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jg 101 Samstag, den 2. Mai 1896. 23. Jahrgang

Filii» aerW Zeitung

mit lltitrrl)altnnge-feilnge „ftenw >md flamm“.

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* Der Seuioreukouvent b-s Reichstags hat be-

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Klängen des 'Beethoven'schen Hymnus: „Die Himmel rühmen" trat dann das Kaiserpaar unter Führung des Arbeits-Ausschusses den Rundgang durch die Ausstel­lung an. Nach demselben fand auf dem «aiserschiffe ein Dijeuner statt, worauf die Majestäten zu Schiff die Ausstellung verließen. Die ganze Stadt prangt im höchsten Festschmucke. Du Zudrang an Fremden ist außerordentlich stark.

* Pünktlich zur Eröffnung der Berliner Gewerbe-Aus- stellung ist der offizielle Haupt-Katalog dieses gewaltigen Unternehmens erschienen. Das stattliche Handbuch gibt rin umfassendes Bild der großartigen Ausstellung, welche räumlich größer ist, als irgend eine der Weltausstellungen, welche bisher m Europa stattgefunden haben. Dem in allen Details aus­führlichen Kataloge entnehmen wir, daß in 23 Gruppen nahezu 4000 Aussteller vertreten sind. Schon diese Thatsache g-bt einen Maßstab für die Bedeutung der Berliner Ge-verbe-AuSstellu .g und für die rege Betheiligung der Industrie. Interessant ist auch der einleitende The» des Kataloges, welcher eine Geschichte des Ausstellungs-Unternehmens enthält. Der Kathalog hat eine überaus vornehme, typographisch mustergiltige Ausstattung er­halten. Ein guter SituattonSplan, in 4 Farben ausgeführt, ist dem Kataloge beigegeben.

& Die Krundsteinlegung der katholische» Kirche in Kckenyeim Sei Aravkfurt a. M.

den 3. Mai 1896.

Wie in früheren Jahrhunderten die festen bürgen- artigen Wartthürme die schön gelegene Mainstadt Frankfurt umgaben, um eS vor dem anstürmenden Femde zu warnen und zu schützen, so hat stch in dem letzten Bierteljahrhundert wie ein herrlicher Gürtel als eine Schutzwehr um den ehrwürdigen Kaiserdom

eine Reihe großer und herrlicher Gotteshäuser gezogen, um da» höhere Gut deS Glaubens und der Religion zu wahren.

In der Ferne als Vorwerke zur Nachbardrözese des goldenen Mainz gehörend sehen wir in Mühl­heim, Dietesheim, Weißkirchen, Klein-Steinheim und Hausen neue Lkirchen. DaS alte, ehrwürdige Bürgel vor den Thoren der Fabrikstadt Offenbach a. M. legte den Grundier» zum neuen GotteShause heute vor acht Tagen. In Fechenheim, näher bei Frankfurt, konse- krir'te heute unser Hochwürdigster Herr Bischof von Fulda die neue Herz Jesu-Kirche, ebenfalls heute wird in Griesheim der Grundstem zur geräumigen Muttergottes-Krche gelegt, vor vier Wochen geschah dasselbe in Unterliederbach bei Höchst a. M. Neue große Gotteshäuser entstanden in Oberrad, Niederrad, Röd lheim, in dm beiden Vorstädten Frankfurt« Bornheim und Bcckenheim und in Frankfurt selbst bei den barmherzigen Brüdern. Endlich noch wurde eine prachtvolle neue katholische Kirche in dem am Fuß: der Feldberg» gelegenen Badeorte Homburg v. d. H. erbaut, die ihrm majestätischen Thurm weit in die herrliche GebirgSluft hineinragen läßt. Zu diesen allen kommt nun noch die zuletzt begonnene Herz Jesu-Kirche in Eckenheim. Heute hat dieser Ort dw» große Glück, feinen lieben Bischof bei der Grund­steinlegung zur Kirche in seiner Mitte zu sehen. Die Katholiken ganz Deutschlands und auch mancher Leser diese» Blattes haben ihr Scherflein dazu beigetragen; also dürfte es auch entsprechend fein, ein- kurze Ge­schichte dieses OrteS in Bezug der religiösen Ent­wickelung in demselben den verehrtm Lesem zu bieten.

