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Montag, den 8. Juni 1896.
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(Nachdruck verboten.)
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Christus zieren und auf ihrer Höhe das siegreiche Zeichen der Erlösung, das Kreuz, aufpflanzen."
„Fürwahr, ein herrlicher Gedanke: Sehet daS Kreuz bei Herrn! Fliehet feindliche Mächte: Christus siegt, Christus herrscht!" rief Heribert feurig.
Zögernd nur trennten sie sich von der Ehrensäule, die eine klassische Form für den Ausdruck von Bischof Bernwards erhabenen Gedanken geboten hatten.
Die Sonne neigte sich zum Untergange. Bon deren letzten Strahlen in Purpurgluth getaucht, erhob sich auf dem südlichsten Hügel der Stadt die ehr« furchtgebietende Kirche der Erlösers im Lateran. ES war RomS bischöfliche, der Erdkreises erste Kirche. Ali Kaiser Konstanttn den glänzenden Palast der Lateraner, seither Patriarchium genannt, dem jeweiligen Nachfolger Petri zum Wohnsitz schenkte, da erbaute er die „goldene Basilika" und schmückte sie mit kostbaren Weihegeschenken. Seine Mutter, die heilige Helena, brachte viele Heiligthümer aui Jerusalem hierher. Zahlreiche Ueberreste der Apostel und der Märtyrer ruhten hier. Der von Gold und Silber bedeckte Altar, an dem dai Oberhaupt der Christenheit, der Papst, täglich dai heilige Opfer feierte, umschloß dm Holztisch, auf welchem der heilige PetruS einst in den Katakomben daS Meßopfer darbrachte. Der Baldachin, fo den Altar überschattete, trug die Häupter der Apsstelfürsten. Im Jahre 896 hatte
Der lebhaft empfindende Heribert rief außer sich in Beschämung:
„Mein hoher Herr, hier reden die Geister der Heiligen, der Märtyrer zu mir und fragen eindringlich: Wai hast Du bisher gethan auf dieser Erde? WaS bist Du vor Gott?"
Der Bischof lächelte mild:
„Mein Sohn, diese Frage, so Du Dir selber stellest, gilt viel vor Gott. Ich weiß, Du hast Kräfte zu Manchem und bist Dir deren auch bewußt. Nun gibt ei ebele Naturen, die sind halb zum thätigen, halb zum idealen Streben ausgerüstet — auch unser Kaiser empfindet wie Du. — Und ich weiß, Ihr fühlt allei Schöne und Große gewaltig und wollt e» aui Tuch wieder erschaffen, aber ei gelingt Euch nicht so, w,e Euer brennender Ehrgeiz ei verlangt. Darum macht Euch zunächst alles Große, welcher Ihr seht, m> zückt, weil Ihr ei nachzuschaffen gedenkt, dann aber kaurig, weil Ihr ei doch nicht vermögt. Lernet Tuern Ehrgeiz beschränken und wollet Wetter nichts sein, ali nn Werkzeug in Gotte- Hand. So werdet Ihr auf Erden schon so glücklich werden, wie eS himiedm möglich ist."
Katholiken Deutschlands!
Zahllose Bedürfnisse nehmen Euere Hilfe Tag für Tag in Anspruch. Dürfen wir eS wagen, auf einen seither noch unbeachtet gebliebenen Nothstand hinzu- roeijen? Die Dringlichkeit bei Anliegens gibt uni den Muth bazu. ES ist bet völlige Mangel an katholischen Anstalten zur Hebung der Trinker.
Unsäglich ist dai Elend, in welchei die Trunksucht den Trinker selbst, Frau, Kinder und KindeSkmder stürzt. Wie die Statistik zeigt, werden die meisten Fälle menschlichen Elendi durch die Trunksucht verursacht! Wahrlich, eine giftige Quelle ist sie, aui welcher maßloses geistiges und leibliches Verderben ausströmt! Kann sie nicht zum Versiegen gebracht werden? Ohne Zweifel, wenn nicht ganz, so doch zum großen Theile: Ei ist die- möglich durch die Gründung von Trinkerheilanstalten. Die Willenskraft der dem Trünke Ergebenen ist überaus geschwächt. Deshalb sind dieselben fast unheilbar, wenn nicht außergewöhnliche Mittel in Anwendung gebracht werden. Solche Mittel aber bieten nur Anstalten, die eigens zur Heilung der Trunksucht gegründet und eingerichtet sind. In solchen ist eine Heilung möglich; diri betätigen die erfreulichen Erfolge, welche die Protestanten in ihren Asylen zu verzeichnen haben.
Sie besitzen schon 18 solcher Anstalten, wir Katholiken noch keine einzige. Wir würden gewiß nicht geringere Resultate erzielen, da uns die heilige Kirche fo wirksame Heilfaktorm, namentlich die heil. Sterbe- sakrammte darbietet. Sie hat durch dieselben im Laufe der Jahrhunderte bei Erneuerung der Einzelnen sowohl ali auch der Gesammtheit zur Wohlfahrt der Böller Großartiges geschaffen Auch im Kampfe gegen die Trunksucht werden jene Mtttel ihre Kraft nicht versagen; sie müffen nur angewandt werden.
