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44 Samstag, den 22. Februar 1896. 23 Jahrgang.

FuldlltrWZcitiiiift

mit Unterhaltungs-Beilage „Sterne und Klumen".

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IV Erstes Blatt -Mk

rL-imgms Ignatius

durch itu- und «or „Herzigkeit nud des hl. Apostol.

itellung st Muhles Gnade

"MHof von Fulda

Doktor Öer Theologie, Sr. päpstl. Heiligkeit Hausprätat entbietet der hochwürdigen Geistlichkeit und allen

Gläubigen deS B S.humS

Gruß und Segen im Herrn.

In den beiden letzten Fastenworten Eurer Oberhirten wurde Euch die hl. Familie in den hehren Gestalten des Nähr­vaters Jesu Christi und der Gottesmutter vorgeführt. Es er­übrigt noch, zur Vollendung des Ganzen aus dieser irdischen Dreiheit das dritte Bild, das göttliche Kind, den menschgewor« denen Gott als Mittelpunkt^der hl. Familie, zu betrachten, um dessenwillen ja einzig die hl. Familie von Gott gegründet und gebildet worden. „Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt." Ja, hier in dieser hl. Familie haben wir es vor uns in seiner lebendigen Persönlichkeit, wie es unter einer menschlichen Gestalt den Völkern, die auf dasselbe blicken, ein göttliches Muster darbietct. Hier haben wir es vor uns, wie es einerseits die unermeßliche Gottheit in sich birgt, weil es wahrer Gott ist, und andererseits der Menschheit nahe steht, weil es wahrer Mensch ist. Diese Gestalt aber ist so er­haben und majestätisch und doch so mild und herzgewinnend, daß auch die vollendetste Kunst diese unendliche Schönheit nie­mals in ihrer vollen göttlichen und menschlichen Wahrheit wieder- aebe» kann. Und doch, was kein Maler auf die Leinwand, kein Bildner in Marmor, kein Redner in feinem Vortrag zu schildern im Stande ist, das soll der Christ itt seinem Innern und in seinen Handlungen darstellen. Darum ist dieses Vorbild, da­rin Antlitz hat, wie wir, einen Körper gleich unserem Körper, eine Seele gleich unserer Seele, ein Herz gleich unserem Herzen, von Gott ausgestellt, auf daß die Menschheit darauf hinschaue und ihm nachlebe. Aber jetzt ist es nicht meine Aufgabe, deu Gottmenschen im Allgemeinen als unser Vorbild zu zeichnen, sondern einzig als Glied der hl Familie, wie er in ihr lebte und heranwuchs zur Reife des Jünglingsalters. Aber auch so ist das Bild unermeßlich in der Fülle der Geheimnisse, Ver­dienste und Genugthuungen, so daß im Vergleich mit ihm alles Leben der Engel und Menschen, wenn es in einen Strom zu- sammenflöffe, nur ein unbedeutendes Bächlein bilden würde. Aber die göttliche Schrift faßt dies wunderbare Leben doch zu­sammen in den wenigen Worten, die Ihr alle von Kindheit an kennt: „Erat subditns illis: er war ihnen, den Eltern, int Hause zu Nazareth unterthan." Mehr und Anderes berichten die hl. Evangelien von seinem 12. Jahre an nicht von dem göttlichen Kinde: »Erat subditns illis.“ Großes Wort, das bis zu der Zeiten Ende den Familien wie der Gesellschaft, Staat und Kirche, das Geheimniß ihrer Schönheit, ihrer Ordnung, ihres Glückes, ihres festen Bestandes verkündet und verbürgt! Ich kann selbstverständlich diesen Nachweis nicht auf allen Ge­bieten führen: es würde dies ein ganzes Buch erfordern. Der Gehorsam des göttlichen Kindes im Hause von Nazareth lehre »ns jetzt nur das große und erste Gesetz für die Kinder jeder christlichen Familie — den Gehorfam, und gebe uns Auf­schluß über die beiden Fragen:

1. Warum sollen die Kinder auf allen Altersstufen den Eltern gehorchen?

2. Welche Früchte für die sittlich-religiöse Bildung des Charakters vermittelt ihnen der Gehorsam?

I.

