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Samstag, den 8. Februar 1896.
23. Jahrgang
Fuldaer
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Während der Zeit vom 1. Januar 1891 bis
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zeitweilig „in eine mißliche Lage geratener" ländlicher Darlehnskassenverein sich gerade an denjenigen
»Die Vertreter der Darlehenskassen behaupten, daß Verluste bei diesen unmöglich seien; es ist aber wiederholt nachgewiesen, daß bei diesen Konkurse wie bei anderen Systemen vorkommen und daß aus den Bilanzen sich hier und dort Ueberschuldung ergibt. Wir erhalten nun die Bestätigung dieser Ansicht, denn die offizielle,Berl. Korresp.' schreibt:
»Der Minister für Landwirthschaft, Domänen und Forsten hat es abgelehnt, einem durch mangelhaftes Ge- fchäftögebahren in eine mißliche Lage gerathenen Dar- lehnskassen-Verein die erbetene staatliche Beihilfe zu gewähren, um nicht das Gefühl der Verantwortlichkeit bei den Theilnehmern ländlicher Erwerbs- und Wirthschafts- Genossenschaften herab zu mindern und dadurch die ganze Entwickelung des Genossenschaftswesens zu gefährden. Aus demselben Grunde ist auch seither grundsätzlich dergleichen Genossenschaften bei eintretenden geschäftlichen Verlusten keine Staatshilfe zu Theil geworden. Sämmt- lichen Ober- und Regierungspräsidenten ist dies mit dem Bemerken mitgetheilt worden, daß um so mehr daran festgehalten werden müsse, als anderenfalls bei dem erheblichen Aufschwünge, den das ländliche Genossenschaftswesen neuerdings genommen, zugleich eine unverhältniß- mäßig starke Belastung der Staatskasse die Folge sein könnte.
Man kann sich darnach leicht eine Vorstellung machen, wie oft „in mißliche Lage gerathene Darlehnskassen-Bereine" sich an die Regierung mit der Bitte um Unterstützung gewendet haben! Jedenfalls werden die Raiffeisenmänner gut thun, nicht mehr kühn zu behaupten: bei ihnen gebe es keine Verluste. Es muß schon weit gekommen sein, wenn in dieser Weise die wahre Lage der Kassen an die Oeffentlichkeit gezogen wird. Für die preußische Central - Genossenschaftskasie liegt hierin eine ernste Warnung."
Im Interesse der ganzen deutschen Raiffeisen" Bewegung bedarf diese Notiz einet energischen Zurechtweisung, indem sie in den Erlaß des Minister- etwas hineinlegt, was nicht darin liegen kann, aber zur Irreleitung des Publikums sehr geeignet ist. Zu bedauern ist schon die Freude, die daraus spricht, daß Raiffeisensche Vereine Bankerott machen können; oder soll mit dieser Freude au-gedrückt sein, daß Kreditgenossenschaften erst dann den höchsten Grad der Voll-
Dezember 1895 durch Vermittelung des Oberbürgermeisteramtes in Fulda gestellten Anträge auf Bewilligung von Invalidenrenten beträgt 54. Davon kamen bis Ende Dezember 1895 zur Erledigung: 42 durch Festsetzung des Rentenanspruchs, 9 durch Ablehnung,
Ende Dezember 1895 sind von den bei der Juvalidttiits- und Altersversicherung versicherten Personen des Kreises Fulda — Stadt — durch Vermittlung des Oberbürgermeisteramtes in Fulda im Ganzen 52 Anträge auf Bewilligung von Altersrenten gestellt worden. Davon kamen bis Ende Dezember 1895 zur Erledigung: 47 durch Festsetzung des Rentenanspruchs, 3 durch Ablehnung, 1 durch den während des Verfahrens eingetretenen Tod des Antragstellers. Die bewilligten Altersrenten betrugen in 1891: an 1 männliche und 17 weibliche Personen zusammen jährlich 2148 Mk., in 1892: an 6 männliche und 3 weibliche Personen zusammen jährlich 1327 Mk. 20 Pfg., in 1893: an 5 männliche und 4 weibliche Personen zu- • sammen jährlich 1077 Mk. 60 Pfg., in 1894: an 2 männliche und 3 weibliche Personen zusammen 659 Mk. ! 40 Pfg., in 1895: an 2 männliche und 4 weibliche r Personen zusammen jährlich 835 Mk. 80 Pfg., mithin '■