Hunderttausend Trinker bedürfen im katholischen Deutschland der rettenden Hand; sie selbst und ihre Familien schmachten unter der verderblichen Herrschaft dei Alkohols; ihr Elend ist riesengroß, es schreit um Abhilfe! Sollen wir nun müßig bleiben? Nie und nimmer! Suchen wir zu retten, was zu retten ist! Wohlan, gründen auch wir Trinkerheilasyle! Rufen wrr zunächst mit vereinten Kräften möglichst bald eine erste Anstalt ini Leben; andere werden nachfolgen! Umso eifriger wollen wir diei thun, da unseretheure», für dai Wohl bet Volker stets besorgten Oberhirten uni dazu ermuthigen.
Das überaus christliche, patriotische und zeitgemäße Liebeswerk ist aufi wärmste empfohlen worden von Sr. Excellenz dem Hochw. Herrn Dr. Roos, Erzbischof von Freiburg i. Br., den Hochw. Herren Bischöfen Dr. Komp von Fulda, Dr. Haffner von Mainz und Augustinus Egger von St. Gallen, sowie von dem Hochw. Herrn Weihbischof Dr. Schmitz zu Köln.
Die Grafen m SoamnlchkMkg.
Erzählung aus dem 10. Jahrhundert von Antonie Haupt
Erscheint täglich, Sonn- und Feiertage ausgenommen. — Bierteljährlicher Abonnementspreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und auswärts 1 Mark 50 Pfennig. Inserate kosten die einspaltige Garmondzeile oder deren Raum 15 Ps., Reklamen die Petitzeile 25 Pf., bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.
Deutsches Reich.
Berlin, 6. Juni.
□ Die Verhandlung der Budgetkommisfiou dei Reichitagi führte am Freitag zu lebhaften Erörterungen über die neuen Kasernenbauten. Nachdem Generalmajor D. Gemmingen ausführlich erläutert hatte, daß die Unterbringung der Bollbataillone sich wesentlich an schon bestehende Kasernen anlehne« müffe und nur ganz ausnahmsweise Neubauten stattfänden, um die Kosten so niedrig als möglich zu halten und die Reichsfinanzen zu schonen, daß jedoch durch die Vorlage noch nicht Alle- definitiv geregelt werde, vielmehr theilweise vorläufige Unterbringung stattfinde, für welche erst in einigen Jahren definitive Kasernirung stattfinde, ergriff bei Tit. 61c Paderborn und 61 f Wiesbaden Abg. Müller-Fulda dai Wort. Et brachte die Wünsche der ehemals kurhessischen Städte Rotenburg, Fulda und Rinteln zur Sprache, welche ftüher Garnison gehabt hätten und denen solche theilS 1870, theilS später entzogen worden sei. Diese Städte seien dadurch schwer geschädigt worden und mit chnen auch dar umliegende Land, welches seine Erzeugnisse nach den Städten bringe und dort verwerthen müsse. Er tadelte die Zusammenziehung auf einige bevoiyugte Gatnisonplätze, wie Kassel, Hanau, Wiesbaden, und verlangte gleiche Rücksicht auch für die kleineren Städte, zumal solche freiwillig Leistungen übernchmen wollten, zu denen sie nicht verpflichtet seien. So habe
probst Dr. Lingg, Bamberg; Pfarrer Löffler, Zell am Andelrbach (Baden); RegierungSbaumeistet Menken, Berlin; Architekt Mack, Frankfurt a. M ; Vikar Neumann, RellingShausen bei Essen; Konrad Graf v. Prey sing, ReichSrath der Krone Bayern, München; Prälat Dr. Pruner, Domprobst in Eichstädt ; Reichs- und LaudtagSabgeordneter Dr. S ch ä d l e t Landau in bet Pfalz; Monsignore Prof. Schick, F ulba; Dekan Schn ei bei, Stabtpfarrer zu St. Maria, Stuttgart; Geist. Rath Dr. Scüwanitz, Domkapitular i.Pelplin (Westpreußen); Dr.Oskar Schwarz Geheimer Medizinalrath in Köln a. Rh ; Prälat Dr. Wanjura, Domprobst, Posen; Dr. Werthmann, Präsibent de» CharitaSkomiteeS in Freiburg i. Br.; Baurath A. Williard, Karlsruhe; Kommerzienrath WiSkott, Breslau.
BerwattrmgS-Komitee:
Rechtsanwalt v. Brentano, Offenbach a. M., Präsident ; Direktor Müller, Erziehungsanstalt Marienhausen bei RüdeSheim, Vizepräsident; ReichStagSabge- ordneter Müller-Fulda,Beisitzender;Dr. Heyder, prakt. Arzt, Frankfurt a. M Beisitzender; Kap!an En der ich, Homburg vor der Höhe, Geschäftsführer.
NB. Milde Gaben sende man gütigst an bett Kassirer: Kaplan Enberich, Homburg v. b. Höhe, Reg.-Bez. Wiesbaden; auch die Expedition dieses Blatte» ist gerne bereit, solche in Empfang zu nehmen.