Werfet zuerst einen flüchtigen Blick in das Innere des Hauses zu Nazareth. Wir sehen hier das gewöhnliche Bild einer Zimmermannswerkstätte. Bretter sind an die Wand ge­lehnt, Stücke Holz in allen Gestalten liegen übereinander. Der hl. Joseph zeigt dem Knaben Jesu, wie er eine Arbeit an- Sreifen solle, und seine breite Männerhand ist auf die kleine and des Knaben gelegt. Sein Glaube erkennt in ihm den erouen Werkmeister, der die Welten so schön formte; aber ruhig läßt er nicht ab, die Hand Jesu zu leiten, und der Knabe folgt willig, als ob er ein unerfahrenes Kind sei, wie andere Kinder; als ob er kein andere Aufgabe habe, als andere Kinder: er, der gekommen, der gesammien Menschheit bis au's Ende der Zeiten eine neue Laufbahn zu eröffnen, die Laufbahn zu ihrer ewigen Beseligung. So leistet er unzweifelhaft der hl. Mu ter allen häuslichen, gewöhnlichen Dienst, den das Leben in der Familie erheischt; seht, wie der Herr der Welt den Wasser­krug zum Brunnen trägt und wieder zurück. Es ist ein Mer Knabe, doch liegt < twat in seiner Gegenwatt, was der Sonne am Himmel gleicht, deren Licht für die ganze Schöpfung von so unsäglicher Bedeutung ist. Die rohen Sitten der Nazarener werden gemildert, wenn der milde Blick des Knaben auf sie fällt; hatte Herzen werden weich, wenn er unter sie tritt. Durch sein Benehmen forderte er schon in seiner Jugend auf, von ihm zu lernen, weil er von Herzen sanftmüthig und demüthig war. Manche Mutter mag mit einem gewissen Neide aus diesen Knaben blicken, wenn sie des Kummers gedenkt, den die ganz anders gearteten eigenen Kinder ihr verursachen. Genug: ein Blick, freilich ein sanfter, liebevoller Blick von Joseph und Matta, ein Wort, freilich ein sanftes, süßes Wort von ihren Lippen genügt dem göttlichen Kinde, um alle ihre Wünsche und Anord­nungen auf's Vollkommenste zu erfüllen.

Nun, ihr christlichen Kinder, ist dies Euer Vorbild den Eltern und Vorgesetzten gegenüber? Seht! Gott und Natur,

