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mit Untertzaitungs-Keiiagr „Sterne mtb Klnwen"

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und d- ß eine der ersten Aktionen, deren Durchführung

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,Äleinen Börser- und Handelt jomnalS', einer Beilage zum .Kleinen Journal' in Berlin, eirea Artikel »Ita­lienische Sorgen" aus der Feder eines gewissen Viktor Hahn, der sich »ohl aus einem Cahn zu einem Hahn entwickelt haben wird. In diesem Artikel wird zu­rächst mit beweglichen Worten daS Unglück Italiens beklagt und daun die praktische Nutzanwendung gezogen, daß Italien jedenfalls jetzt wieder Geld braucht

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der zu erwartenden italienischen Anleihe annehmen. Und warum diese Weigerung? Etwa deshalb, weil er dieses Geschäft nicht für ganz „risikolos" hält oder gar GewissenSbedenken empfindet, ob eS recht und billig sei, dem deutschen Publikum für eine zweifelhafte An­lage das Geld aus der Tasche zu ziehen? Keineswegs! Ueber solche kleinliche Bedenken sind unsere Börsen­leute bekanntlich erhaben, sie sind es ja in keinem Falle, welche das Risiko zu tragen haben; „den L tzten beißen die Hunde" sagt ein auck auf der Börse sehr bekannte» Sprichwort, und der Letzte pflegt eben das Publikum zu sein, dem die interessanten Berthe von den Emissionsbanken und den Spekulanten ausgeredet worden sind. Rein, derartige Bedenklichkeiten sind Herrn Hahn völlig fremd, sein Grund ist ein ganz anderer: In die Toga einer antiken Heroismus gehüllt, ruft er dreimal Rache, Rache etwa an Italien? Rein, Rache für — da» deutsche Börsengesetz und Rache für da» Erstarken des Antisemitismus in Wienlj

Wir wollen unsere Leser nicht um daS Vergnügen bringen, einige Proben von den racheschnaubenden Tiraden dcS Herrn Hahn zu verkosten. „Wenn eS in diesen Tagen — so schreibt Herr Hahn —, in denen man dem deutschen Kaufmanne (?) von bett Vertretern der Hetzparteien in dar Antl tz schlag-n und durch den schmachvollsten Gesetzentwurf, der jemals nur deshalb konzipirt worden ist, um einen ganzen Stand auf das tiefste zu demüthigen, vor aller Welt kom- promittiren läßt, wenn man, sagen wir, in diesen Tagen des Böiftngesetzrs mit dem angedeut-.ten An­finnen (d. h. eine italienische Anleihe aufzulegen) an unsere Banken und Bankiers herantreten sollte, dann wäre es ein Zeichen von trüber Flachköpfigkeit ober von maßlosem Ehrgeiz unb häßlichem Streberthum,

zu übersehen unb vor ben hohen Persönlichkeiten, welche voraus sichtlich bte Rolle des ehrlichen Makler über­nehmen werden, in Demuth zu ersterben. Es hieße die eigene Würde vergessen, wollte man im Zeichen eines BörsengesetzeS gleich dem in Schwebe befindlichen es versuchen, für Italien auch nur einen Groschen aus den Geldschränken deS deutschen Kapitals herzugeben."

Herr Hahn räth sodann der Regierung höhnisch, bei den „ritterlichen und frommen Agrariern" um Hilfe für den befreundeten Staat zu werben. Er fährt darauf fort: „Auch vom österreichischen Kapital wäre es unvernünftig, wenn es anders handeln würde. Der finstere Haß, ben man gegen den Bankier- ftanb, gegen ben Kaufmann unb Industriellen hegt, nennt sich bort rund und nett „Antisemitismus", unb bie letzten Wiener GemeinberathSwahlen haben ben traurigen Beweis dafür erbracht, welche tiefe Wurzeln diefeS tödtlich giftige Unkraut bereits geschlagen hat. Es ist bekannt, daß biete Wahlen anders ausgefallen wären, wenn nicht die Beamten in geschlossenen Reihen für die Kandidaten der Reaktion

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gestimmt hätten. Die Regierung sieht gewiß nicht gern diese Bewegung, aber eine Regierung, welche solche pflichtvergessene Beamten nicht einfach zum Teufel jagt, darf auf eine Unterstützung ihrer Politik durch jene Kreise nicht rechnen, welche sie vor der VerfolgungSwuth ihrer eigenen Funktionäre nicht zu schützen vermag. Geld ist eine große Macht, unb thöricht wäre eS, biete Macht nicht jene fühlen zu lassen, bie bas Kapital Haffen, unb auch biejenigen, bie zu feige ober zu schwach bazu sind, um bie Folgen bieseSHasses von ihmabzulenken." — DaShat Graf Baden» nun davon, daß er sich so große Mühe gegeben hat, um den Antritt der Herrschaft über Wien durch die „Antisemiten" d. h. durch die vereinigten Gegner der Liberalen zu hintertreiben. Run muß er sich auch noch trotz all seiner Liebesmühe als zu feige ober zu schwach schelten lassen, um bie Folgen ber im Volke wachsenden Feindschaft gegen Gott Mammon von desien Priestern abzulenken.

