festgenommen wurde. Bis zur Erledigung der erforderlichen Formalitäten befindet er sich in Brindisi in Hast.
* lieber ein Duell mit tödtlichem Ausgange wird der »Straßb. Post' geschrieben, daß bei Diedenhofen ein Pistolenduell zwischen dem Premier-Lieutenant im 6. Dragoner-Regiment Khün und dem Sekonde-Lieutenant Joachim stattfand, in welchem ersterer getödtet wurde. Wann wird der Majestät des Gesetze« und der Vernunft ihr Recht werden gegenüber dem Zweikampfe, diesem Ueberreste barbarischer Zeitanschauungen?
* Straßburg, 30. Dez. Gewiße Leute wundern sich darüber, daß die Elsaß-Lothringer und speziell der reichsländische Klerus über die neuen Zustände nicht lauter Befriedigung und Freude an den Tag legen. Diesen Leuten wird vielleicht der Staar gestochen, wenn sie durch die hier erscheinende Protestant. Zeitung „Die Heimath", welche sich durch wiederholte Aeuße- rungen ihres Hasses gegen alles Katholische bemerklich gemacht hat, die Universität Straßburg als eine „Hochburg des Protestantismus" bezeichnet finden. An anderer Stelle geht das Blatt unter die Propheten und schreibt: „Nein, der Geist des Protestantismus, dem die Universität Stt'.ßburg im 16. und 19. Jahrhundert ihr Entstehen und ihre Wiedergeburt verdankt, ist noch nicht ertödtet, und wenn ihr euch an unserer Hochburg vergreift, dann werden wir ein Feuer anzünden, das von Straßburg bis nach Königsberg brennen und hellere Flammen schlagen wird, als die Scheiterhaufen eines Huß . . ." Das enfant terrible, welches solche geheime Gedanken ausplaudert, heißt Hoffet. Es ist verantwortlicher Schriftleiter der ,Heimath'. Also die Mehrzahl katholischer Steuerzahler von Elsaß-Lothringen haben mit 16 Millionen eine „Hochburg des Protestantismus" im eigenen Lande erbaut und geben jährlich 800,000 Mk. für Unterhaltung derselben aus. Die „Hochburg des protestantischen Geistes" zählt allerdings unter 106 Lehrern nur 12 Juden und 3 Katholiken und sonst Protestanten, und was lehren erst diese von den elsaß-lothringischen Steuerzahlern gut honorirten Herren?
Ausland.
* Paris, 30. Dez. Im Mimsterrathe therlte der Kriegswinister Cavaignac eine Depesche des Generals Duchesnemit, nach welcherdie LageinTananarivo fortwährend befriedigend ist. Der Präsident Faure unterzeichnete ein Dekret, betreffend die Organi- satton der Justizverwaltung und der Residenturen auf Madagaskar. Der Ministerrath genehmigte ferner die Einrichtung einer höheren Kriegsschule für Offiziere der Flotte in Toulon.
* Rom, 30. Dez. Der heilige Vater wird, wie mit Bestimmtheit versichert wird, demnächst eine neue Encyklika an die orientalische und zwar in erster Lmie an die griechische Kirche richten. Dieselbe wird in eingehender Weise die Berechtigung deS römischen Primates darlegen und die gerade nach dieser Richtung hin herrschenden Vorurtheile zu zer- streuen suchen. Man kann nicht zweifeln, daß dieses Rundschreiben in allen betheiligten Kreisen ebenso großes Aufsehen erregen und von ebenso nachhaltiger erfteulicher Wirkung sein wird, wie die vorausgegangenen Schreiben. Wie es heißt, wird die Encyklika
das ich in den Ofen gesteckt hab'? Ich mein' nicht. So schaut gar kein Mensch aus. Und die Menschen sind doch nach seinem Ebenbilde geschaffen. Ich hab' ein Stück Holz in den Ofen gesteckt, wie all' die anderen Stücke, die verbrannt werden. Nur daß viel unnütze Arbeit daran war. Ein Stück Holz war es, nicht das Bild des Herrgotts." , , „ ,
Das leuchtete dem Alten em. „Wozu hast aber nachher so geschnitzelt daran?" frug er später.
„Wozu? Weil ich einen Christuskörper schmtzm wollte. „Ich hab's aber nicht zu Wege gebracht."