Glaube unbgSernunft vereinigen sich, Euch da- Gesetz des Ge­horsams zu verkündigen. Was heißt gehorchen? Heißt eS sich einer Macht unterwerfen, weil sie größer ist, als die eigene? heißt eS einer Stärke nachgeben, weil man schwächer ist, als sie? O nein, es heißt sich freiwillig ttner Autorität beugen, weil man sie als rechtmäßig anerkennt. Jede Autorität ist nur recht­mäßig, insofern sie von Gott ist. Darum ist jeder Akt des Ge­horsams eine Unterwerfung unter den göttlichen Willen. DaS ist die Lehre des Christentums; darum ist eS die große Schule des Gehorsams. Zum Wesen des Chttften gehört es, gehorsam zu sein. Wohl weiß der Christ zu sagen, wenn es sein muß: „Man muß Gott mehr gehorchen, als den Menschen." Aber er kann nicht sagen: „Ich gehorche nickt." Wenn er es gesagt hat, legt er das Zeichen des Dieners Jesu Christi ab und nimmt das Zeichen des Satans, des Rebellen von Anbeginn, an. Darum verkündet auch das Wort Gottes: „Kinder, gehorchet euren Eltern im Herrn, denn das ist recht." (Eph. 6. 1.) „Kinder, gehorchet euren Eltern in Allem; denn das ist vor Gott wohl­gefällig." (Col. 3. 20.) Die christliche Lehre zeigt Euch Kindern Vater und Mutter und sagt: sie sind die sichtbaren Stellvertreter Gottes, deshalb müsset ihr ihnen gehorchen. Sie zeigt Euch die Priester und Lehrer und sagt: sie verkündigen im Auftrage GotteS Euch und Allen sein Wort, seine Lehre und sein Gesetz, darum müßt Ihr ihnen gehorchen. Sie zeigt Euch die rechtmäßige Obrigkeit und sagt: sie trägt das Schwert nach der Anordnung Gottes zum Schatze der Guten und der Gerechtigkeit, zur Be­strafung der Bösen, und da: um müsset Ihr derselben, so weit sie sich in diesen Grenzen hält gehorchen. Das ist die Lehre des Glaubens und das ist die Forderung der Natur und der Ver­nunft. Das Kind in seiner ersten natürlichen Schwäche und Ohnmacht ist dem Gesetze des Gehorsams unterworfen; nieder­gelegt an die Schwelle seines Daseins, würde es keinen Tag leben können ohne fremde Fürsorge. Für dasselbe gilt das Gesetz: gehorchen ober sterben. Das Kind wächst, feine Vernunft entwickelt sich, fein Wille beginnt sich zu fühlen; die Neigung, bas Scepter der Herrschaft selbst in seine Hand zu nehmen, er­wacht. Die Natur im Kinde von 10 Jahren verkündet noch lauter das Gesetz des Gehorsams. WaS wird ohne ihn aus dem Kinde? Alle bösen Triebe, alle Thorheiten werden sich entfalten. Habt Jvr noch richt dies Kind ohne den Zügel des Gehorsams gesehen? Diese häßliche und zugleich lächerliche Figur eines kleinen Tyrannen; anmaßend, zornig, aufgebracht, wenn seinem Willen Weigerung begegnet! Es knirscht, es stampft mit den Füßen, schlägt rechts und links nach allem, was ihm Wider- ftgjlb leistet, selbst nach leblosen Dingen — eS ist ein kleiner Barbar. Aber das Kind wird Jüngling und Jungfrau. Noch lauter ruft eS in den Tiefen ihrer Herzen: „Keine Schranken, k:ine Banden, nur die Freiheit! Schweige Vater, schweige Mutter, schweige Kirche, schweige Priester, ich will mein Herr sein!" So der Ruf im Alter von 15 Jahre an. Und wenn diesem wilden Stoffe, das ohne Zügel dahin stürmen will, nicht der Gehorsam Zügel anlegt, o, was wird man erleben! Wie werden diese Jünglinge und Jungfrauen von Verkehrtheit zu Verkehrt­heit, von Sünde zu Sünde, von Laster zu Laster eilen, und die g oße Gefahr der Gesellschaft, die Geißel der Familie, der Schrecken der Zukunft werden, wie wir es alle Tage vor uns sehen! Ja, dieses Gesetz des Gehorsams gilt nicht bloß für Euch Kinder! Ich habe mich umgesehen nach allen Stufen der gesell­schaftlichen Ordnung: ich habe einen Menschen gesucht, der nicht zu gehorchen braucht, und habe keinen gefunden. In der Tiefe habe ich die Masse der Menschheit gesehen, die gehorchen muß, und wenn sie nicht mehr gehorchen will, einem Vulkan gleicht, dessen Ausbruch alles Leben zu zerstören droht. Auf der Spitze habe ich die Obrigkkeit gesehen: sie sind noch abhängiger als das Volk, wenn ihnen das Wohl des Volkes am Herzen liegt. Was sage ich? Selbst auf d m höchsten Gipfel der Gesellschaft sehe ich, daß die, welche die Leitung Aller in der Hand tragen, ge­horchen müssen; entweder gehorchen sie einem höheren Gesetze, dem Gesetze Gottes selbst, oder sie verlassen dieses Besitz, und dann begegnen sie nach göttlicher Zulaffung in den Ereignissen und in den Völkern einem Widerstände, dem sie sich fügen müssen. So habe ich überall die Menschheit als eine Stuf n- leiter von Unterwerfungen und Gehorsam gesehen.