Dieses Beispiel zeigt aus'» Schönste, wie eS die Vorkämpfer deS Börsenkapitalismus verstehen, alle mög­lichen Fragen der auswärtigen wie der inneren Politik der Staaten mit einander zu verkoppeln, wenn daraus für die Interessen der Börse und des Judenthums Kapital geschlagen werden kann. „DaS Geld ist eine große Macht", sagt Herr Hahn, unb er muß es wissen, unb diese Macht wendet bie Börse stets unb überall an, um ihre Klasseninteressen ohne Rücksicht auf ba8 Gemeinwohl unb auf moralische Bebenklichketten zu förbern und in ber Staatenlenkung ausschlaggebend zu machen. Unb ba will bie Börse bie gekränkte Unschuld spielen unb bie Rothwenbigkeit bestreiten, burch eine burchgreifenbe Börsenreform bas Börfeninteresse ben» Gesammtinteresse des Staates zu ,mt<"-werfen!

heute int schönsten Lichte gezeigt. Wer aber ist bas? Donnerwetter, ist daS eine Schönheit! Wer ist sie boch, Wesielhöft? Ich meine bort bieS herrliche Frauen- bilb, gewachsen wie eine Juno, mit goldrothem Haar unb schwarzen Augen, auf besten Arm sich jme magere, vertrccknete, altmobisch gekleibete alte Dome stützt, bie gerabe mühsam bie Stufen ber Tribüne heruntersteigt. Wie kommt ei, daß ich ihr noch nicht begegnet bin?"

„Gemach, gemach, lieber Junge, bie stolze Schön­heit ist nich s für Dich. Sie wohnt nicht in Norren- burg, sonbern in Neurobe, ein Stündchen von dort, unb lebt bei ihrer Tonte, jener alten Dame, welche eine ber vortrefflichsten Frauen ist, bie ich kenne; es ist bte verwittwete Freifrau von Kattenstädt, Mutter bei Siegers."

„WaS? Jene so bauSbrcken auSsehenbe Fra» hat ben glänzenben Pai abieSvogel zum Sohne? Sie sei geizig, hörte ich sagen."

So urtheilt bte W»lt. Sie spart unb ber Sohn gibt mit vollen Händen aus. Soll öfters Vorkommen bei blinder Mutterliebe," bemerkte Wesselhöst.

„Unb die junge Dome, wie heißt sie?"

„Freifräulein Adelheib von Bobung, Richte ober Cousine ber alten Dame, und lebt bei thr."

„Lebt bei ihr, sagst Du? Unb mit dieser herrlichen

Deutsches Reich.

Berlin, 10. März.

* Der Kaiser emvfing am Dienstag Nachmittag ben österreichischen Minister des Aeußern Grafen GoluchowSki in Audienz. Am Vormittag hatte dieser, bevor er sich zum Frühstück beim bayerischen Gesandten Grafen Lerchenfeld begab, in Begleitung deS österreichischen Botschafters v. Szögyenyi dem Reichskanzler Fürsten Hohenlohe und dem Staats­sekretär Frhrn. von Marschall seinen Besuch ab­gestattet. — Zu der Mittheilung des Molk' über die Bemerkungen, die ber Kaiser bezüglich mancher pro­testantischer Prebiger gemacht haben soll, ist bem genannten Blatte eine „Berichtigung" seitens des Pre­digers Krummacher zugegangen, in welcher jene Mit- theilung als auf einer „Indiskretion" beruhend unb „in ber mitgetüeiüen Form nicht richtig" bezeichnet wirb. Diese Ableugnung bezieht sich, wie man sieht, lebiglich auf bte Form jener Mittheilung, bie aber im Wesentlichen richtig sein muß, weil sie sonst nicht als eine JnbtSkretion bezeichnet werben könnte.

<Q> Die Börse und die Politik.

Die Börse liebt eS bekanntlich, sich als ein wahres Muster von Unschulb unb Harmlosigkeit hin­zustellen. Die chr ergebene Presse schäumt Über von sittlicher Entrüstung, sobalb von „unsauberen Börsen- manöoern", vom „Gistboum Börse", vom „wilben Börsenspiel" unb von politischen Machtbestrebungen ber Börse gesprochen wirb. Wollte man biesen Blättern Glauben schenken, so wäre bie Börse weiter nicht» als baS nothwenbige unb nur segensreich wirkenbe Organ zum Ausgleich ber wirthschastlichen Interessen unb ber Probuklion ber verschiedenen Länder, also eine rein wirthschaftltche Einrichtung ohne alle politischen Neben­zwecke. Wer behauptet, baS internationale Börsenkapital sei bestrebt, ben maßgibrnben Einfluß auf bie Re­gierungen ber Staaten zu erlangen unb durch diesen die staatlichen Einrichtungen so zu gestalten, baß sie vor allem den Zwicken beS Großkapitals dienen, der wird sofort al» „Antisemit" und Umstürzler schlimmster Sorte verschrieen, als Hetzer getranbmartt, ber so balb als möglich unschäblich gemacht werben muß.

