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Donnerstag, den 28. Mai 1896.
23. Jahrgang
FuliiakrWZkituiik
mit Unterhalt»,igs-Keilage „Sterne und Slumen".
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leouna der Halbbataillone gemachten Vorbehalte betreff»
fraqe, wie mchrk» biwulen n/ilraum in ber mamärlmm «iMäroortige die
fammen, denn 1893 Wathen «erntete »«««(Satte ■ f "rViähti«e Sienfljeit fejteaen, wenn e“ »ch Bataillone als btqemgen Formationen bezeichnet, die / i» 'I 9 ftuWt bi ein: RoanoJioge bangen | es erst möglich machten, die zweijährige Dienstzeit em- .g Borke entweder viel Geld oder die zwei- ‘ zuführen, indem sie dre Ausbildung der Ein,ahngen, i »“<■ ‘
Annhmyifmr 9t„ri<6en ic den drei ersten Bataillonen !^h'-9 ® : 5- ■ f «. x*»».. .«>«.. <»«4 :
Avanc ment Luft zu schiffen und nach dem Muster der Ara-er auch dar Beamtemhum zu verjüngen, berichtet
O Das Bataillons-Gesetz und die allgemeine Lage.
so kann er sich darauf verlassen, daß dann tm Jahre > 1899 daS Ansinnen an ihn gestellt wird: „Jetzt be- ; . Willigst du uns die fehlenden dritten Bataillone (ooer < was sonst gefordert werden mag), oder wir verweigern es, die Geltungsdauer der zweijährigen Dienstzeit zu i verlängern, lassen also ruhig die dreijährige wieder in Kraft treten." Darum muß der Reichstag, wenn auch nicht auf ewige Zeiten, so doch für einen längeren
Die Krake» m Sommerklheadar,.
Erzählung aus dem 10. Jahrhundert von Antonie Haupt 30; ------- (Nachdruck verboten.)
Handwerker, Burfchen rc den drei ersten Bataillonen abnahmen, diese also befähigten, durch einen intensiveren Dienst da» Weniger an D enstzät wett zu machen.
Sodann hat Dr. Lieber im Namen des CertrumS erklärt, daS Centrum müsse eine Gewähr dafür verlangen, daß die gegenwärtige Mrlitm Vorlage nicht etwa nur der vorbereitende Schritt zu weiteren Forderungen sein solle. Auch diese Frage steht im engsten Zusammenhänge mit der Zusammenlegung der Halbbataillone. Die Bollbataillone, welche aus je zwei Halbbataillonen und Zugaben der ersten drei Voll- bataillone gebildet werden sollen, werden bekanntlich nach der Vorlage nicht zu je dreien zu vollen Regi- meutern zusammengelegt, sondern nur je zwei von ihnen sollen ein neues Regiment bilden.
Da ist eS allerdings kein Kunststück, sich zu sagen, wi- die nächste Militärvorlage aussehen wird: sie wird eben dre fehlenden dritten Bataillone zu diesen neuen Rumps-Regimer.tern fordern. Zugleich oder auch etwas später wird die Fordeiurg sich einstellen, die Bollbatail'one, welche jetzt Abgaben an Mannschaften an die neu zu bildende-, Bataillone und Regimenter machen sollen, wieder aus ihren gegenwärtigen Mann- schaftSstand za bringen, dessen jetzige Höhe ja auch von den militärischen Fachleuten s. Z als unbedingt nothwerdig „bewiesen" worden ist.
Run wird ur.8 vielleicht gesagt werden, die Militärverwaltung werde in diesen beiden Punkten , Dienstzeit und weitere Forderungen — „beruhigende Erklärungen" abgeben, so wie eS der Reichskanzler bezüglich der Mil'tärprozeßreform im Reichstage bereits gechan hat. Bekanntlich hat aber der KrregSmmister betreffs der Dienstzeit bereit» erklärt, er werde sich nichis „abjDingen" lassen. Sodann aber — und dar
II
DaS BernwardSkreuz.
So lag nun schier vollendet in jugendlichem Reiz, Vor seinem edlen Meister das große gold're Kreuz.
G.
DaS war ein stetig Wachsen und Gedeihen der gu-en Stadt Hild Lheim, seit vor sieben Jahren Herr B-rnward den Bischofsstuhl eingenommen hatte.
Der gelehrte Bischof Bernwar war ein rechter Vater für seine Unterthanen; ebenso gut wie klug, ebe iso gerecht wie mildthätig. Fromm, weise, knnst- finmg und kriegSgewandt, also priesen ihn die Untergebenen.