Bor 12 Jahren wurde Eckenheim getrennt von Bockmheim und zu einem e-’genen SeelsorgSbezirke er­hoben. Ihm mürben zugewiesen die Katholiken von dm Orten Preungesheim mit den katholischen In­sassen de» Strafgefängniffes dortselbst, ferner Sinn­heim, Eschersheim, Seckbach mit Festeburg und Ber­kersheim. Damals wurden nicht ganz 900, jetzt aber co. 2000 Kathol km al» ortSanwesend gezählt. Die provisorisch eingerichtete Kapelle wurde vom damaligen Stadtpfarrer r on Frankfurt und geistlichen Rath Herm Münzenberger den 7. September 1884 eingeweiht. Der Schornstein des kleinen fabrikähnlichen Gebäude» diente al» Campanile, Glcck-nthurm, in dem da» St. JostphSglöcklein zu bestimmten Smndrn die Gläubigen zum Gebete und Gottesdienste rief, ähnlich dem Silber­ton bei dem Klang des Aveglkckleins, gezogen von der ehrwürdigen Eremitenhand auf steiler FelfeShöhe.

Einfach, ja ärmlich war die erste Einrichtung. Im Juni 1885 wurde sodann in einem gemieteten WirtWaursoale die Schule für die Kinder katho- lischer Konfession, 60 an der Zahl, eröffnet; leider ist sie rach elfjährigem harten und heiß-n Kampfe immer noch nicht zu einer öffentlichen erhoben, ob­schon au» hiesigem Orte allein über 100 Kinder sie besuchen. Der Herr Lardtags-Abgeordnete Kircher- Fuda hat in der den 9. März d. I. gehaltenen 38. Sitzung bei Hauses ber Abgeordneten diesen uner­quicklichen Streit klar gelegt. Der Herr Ministerial- dir k or Dr. Kügler hat alles Vorgebrachte als wahr anerkannt urb mit den Worten g-schkoffni: „Wenn die Ausführungen de» Herrn Vorredner» schließlich zu dem Ecgebniß führen sollten, daß die politische Ge- meirde Eckenheim etvcs willfähriger wird gegenüber den Wünschen der katholischen Bevölkerung, fo würde ich diese» mit Freuden begrüßen." DaS hoff-n und enterten auch wir, daß es nun recht bald geschehen werde. Aber gerade hierin hat e» seither gefihlt. Jltzr gibt es gewiß einen Wendepunkt!

Im Jahre 1886 trat der erste Laienlefirer ein, denn vorher hatte der Geistliche allein den ganzen

* Die Berliner GewerbeauSstelluug ist heute Vormittag in Gegenwart deS Kaiserpaare» eröffnet worden. Prinz Friedrich Leopold, der Protektor der Ausstellung, erschien um 103/< Uhr auf dem Ausstel- lungS-Terrain und wurde von dem Baumeister, Land- tags-Abgeordneten Felifch, mit einer Ansprache begrüßt. Um dieselbe Zeit ungefähr traf Fürst Ferdinand von Bulgarien mit Gefolge auf dem Ausstellungs-Gelände ein. Ihn begrüßte der stellvertretende Vorsitzende der Fest-Kommission, Herr Direktor von der Wyengaert, mit anderen Herren de« Festkomitee'-. In Folge eine» Mißverständnisse» wurden die Böllerschüsse, welche bei der Ankunft d s Kaisers gelöst werden sollten, schon zu Ehren des Fürsten Ferdinand abgebrannt. Auf ber Kaiseryacht „Alexandria" kamen bet Kaiser und die Kaiserin pünktlich um 11 Uhr an der Landungs­stelle beim Kaiserschiff „Bremen" an. Prinz Friedrich Leopold, Minister v. Berlepsch (der Ehrenpräsident der Ausstellung) und die Mitglieder d;s Arbeitsausschüsse» empfingen die hohen Gäste und geleiteten sie zum Haupt- Jndustriegebäube. Auf dem HauptzugangSwege hatte die Ehren-Kompagnie, die 1. Kompagnie des 3. Garde-

y «E- ** Seiextor wegen»***. - «iertelMrticher «b o aut meatspreiS o^ne

J»s«r«te kosten Ne einsaitige Garnumdzelle ober beten Raum 15 Pf., «eklamen bte Petttzetle 25 Pf., bet

Deutsches Reich.