| Gemach und meldete ihr die Ankunft des neuen Haus- O^Während der Zeit vom 1. Januar 1891 bis > genossen, deS lang erwarteten Künstler-,
~ ‘ ‘ " 2 j Augusta eilte in den anstoßenden Salon. Mit
und Altersversicherung versicherten Personen des r einem einzigen scharfenUBlickeWberfchautetzl sie die
Ein leise- Pochen an der Thür schreckte sie au- ihrer träumerischen Ruhe auf. Schnell erhob sie sich, trat an den Spiegel, ordnete ihr dunkles, wellige- Haar und zauberte künstliches Roth auf ihre Wangen. Aber trotz aller Mühe wollte es ihr nicht gelingen, die tiefen Linien zu verwischen, welche die Zett mit
— 6047 Mk. 00 Pfg. Von den 47 Rentenempfängern sind bezw. waren beschäftigt: 2 in der Land- und Forstwirthschaft, 11 in der Industrie, 4 im Handel und Verkehr, 20 durch Lohnarbeit wechselnder Art, 1 im Staats- rc. Dienste, 9 im Gesindedienste. Ende Dezember 1895 blieben, nach Abgang durch Tod, noch 36 Altersrenten mit zusammen 4642 Mk. 40 Pfg. zu zahlen.
Die Zahl der in der Zeit vom 23. Nov. 1891, von welchem Tage ab gesetzlich zuerst Anspruch auf Invalidenrente erhoben werden konnte, bis Ende
rauher Hand ihrem Antlitz eingegraben hatte, und das Siegel auf ihrer Stirn zu entfernen, dessen Devise „Alter" heißt. Sie hatte ihr vierzigstes Lebensjahr vollendet, obgleich sie in Freundeskreisen gern behauptete, noch nicht volle sechsundzwanzig zu zählen und ihre
00 Pfg., in 1892 für 15 männliche und 1 weibliche Personen zusammen jährlich — 1852 Mk. 80 Pfg., in 1893 für 12 männliche und 1 weibliche Personen zusammen jährlich = 1641 Mk. 60 Pfg., in 1894 für 4 männliche und 1 weibliche Personen zusammen
c Wer Wochen Ferien!
Original-Novelle von C. Borges.
------- (Nachdruck verboten.)
beschäftigt: 51 in der Land- und Forstwirthschaft, 7 in der Industrie, — im Handel und Verkehr, - 1 durch Lohnarbeit wechselnder Art, 20 im Staats- rc. ' Dienste, 3 int Gesindedienste. Ende Dezember 1895 blieben, nach Abgang durch Tod, noch 49 Altersrenten mit zusammen 5944 Mk. 20 Pfg. zu zahlen.
Die Zahl der in der Zeit vom 23. November 1891, von welchem Tage ab gesetzlich zuerst Anspruch auf I n v a l i d e n r e n t e erhoben werden konnte, bis Ende Dezember 1895 durch Vermittelung des Königl. Landrathsamtes in Fulda gestellten Anträge auf Bewilligung von Invalidenrenten beträgt 87. Davon kamen bis
Ende Dezember 1895 zur Erledigung: 44 durch Jnvalldktats- und Altersversicherung. Festsetzung des Rentenanspruchs, 30 durch Ablehnung, 9 auf sonstige Weise. Die festgesetzten Invalidenrenten betrugen für 34 männliche und 10 weibliche Personen im Ganzen jährlich 5202 Mk. 00 Pfg. Von diesen Personen waren beschäftigt: 29 in der Land- und Forstwirthschaft, 7 in der Industrie, — im Handel und Verkehr, — durch Lohnarbeit wechselnder Art, 3 im Staats- rc. Dienste, 5 im Gesindedienste. Nachdem 9 Invalidenrenten durch Tod der Empfänger und — durch Wiedergewinnung der Erwerbsfähigkeit der Empfänger in Abzug gekommen waren, blieben Ende Dezember 1895 noch 35 Invalidenrenten im Gesammtbetrage von jährlich 4143 Mk. 60 Pfg. zu zahlen.