War nun seine berühmte Kunstschule betraf, so er zuerst auf dem Domhofe unter dem bescheidenen Namen „Werkstätten zur Betreibung von edlen Künsten" er- n iet hatte, so war durch Zuströmunti selb'ge allgemach so zahlreich an Schülern aus allen Ständen geworden, daß ein weiter Plan, an vor kurzem erst dem Urica öe abgezwungener Wiesenvlan im Norden der Sradt kaum genügte, um alle die Werkstätten zu um* schließen, allwo Metalle zu unterschiedlichem Gebrauch
Gewerb Ausstellung. Auf der Fahrt von Gliemcke nach Treptow nahm der Kaiser den Vortrag der ChesS deS C vilkabinetS Dr. v. LucanuS entgegen. DaS Frühstück wurde von den Majestäten auf dem Festschiff des Bremer Lloyd eingenommen. Dieselben blieben auch Nachmittags in der Ausstellung, wohin von Wildpark auS auch die drei jüngeren Prinzen «dal- beri August Wilhelm und Oskar mit dem fahrplanmäßigen Zuge um 1 Uhr mit ihrer Begleitung nach- kamen. Die Rückkehr nach dem Neuen Palms erfolgt
derungen im Gefolge der gegenwärtigen mit dem Ein- s wände abzulehnen, diese Dinge hätten ebenso wenig
werden.
Die Abänderung des Atters- und Jnvalidttals- verficheruugs-Gesetzes (Klebgesetz) wird jetzt auch vom „Bund der Landwrrthe" gewünscht; derselbe will angeblich demnächst einen Entwurf hierfür vorlegen. Mit einer Abänderung dieses Gesetze» im Sinne Der land- wirthschaftlichrn Interessenten ist man jedoch in Folge der auf Antrag der CentrumSpartei im Reichstage am 25. Jan. d. I. gefaßten Resolution bereit- beschäftigt, wenngleich die Vorlage nicht mehr in dieser Session erfolgen wird, da zuvor gründliche Erhebungen über die seither gemachten E fahrunaen statt- finden. Zu diesem Zwecke ist jetzt auch (am 14. d. M.) die Petition der Fuldaer Bauernvereine vom 23 Januar d. I. dem Reichskanzler Fürst Hohenlohe mit dem Bericht der PetitionSkommtssion überwiesen worben.
* Die Vorlage wegen der Organisation des Hauds R-de zu Ehren bet Kunst im allgemeinen, insbesondere aber zu Ehren der Kunst deS heiligen Evangel st-n Luka», nämlich der Malerei
Hier und dorten kamen die Kunstjünger auS den HSttm hervor und lauschten begierig d-S Fremden Worten, die Einen andächtig, die Andern lachend.
„Feuergeist!" urtheilten diese.
„Windiger Schwärmer!" jene.
„Weich' schöner Kopf!" flüsterten die Jüngsten. Ihn n war der wohlgesetzten Rede Sinn nicht klar, aber deren feine Wendungen machten desto tiefem Eindruck auf sie. ,
„Der ist wohl in Roth um ein Obdach," meinte Ludolf, ein erfahrener Erzgieß-r.
„Er wird die Schlafstätle auch finden, so er eben- solch' guten Willen bezeigr, wie seine schönen Worte verrathen," sprach Bruno, der Steinmetz.
Etliche der jungen Schüler aber umringten den Fremden, fragten ihn „woher und wohin," und wa» er könne. L , ., ,
Der fuhr mit fünf Fingern durch die üppigen : schwarzen Locken und gab gern Bescheid, daß er KlauS I genannt sei, daß er vorn großen Rheivstrom komme, ■ allwo er die Malkunst erlernt habe, und woselbst er ; vom Ruhm der Hildesheimer Schule vernommen, und
heute Abmd.
* Dem Oberp äsibenten Grafen Wilhelm v. Bismarck ist gestern Nachmittag zu Königsberg ein kräf- tiger Sohn geboren worden; für den Fürsten BiSwarck der erste Enkel feines Namens.
* Die Verjüngung der Beamtenschaft scheint neuerd ngs energisch erstrebt zu werden. U. a- sollen bie Provinzial - Steuerdirektoren wiederholt vom Finanzministerium angewiesen worden sein, auf die Entfernung der für ihre Stellen nicht mchr au8- reich nd befähigten Beamten hinzuwtrken. Es sind von sich den Provinzial-Steuerdirektoren wiederum an die Lecker drr Hauptämter entsprechende Weisungen ergangen, um ! davon Ueberzeugang zu nehmen, ob die Beamten die j uneingeschränkte geistige und körperliche Befähigung für ' ihre Dienststellen besitzen. Wo dies nichl der Fall ist, soll ohne Zögern auf die Er.tfirnung durch Pen- sivnirung oder Versetzung Bedacht genommen werd n, bezüglich der über 65 Iahte alten Beamten nöthigenfalls auf Grund der Novelle zum Pension»- Gesetz. Diese Ermittelungen der Direktoren und Hauptamts-Leiter sollen sich auch auf die im A bfertigungründ Bureaudienste chätigen Beamten erstrecken, nament ich auch auf die älteren Hauptamts-Assistenten und die im Lebensalter vorgeschrittenen Zoll- und Steuereinnehmer I. Klasse. Bis zum 1. September