Berlin, 1. Mai.

Schulunterricht, wöchentlich 32 Stunden, ertheilt. Drei Jahre später wurde da» neue Schulgebäude bezogen, dessen untere Räume zur Kapelle eingerichtet, dessen erster Stock als Schulsaal benutzt und deffen zweiter Stock zu Lehrerwohnungen bestimmt wurde, was einen Kosten­aufwand von 35000 Mk. verlangte, während das ganze Anwesen beim Ankauf mit der später getroffenen Einrichtung 15000 Mk. kostete. Hmzugekaustes, zur Vergrößerung und zur Arroudirung uothwendigeS Land verlangte weitere 10 000 Mk. Jrn Jahre 1894 wurde das alte morsche Häuschen, all Wohnung für den Geist­lichen vorher einigermaßen eingerichtet, niedergelegt, und an seiner Stelle ein schönes, geräumiger Pfarr- Hau», eine Zierde des ganzen Ortes, für 25000 Mk. erbaut. Nach Uebertoinbung vieler unb großer Schwierig­keiten würbe enblich im Jahre 1895 von den ver­schiedenen zuständigen Behörden die Konzession auch zum Bau der durchaus nothwendigen Kirche ertheilt. Wohl war mancher Stein zu entfernen gewesen, bis der Hochwürdigste Herr Bischof den 16. Sept. v. I. den ersten Spatenstich zum GotteSbau vollführen konnte, wohl ist manches Steinchen, das sich in den Weg l legte, erst zu entfernen gewesen, aber mit Gottes Hilfe ; ist baS Fundament schön, fest, solid gearbeitet bi» zur ? Sockelhöhe geführt, so daß heute durch S-ine Hoch«, > vlc x.

Bischöflichen Gnaden Georg Ignatius, vm Fechenheim $egjment8 $ g.r Aufstellung genommen. Fanfaren kommend, wo Hoch^erselbe heute Morgen b'.e Äon- < per @a(trie der Kuppel verkündeten da» Heran- sekratton der Kirche »orgenommen bat ber Grundstein j Rah;etpaare8. Fürst Ferdinand von Bul-

zu unserer Herz Jesu-K<rche unter Assistenz deS Herrn > flrauem Manie! und Lammfell-Mütze, er-

Domkapttulars H. F. Müller gelegt werden kann. Der ' st mit Gefolge. Fünf Minuten später ve- ganze Ort, zu Dreivlerthell evangelisch^: Konsession, - teot ^cr Aaj^ mit der Kaiserin unter Vorantritt der ist herrlich geschmückt, was wir rühmlichst und dank- , Adjutanten und des GesolgeS den Kuppelsaal, von barst öffentlich anerkennen. Fünfzehn auswärtige und . donnernden Hochrufen empfangen. Der Sängerchor fünf einheimische Bereute sind zur Stelle denn der t ^mmte ^en ^Kaisergruß" von Wagner an, und die katholische Arbeiterverein Sckenhetm hat zugleich baS $ gRajeftäten nahmen auf dem rechts neben dem Eingänge Fest seiner Fahnenweihe - und erhöhen die allgemeine errichteten Thronsessel Platz, wiederholt

®n ne^men $ ’ bte * 1 * freundlich grüßend, worauf die Versammelten abermals

Sir* sind entworfen von Herrn ! ™ "?«

Baudirektor Mox Meckel in Freiburg i. B., U» « rühmten Erbauer der Rochuskapelle bei Bingen a. Rh., - einem Künstler von GotteS Gnaden. Derselbe hat auch ’ die ganze Bauleitung in Händen. Der Baumeister ist i Herr Maurermeister Simon Och», ein Mitglied ' des kacholischen Kirchrnvorstandes. Derselbe ist bemüht, ein Meisterstück »n liefern. Der Bau ist in frühgothi- schem Stile gehalten. Die Fundamente find aus rothen, festen Heidenfeld^, Steinen nach außen hammerrecht sauber gearbeitet btßMr Sockelhöhe, die massive Arbeit wie Fenstereinfassung, . Sockel, Streben und Portale aus weißem, hartem PHzerstein, da» Uebrige aus Hellen Feldbrand-Backsteinen weiß gefugt hergestellt, so daß die Kirche vollständig im Stile und der äußeren Er­scheinung mit Pfarryau» und Schule harmonirt.