„Ein Geschirrhauer soll halt nur Mühlenräder und solches Zeug schaffen. Was er nicht kann, soll er sein lassen." t „
„ES ist kein Schaden an dem Stucklem Holz," sagte Sepp und ging hinüber in den Birkenbusch.
Und seit der Zeit hat er nie mehr einen ChristuS- körper schnitzen wollen. Aber au? dem Sinne ist er ihm doch nie gekommen. Immer und immer sann und grübelte er daran, und wenn er Halbwegs ein stetes Stündlein hatte, nahm er ein Stücklein Holz und schnitt und schnitt.
Bald schnitzte er einen Arm, bald eine geballte Faust oder einen Fuß. Die meisten Stücke warf er achtlos weg. Hie und da gerieth ihm eines gut und das trug er auf den Boden und legte eS in seine Truhe.
Achtsam schnitt er heute an dem Holze herum, und als Bärbel heimkam, war er nicht um Vieles weiter, als da sie fortging.
„Die Kathl kommt morgen, sagte sie, „aber von dem Hütbuben habe ich nichts gesehen."
„Das ist ein Lump," zürnte Sepp. „Wo der wieder herumstreicht?" Er legte das Holz weg und ging m die Scheune, um Futter zu schneiden.
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(Fortsetzung folgt.)
schon am bevorstehenden Feste der hl. Dreikönige veröffentlicht werden. In den letzten Tagen hat der Papst begonnen, die Glückwünsche des diplomattschen KorpS zum Jahreswechsel entgegen zu nehmen. Augenzeugen, welche Leo XHI. in diesen Tagen gesehen und gesprochen haben, werden römischen Mel- düngen zufolge nicht müde, ihrem Staunen über das blühende Aussehen desselben AuSdmck zu geben, wie man eS bei seinem hohen Alter und seiner angestrengten Thätigkeit ganz und gar nicht erwarten sollte. Sein Gang und seine Haltung waren so leicht, seine Geberden so lebhaft, seine Sprache so voll geradezu jugendlichen Feuers, daß man den Greis für verjüngt halten mußte. In diesen Tagen, wo unter der ärmern Bevölkerung der ewigen Stadt die Noth gar groß ist, hat Leo XIII. 15,000 Lire als Weihnachtsgabe an dieselbe vertheilen lasten, wie das seit je seine Ge- wohnheit ist. „ „
* Konstantinopel, 30. Dez. Am Samstag sind zahlreiche Verhaftungen von Mohamedanern Borge» nommen worden. Unter den Verhafteten befanden sich zwei Civilbeamte des Kriegs-MinisteriumS, em Beamter des Ministeriums des Innern und ein Adjutant. Die Maßregel steht mit der geplanten türkischen Demonstration gegen daS jetzige Regime in Zusammenhang, welche am Freitag während des Selam- liks stattfinden sollte. Das Gerücht, daß die Armenier für die nächste Zeit eine Demonstration in der Hauptstadt beabsichtigten, erhält sich hartnäckig.
Lokales.
Fulda, 31. Dezember.
ltu Vergangene Nacht gegen 1/*3 Uhr wurden die Bewohner unserer Stadt durch das Feuerfigual der Nachtwächter und das Sturmläuten vom Pfarrkirch» thurme aus dem Schlafe geweckt. Ein mächtiger Feuerschein war am östlichen Himmel bemerkbar und man vermuthete sofort einen Scheunenbrand außerhalb der Stadt, was sich auch als richtig herausstellte. Es brannte nämlich bei der sogen. Bretterhalle die dem Maurermeister und Bierbrauereibesttzer H e r e s gehörige große Scheune. Das Feuer fand reichliche Nahrung in den dortselbst aufgestapelten Stroh- und Holzvor- räthen, welche sämmtlich dem verheerenden Elemente zum Opfer fielen. In der Stadt wurde der Brand erst eine Stunde nach defsen Ausbrechen signalisirt. Die städtische und Bahnhofs-Feuerwehr mußte sich auf die Sicherung der nahe gelegenen Wohngebäude befchränken, wobei ihnen die günstige Windrichtung zu statten kam. lieber die Entstehung des Feuers verlautet nichts Bestimmtes. Der Brandschaden ist durch Versicherung 8ebe?Qur Abhaltung der Rtttorals-Prüfung in Kassel ist Termin auf den 11. Juni 1896 und folgende Tage angefetzt. Diejenigen Geistlichen, Lehrer und Kandidaten der Theologie oder Philologie, welche sich dieser Prüfung zu unterziehen beabsichtigen, haben sich bis zum 11. Februar k. Js. schriftlich bet dem Königlichen Provinzial - Schulkollegium in Kassel zu melden. — Die Prüfungskommission ist für das Jahr 1896 aus folgenden Mitgliedern zusammengesetzt: Geh. Reg.- und Schulrath Kannegießer, Kassel, Vorsitzender; Regierungs- und Schulrath Dr. Roß m Wiesbaden; Reg.- und Schulrath Sternkopf in Kassel; Sem'nar-Direktor Lotz in Dillenburg; Oberrealschul- Direktor Dr. Ouiehl in Kassel; Seminar-Oberlehrer Franke in Usingen.
