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Dienstag, Ben 13. August 1895 22. Jahrgang
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__________mit Untrrhaltungs-Krilage „Sterne und Llumrn".
nicht entdeckt werden kann. In diesem verbirgst Du
Deutsches Reich.
Berlin, 12. August.
* Der Kaiser unternahm nach der Ankunst in Lowther gestern einen Spaziergang im Park und erledigte sodann Regierungsgeschäfte. Nachmittags be- sichügte der Kaiser die Ställe und Meierei und nahm dann vor dem gemeinschaftlichen Diner einige Vorträge entgegen. Heute stütz 8 Uhr begab sich der Kaiser zur Grouse-Jagd.
* Gegen die gestern von uns gekennzeichneten anmaßenden ,Standard-Artikel wendet sich nunmehr auch die offiziöse,Nordd. Allg. Ztg.', indem sie die „anmaßenden Betrachtungen" des Londoner Blattes ebenso scharf, wie die unabhängige deutsche Presse es gethan, zurückweist.
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die Provinzialverwalkung gesetzlich zunächst bett Oberpräsidenten zusteht, der Kultusminister also formell nicht ohne Vermittelung der Oberpräsidenten hier vorgehen kann, so hat er diese angewiesen, die sämmt- lichen öffentlichen Anstalten unvermuthet durch geeignete Staatsmedizinalbeamte und Regierungsbeamte einer gründlichen Revision zu unterziehen und diese so einzurichten, daß insbesondere auch den Kranken Gelegenheit gegeben wird, etwaige Beschwerden vorzubringen.
* 3» Potsdam hat am Sonntag unter überaus zahlreicher Betheiligung der vierte Vereinstag der katholischen Vereine in der MarkBranden- burg stattgefunden.
* Köln, 12. Ang. Bei der Eisenbahnverwaltung war ein Sonder-Schnellzug Köln-München - - ..rr m । zu ermäßigten Preisen beantragt worden, um den
* Der Retchranzetger veröffentlicht das Gesetz vom westdeutschen Besuchern der 42. Generalversamm- n-ft-nd den welteren Erwerb von lung der Katholiken Deutschlands einestheils Etsenbahneu für den Staat. Dasselbe betrifft die eine billige Fahrgelegenheit zu ermöglichen, andern- kaufllche Uebernahme der Weimar-Geraer-Eisenbahn, theils die Annehmlichkeiten der gemeinsamen Fahrt zu der Saale-Eisenbahn, der Werra-Eisenbahn, der bieten. Wie die ,Köln. Bolksztg' meldet, ist dieses E. enbahnen von Eisfeld nach Unterneubrunn und von Gesuch, nachdem die hiesige königl. Eisenbahndirektion Hildburghausen nach Friedrichshall sowle der Bau sowohl, wie die hessische Ludwigsbahn sich in entgegen einer Eisenbahn von Koppelsdorf nach Swckheim. Gleich- kommendster Weise unter leichten Bedingungen hierzu Mttg gelangt der Swa^vettrag zwischen Preußen und bereit erklärt hatten, von der General-Direktion der Bayern, betreffend die Bahnstrecke zwischen Lichtenfels königl. bayerischen Staatsbahn ab gelehnt worden, und der bayerisch -fachsen - koburgischen Landesgrenze, nachdem dieselbe acht Tage lang, trotz viermaligem M lVewffentlichung. I telegraphischen Drängen, auf Bescheid hat warten
* 3m ,Retchsanzelger' wird eine Ueberficht der lassen v
sn?,4l^5 Nickelmünzen ungen werden auch Heuer wieder, wie schon seit vielen unb für 12,986,550.01 3JZ. ftupfctnunijcti. I Stabten, AUt felben 9eit unb am leihen 5")rfp trmpn
* Getreideeinfuhr in das deutsche Reich ! Diese Eintracht konnte schon längst ihr silbernes betrug im .junt 189a utt Vergleich zu demselben I Jubiläum feiern, denn bereits die fünfuaer ^afire Ser Weirm'^?242 26?^M ^cn- wie sich die Versammlung der Studenten an die
^7q 719l'%?7 99»^2|'nOl7i Doppelzentner Generalversammlung der Katholiken angelehnt. Und
GOQ /MQ79nyi X 3<t>7,23 Y Doppe^entner Hafer, I damals war der heute schattenspendende und hochragende S hh°r4 Gerste, 60,943 Baum des genannten Kartellverbandes nur erst ein
(183,876) Doppelzentner Raps und Rubsaat, 259,556 I schwaches Reis. Heute wohnen unter seinem breiten (595,00a) Doppelzentner Mais und Dan. Bon Geäste mehr als Tausende zur Lebensfreundschaft ver- Januar bis Ium 1895 wurden elngeführt: 5,925,458 I brüderter Jünglinge und Männer beute reichen seine (4,093,580)Doppelzentn. Weizen, 4,069,054(1,878,550) grünenden Zweige vom Fels mm Meere über 21 Doppelzmtner Ra,,--, I. <1W1LI4) Dappel! äto
