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Mittwoch, den 22. April 1896.

23. Jahrgang

~ , CÄ 1 in den Interessen, die ewig dauern und über das Grab

Erlaß unseres Hochw. Herrn Blschoss hinaurreichen, im tiefsten Zwiespalt sich befindet? Wenn

über die Ehe.

und ungezwungene Einwilligung in die Ehe erklären. Wo immer diese Bestimmung als allgemeines Kirchengesetz verkündet worden Y, schließen

I die Eheleute nur in dieser Form eine Mae

Da die Ehe ein Sakrament der Lebendig ist, sö müssen jene, die eS empfangen, int Stande der

6. Eheverlöbnisfe, welche mit einem tren­nenden oder auch aufschiebenden Ehehiudermß geschlossen worden sind, bevor die Dispensation von dem Hinderniß erfolgt ist, sind ungiltig und un­

verbindlich. ,, t .

7. Damit etwaige Ehehtndermsse zwischen den Brautleuten entdeckt werden, ist die dreimalige Proklamation in der Pfarrkirche der Brautleute angeordnet und die Gläubigen sind verpflichtet, wenn sie ein solche- wisien, e- dem Seelsorger anzuzeigen, selbstverständlich nicht in dem Falle, wenn sie wisien und mit Grund annehmen dürfen, daß die Brautleute schon selbst da- Ehehinderniß angezeigt haben. Die Proklamationen können nicht vor der Dispensation von den etwaigen Ehehindernissen geschehen. Bon den Proklamationen kann durch den kirchlichen Obern drS- pensirt werden, doch müssen dafür gewichtige Grunde vorhanden sein. « ,,

8. Die Abschließung der Ehe soll erfolgen m der Form, welche das Konzil von Trient bestimmt hat: vor dem eigenen Pfarrer und zwei Zeugen sollen die Brautleute ihre freie ■o . » '......._... IN hte

I Schwesterlein Hüdeswitha?"

1 .Dank für Deine Theilnahme! Erstere weilt, wie

müssen jene, die e- empfangen, int Stande der Gnade sein, sonst begehen sie einen Gottesraub unb zikhm statt des Segens den Fluch Gottes auf ihren Ehebund herab. Deßhalb sollen sie vor der Trauung da» hl. Bußsakrament empfangen, am besten eine Lebens- oder Generalbeicht ablegen. Auch ist es sehr zu rathen, zeitig, nicht unmittelbar vor der Trauung die eigentliche Brautbeicht — Generalbeicht — abzu­legen, schon um etwa verborgene Ehehindernisse noch zeitig beheben zu können.

Die Eheabschließung soll am füglichsten nach dem Wunsche der Kirche mit der Feier der hl. Messe verbunden werden und hat die Kirche dafür eine be­sondere Mesie mit dem feierlichen Brautsezen geschaffen.

Wissenschaft." , r

„Ungefragt gibst Du mir erfreulichere Kunde, als ich nur hoffen durfte. Ich sorge freilich, daß Dein

nommen. , ,

„So ist sie mit meiner Schwester Judith zusammen. Wie mich das freut!" rief Tammo. „Aebtisfin Ger- berqa, des Kaiser- gelehrte Base, leitet selber die Er­ziehung der jungen Edelsräulein in sothanem Stift, unb die fromme Dichterin Roswitha, eine Seele voll Andackt, voll Gluth, begeistert ihre Zöglinge für Kunst und Wissen. Wir dürfen uns glücklich preisen, daß unsere Schwestern so gute Aufnahme gefunden habem Meines kleinen Bernward in Hildesheim nahm sich bisher, wie Du wohl weißt, unser Oheim Bolkmar, der Domdiakon, väterlich an. Doch folgt der edle Mann, so hinterbrachte man mir, einem Rase auf den Utrechter BifchofSstuhl. Mir liegt e» daher ob, einen neuen Beschützer für den Knaben zu suchen."

„Und darum erlebte ich so unverhoffte Freude,

lSchluß.)

4. Besondere Beachtung verdient noch das Ehe­hinderniß der Verschiedenheit der christlichen Religionsbekenntnisses der Brautleute, bte sogen. Mischehe. Die Kirche hat sie von jeher mnbilligt und vor derselben die Gläubigen wegm der großen Gefahren für das Seelenheil des katholischen Thelles gewarnt. Sie gestattet sie zwar und diSpenfirt von diesem Ehehinderniß, aber nur mit schwerem Herzen und um noch größere Uebel abzuwenden. Immer aber verlangt sie zu ihrer Erlaubtheit die vier Bedingungen:

1) die katholischeTrauung. Dienichtkatholtsche Trauung wie auch eine etwaige Doppeltrauung ist stets und unter allen Umständen unerlaubt und eine schwere Sünde, wenn auch im Uebrrgen je nach dem Orte der Eheabschließung die Giltig­keit einer solchen Ehe bestände. Nur nach ernster Reue könnte der katholische Theil nach einer solchen Trauung wieder zu den hl. Sakramentm zugelassen werden;

2) verlangt die Kirche die Erziehung sämmt-

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ober deren Raum 15 df., MNmmn die Petttznle W Pf, be.

