Einzelbild herunterladen
 

M 107

Samstag, den 9. Mai 1896.

23. Jahrgang

uldaerWZcitilng

mit rlttterhttitungs-Keilage ,.Sterne und Kinmen"

SefMy» in A«La ** anMttt 1 «ert 50 «ewtria ti 3®WbrrtcfKna'n tnrt»re<ben»*-t

:h

gr

irr

so eifrig bemüht, die soziale Lage der Volker zu ver.

Ein Leipziger Privatgelehrter, Dr. Renatus Gott-

war nützt eS viel, wenn ein Nebel beseitigt wird,

i

Die »innige Rose gilt mir höher, all der stolze

1 ).

lten vie­lten nd sten reu

der ig- ien, 'sch

431

9

ba.

Verwirrt und mit Purpurgluth übergossen bot die holde Raid dem Helden die schönste Rose ihrer Siraußer

Lorbeer," also sprach er beglückt und steckte die Rose als Helmzier Über den Lorbeerkranz. So geschmückt ritt er unter lautem Beifallrufen langsam um de» weiten Turnierplatt.

Die Sachsenh-rren alle freuten sich über die Aus­zeichnung, welche der Held des Tage« einer Tochter de- Lande- batte zu Theil werden lassen.

Bernward aber wiegte leise dar Haupt. .Welche Unbesonnenheit!" sprach er bei fich.

Gegenüber sah er die Königstochter tief erblaßt mit funkelnden Auge« und festgeschlvssenen Lippen, ein Bill» beleidigter Hoheit. Sie preßte die Rechte aus'- Herz. Die Huldigung, so Tammo, der von ihr Gekrönte, dem untergebenen Edelfröulein zugewendet hatte, mußte der Stolzen eine Niederlage, ja eine Verspottung dünken. Eine solche Geringschätzung hatte man der eitlen Prim zesfin noch nicht geboten.

So waren die Woffenspiele zu Ende. Mit ge­mischten Gefühlen verließen Alle den Schauplatz. Die Männer ruhten bei festlichem Gelage von den Kämpfen aus und feierten beim Becherklang fröhlich und eiu- trächtig den Sieger.

Die Frauen zogen fich derweil in die Kemenate zurück, allwo köstliche Erfrischungen ihrer harrten. Hierselbst besprachen deren flinke Zünglein lebhafter und erregter, al» die Männer beim Trinkgeloce do, thaten, die Ereignifie des Tage».

Eine der Hofdamm fehlte. DaS war Hilb» Leitha.

Ötto erhob fich von seinem Throne und tief: ; mit uni lavnncn .Sophia, meine Schwester, schmücke den Helm de» ! aus Eurer Hand.

-Siegers mit dem goldmeu Lorbeer!" । j“

Endloser Jubel folgte ter kaiserlichen Entscheidung. j ~«,u »cm uie ^unne utoie inrei - Unter dem SeifaH der Menge tummelte der Sieger ■ dar und wußte selber kaum, daß sie e» lhat feinen feurigen Renner und zwang ihn zu langsamem « ' - ---- - ■B 9

Katholische Trinkerheilanstalten in Deutschland.

Er dankte mit stummer, ehrerbiettger Verneigung.

Trompetengeschmetter und jauchzender Rufen: .Hr,l dem Helden!" begrüßte den Gekrönten.

Der begann nun der Sitte gemäß einen Rundritt » um die Schranken. Da fiel sein Blick auf die holde

l Schritte, während er mit zum Gruß gesenktem Speer । dem Frauenaltan sich näherte.

Der Kranzspmderin dunkle Augen flammten dem Helden begeistert entgegen.

Tief neigte der sein Haupt vor der Kaisertochter.

Erröthend bog Sophia fich vor und legte mit zarter Hand den goldenen Lorbeerkcanz um den Helm de» Siegers.