zentner Hafer, 4,241,0a2 (4,310,410) Doppelzentner 1 Wien, Graz) und der Schweiz (Freiburgs Seinen Gerste, 307,085 (512,774) Doppelzentner Raps und alten Idealen aber, Religion - WMensch« - Rübsaat,. 1,148,156 (3,848,041) Doppelzentner Mais Freundschaft, ist er mit d^ eiWWst^mg und^Dari. . | seiner Gründer bis zur Stunde in unentwegter Treue
.®,niae allgemeine Revision der Jrren-Austalteu, l durch seine entwickelungsreiche Vergangenheit zugethan nicht blos der Privat-^rren-Anstalten, sondern auch I geblieben. Treu ist er auch geblieben der Väter heiligem der öffentlichen Irren-Anstalten ist vom Kultusminister | Brauche, dem Farbentragen, welches im Interesse I angeordnet worden. Da die öffentlichen Irren-Anstalten studentischen Auftretens nach Außen, zur Beförderung durchweg unter Verwaltung der Provinzialorgane stehen, des Sinnes für Zusammengehörigkeit und als öffent- wle m den Provinzen durch Gesetz die früher staat- liches Bekenntniß dessen, was man innerlich sein will, lichen Anstalten gleichzeitig mit einer entsprechenden den Angehörigen des attiven Verbandes mr SfMt ae= Dotation überwiesen sind, und da die Aufsicht über machest. Und insofern hat ja die „Couleur" eine gerotlfe
sittigende Kraft und einst konnte Papst Pius IX gepriefenen Gedächtnisses sagen: „Wahrlich, es ist nicht Sache eines schwachen Geistes, ein derarttges Kennzeichen offen zu tragen vor Lehrern und Altersgenossen, welche feindlich gegenüberstehen der kathol. Religion." Mit unserer Zeit angesichts ihrer bedenklich nivellierenden Kraft »erträgt sich schlechterdings nicht jene aufgeklärte Toleranz, wonach die Religion in einer Studentenver- emigung „Privatsache" des Einzelnen ist; heutzutage gebührt der akademischen Jugend neben einem gründlichen wissenschaftlichen Studium ein tapferes Erstarken in gläubiger Thatkraft, eine ausgesprochene, ungescheute Kundgabe des christlichen Bekenntnisses in dem anschwellenden Kampfe zwischen Christenthum und Atheismus. Die katholischen Studentenkorporattonen sind aber mit nichten darum philiströse und finstere Duckmäuser. Die Söhne des Kartellverbandes der kath. Deutsch. Studentenverbindungen, so strengen Werth sie auch darauf legen, daß ihre Mitglieder der Erfüllung ihrer Berufspflicht sich in vollem Maße stets bewußt bleiben, sie jsind ebenso bereit, der fröhlichen Muse zu huldigen. Wie wir vernehmen, ist in dem Programm, welches der Kartellverband für die Tage des 25.-29. August aufgestellt hat, das harmlose Anrecht der akademischen Jugend auf den Frohsinn alter Burfchenherrlichkeit und den vergnüglichen Genuß des Zusammenseins mit lieben Gästen in reichem Maße bedacht worden. Dem großen Festkommerse wird ein feierlicher Begrüßungsabend vorausgehen und ein flotter Ausflug an den Starnberger-See folgen mit einer lustsamen Rundfahrt auf dem See und einem .fröhlichen Kellerfest am Ufer. Zu diesen festlichen Veranstaltungen werden auch die Angehörigen der Philister erscheinen, Gäste werden die herzlichste Aufnahme finden. Darum, vor allem ihr katholischen Abiturienten: auf nach München zu den Fest en des Kartellverband es der farbentragenden katholischen deutschen Studentenverbindungen!
Ausland.
* Brüssel, 11. Aug. Da die liberalen Blätter in Belgien sowohl als auch in Deutschland fortfahreu, über das neue belgische Schulgesetz, welches am 4. d. Mts. im Senate zur Berathung gelangt, die abenteuerlichsten Angaben zu verbreiten, sei hier eine kurze Inhaltsangabe desselben abgedruckt:
Die Gemeinden leiten die Gemeindeschulen; der Gemeinderath bestimmt die Zahl der Schulen und der Lehrer; zur Aufhebung einer Gemeindeschule oder von Lehrerstellen bedarf es der Zustimmung des Königs, das heißt des Ministers des Innern und des Unterrichts. Der Volksschulunterricht umfaßt Religion und Moral, Lesen, Schreiben, die Elemente des Rechnens, Maße und Gewichte, die Elemente der französischen, vlämischen oder deutschen Sprache je nach den Ortsbedürfniffeu' Geographie, Geschichte Belgiens, Begriffe der Gesundheitslehre' Anfangsgründe des Zeichnens, Gesang, Turnen, für die Mädchen Näharbeiten, für die Knaben in den Landbezirken Begriffe der Landwirthschast. Die Gemeinden dürfen das Schulpro-
Ferdinand kann jeden Augenblick kommen, er bringt Nachricht, sobald Alles bereit ist."