* Zur Einstellung von Einjährig - Freiwilligen am 1. April 1896 sind im Bereich des 11. Armeekorps bestimmt worden: (Frankfurt a. M): 1. Hessisches Infanterie - Regiment Nr. 81. (Kassel): Inf- Regiment v. Wittich (3. Hessisches) Nr. 83. (Sena,: 5. Thüringisches Inf. - Regiment Nr. 94 (Grotzherzog von Sachsen, III. Bataillon). (Darmstadt): 1. Groß- Herzog!. Hessisches Jnf.-(Leibgarde)-Regiment Nr. 115. (Gießen): Jnf.-Regiment Kaiser Wilhelm (Großherzogl. Hesslfcher Nr. 116).
* Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat die Köuigl. Eisenbahn - Direttionen unter dem 8. d. Mts. ermächtigt, fortan im Rundreise - Verkehr in allen Fällen, in denen der Inhaber eines Fahrschem-Hestes
Aus Kirche und Schule.
X. Ans Baden, 28. Dez. Im Großherzogthum Baden herrscht z. Z. großer Mangel an katho- lischst! Volksschullehrern, der auch durch Zuwachs aus den Seminarien so bald nicht ausgeglichen wird. Dadurch wäre mancher jungen Kraft, die in der Heimath vergebens auf Verwendung harrt, Gelegenheit geboten, bald eine Stelle zu erhalten. Die Gehaltsverhältniffe sind Hierzuland nicht ungünstig. Ein Unterlehrer erhält neben freier Wohnung jährlich 800 Mark, ebenio eine Lehrerin; nach der Dienstprüfung 900 Mark. Für Hauptlehrer ist das AnfangS- gehalt 1100 Mark, das alle drei Jahre um 100 Mark steigt bis zu 2000 Mark, daneben erhält er freie Wohnung ober Wohnungsgeld von 150—350 Mark, je nach dem Orte. Gesuche um Aufnahme in den badischen Schuldienst können bei guten Z-ngniffen mit - Aussicht auf Erfolg beim Großh. badischen Oberfchul- ; rath in Karlsruhe eingereicht werden.
auf einer Zwischenstrecke gegen Lösung beson- qererFahrkarten anStelle der in dernFahrschem- Heste bezeichneten Weges einen längeren Schienenweg benutzt hat, auf feinen Antrag den Betrag der Fahrscheine für die nicht benutzten Strecken deS Fahr- schem-HefteS zu erstatten, sofern sowohl der gewählte längere wie der aufgegebene kürzere Weg dm unter preußischer Staatsverwaltung stehenden Linien angehören.
* Der Herr Regierungspräsident hat mit Zustimmung des Bezirksausschusses eine neue Polizei- Verordnung, betreffend die Frühjuhrsschouzett der Aesche erlassen. Danach ist der Fang der Aesche in der Fulda, Eder, Diemel, Ulster und den Znflüsim der Weser vom 1. April, in der Werra vom 15. April jeden Jahres ab beginnend, auf die Dauer von vier Wochen verboten. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis 60 Mark oder mit entsprechender Hast bestraft.