1^* Zweites Blatt. I .Staatsbeamten wendet dem die Sorge für die : Kreises Fulda — Land — durch Vermittelung des
Landwirthschaft und das Gedeihen der dteselbe Treiben- ; Kgl. Landrathsamtes in Fulda im Ganzen 126 Anträge
~ - i am anvertraut ist, tst vielleicht auch verständlich; und : auf Bewilligung von Altersrenten gestellt worden
K> Zur Entwickelung der ländlichen - .ble'er, Staatsbeamte den Hilfe heischenden Davon kamen bis Ende Dezember 1895 zur Erledigung:
Genonenickaiten : “ auf Jtne .* «er- , 82 durch Festsetzung des Rentenanspruchs, 36 durch
genoss enscyasien. ; antwortiMg hmwelst und das Gefühl, Hilfe kann und ; Ablehnung, 5 durch den während des Verfahrens ein-
Die .Berliner Korrespondenz' brachte kürzlich eine f au6. btr '^bst kommen, in hohem Maße be- i getretenen Tod der Antragsteller. Die bewilligten
Notiz, nach welcher der Herr LandwirthschaftSmmister ! )iout, das ist auch verständlich und dankenswerth. < Altersrenten betrugen: in 1891 für 34 männliche und es abgelehnt hat, einem durch mangelhaftes Ge- ? ®old)en @ntn tottb wenigstens der echte Raiffeisemnann ; 9 weibliche Personen zusammen jährlich = 5100 Mk schästsgebahren in eine mißliche Lage gerathenen tn ben Mimsterialerlaß hmeinlegen. ™ «- «m a. «
Darlehnskassenvereine die erbetene staatliche s WaS aber die preußische Centralgenossen- - Beihilfe zu gewähren, um nicht daS Gefühl der Ver- ' schaftskasse anlangt, welche sich den Inhalt jene- antwortlichkeii bei den Theinehmern ländlicher Er- : Ministerialerlasses zur ernsten Warnung dienen lassen werbs- und Wirthschasisg-nossenschaften herab za min- ; soll, so arbeitet dieselbe bekanntlich nur mit den für - --------v»|v»cn äujumi«cu
dern und dadurch die ganze Entwickelung des Ge- ? die einzelnen Verbände bestehenden Centralinstituten, ; jährlich — 674 Mk. 40 Pfg., in 1895 für 5 nossenschastSwefenS zu gefährden. Diese Worte deS !' nicht mit den einzelnen Vereinen. Die aus jener i männliche und — weibliche Personen zusammen Ministers zeigen ein sehr richtiges Ver ständniß - Bemerkung sprechende Unkenntniß der GeschäftSge- \ = 599 Mk. 40 Pfg., mithin in der Zeit vom 1. Januar für das Prinzip derSelb st Hilfe und eine sehr s bahrung jener Kasse dürfte schließlich nicht all zu 1891 bis Ende Dezember 1895 = 9868 Mk. 20 Pfg. hohe Auffassung von der Bedeutung der ländlichen ‘ schlimm aufzufassen sein, - da sie heilbar ist und viel- f Von den 82 Rentenempfängern sind bezw. waren Darlehnskassenvereine und jeder Verein dürfte sich die- i teicht auch nur um der „guten Sache" willen zu beicbästiat: 51 in her 9.rmh= nnh selben beim Beginne seiner Geschäfte getrost zum Motto : vorübergehendem Gebrauche angenommen ist; die in nehmen. Jedenfalls müssen diese Worte die Vereine | derselben Bemerkung liegende Annahme aber, als könne heben, nicht aber dieselben herabziehen und irgendwie • ein so verantwortunaSvolleS Institut, wie es die benachtheiligen. Dar dürste wenigstcus die Ansicht preußische CentralgenossenschastSkasse ist, eS überhaupt aller derer sein, die unbefangen jene Notiz lesen. Ander- । jemals an der nöthigen Vorsicht schien lassen, ist hat j'doch der „Allgemeine Verband der deutschen Ec- s weniger harmlos — die ganze Bemerkung müßte denn