Hofer hatte ein paar Mal langsam den Kopf geschüttelt. „Ich danke recht herzlich für Deine Liebe und Güte, mein Kind," sagte er, „und weiß auch, daß Du es recht gut mit mir meinst, aber sieh', ich kann halt nicht fort! Ich kann mich nicht aus dem Land'l schleichen, wie ein Dieb, aus meinem Tirol, für das ich gekämpft habe und für das so viel Blut braver Männer verspritzt worden ist. Auch Andere haben mir schon zur Flucht geratijen, aber es ist mir gerade, als sei ich an den Boden gebannt. Darum laßt mich hier. Der liebe Gott wenigstens wird mich nicht verlassen, und wenn ich je gefangen werden sollte, wenn ich sterbpn muß, bann Hal halt Er es so gewollt."
Der Ausbruck tiefen Schmerzes, unsäglicher Angst erschien auf Angela's Gesicht. Sie warf sich vor Hofer auf bte Kniee unb hob, in Thränen ausbrechend, bie Hande zu ihm empor. „Um aller Heiligen willen," flehte sie, „wirf Dein Leben nicht leichtsinnig von Dir. Rette Dich mir und dem Land'l zulieb! Erinnere Dich an jene Stunde, wo Du mich an meine Pflichten gegen das Vaterland gemahnt hast. Ich hielt mein Versprechen, Andreas; mich selbst und Alles, was ich besaß, habe ich dem armen Tirol zum Opfer gebracht.
41j K> Uw Gut mtb Klut. I deutlich erkannte, unb Cajetan Tönninger seitwärts Ram-^-u- b,„ a-p°l-°-i,ch-n Kriegen. m ®r W “ uni>
„ ... . J8“ ’ML'«”". Indessen hatte sich in der Hätte selbst der Sturm
mufft blieb einige «Sekunden lang, bann kroch er I ber Wiedersehensfreude einigermaßen gelegt. Die aus dem Busche hervor und folgte den Beiden in so Mädchen nahmen Erfrischungen aus ihren Körben und weitem Abstande, daß feine Entdeckung unmöglich war. I stellten sie auf den Tisch, an dem die kleine Gesell- Er blieb ihnen jedoch stets auf den Fersen, und eine schuft Plutz nuhm.
hämische Freude spielte um seinen Mund, als er die- Angela ergriff die Hund Hofer's und begunn nach selben den Weg nach dem Dorf Pranbach einfchlagen sah. einer Weile: „Wir verfolgen heute einen besonderen
Sie betraten dasselbe jedoch nicht, sondern um- Zweck. Du mußt fort, Andreas, und zwar heute
gingen es in einem weiten Bogen. Höher und höher Nacht noch, sonst wird es am Ende zu spät Dein
stiegen sie den Anhang hinauf bis man endlich eine Versteck ist zwar ziemlich sicher. Fand doch ich selbst
der Mahderhuiten auftauchen sah. Auch aus dieser es längere Zeit nicht. Aber die Häscher streifen immer
schimmerte em Lichtschein. weiter umher, und wer weiß, ob nicht durch den Zufall
Raffl bemerkte ihn, und er mußte an sich halten, I einer oder ber anbere auch hierher geführt wirb. Ich baß er vor Entzücken nicht in lauten Jubel ausbrach, bin nicht ruhig, so lange Du im Lande bist. Deshalb »tun wußte er, wo sich ber Sandwirth verbarg. habe ich auch zu Deiner Flucht für Alles gesorgt.
Er sah, tote bte Selben vor ber Hütte stehen I Eine Viertelstunde von hier hält unten in der Klamm blieben, tote sie pochten und tote nachher Eine unb I Ferdinand Sorbet mit einem Ziqeunerwaqen. In die Andere im Innern verschwand. Eine Zeit lang diesem ist auf der Rückseite em kleiner Raum so her- h JrLr QUJ Platze, dann aber näherte er sich gestellt, daß er ohne ganz genaue Untersuchung gar A^chti^ der Hütte und spähte ms Innere hinein, nicht entdeckt werden kann. In diesem verbirgst Du Seine Augen glühten. Andereas Hofer stand in der Dich, bis die Grenze überschritten ist und gehst dann Mitte des Raumes und hielt Stasi mit seinem Arme als freier Mann unbehelligt nach Wien zu unserem umschlungen, während Angela v. Huynuld, bie er nun > guten Kaiser, ber schon weiter für Dich sorgen wird.