D Beim Berbreunen der Weihnachtsbäume ist Vorsicht nothwendig, da die Nadeln derselben dabei Kohlenwasserstoff in großer Menge entwickeln. Dieser verbindet sich, wenn das Verbrennen in einem Ofen ober Herb mit starkem Zuge geschieht, mit bem Sauerstoff bet atmosphärischen Lust, wodurch Gase sehr explosibler Art entstehen, denen der Ofen nicht Stand halten kann. Wie bedeutend der in den Nabeln des Baumes enthaltene Kohlenwasserstoff ist und wie kräftig er unter der Einwirkung der Hitze ausströmt, läßt sich erkennen, wenn man einen mit Nadeln besetzten Zweig einer Kerzenflamme nähert. Die Ausströmung des Kohlenwasserstoffes aus den Nadeln, welche im Jnnem eine Röhre besitzen und porös sind, ist so stark, daß die Flamme der Kerze oft ausgelöscht oder ausgeblasen wird. Man verbrenne daher die Weihnachtsbäume, um Explosions-Gefahr zu vermeiden, nie auf einmal, sondern nur allmählich
(*) Das Verpflanzen älterer Bäume. Die vielfach verbreitete Ansicht, daß große und ältere Bäume nicht mehr verpflanzt werden können, beruht auf Jrr- thum. So large der Baum gesund und nicht allzu große Dimensionen angenommen hat, kann das Verpflanzen, und zwar mit Aussicht auf freudiges Ge- deihen, während der kälteren Jahreszeit vorgenommen werden. Im Herbst, ober wenn währmb des Winters Thauwetter eintritt, wird je nach der Größe deS BaumeS in 1 bis Vh Meter Entfernung vom Stamm rundum ein Graben von 80—100 Zentimeter tief ausgeworfen und dieser neu entstandene Wurzelballen soweit als möglich untergraben, so daß der Baum nicht fällt. Gleichzeitig wird an der neuen Pflanzstelle eine der Größe des Wurzelballens entsprechende Baumgrube geöffnet. Mit dem eigentlichen Verpflanzen wartet man, bis bie Erde durchfriert und so bald dies so weit geschehen, daß der Wurzelballen vom Frost so durchdrungen, daß das Auseinanderfallen nicht mehr zu befürchten ist, bricht man den Baum sammt gefrorenem Ballen vom Grunde los, hebt ihn aus der Grube und bringt ihn mittels Walzen oder Wagen an den neuen Standort. Vor dem Einpflanzen werden die beim Ausgraben beschädigten Baumwurzeln bis auf die gesunde Stelle zurückgeschnitten. Ist der Baum eingepflanzt, so wird die ringsum vorhandene Lücke mit zarter Erde oder Compost ausgefüllt und in drei verschiedene Richtungen auf drei Meter Entfernung vom Stamm Pfähle ein- geschlagen, an welche der Baum mit Draht festgebunden wird, damit er, bis sich die Erde gesetzt und er sich wieder festgewurzelt hat, den Stürmen Trotz bieten kann. Die Baumscheibe wird mit Stroh oder ähnlichem Deckmaterial gegen das Eindringen des Froste» geschützt, das auch den Sommer über liegen bleibt, um das Austrockenen zu verhüten. Die Aeste werden erst im Frühjahr und nur dann geschnitten, wenn der Baum nach mehrmalig tüchttgem Angießen nicht auS- treiben will.
Aus dem Nachbargebiete.
<0, Lütter, 30. Dez. Eine kirchliche Feier, wie sie bte Pfarrei Lütter noch nicht erlebt hat, fand am zweiten Weihnachtstage daselbst statt. Erbrachte der NeopreSbyter Otto Gramm, Sohn des Herrn Lehrers F. Gramm, in der Pfarrkirche sein erstes hl. Meßopfer dar. Der Anbruch deS Tages wurde durch Böllerschüsfe verkünbet. Gegen 1ltlO Uhr würbe der Neugeweihte von ber Geistlichkeit und den Bewohnern der Pfarrei vom Schulhaufe abgeholt und zur festlich geschmückten Kirche geleitet, nachdem Borger Herr Dechant Eichhorn Bon Schmalnau den jungen Priester herzlich begrüßt und auf die hohe Bedeutung dieses Tages hingewiesen hatte. Nach Absingung des „Veni Creator“ bestieg Herr Pfarrer Göb Bon Eichenzell die Kanzel und redete in feiner herrlichen Festpredigt Bon der hohen Würde und den schweren Pflichten emeS Priesters. Während der hl. Handlung sangen Betriebene Lehret eine dreistimmige Messe. Gegen Abend bewegte sich ein großartiger Festzug mit buntfarbigen Lampions durch die Sttaßen des Ortes und nahm vor der Wohnung des Primizianten Aufftellung. Ein Gesangchor, der sich gerade für dieses Fest gebildet hatte, trug das Lied „Mit dem Hetm sang alles an" vor; der Ottsvotsteher begrüßte den Neug-weihten und bantte im Namen ber Gemeinde für bie Ehre, bie ihr durch bie Primizfeier zu th-il geworben war. Be-