Ein hundertjährige» Jubiläum erlebt in diesem k-. ":r-hau»' Konversation».Lexikon,

die Gründung von da seine erste Auflage im Jahre 1796 begonnen wurde. I Die Geschichte dieses Werks ist in mehrfacher «e-

*) Weitere Mittheilungen über vorliegenden Gegenstand werden noch nachfolgen.

durch eine Anstalt, welche m ihrer ganzen Ausstattung I lichen Behörden mit der größte Sympathie beaE eigen» auf Heilerfolg eingerichtet ist, in welcher mit wurde. Auch da» katholische Volk, besten Wohl- den versckiedensten Faktoren in wohl berechneter Weise I fahrt da» Komitee in aufrichtiger, uneigennützig»!: Liebe auf die Trinker eingewirkt und da» Laster der Trunk- int Auge hat, wird ohne Zweifel dessen Bestrebungen sucht von den mannigfaltigsten Seiten angefaßt wird. I seine volle Zuneigung entgegenbringen und dieselben Jeder Trinker ist nach dem Urtheil eine» nach Kräften unterstützen. Der Umstand, daß die bewährten Fachmannes in einer solchen«n- verdienstvollsten und bewährtesten Männer der kath. stakt heilbar, wenn er den guten Willen hat, ge- Deutschlands durch den Beitritt zum Komitee ihre

ru werden und den Anordnungen des Vorsteher» Mitwirkung bei dem eminent christlichen und patrio- willig Folge leistet. Die Möglichkeit der Heilung ist tischen LiebeSwerke gütigst zugesagt haben, gibt un» zu durch die praktische Erfahrung hinlänglich be-I der Hoffnung volle Berechtigung, daß mit Gotte» stangt.worden, da die protestantischenTrinkerasyle ganz Hilfe auf dem bisher so vernachläsfigten Gebiete etwa, erfreuliche Resultate zu verzeichnen haben. Tüchtiges geschehen wird. Möchten die Bestrebungen

Wahrend die Protestanten schon 18 Trinkerasyle drS Komitees immer größeren Beifall finden!*) Möchte

scheinen, das vier Bände umfaff-n sollte; ein erste» Heft nebst einem Prospekt wurde schon vorher, im Mai oder Juni, auSgegeben. Der zweite und dritte Band folgten in den beiden nächsten Jahren, dann aber starb Löbel und Franck- übernahm allein die Fortführung des Konfervation»-Lexrkon», und so er­schienen 1800 der vierte, dann nach längerer Panse 1806 und 1808 ein fünfter und sechster Band, da sich die Unmöglichkeit herauSgestellt hatte, dar Werk mit dem vierten Bande abzuschließen.

schreckenden ' -n. M ,, h'6 ” Ä j”6” mannigfaltigsten liebeln und Helf Löbel'tteß in ^meinschast mit dem «dvokattn

schreckenden Zahlen ergibt sich klar, daß e» un» Aümü.ife« <i.a-। ’i ~ w

bedingt nothwendig ist, derTrunksucht ent- f i

«".en zu arbeiten und für die Rettung der Wurzel anfaßt und ihre Ursache auSrotttt; denn I l?H7n elften »anYb?7ÄonüeHationbßSfona Trrnker ein Möglichste» zu thun. - wa» nützt e» viel, wenn ein Uebel beseitigt wird, 1 " ' - - • «.pan»

Doch, so,wird vielleicht der eine oder andere fragen, dafür aber mehrere andere nachwachsen? Da die ist eS beim möglich, einen Trunkenbold zu heilen? Trunksucht eine Hauptwurzel menschlichen Elend» ist Gewiß ist dies möglich. Allerdings kann ein und das Komitee diese Wurzel auSzurotten sucht so Trinker kaum geheilt werden, wenn er in gewöhnlichen wird durch die Verwirklichung feiner Bestrebungen Verhältnissen bleibt; allerdings steht eS wissenschaftlich über dar deutsche Volk in wirthschaftlicher fest, daß mit Arzneien und Pulvern, die von gewissen- : gesellschaftlicher und moralischer Bezieht losen Seldspikulanten leider zu oft in den Zeitungen ung sich ein Strom von Segnungen ergießen, angepriesen werden, eine Heilung nicht bewirkt werden „ Kein Wunder daher, wenn da» Unternehmen der kann; wohl aber ist eine solche recht gut zu erzielen Komitee, von den höchsten geistlichen und welt-