werbs- und WirthschüftSgenvssenschaften" (nach Schulze- ■ lcdiglich als der Ausstuß eines sehr wenig am Platze Delitzsch) diesen Erlaß aufgefaßt. DaS Organ dieses ' befindlichen fürsorglichen „Wohlwollen-" gegenüber BerbandeS, die Original-Korrespondenz BtS Allgemeinen ‘ jener Kasse aufzufassen fein und sich auS diefem Grunde deutschen GenossenschastS-BerbandeS', brachte vielmehr ■ jeglicher Kritik entziehen, in der Dezember-Nummer v. IS. folgende Notiz, die ' von dort aus ihren Weg in viele Zeittingen nahm:
kornmenheit erlangt hätten, wenn sie klar und demlich - Festsetzung oeS Nenlenanspruchs, 9 durch Ablehnung, den Befähigungsnachweis für Bankrottiren erbracht ‘ \ auf sonstige Weice. Die ieftgefetzten Invalidenrenten hätten? Diese Befähigung haben die Schulze-Delitzschen : betrugen für 24 nEnstche und 18 Übliche Personen Kaffen ja bekanntlich oftmals nachgewiesen, während ■ Ganzen yafychä) 5083 Mk. 20 Pfg. Von diesen von den echten Raiffeisenschen Kassen, Dank V.ersorwn waren beschäftigt: 3 m der Land-und Forst- ihrer soliden Grundlagen, bisher noch keine einzige in wirthschaft 19 in ber Industrie, — im Handel und Konkurs germhen ist. Der bekannte Unterschied zwischen : Verkehr, 12 durch Lohnarbeit wechselnder Art - im Raiffeisenschen und Schulze-Delitzschen Ver- * Staats- rc. Dienste 8 m Gesindedienste. Nachdem einen, darin bestehend, daß diese Bankerott machen $ ^aUbenrenten durch Tod der Empfänger und —- g n t Doue .eajsunvswuiiSlu jU ällnlEn uno wre können, jene nicht, besteht daher immer noch zu Recht. bur$ Wiedergewinnung der Erwerbsfähigkeit der ; elegante jugendliche Toilette trug viel dazu bei, ihren
Daß ein Darlehenskassen - Verein durch irgend welche Empfänger m Abzug gekommen waren, blieben Ende . ggorten Gruben zu schenken. Da trat ihr Bruder
Umstände mit ober ohne eigene Schuld einmal in eine ; Dezember 189o noch 33 ^nöahbenrenten im Ge- : ejn jovialer, ältlicher Herr, mit offenem ehrlichem
„mißliche Lage" gerathen kann, ist ohne Weiteres sammtbetrage von lahrlich 4002 Mk. 60 Pfg. zu j Antlitz und freundlich lachenden Augen zu ihr in da-
zuzugeben. Von da bis zum offenen Konkurs ist aber 8a9lelt ~ ~ .
immer noch ein weiter Schritt. Und daß ein solcher, t c ~~~ .... 2
z Ende Dezember 1895 sind von den bei der Jnvalidttäts- | und Altersversicherung versicherten Personen des $
8UJU.U....U fuytuu, ouu ^u. ou P,g., Niiimn - t Dir schweren purpurnen Sammtgardinen waren in der Zeit vom 1. Januar 1891 bis Ende Dezember 1895 § Sonnenlicht spielte
---- “ - ---- - । tn ihren Falten, warf seinen Schimmer auf die t spiegelnden Parquettafeln der Boden», glitt zitternd ! Über' die vergoldete Schnitzerei der AilaSmöbel und « überhauchte die zahllosen LuxuSgegenstände mit rosigem ; Schein.
S Augusta Roller hatte verstanden, ihr Boudoir im l Palazza Orlanda in Mailand mit all' jenen ver- . schwenderischen Kleinigkeiten auSzuftatten, wie sie das neunzehnte Jahrhundert zusarnrnmzuwürfeln versteht. Jetzt ruhte sie tief in den schwellenden Kiffen ihre- Sopha-, halb versteckt unter schlanken Palmenblättern, wie eine schillernde Natter, die sich hn weichen Moose sonnt.
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milNntrr^sttuugs-Krilage „Sterur urrd KLumrrr".