Lehren, die der katholische Theil als Offenbarungen de» menschgewordenen Gottes zu glauben für nothwendtg erachtet, von dem nichtkatholischen Therl als Menschen­werk und Aberglaube erachtet werden; wenn heilige, religiöse Handlungen, welche der katholische Theil als nothwendig zum Seelenheile erachtet, vom mchtkatho- lischen Theil als leere und überflüssige Ceremomen verworfen, vielleicht verspottet werden! Dabei kann keine wahre Lebensgemeinschaft bestehen! — Dazu kommt, daß der Richtkatholik die Ehe nicht für un- auflöSlich hält. Rach seinem Bekenntmß kann er sich auS den verschiedensten Gründen trennen und wieder verheirathen, während letztere- dem katholischen Ehe- theil zu Lebzeiten des geschiedenen Ehegatten memalS möglich ist. Wk- HA

Wie sehr ist ferner zu fürchten, daß der katholische Ehetheil gar nicht oder zu spät zum Empfang der Sterbesakramente gelangt, weil der nichtkatholtsche Theil keine Rothwendigkeit erkennt, daß diese recht­zeitig gespendet werden. - Endlich, wie viel ist zu ? fürchten «ft die katholische Erziehung der Kinder, selbst • wenn bieie zugefich::t worden ist! Abgesehen davon, -/ lick-r Kinder in der katholischen Reli- i daß die Kinder naturnothwendig meist m religiöser i flion; denn sie würde sich selbst und ihre gött- ; Gleichgiltigkeit aufwachsen, wie ost wird das Ber- liche Einsetzung verneinen, wollte sie annehmen, ° sprechen, das vor der Ehe gemacht Worden ist, ersah daß ohne schwere Sünde Seelen der einzig f rungsgemaß nicht Schalten, namentl ch wenn die Eltern wahren Reli^on entzogen werden dürften; ; in vorzugsweise protestantischen G^dm kbm, wo q\ Yti(fst i n 91 u 8 ü b un q $ mcHcicfit tuclt unb btcit teilte ödyiile itod)

8) SÄl« lit Ml WM finbetl Unb wie, wenn der I-tholüche

& 1 *fl’*‘e“ 9e5'” ( Äl M6et wegstiebl nnd bet nichttÄheliHe mH

41 will die Kirche daß der katholische Theil, um ® einer Person seines Bekenntnisses sich wieder verehr- die wahre und so nothwendige Lebensgemeinschaft ; licht? Ist die katholische Kinsererzlehung von zwei der Ehe herzustellen, sich bemühe, den nichtkatho- ' mchtkatholtschen Eltern zu erwar en? - Mögen aber tischen Theil durch Gebet und Beispiel zur . in einem emzemen Falle die Gefahren nicht so schwer oit*, 1.. fahr,« I unb verhängnißvoll sein — niemals ist eine Mischehe

ist traurige Thatsache, daß durch die Misch- . das treue Abbild der innigsten, unauflöslichen^Ler- ehen viele Geschlechter der hl. Kirche entzogen werden. ' bindung Jesu Christi mit seiner Küche, wie es jebe G-mitz find die sozialen Berhältnisse, die Vermischung : christliche Ehe sein soll - . . c

der Bevölkerung und der Konfessionen und in Folge l 5 Schließlich sei noch ^gen. Civilehe er- befien die Schwierigkeiten ftandesmäßiger Versorgung ; wähnt. Dieselbe, em Werk der französischm Revolu für die katholischen Töchter Mitmsache dieser Er- , tion und m die Gesetzgebung vlelermoderner Staaten scheinung. Aber ebenso gewiß ist es, daß die religiöse f ausgenommen, kann mental-als solche, °l» EivU Gleichgiltigkeit und Unentschiedenheit der Kinder sowie , Trauung, eine gtlttge Ehe begründen, wie der der Eltern zu diesen Ehen führt, wie hinwiederum , Apostol. Stuhl noch m den letzt« n Jah.en erklärt hat, naturnothwendig religiöse Gleichgiltigkeit und Erkaltung - immer aber, und ohne Ausnahme, ist bie Unterlaflung Ä die Folge der Mischehen ist.; ■ feer M«djen Trauung «ne

ja man darf sagen: religiöse UeberzeugungLsestigkert - Katholik, der sich mit der f°fle«.jwm Xranung be unb ächt kirchliche Gesinnung be8 kathol. Theils ist in : gnügt, kann nicht eher wieder zu den hl. Sockramenten der Mffchehe gar nicht möglich, ohne daß er die tiefste zugelassen werden, als bti Vnbnchen

GewissenSunruhe erleiden und beständigen inneren Zwie- » bereut, und wofern es erforoerüchrst, bteklrchlrche spM empfinden würde und müßte. - Die Ehe ist ; Trauung nachholt. Es .st begreiflich, daß d- sogem selbst nach weltlicher Auffassung die vollkommenste > Civll-Trauung 'm Gewissen keinerlei Rechte ehelicher Lebens- unb Liebesgemeinschatt. Was ist eS aber für ? Gemeinschaft verleibt Daher ist es auch sehr• wun* eine vollkommene Lebens- unb Liebesgemeinschast, wenn ; schenswerth, um Versuchungen zu verhüten, rüder man nur to ben materiellen, vergänglichen Inter, ssen, ! kürzesten Frist die .rchliche Trauung auf die C.vil- die mit dem Grabe aufhören, übereinstimmt, feagegm ’ Trauung folgen zu taffen.