«NM, ewtm. «* Sflertey — «ierteljahrttch« «boeeement»wrti4 ebne SdneezMn un» B

______________** E-ntvaltige «onrnMe *r beten Raum 15 M , die Peiitzeiik 25 Pf., bei

Sir Grch« ui Zomttfllimdn-.

Erzählung auS dem 10. Jahrhundert von Antonie Haupt 1 t6s ------- (Nachdruck verboten.) •

Voll freudiger Spannung beobachtete Bernward } mit welcher Geschicklichkeit der junge Heinrich von ; Bayern schon die Waffen handhabte, er sah, wie Freund Attman von Ole,bürg sich mächtig auSzrichnete, er ge­wahrte mit Hochgefühl, wie sein Bruder Tammo, ohne i selber ein einzige. Mal zu wanken oder den Speer i fehlzustoßen, alle, die ihm nahten, in den Sand warf und gar Manchem die Wissen nahm.

Run hatte Tammo dem Letzten die Lanze zerbrochen wu ltin Clia QUI Ol, DD1D, iiitb blieb von allen Rittern, so zuerst auf dem Kampf- Hilbe»witha. Er stutzte, zügelte sein Roß und wandte Üfäm al85e,b M ihr ,:. LndL

auei peicen auf oer XMipipatt zuruck ■. ineinander.

ffiionTr«Ie" “”b ^"mpeten feierten den Ruhm der - „Sei mit gegrüßt, edle Jurgsrau HUdeSwirha,

de, langen Kaiser, Waffenmeister, Schwester! In Gandersheim sah ich Euch zulttzt at, rnmmne hnnbaX™ma2^Q5 p nt$ter edlkN Grafen ; sonnig holdes Kind, an Eurem Goldhaar erkenne ich

to”u«fe!ne@ 6Urfl ” * btr $opfer' ! ?^wiedtt," also sprach er. Hingerissen von ihrer

Mißständen abzuhelfen, sucht. Am nachhaltigsten wird SBi&

S nd’Äft KU' fe SÄ M!chÄ--N-

i Lieblichkeit beugte er sich vor und flüsterte: „D gebt ; mir den schönsten Siegespreis, schenkt mir eine Rose

In neuester Zeii Hai der tzvermäßige Genuß von geistigen Settänken eine solche Ausdehnung erlangt und so große Verheerungen im Volke angerichtet, daß j-der rechtdenkende Menschenfreund mit banget Befürchtung erfüllt werden muß und von der Nothivendigkeit eine, entschiedenen Kampfe» gegen die überhandnehmende Trunksucht vollauf überzeugt ist. Am deutlichsten zeigt fich die verderbliche Wirkung übermäßigen Alkohols an ... _____, v„ ,mwcv utVMClcll „CMUU .......... _wn_„

ben unglücklichen Opfern bet Trunksucht, an der er- haben, steht ben Katholiken noch kein einziges zu recht bald eine den Bedürfnissen entsprechende Anzahl staunlich großen Zahl von Trunkenbolden, die der Gebote. DaS katholische Volk, dessen lobenSwerther von Trinkerheilanstalten ins Leben treten zur Ehre ß^ ^ame Tyrann Alkohol einem so traurigen Loose - Opfersinn un, wohl bekannt ist bei Errichtung Herr- GotteS, zur Rettung der Trinker und zum überli-f-rt hat. SS ist ;a allen bekannt, in welche» lichet Kirchen, Ktankenhäuset und sonstiger Wohl- Wohle unsere» lieben deutschen Bäte?- unsägliche körperliche und geistige Elend dieTrunksucht ? thätigkeitSanstalten, hätte gewiß auch für die Rettung landes! ”etet

sowohl ben Trinker, al, auch Frau, Umber und KinbrS- der Trinker bisher mehr gethan, wenn eS bazu eine 1

kindet stürzt. Von ben unheilvollen Folgen jene» ? Anregung erhalten hätte. Große Summen Gelb',

