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JSt 29 Mtttwoch, den 5. Februar 1896. 23. Jahrgang
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«eben. Der Papst schaute ihn an und sprach mit
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fester Stimme: „Sie wollen, daß ich den Tod Ihres Sohnes erlaube — den Tod seiner Seele, denn ein U-bertrüt zum Schisma ist gerade dies im katholischen Sinne." Der Fürst wollte einwenden, die Lage sei schwierig, und er sei gezwungen, diesen Schritt zu thun. Darauf antwortete der h^. Vater: „Fürst, eS ist Ihre Schuld, wenn die Lage schwierig geworden ist; hätten Sie gleich vor einem Jahre als guter Katholik gehandelt und die Anftage, ob Ihr Sohn zur bulgarischen Kirche übergehen würde, verneinend
gewicht hat. Zur Annahme der Hafers ist noth- wendig, daß 1[t Liter Hafer, mit dem Getreideprober gewogen, mindestens 112 Gramm wiegt, d. h. der Hektoliter muß mindestens 44,8 Kilo wiegen. Diese Gewichtsgrenze ist sehr müßig. Trotzdem erreicht der Hafer in vielen Gegenden nicht einmal dieses Gewicht.
Die Reise nach Rom soll Fürst Ferdinand der ,Frkf. 3tg.‘ zufolge auf das Drängen seiner Gemahlin unternommen haben. Diese sträuve sich mit aller Kraft gegen die Konversion des Sohnes, werde hierbei von der ganzen Familie des Herzogs von Parma unterstützt und wolle sich, falls die Exkommunikation ihres
Verlövmß seiner Tochter mit Ihnen die Nachricht brachte, bemerkte ich diese Schwierigkeiten und legte sie dem Herzog an's Herz. Er gab mir in seinem und in Ihrem Namen das Ehrenwort, daß
Der Fürst hatte sich als ii cognito anzemeldet, kam jedoch in Begleiturg von fünf Personen und hatte Ordensbänder angelegt. Der hl. Vater empfing ihn im kleinen Salon stehend und unterhielt sich mit ihm während 35 Minuten. Man möchte es kaum glauben,
wieder als Saat hineinlegen, tritt eine Entartung der Körner ein. Sobald zur Aussaat eine schwerere Sorte Hafer genommen wird, wird sich auch die gebaute Frucht verb ssern.
Woher nun soll der Landwirth diesen SaaiHafer beziehen und welche Eigenschaft muß er haben? Vor allem muß der Saalhafer selbst möglichst schwer sein und eine hohe Keimfähigkeit besitzen. Als solcher
Gatten erfolgen sollte, in ein Kloster zmückziehm. Auch die Wiener .NeueFr. Presto meldet, die Fürstin Maria Louise verlasse demnächst Sofia, da ihre Gegenwart fei der Aufnahme des Prinzen Boris in die orthodoxe Kirche für ausgeschlossen gelte. Sie begebe sich mit dem kleinen Prinzen Cyrill und ihrem gesammten Hofstaate auf unbestimmte Zeit nach Südfrankreich.
Jedenfalls wird daS klägliche Schauspiel, welches der schwache „katholische" Fürst Ferdinand der Welt bietet, indem er seinen ältesten Sohn, der jetzt gerade 2 Jahre alt ist, vom heiligen katholischen Glauben abfallen läßt, noch weite Wellen ziehen. Zurächst verfällt er selber der Exkommunikation, und in politischer Hinsicht wird es für ihn auf der schiefen Ebene, die er nun einmal betreten hat, keinen Halt mehr geben. Er hat das Fundament seines Thrones untergraben, und kein Mensch wird ihn bemitleiden, wenn ihn demnächst das Schicksal ereilt, das er sich selber bereitet hat.
? Direkte Getreidelieferungen an das Militär.
Wie bereits friher zu lesen war, sind die Proviantämter oller deutschen Staaten gerne bereit, ihren großen Bedarf an lar.dwirthschaftlichen Produkten direkt von den Produzenten zu decken. Besonders stark ist der Bedarf an Hafer. Wie von amtlicher Stelle, nämlich seitens der Militärverwaltung konstatirt wird, steht der direkten Abnahme von den Lar.dwirthen spez ell der Umstand im Wege, daß der gebaute Hafer nicht daS nothwendi.e Qualitäts-
Fürst Ferdinand von Bulgarien hat über die „Umtaufung" ft im 8 Sohnes eine Prokla- | matten an die bulgarische Nation erlassen, welche in der Kannrer verlesen und in den Straßen der I Hauptstadt Sofia verlheilt wurde. Dieselbe lautet: ' „Ich erkläre meinem vielgeliebten Volke, daß ich _z ___r
in Erfüllung meines den Vertretern der Nation vom ? die Kinder, die aus dieser Ehe entsprießen würden, Throne aus gegebenen Versprechens alle möglichen An-; nur in der katholischen Religion erzogen strengungen gemacht und mit allen meinen Kräften r würden, und erst dann gab ich meine Bewilligung zu gestrebt habe, um die Schwierigkeiten zu beseitigen, | dieser Heirath." Mit ernsten Worten gab der heilige welche sich der Erfüllung des heißen Wunsches der X Vater dem Fürsten zu verstehen, daß er gegen seinen gesummten Nation, dem Uebertri'.te des Thronfolgers. Glauben und gegen den Papst wortbrüchig sein in den Schooß der nationalen Kirche, entgegenstellten, i werde, wenn er seinen Sohn Boris dem bulgarischen Nachdem ich die Pflichten der Rücksicht gegen alle die- - Schisma übergebe. Leo XIII. bemerkte dem Fürsten jeniger, von denen die Behebung dieser Schwierigkeiten X dann noch in politischer Hinsicht, daß sein Schritt abhing, erfüllt und meine Hoffnungen scheitern gesehen 5 von keiner Regierung als billig und veruünstig ange- habe, da ich dort, wo ich es erwartet, ein weises sehen würde.