' ' Der Krie «sm in ist er hat im Re chStage geäußert, ; daß bis 1899 schwerlich schon ein abschließendes Unheil darüber, ob die zweijährige Denstzeit sich bewährt ; habe, möglich sein werde. Nun, um so eher kann - die Mitttärverwaltun« sich gefallen lassen, daß d,c Geltung der zweijährigen Dienstzeit noch eine gute Reihe von Jahren über 1899 hinaus verlängert wird! ' Ist der Kriegsminister jener Ansicht, so muß er um : so mehr dafür sorgen, daß nicht irgend em Nachfolger, der eine andere, wenige besonnene Anschauung | vertritt mit der zweijährigen Dienstzeit aufräumt, ehe ? , - ---Y,, - - ■
noch ein Unheil übet ihre Bewährung möglich war. ! soll über den Erfolg dieser Maßregel, welche 6aupt- Der Reichstag andererseits darf sich auch nicht sächlich den Zweck Haden wird, m dem stockenden durch die kürzlich wieder laut gewordene Drohung ■ ----------- --
beirren lassen, man werde auch ohne und nölhigen Falls gegen ihn zu regieren wissen: was einem Scheu Parlament wie dem preußischen Landtag gegenüber in den „Konfliktsjahren" möglich war, das ist noch lange nicht möglich gegenüber einer Volks vr- tretung. Die vom ganzen deutschen Volke auf Grund deS allgemeinen Snmmrech^ gewählt ist. Den Konflikt heraufbeschwören, heißt b-cr und heute die Revo- lution herausfordero! W:e man sieht, hängt die Bataillonslrage mir polnischen Fragen ersten Rangis, mit der allgemeinen Sage überhaupt eng zusammen, und sie kann daher auch nur mit Rücksicht auf diese gelöst werden. Daran mög- bei Reichstag unter allen Umständen festhalten!
Deutsches Reich.
Berlin, 27. Mai. :
* Der Kaiser besuchte heut- Vormittag mit der
Kaiserin und den beiden ältesten Prinzen die Berliner :
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verarbeite: wurden, wo Ziegel nach Bischof Bern- ; warb« eigener Erfindung zur Dachbeveckung gebrannt - wurden, wo J 'nglinge die Kunst Der Malerei, der Bilddauerei und der Hausbaues gründlich erlernten. Für Jeden gab r» da Unterweisung und zwar meistens durch Herrn Bernwaid selber.
Deffen liebste Erholung war eS, gleichermaßen al» 1 Missionar der Kunst die W rkstätren zu besuche und daS Wiffen und Können der Jünger nach Möglich- i leit zu vertiefen und auSzudehnen. Dabei verfolgte | er den bestimmten Zweck: Alles zum Dienste, zur , Ehre und Verherrlichung unsere» lieben Herrn und • Gottes! ,,
ES war ihm eine große Freude zu sehen, mit i welcher Schaffenslust die jungen Künstler unter seiner ■ gelehnen Leitung miteinander arbeiteten, ein ander halfen, einander ergänzten Das war em reges, ein ft,sch fröhliches Künstlerwetteifern auf der weiten Wiese. „Fromm und froh!" so hieß der Wahlspruch der Bernwardsschüler.
Eine« Tage-, daS Sonnenlicht war falber, die Blätter gelber und röiher geworden, die Schwalben ; wollten wegziehen, e» war im Anfang de» Herbst- : mona s Eintausend, da stand ein fahrender Schüler : im kurzen Mäntelein mitten auf dem von Werkstätten ' umgebenen Plan. Er hielt eine lange wohlklingende
i ist die Hauptsache —, wenn auch ber gegenwärtige Kanzler unb ber gegenwärtige Kriegsminister alle nur j irgend wünschenswerthen Zusicherungen geben sollten, . „ .. ___' hürat dem Richsloae bann dafür, daß diese
Auf militärischer Seite liebt man eS, dre vom f « Z^ande sein werden, ihre Zusicherungen zu Centrum gegenüber ber Vorlage ^gen Zusammen- , Ueber Rocht kann sie der LucanuS ober ber
legung ber Halbbataillone gemachten Vorbehalte betreffs , „ , boIt bobeIt( unb dann treten Andere an ihre der zweijährigen Dienstzeit u« b bezüglich weiterer For- . ^nen es nicht einfällt, sich an die Erklärungen derungen im Gefolge der gegenwärtigen mit bemEm- ? Vorgänger zu bivben. Wenn der Reichstag sich wände abzulehnen, diese Dinge hatten ebenso wenig m(ht eine ganz sichere Gewähr dafür schafft, Wie allgemeine politische Erwägungen mit den Halb- - H wenn dar Six'ennat von 1893 abläuft,
bataiöonen etwas zu thun, biete müßten ga- z fu. sich Zweijährige Dienstzeit erhalten bleibt,
betrachtet werben und bie Frage sei also -infach die: Jtoetjoprige
Sichern bie Halbbataillone bie Schlagfertigkeit deS He-res ober genügen sie nicht, müssen sie also durch andere Formationen ersetzt werben ?
Diese ganze Schlußfolgerung mit ber sich anschließenden Fragestellung ist durchaus verfehlt. ; Wa» zunächst die Frage der Erhaltung ber zweizah- i rigen Dienstzeit angeht, so hängt diese mit der Bataillons- frage, wie mehrfach btWiefen wurde, aufs engste zu- )