Die Länge de» Gotteshauses beträgt 37 m, die Breite im Querschiffe 15 m, die Breite im Langschiffe 10 m, die Höhe der Kirche vom Terrain bis zur Ober- i laute des Dachqesimses 11,6 m, die Sockelhöhe 1,9 m, \ die Fundamenttiefe 2 m, die Höhe bei Thurmes von des Sockel- Oberkante bi» zur Helusip'tz- 55 m. Der­selbe wird einen Orientirungl punkt für die ganze Gegend abgeben, da der Kirchenbau auf dem höchsten Punkte de» Ortes angelegt ist. DaS Ganze wird mit Pfarrhaus und Schulgebäude auf ca. 100000 Mark zu stehen kommen, aber auch einen großartigen und tiefen Eindruck zirrücklaffeu.

Wer will e» uns Katholiken darum verübeln, ; wenn wir uns am heutigen Tage von Herzen einer ' hl. Freude hingeben! Am Tage der Auffindung dcs hl. Kreuzes, den 3. Mai 1884, wurde bei Plan zu j biesem ganzen Werke entworfen, heute am 3. Mai 1896 legt bie konsekrirte Hanb bes Bischof» den Grunbstein , in dasselbe, um halb vollendkt vor unS zu stehen. Darum Dank beut Ewigen; Ruhm unb Ehre Ihm, bem Allgütigen, der seither geholfen! Aber auch zu Ihm die Bitte, daß Er glücklich zu Ende führen helfe, waS

Lm l Generalsuniform und da» orangefarbene Band des 'n »fi ! Schwarzen Adlerordens, die Kaiserin eine meergrüne , Frühjahrs - Toilette. Recht» vom Baldachin nahmen : der Hof, die geladenen Gäste, die Ministerien und Ge- i sandten, die Berliner Stadtverordneten, die Rektoren i der Universität und Kunstakademie in ihren Amt»- trachten, die Vertreter der Kunstschule in Wich» mit dem Banner Ausstellung, link» die Mitglieder des Ar- beit»-AuSschuffes mit ihren Damen, die Mitglieder de» geschäftsfahrenden Ausschusses mit ihren Damen, die Ehrenpräsidenten der Gruppen und die Vorsitzenden der Gruppen - Vorstände; neben beiden Gruppen die Architekten und Ehren-Syndici der Ausstellung, die Mitglieder aller Kommissionen, de»Gesammt-VorstanbeS und der Gruppen-Vorstände. Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe war durch Krankheit am Erscheinen ver­hindert. Herr Kommerzienrath Kühuemaun richtete an \ den Kaiser eine längere Begrüßung- - Ansprache und = Geheimrath Goldberger sprach dem Shrenpcäfidenten i und der Stadt Berlin den Dank aus. Unter den

in seinem hl. Namen ist begonnen worden.

Wir schließen mit dem Wunsche, daß eS Seiner Hochwürdigen Bischcflchen Gr ade«, unsrrm vielgeliebten Bischöfe von Fulda, Herrn Dr. Georg JgnatiuS Komp — —— - .. .

vergönnt sein möge, in zwei Jahren wieder zu kommen, , schlcffen, am nächsten Montag die zweite Lesung deS um durch die Konsekration das Gotteshaus dem Zwecke : Mar garinegesetzeS auf bte Tagesordnung zu öffentlich zu übergeben, wozu eS errichtet worben: zur . setzen, ber dann bte Zuckerfteueroorlage unb bte Ehre btt» röttlichen Herzens Jesu und zur R-rtuna der ■ Gewerbenovelle überhaupt bte noch auSsteherbm unsterblichm Seelen. Dar walte Gott! K. 1 zweiten Lffungen folgen sollen. Rach einer Erklärung