Um Gold und Ehre.

Bon L. von Neidegg.

2] -------- (Nachdruck verboten.)

„So ein Bankier nützt doch jede Gelegenheit au»," lachte Schröder. „Du hast indesien wieder Recht, Wefftlhöft. Gehen wir hm. Wer ist boch ber be­te bte, fchlagblütig aussehende, alte Herr da drüben, desien Begeisterung die meine noch übertraf, unb an dessen Rcckschöße bie Tochter sich so verzweifelnb hing?"

„Nicht Tochter — Nichte — Großnichte. Er ist ein Amerikaner, Mr. Browning, unb bie Nichte heißt Miß Lightfoot."

„O, den kenne ich bem Ruft nach, so kurz ich auch in Norrenberg bin. DaS ist ja der Millionär, urb bas also ist bie schöne Miß Bessre? Wohl nur sckön durch den Glanz, welchen ihr Golb uw sie ver­breitet; meine Augen wenigster s vermögen keine Schönheit an ihr zu entdecken. Nun wird mir der EnthusiaSm» s b s Altin verständlich; man sagte mir ja, Herr von Kattenstädt sei ein Anbeter von Miß Ligthsoot."

„So erzählt man sich," erwiderte Wesselhöst; seine Stimme klang sehr froftig.

„Nun, ft? kann stolz fein; ihr Anbeter hat sich

e, in »r IÜ a.

Zuweilen kommt eS aber doch vor, daß Anver- \ wanvte der Börse in einem Augenbl ck ber Erregung j offenherziger finb, als ihnen rachher wahrschein- | dich lieb ist. So finden wir in ber letzten Nummer des

Cousine vor Augen geht ber junge Mann hin unb ver­liebt sich in bie Amerikanerin?"

„Mein Fteunb, Du bist noch sehr unerfahren," antwortete achselzuckenb Wefftlhöft. „Träte Benns, bie Schaumgeborene, unter bie heutige sashionable Offiziers- welt, so würben biefe Herren zuerst Nachfrage halten, ob sie auch Schätze ans dem Meeresgründe mit herauf­gebracht hat, ehe sie dieselbe ihrer Aufmerksamkeit wür­digten. Fräulein von Bobung hat nichts als ben Schimmer ihrer golbenen Haare; Miß Ligthfoot hiuaegen hat Anwartschaft auf bas solibe Gold, bas ihr Onkel sich erworben hat. Wie könnte ein kluger Mann wohl schwanken, welcher von beiden die Palme zuzuerken- ren sei?"

„Cywker!" rief ber junge Arzt entrüstet. „Du könntest mir leib thun, wüßte ich nicht, wie wenig Emst eS Dir ist mit Deinen menschenftinblichen Redens- arten."

„Da haft Du Recht, Willi. Ich am wenigsten dürste solch' ein Urtheil fällen, da Fräulein von Bobung trotz ihrer tabellosen Schönheit mich gar nicht zu be­zaubern vermag."

Immer näher waren die Frennbe ber Tribüne ge­kommen, welche sich mehr unb mehr geleert hatte, wäh­rend zugleich ein breiter Menschenstrom sich anschickte, den zu den Wagen führenden Pfad hinabzugehen. Etwas

neuen Anleihe sein wird. Herr Hahn findet es sodann „begre flich", baß in diesem Falle die italienische Regierung vor allem ihr Augenmerk auf das Kapital l der mit Italien verbündeten und befreundeten Staaten s lenkt, auf bas deutsche unb österreichische Kapital; | ja, er gibt sogar zu, daß eS sich hier um baS Lebens- j intereffe eines nach wie vor geschätzten unb wichtigen | Mitglieds des Dreibunds handle, und rechnet dabei mit der Wahrscheinlichkeit, daß bie Regierungen in Deutsch­land und Oesterreich selbst ihren hohen Einfluß in die Waagschale werfen werden, nm ihren heimischen Bankier­stand zur Theilnahme „an dieser gewiß nicht ganz risikolosen und jedenfalls mehr patriotischen als ein­träglichen finanziellen Transaktion" zu veranlassen.

Dieser Satz klingt ganz patriotisch, ein Ein­druck, ber burch bie weitere Bemerkung verstärkt wirb: „Man kennt unseren Bankierftand unb man weiß, daß dieser sich stets mit Stolz und Freude in die ersten Reihen zu stellen pflegt" usw. Aber bei allem Patrio­tismus, den Herr Hahn sich unb ber Börse zuschreibt, will er doch ganz entichieben nichts bavon wissen, baß die Kap ta?isten Deutschlands und Oesterreichs sich

dem Nachfolger Crispi'S obliegt, bie Aufnahme einer wenn sich unsere haute banque bereit finden würde, " bie bem deutschen Kaufmann (?) angethane Schmach