Verständniß für daSjen'ge, dessen Bulgarien bedarf, nicht fand, (!) habe ich, treu dem meinem vielgeliebten Volke gegebenen eidlichen Versprechen, aus eigener Initiative beschlossen, alle Hindernisse zu beseitigen und auf dem Altäre des Vaterlandes dieses schwere und unermeßliche Opfer darzubringen. Ich wache somit allen Bulgaren bekannt, daß am 2. Februar (a. St), dem Tage der Erscheinung Christi im Tempel, die heilige Taufe des Prinzen-Thrvn- folgers Prinzen Boris rach dem Ritus der nationalen orthodoxen Kirche in Tirnowo stattfinden wird. Möge der König der Könige diesen unseren Schritt segnen und unser Vaterland und unser Haus per saecula saeculorum schützen! Gegeben in unserer Hauptstadt Sofia, am 22. Januar (a. St.), int Jahre des Heils 1896, dem 9. unserer Regierung. Ferdinand."
Wie das ,Berl. Tgbl.' zu melden weiß, hätte es zur Genehmigung des Kor-versionsakteS „eines sehr starken Druckes aus den Fürsten" bedurft. Ministerpräsident Stoilow und feine von ihm präparirten Kollegen hätten den Fürsten klpp urd klar vor ein Entweder — oder gestellt: entweder die Conversion ober der Rücktritt. Man sagte, Stoilow copire Gambetta mit feinem berühmten „se soumettre ou se demettre“. Dem Fürsten wurde sogar zu verstehen gegeben, daß er im Weigerungsfälle auch auf die Armee nicht rechnen könne, da diese mit dem; Volke überernstimme. Demselben Blatte zufolge hätte l der Fürst bei dem nunmehr unvermeidlichen Konflikte mit seiner Familie namentlich auch den Vater der Fürstin, den Herzog von Parma zu fürchten. Dieser habe von einem Akte der Felonie gesprochen und dürste also kaum schweigen.
Ueber die Audienz der Fürsten Ferdinand beim Papste bringt die .Köln. VolkSztg/ aus angeblich sehr zuoerlässiger römischer Quelle eine Mittheilung, nach welcher schier Unglaubliches wirklich Thatsache geworden wäre. Dem Blatte schreibt man unter dem 1. ds MtS. Folgendes:
: beantwortet, so wären die Schwierigkeiten nicht so groß geworden; Sie haben nicht gleich ein festes katholisches Wort gesprochen." Der Papst erwähnte, daß der Fürst in seiner eigenen Familie gute Beispiele ä habe, und sagte u. A.: „Ihre Berwandtm vom königlichen Hause in Sachsen haben immer an ihrem | Glauben festgehalten, und deshalb werden sie auch
Der Abfall vom Glauben im bulgarischen von ihrem Volke geliebt und geehrt, obschon ihre ^nrftpithniHi» ’ ’ Untertanen nicht größtentheils katholisch sind." „Daß
tyuqiuiiJtiH|e. Schwierigkeiten kommen würden," setzte der hl. Vater
hinzu, „war von allen vorhergesehen. Als der Herzog von Parma hierher kam und von dem eventuellen
und doch .st er wahr: der Fürst begehrte vom i Die Ursache dieses Mangels liegt auf der Hand. In Papste, er möge sein Zugeständmß zum Uebertritt l erster Linie ist daran schuld, daß die Dtfonomen zu de» Prinzen Boris zum bulgarischen Schisma i wenig mit der Saat wechseln. Dadurch, daß sie «F., — •—k u.—*. ™'1- immer wieder den Saatbedarf au» ihren selbst ge
bauten Körnern decken und Jahrzehnte lang die auf ihrem Boden gebaute Frucht in denselben Boden
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Hierzu eine Beilage
Saathafer wird empfohlen dänischer und schlesischer Hafer, Probsteier- und Fichtelgebirgshafer. Dem Schreiber dieser Zeilen haben von bester Frucht dieser vier Haferarten Proben Vorgelegen. Der schwerste dürste unbestritten der Fichtelgebirgshafer fein, welcher bisher schon von Oekonomm in allen Gegenden Deutschlands mit Vorliebe als Saatfrucht benutzt wurde. Leider hat es auch hier der unreelle Zwischenhandel zu Wege gebracht, daß viel Saatgut unter dem Namen Fichtelgebirgshafer in die Wett geht, das im Fichtelgebirge mit seiner ungemein rauhen