Aber weil das Gesetz des Gehorsams so unentbehrlich ist und doch gerade für das Kind so schwer ist, möchte ich mir nicht versagen, an Euch, liebe Eltern, noch ein Wort zu richten, auf daß Ihr selbst die Regeln einer erleuchteten Erziehungskunst für die Bildung zum Gehorsam mdjt außer Acht lastet. Es giebt deren so manche; ich beschränke mich auf wenige. Ich sage zuerst: scheuet Euch nich', dem Kinde gegenüber ein entschiedenes „Nein" zu sagen, wenn Ihr dies nach reifer Ueberlegung für nöthig erachtet. Habt Ihr das kleine Wort gesprochen, bann sei es wie eine eherne M uer, an die der Eigenwille des Kindes verg bens anrennt; und beliebt es dem Kinde, bett Verletzten zu spielen, dann lastet eS zur Ueberzeugung kommen, daß Ihr der Verl tzte seid und daß Ihr ihm erst bann wieder Eure Siebe zuwendet, wenn es willig und demüthig geworden ist. Was für ©eenen spielen sich doch Tag für Tag in den Familien ab! Schauet das Kind! Mit Ungestüm verlangt es dies oder jenes; es ist nicht gleich zur Hand. DaS Kind beginnt zu schreien und zu meinen; eilig erscheint die besorgte Mutter. I tzt stößt das launenhafte Geschöpf das Ve-langte zurück mit dem Rufe: „Nun will ich es nicht mehr." Ruhig geht die Mutter hinweg mit dem Gebrachten. Da fängt das Schreien erst recht an: „Ich will es aber doch!" Und sofort beeilt man sich, dem kleinen Despoten zu willfahren. Welche Erniedrigung der elterlichen Autorität! Nein, artet der Ungehorsam des Kindes, auch deS herangewachsenen, zur Starrköpfigkeit, zu offener Widersetzlichkeit anS, dann laßt es nach der Mahnung her hl. Schrift die Strafe fühlen. Eine Nachgiebigkeit in diesem Falle vermag oft für die ganze Kindheit den Gehorsam in seinem Fundamente zu er­schüttern. Kommt aber andrerseits auch rechtzeitig den wahren Bedürfnissen des Kindes entgegen und befehlt nicht beständig und kleinlich! Eure Befehle seien bedacht, ausführbar und nicht launenhaft. Wie bedauerlich ist eS, wenn das Kind sagen kann: „Heute ist Vater und Mutter bei übler Laune, man kann ihnen

nichts recht machen!" Bon diesem unüberlegten, launenhaften Kommandiren und Tadeln gilt besonders das Wort der Schrift: „Eltern, reizet eure Kinder nicht zum Zorne und erbittert sie nicht." Euer Befehl geschehe ferner ohne Begründung. Fängt bas Kind schon in einem Anflug von Rebellion zu fragen an: „Warum so?" so sei eure Antwort: „Weil ich eS will unb befehle." Selbst unter den so verkehrten und unchttftlichen Er­ziehern, wie eS die sogen. Philanthropen waren, sagt der Chor­führer: „Früher war ich wohl der Meinung, daß man daS Kind so bald als möglich mit dem Grunde des Besihls bekannt machen solle; ich habe aber durch die Erfahrung gefunden, daß die Sicherheit deS Gehorsams dadurch leidet." Laßt auch nicht zu, daß Geschwister, Dienstboten, Verwandte, Hausgenossen unb Fremde sich zwischen Euren Befehl und den Gehorsam deS Kindes einmischen, den Vermittler unb Beschützer des Kindes, b. h. seines Ungehorsams und seines Eigenwillens spielen. Seid auch eingedenk, daß die nur natürliche Liebe zu leicht die Augen schließt über den Fehlern deS Kindes und in lächerlicher Weise dessen gute Eigenschaften übertreibt. Die wahrhaft christliche Liebe der Eltern aber erkennt die Fehler des Kindes mit scharfem Ange: seine © Ibftsucht, seine Begierlichkeit, seinen Neid, seinen Stolz und Hochmuth, und begegnet ihnen mit Energie und Festigkeit, nicht mit feiger Nachgiebigkeit.