Wollet denn, liebe BiSthumS-Angehörige, als treue und gläubige Kinder der Kirche alle diese weisen Vor­schriften der Kirche gewiffenhast befolgen, möget Ihr nun selbst in feen Ehestand treten ober Eure Eltern- pflichten ben Kindern gegenüber, welche eine Ehe ein­zugehen beabsichtigen, zu erfüllen haben!

Die hl. Kirche hat ihre Gesetzgebung über die Ehe in dm wesentlichen Bestimmungen seit 1800 Jahren aufrecht erhalten — unter den gebildeten Völkern wie unter den neubekehrten Barbaren, und wirb sie auf­recht halten bis zum Enbe bet Zeiten. Die Geschichte erzählt uns von ben furchtbaren Kämpfen, die ihre Päpste, Bischöfe und Priester gegenüber den Leiden­schaften der Menschen für die Reinheit und Würde der christlichen Ehe bestehen mußten; sie erzählt uni, daß keine andere Religion folches gewagt und nnver- Dir mitten im HildeSwald zu begegnen, sagte Graf Attmann.

Der Andere lachte.

„Meiner Feindschaft gegen ine Allerwelt» Heer­straße bin ich treu verblieben. Hmte aber ritt ich darum im Kreise, ober bieses Walbgebiet ist schier ohn' Ende." .

„Lang ist dieser Hilde-wald zwar, doch wirst Du sogleich sein Ende sehen," verhieß der junge Wach­mann und deutete auf eine lichtere Stelle, durch die man einen mächtigen Müsterthurm gewahren tonnte.

Bald war feer Ausgang erreicht, unb em weite-, von walbigen Hügeln und Bergen umfriebetei Thal that sich gar lieblich vor dem Blicke auf. Aus wogen- den Saatfeldern und grünen Wiesenmatten, von silber- klarem, munterm Flusse umschlängelt, erhob sich eme leichte Anhöhe. Auf ihr stieg der stolze Dom zum Blau de- Himmels empor; fern Thurm glanzte im Sonnengolde. Und ring- um das Gotteshaus stand eine große Anzahl von Giebeln, mächtige Wohnstätten von Stein, beten graue Holzdächer wie Silber m der Sonne schillerten. Dann tarn eine feste Ringmauer, mit vielen Zinnen unb Thürmchen gekrönt; d-e mochte zwar mehr de« Nutzens halber, als des Zierraths wegen errichtet sein, doch Ate fie malerische Wirkung au», unb sie konnte auch beim femblichen Ueberfalle

FiildaerWZcitüng

mit U«terhalt»ng»-K-ilagr „Sterne mW Dtmuen".__

Erzählung aus dem 10. Jahrhundert von Antonie Haupt, j

2] ------- (Nachdruck verboten.) ; ------------- —, . . -

Seite an Seite ritten bie ehemaligen Mitschüler * von der Domschule. Und was macht Dein Leims unb 8eiM‘’erwanbten fürbaß. ^Ln ! Erstere weilt, wie

^Thangmar, ^der Vorsteher unserer Domschule, ein i ich schon angab, in unserem neuen>r8g

Priester von hervorragender Gelehrsamkeit, sagte mir, ; beim, und mein «etne»«er an weifa

daß Dein Bruder Bernward seine Alter-genossen an ; Frauen de- Kloster- Gavd..sherm unter Ovhut ge Einsicht zehnfach übertreffe. Durch Anlagen, Wiß- - begierbe unb Fleiß zeichne er sich au» in allen Fächern. Ich felber hatte nicht selten Gelegenheit, seine Fertig­keit in mechanischen Künsten zu bewundern. Ja staune: Um Mutter und Schwester während meiner Kriegs­fahrten besseren Schutz zu gewähren, al» unsere Oles- bv.rg sie bieten kann, baute ich mit Erlaubniß de» Bischofs, Herrn OthwinS, in feer Umfriedung des festen Hildesheim ein Haus au» Stein und Holz. Unsere Wohnstätte haben wir dort aufgefchlagen unb befinden un» wohl dabei. Während be» Baue» befolgte ich manchen klugen Wink be» staunenSwerth künstlerisch veranlagten Knaben. Aus dem wird eine Leuchte der

Ä M i Stift allzu schmeichelhaft gezeichnet hat, sagte Tammo

W Grasen van SaiNNlMchkNoNrA. | bewegt und fügte rasch die Frag- hinzu:

i „Wie befindet sich Frau Fredemude, Derne Mutter?

; Ich sah die edle Matrone nicht seit meinem Weggang