Höhenlage, wo Schnee im Mai keine Seltenheit ist, gar nicht gebaut wurde. Seit zwei Jahren besteht nun im Fichtelgebirge (Bayern) eine große VerkausS- genossenschast, welche 15 Ra fftisenvereine mit ca. 1000 Landwirthen umfaßt, welche es sich zur Aufgabe gemacht hat, die eigene Saat stetig zu verbessern und das eigene Produkt zu verkaufen. Diese Genossenschaft hatte im Jahre 1895 einen Umsatz von einer halben Million Mark. Sie arbeitet mit 10 Reinig- ungsmaschinen und hat ein Maschinenkonto von 4000 Mark. Da diese Genossenschaft nach ihrem Statut nur von ihren Mitgliedern selbstgebauten Hafer verkauft, so gewährt nur ein Kauf bei dieser Genossenschaft Garantie für die Echtheit des Saatgutes. Die Genossenschaft kauft keine Frucht an, sondern verkauft nur den eigenen Bau. Im vergangenen Jahre im Monat März mußte sie für 17,000 Mark Bestellungen zurückweisen, weil ihr Borrath ausverkauft war. Alle Anstagen über diese Genosserschaft werden von dem Berbands-Anwalt und Gründer dieser Verkaufsgenossenschaft, Dr. Heim in Wunsiedel (Bayern) gerne beantwortet.
Während andere (Saatgattungen per 1/< Liter ein Gewicht von 135 Gramm und höchstens 140 Gramm haben, liefert diese Genossenschaft Saathafer bis zu 150 Gramm (60 Kilogramm pro Hektoliter) per x/< Liter. Ein Gutachten der bayerischen landwirthschaft- lichen Akademie Weihenstephan bezeichnet das Hettoliter- gewicht des diesjährigen Hafers der Genossenschaft als außergewöhnlich hoch. Zwei Durchschnittsproben haben ein Gewicht von 149,5 Gramm und 150,5 Gramm, d. h. von 59 8 Kilo und 60,2 Kilogramm gehabt. Die Keimfähigkeit beträgt 99,2 pCt. und 98,6 pCt. und wird von der Akademie als sehr gut bezeichnet. Diese Genossenschaft hat für das König- reich Bayern bei Militärlieferungen die sogenannte Uebergewichtsvergütung erwirkt, das heißt: Während bisher die bayerischen Proviantämter bei 112 Gramm per 1k Liter einen Mindestpreis zahlten und bei 125 Gramm einen Höchstpreis, weil dieses Gewicht als da» gewöhnlich höchste angenommen wurde, zahlen die Proviantämter, seit vorigem Jahre dem Gesuche dieser Genossenschaft ftattgebenb, für jedes Gramm über 125 Gramm Gewicht per */< Liter 3 Pfennig Uebergewichtsvergütung. Da der Fichtelgebirgshafer durchschnittlich weit schwerer ist als 125 Gramm per 1k Liter, so beträgt die hierdurch erz elte Mehreinnahme für die Genoffenschaft p-o Waggon (10,000 Kilo) 60—120 Mark. Der Mehrerlös, den diese Genossenschaft beim Verkaufe an das Militär erzielte, bettägt pro Waggon nach Abzug aller Spesen durchschnittlich 50—120 Mark. Während also in anderen Gegenden Deutschlands der Hafer oft nicht dar Gewicht von 112 Gramm erreicht und nur 100—112 Gramm wiegt, hat der gewöhnliche Fichtelgebirgshafer der erwähnten VerkaufSgenosienschaft ein Gewicht von 135—145 Gramm.
Leider ist der Verkauf von Getreide an die Proviantämter noch nicht überall in richtiger Weise geregelt und durch geführt. Es empfiehlt sich, daß sich zu diesem Zwecke allerorts kommunale Bereinigungen biloen, sei es in Form von Raiffersen- vereinen, landwirrhschaftlichen Vereinen, Bauernvereinen rc-, daß diese Bereinigungen alsdann sich die noth- wendigen ReinigungSmaschinen gemeinsam anschaffen und durch einen Vertrauensmann mit den bett, nächst gelegenen Proviantämtern in Verbindung treten. Durch das gemeinschaftliche Vorgehen werden alsdann die Spesen bedeutend geringer und die Arbeit der Proviantämter erleichtert. Die betr. landwirthschaft- lichen Bereinigungen sind in die Sage verfitzt, größere Quantitäten anzubieten. Ohne diese Organisation wird der Verkehr zwischen Proviantämtern und Landwirt hm niemals in die richtige Bahn gelenst werden können.