Endlich rufe ich Euch das Wort des hl. Geistes im Buche Jesus Sirach zu: „Einer baut auf unb der Andere reißt nieder. Was haben sie für einen Bortheil davon, als Mühe und Arbeit?" Damit ist das Unglück gezeichnet, wenn Vater und Mutter in ihren Anordnungen sich widersprechen; wenn der Vater gestattet, was die Mutter versagt, und umgekehtt. Nein, die christliche Familie ist eine geordnete Gesellschaft, in der die Kräfte har- I manisch auf dasselbe Ziel lossteuern; es gibt darin nicht zwei Autoritäten, sondern eine gemeinsame, der das Kind überall begegnen muß. Was der Vater gesagt, daS sei der Mutter heilig, und die Worte der Mutter seien vom Vater bekräftigt; sonst wird der Gehorsam in der Wurzel zerstört, die Pietät deS Kindes gegen die Eltern vernichtet und werden die Herzen der Kinder zwischen Baier unb Mutter getheilt.

So nehmet denn mit Kraft, aber auch mit Weisheit, ge­liebte Eltern, das Scepter der Herrschaft in die Hand. Ohne Zweifel, rechnet mit der Unerfahrenheit und Gebrechlichkeit deS Kindes, aber taflet auch das Scepter Eurer Autorität nicht zer­brechen und zu Boden sinken. Nichts von leeren Drohungen ohne Wirkung; nichts von aufflammendem Zorn, der die Ge­rechtigkeit vergißt; nichts von wilden Mißhandlungen, welche die Seelen entwürdigen! Befehlet so, daß der Gehorsam dal Kind in seinen eigenen Augen ehrt, es an den Kampf de- Lebens gewöhnt und den Sieg über seine Leidenschaften vor­bereitet.

(Schluß folgt.)

Deutsches Reich.

Berlin, 21. Februar.

* Wie die ,Post' bestätigt, ist eS gelungen, die Diebe festzunebmen, die am 16. Januar ein Exem­plar der den kaiserlichen Gnadenerlaß enthaltenden A mee-Verordnung--Blatter aus der Druckerei von Mittler v. Sohn gestohlen und dem.Vorwärts' über­bracht haben. Der Diebstahl sei nicht durch dauernd dort Angt stellte verübt worden. Mit der Festnahme der Diebe werde in unterrichteten Kreisen auch die Verhaftung deS Dr. Adolf Braun, des Re­dakteurs deS ,Vorwärts', in unmittelbare Verbindung gebracht. ES lasse fich wohl annehmen, daß die Aus­sagen, die der Genannte unter sein m Zeugeneid ge­macht hat, mit den Angaben der Diebe sich nicht in Einklang befunden habe. Wenn die Diebe nur die Wahrheit sagen?

* Der Kommandeur deS 15. Armeekorps (Straß­burg), General v. Blume ist, wie die ,Post' erfährt, in Genehmigung feines Abschiedsgesuchs zur Dispo­sition gestellt worden.

* Bon der „Reichsfeiudschast der Ultramoutaum" pst gen halbwegs ernst zu nehmende Leute schon lange nicht mehr zu reden. Anders ist's in Straßburg. Do:t wird die Sache sogar in der Kirche der ver­sammelten Gemeinde zurSonntag-erbauung vorgetragen. Eine Anzahl katholiich-r Männer richtete im,E!säßer' an den protestantischen Pfarrer Hertzog folgende offene Anfrage: „Man erzählt sich in der Stadt, daß Euer Wohlehrwürden in Ihrer gestrigen SonntagSpredigt dir Behauptung aufgestellt haben, die Katholiken seien Reichsfeinde, welche ihre Parole von jenseits der Berge, von Rom, holten. Bevor wir uns mit dieser An­gelegenheit weiter beschäftigen, richten wir hiermit die offene Anfrage an Sie, ob Sie diese Aeußerung gethan haben oder nicht?" Frisch und unverfroren erklärt da­rauf die .Heimath' der Predigers Hoffet in ihrer DonnerStagS-Nummer, nach ihren Ermittelungen habe „allerdings Hr. Pfarrer Hertzog dar Wort Relchrfeiud gebraucht, aber nicht in Bezug auf die Gefammtheit der Katholiken, sondern in Bezug auf eine besondere Sorte bei selben, die man gemeiniglich Ultramontane, Klerikale, Dunkelmänner nennt. Auf solche paßt die