die offiziöse tauten sollte Überhaupt nicht von dm gegenfeitigen I „R. A. Z." auch einmal einige Worte der Anerkennung Rechte» die Rede fern, sondern beide soll« fich redlich für dm Reich»tag»präsidmtm findet, indem fie schreibt: bemühen, in Liebe unb Eintracht ihre gegenseitige» „Eine derjmigm Personen, welche da» Hauptver-
Pflichten zn erfüll«. bienst an bem Zustandekommen be» Werke» (be»
Dan» hat bie Linke im Verein mit Herrn von Bürg. Ges.) hat, ist nnstreftig ber Reich»tag»-Präfibent Stumm für gesetzliche Gütertrennung sich in» Freiherr v. Buol, welcher in einer Anzahl unbe- Zeug getagt unb bie Berwaltnng»gemeinschast gerabeju beutenber Blätter be-halb beschimpft wirb." Immer- al» eine Barbarei unb eine Knechtschaft ber Frau hin darf man fich diese Anerkennung de» so viel ge- hwgestellt. Gegen Mißbrauch ber Verwaltung selten» schmähte» „ultramontanen Präsidium»" für spätere de» Ranne» ist die Frau aber vollständig geschützt, Fälle merkm.
und sie tarnt auch vor Eingehung ber Ehe durch Ber- * Im Reichsschatzamte haben am Freitag unter
trag fich bte Gütertrennung, wenn fie will, ausbe- ■ ~ - — -
dingen. Das Vollkommenste vom rein idealm Stand- pnnfte aus ist sicherlich auch nicht bie Gütertrennung,
lildlicrWZcitiliiis
mit Unterhait««s»-Heitage „Sterne nud Kiumen".
gibt, unb baß auch bei bm gläubigen Protestanten ; auch nicht bie bloße Verwaltungsgemeinschaft, fonbetn gar wmig von btefer Bewegung zu verspüren ist; ! bie volle Gütergemeinschaft, wie wir hier bei unS diese hat vielmehr ihre Heimatb in den «reisen, wo ; im ehemaligen Knrheffm fte von jeher gehabt haben da» Ghristmthum durch eine öde Bcrnünstelei ver- , und bi» heute noch haben. Der Entwurf hat sich wäsiert oder aber durch kraffestm Unglauben verdrängt —* —“ *■ — - -- worden ist. Und darum! sehe» wir dmn auch in allm Ländern die „Liberalm" — in diesem Punkte ist eben auch Herr v. Stumm „liberal" — und die
aus prakttschm Gründ« für dm Mittelweg, die Ber- waltungsgemeinschast, entschieden, aber er stellt eS jedem Ehepaar frei, für sich durch Vertrag auch die Güter- —
trennung und die Gütergemeinschaft einzuführen. Da» soll in Verbindung mit einem Elberfelder Rechtsanwalt lst doch Freiheit und nicht Knechtschaft! Nein, soviel in erster Linie dm in Geschäst-reklamen usw. sich wir auch sonst an dem bürgerlichen Gesetzbuch auszu- I irgendwie kundgebenden unlautera Wettbewerb unter- fe|« haben, int Pnnfte des ehelichen Süterrecht» drücken. Wahrscheinlich wird in anderen Städten in dürfen beibe Geschlechter mit ihm zufrieden sein. | ähnlicher Weise vorgegangen werd«.
* Gegen da» D»ell»»wese» hielt auf der Kreis- synode in Breslau Profeffor Kaufmann einen scharf« Bortrag; er führte in ver Begründung seiner Vorschläge , „ r , , . । aus, daS Duell erziehe Raufbolde, sei ein Schutz für
- - „ „ s , . -. ■ . - . j D« Kaiser fuhr brate mit dem Schiff „Hohen- RowdieS in Glacehandschuhen unb eine Quelle ber
bewegung, b. h. m derTyeorie; in-ber Praxis möchte zolle«" von Ktel nach Travemünbe, woer bis Sonn- Vergiftung unb Entartung bet Begriffe wandle ber emannvattonSlüfternen Damen oewiü nickt ? taa Sfforrh nt nortnMm ar» __I __s. «.xi __
Des Festes Peter «nd Paul wegen er- scheint die nächste Rümmer am Dienstag.
beträgt pro Quartal nur 1 Mk. 50 Pfg. erd. Be- stellgeld.
•V Die „Frauenbewegung" und der Reichstag.