Lasters legt bie Statistik das berebtefte Zeug- - hat eS vielfach für solche Einrichtungen verwenbet, bie___ _____________

niß ab: Nach den Untersuchungen von SanitätSrath bei weitem nicht so nothwendig find, wie die Rettung n (iitithrrtinfirtnr

Dr. Baer waren in Deutschland unter 32800 männ- der dem Trünke ergebenen Mitchriften. Nachdem aber 11 YUNvettMNge jUDtldUm klNes

lichen Insassen der Zuchthäuser 13706, welche in dieses Gebiet der christlichen Wohlthätigkeit von den Buches.

Folge der Trunksucht ihre Verbrechen verübt haben; i Katholiken leider so sehr vernachlässigt worden ist, Wenn ein Zeitraum von 100 Jabr.n ve an-,-» Sn 6?o/Xt“nLhEft,6e7!no?eh Mord- « müssen diese sich fortanum so kräftiger an der Trinker- ist, seitdem ein Buch in» Leben trat, und wen?dfts« thaten, 63 °/o der Todtschlage, 74 "/oder schweren Körper- ! Heilung betheiligen! E» ist also nothwendig, trotzdem noL rablreicke Leier und Kr-»»d, i» Verletzung, 76°/- der Fälle von Widersetzlichkeit gegen | die Trinker zu retten; e» ist möglich die viel mchr alSbei seinim -!stm Ersckeimn i?ver^L die Staatsgewalt, 77°/- der Vergehen gegen die Sitt- j Trinker zu retten und deshalb wäre es ein I e» sich gewiß zu unterfucfien welcken UmftSnhen ^2

sUN "-rze?hliche.S Vergehen "gegen die christl so ASÄS TXit^ob^^ Raub68 Diebstahl51 /., Geldunterschlagung74°/-, liche Nächstenliebe, wenn von den Katholiken in fällmkeiten und besonders günstigen Umständen oder Meineid 76°/-, Brandstiftung 47 °/«; m den Berichten dieser wichtigen Sache nichts geschehen würde. dem eiaenen Wertb-- in letzterm Kalle »d-r

MmrÄSSIlSÄ'' !«.«• - ■ 8. »U WM W. hr|(? Zn.

ch ^0 /- der össentlich Unterstützten durch den Trunk ein Komitee zur Errichtung katholischer I andere für die Literatur- und Kultura^ilbikbt- verarmt und heruntergekommen sind; Professor Fleischer- Trinkerheilanstalten gebildet, welchem die hervor- Jubiläen und «ulturg.schichte wichttge

Beach konstatirte, daß in einerJdiotenonstalt von 100 ragenbften kath. Männer der deutschen Reiche« zuae- c:,. t Fällen 31 durch die Trunksucht de» Vaters oder der hören. Dasselbe hat fich zur Aufgabe gestellt, mit Kabre Brockb Mutter verschuldet waren; Dr. Schäle zeigt, daß ! allen zu Gebote stehenden Mitteln die Gründung von | da seine erste Ai epileptische Kinder nut einer „traurigen Häufigkeit" dar musterhaften, in gut katholischem Geiste geleiteten I ™CIU,IU11C ™.rtB m In m,nrTrtm,r

Resultat eine« trunksüchtigen Vater, sind; im deutschen Trinkerasylen zu bewerkstelligen. Man ist heutzutage ziehung interessant und sei d-Shalb in Äürie^enäMf Reiche wandern alljährlich etwa 30000 Personen durch fo eifria bemüht, di- k»ri»f- N«»-- I i "« " J .1, ,n erL“9K

den Trunk in» Irrenhaus! Aus diesen so er-

II