Da» Unternehmen steht in enger Verbindung mit dem Charita»-Komitee in Freiburg i. Br., welches die Monatsschrift.Charitas', das Central- Organ für die Werke der Nächstenliebe im katholischen Deutschland, herauSgibt und auch die Rettung der Trinker in sein reichhaltiges Programm ausgenommen hat.
Die Anstalt wird unter Anwendung aller zu Gebote stehenden Mittel mit Gotte» Hilfe auf die Pfleglinge so einwirken, daß sie als tüchtige Familienväter, treue Söhne der Kirche und nützliche Glieder des Staates in ihre Heimath zur Familie zurückkehren. Dem Standerunterschiede der Pfleglinge soll durch getrennte Häuser Rechnung getragen werden. Da dieselben in nutzbringender Weise sich beschäftigen müssen und in der Erwartung von einem so traurigen Uebel geheilt zu werden, gern auch eine Vergütung geben, so wird dar Asyl nach seiner Errichtung und nach Ueberwindung der Anfangsschwierigkeiten sich selbst erhalten. Ein Priester, der die Rettung der Trinker sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, wird die Leitung übernehmen. Unter dem Schutze de« hl. Joseph, des Patrons der Familienväter, wird er seine ganze Kraft dem edlen Werke weihen. Ihm steht ein Arzt zur Seite und werde» barmh. Schwestern hilfreiche Hand leisten. ES bedarf aber noch der zeitlichen Mittel, um ein Anwesen zu erwerben, das ganz diesem Zwecke dienen kann. Als solches hat dos Komitee schon eine Liegenschaft in Aussicht genommen; fiebefindet sich im mittleren Deutschland in gesunder WaldeSlust und scheint allen Anforderungen zu entsprechen. Um die Mittel hierfür zu beschaffen, wenden sich die Unterzeichneten an die Katholiken Deutschlands mit der innigsten Bitte: Spendet ein Scherflein behufs Gründung einer Anstalt zur Heilung der Trunksucht!
Frankfurt a. M., am hl. Pfingstfest 1896.
Das Central-Komitee zur Errichtung kath. Trinkerheilanstalten in Deutschland:
OberftifttmgSrath W. Aman zu Karlsruhe; ReichS- und LaudtagSabgeordneter Dr. Karl Bachem, Rechtsanwalt zu Köln; Geistl. Rath Bahl, Stadtpfarrer und Ehrendomhrrr zu Frankfurt a. SD?.; Franz Graf Ballestrem, Mitglied des preußischen Hauses der Abgeordneten. Schloß Plawniowitz, Schlesien; Landes- rath Brandts, Düffeldorf; Fabrikbesitzer Franz Brandt», München-Gladbach; LaudtagSabgeordneter CahenSli, Limburg a. d. Lahn; ?. Cyprian,0. 6., Karlstadt a. M; Rektor Danzer, WieS bei Frey- sing; Pastor Groffe, Hamm i. W.; ReichStagSab- georbneter Gröber, LanbgerichtSrath in Heilbronn; Geistl. Rath. Hauser, Augsburg; Reichs- unb LanbtagSabgeorbneter v. Heereman, Münster i. W.; ReichStagSabgeorbneter Prof. Dr. Hitze, Münster i. W.; Geistl. Rath Dr. Keller, Prälat unb Stadtpfarrer zu Wiesbaden; LandeSrath Klausen er, Düsseldorf; ReichStagSabgeordneter Dr. Lieber, Camberg; Dom-
Sie erstiegen den Berg deS Capitols mit feinen Palästen und Tempeln und sahen nieder aus die nahen mit Bildwerken und Säulen geschmückten Foren. Besonders fesselte die finnigen Hildesheimer daS Forum TrajanS. von halb zerfallenen Prachtbauten umgeben, daS einst nicht mit Unrecht ein Wunder an Schönheit genannt wurde.
In dessen Mttte erhob sich noch die Triumphsäule, welche int Jahre Einhundertunddreizehn von den Römern dem siegreichen Kaiser geweiht wurde. Ein um den Säulenschaft sich schlingendes Spiralband aus Marmor schilderte in fortlaufenden Hörbildern die siegreichen Feldzüge und Großthaten des Kaiser».
Lange und aufmerksam beschauten die Hildesheimer Künstler diese eigenthümliebe Schöpfung, deren Bildersprache in Marmor den Ruhm eine» großen Cäsaren verewigte.
Der Bischof stand sinnend da. Jetzt leuchtete sein Auge auf; freudig rief er:
„Meine Söhne, wir wollen in unferm Vaterlande, wo noch vor kurzem Götzenbilder auf Marmorsäulen verehrt wurden, dem höchsten Sieger der Welt, dem Erlöser, eine Triumphsäule aus Erz errichten. Gleichwie diese Säule mit figurenreichen Bildern au» den Krieg»zügen eine» heidnischen Kaiser» umwunden ist, so wollen wir den Schaft unserer Soule mit einer Reihe von Bildern aus den Wunderthaten des Königs
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mit Nnterhaltrrrrgs-Kettagr „Sterne und Kinmen".