jys \\5 Sonntag, den 19. Mai 1895 22« Jahrgang
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mit Untechatt»«g» Heilage „Sterne und Kinmen".
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6-6. Die Ursachen der heutigen
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einem Konsum, welcher der vernünftig, nicht übermäßig angespannten Produktionskraft unserer Zeit entspricht und der Industrie und Landwirthschaft ein Absatzgebiet im Inland« gewährt, welches den Export und Import nicht unnöthig macht, aber auch Handel und Wandel des Inlandes nicht von der Gnade des
sekretärs des Reichsmarineamts Hollmann entgegen. — Der Kaiser hat einer Anzahl von österreichischungarischen Offizieren Ordensauszeichnungen
Auslandes abhängig macht.
Jetzt heißt es immer, wenn der Arbeiter so und so viel verdient, kann er ganz gut auskommen. Das kann man wohl betonen, wenn es sich darum handelt, wie viel ein Arbeiter wenigstens verdienen muß, wenn es sich also um den Mindestlohn handelt. Andererseits sollte man auch anfangen, zu stagen, tote
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Schatzsekretär in Höhe von 10V- Millionen Mk. verlangt wurde. „ , . m , . ,r
* Graf Pfeil-Hausdorf sollte nach einer Nachricht der freikonservativen ,Schles. Ztg.' in der konservativen Herrenhausfraktion einen Antrag angeregt haben, durch den die Regierung zur Aufhebung des Reichstagswahlrechts aufgefordert werden sollte. Der Fraktion ist das Bekanntwerden dieser sauberen Pläne offenbar sehr fatal, denn sie läßt durch einen ergebenen Berichterstatter erklären, daß sie abgeneigt sei, „in dieser Sache etwas zu thun" Und die ,Post' erklärt ebensalls, daß die Fraktion nicht die Absicht Habe , einen solchen Antrag einzubringen. Daß man dies jetzt aus Nützlichketts- gründen nicht will, glauben wir gern, aber bezeichnender Weise leugnen diese Dementis nicht, daß em derartiges Vorgehen angeregt worden ist. Und das sagt genug. Im Grunde wünschen die Herren das Retchstagswahl- recht alle ins Pfefferland, der Unterschied ist nur der, daß Graf Pfeil etwas naiver und ehrlicher ist, als seine* ^eachtenswerth für die deutsche Landwirthschaft ist ein Bericht, den der amerikanische LandwirthschastS- ekretär Morton über die Fleisch ausfuhr der Vereinigten Staaten im letzten Jahr veröffentlicht hat. Aus diesem Berichte geht hervor, daß bisher zwar nur wenig lebendes Vieh, dagegen schon erhebliche Mengen von Fleisch von Amerika zu uns kommen. Deuffchland hat im Jahre 1894 von den Vereinigten Staaten nur 6198 lebende Rinder bezogen, dagegen von amerikanischem Rindfleisch, eingesalzen oder in Büchsen, für I 992,757 Dollars. Von Schweineprodutten nahm Deutsch-
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Hierzu eine Heilage^
Erträge sich verdreifacht haben. Freilich haben keines- I viel muß em Arbeiter, ent Handwerker, ein Subaltern- wegs immer die heutigen Landwirthe den Vortheil I beamter verdienen, damit der Konsum unserer Pro- von der Preissteigerung gehabt. Vornehmlich ist er duktton entspricht.
den Geldverleihern und denjenigen zu gute gekommen, 1 Damit aber dre einzelnen Volksklassen so viel vom welche bei hohem Preisstande verkauft oder ihr Erbtheil Arbeitsprodutte erhalten, mcht nur die Gerechtig^ in baarem Gelde oder in Hypotheken erhalten haben. I feit, sondern auch das Wohl der Arbeitgeber und Die Erträge aus der Landwirthschaft sind nun ! Kapitalisten und die gesunde Entwickelung der gesammten ebenfalls zu viel dazu verwandt worden, für die Grund- Volkswirthschast erheischt, bedürfen wir einer.Gesetz-
Depression im wirthschastlichen Leben. I b@rmbÄs”9ra»Tir9*un8 H»»- mm ftih g-in,g di- "ft,n V9rm'S™(t',aiie‘io
Bei den Ve-Hmdlmgm im M-ßilchm «g-°-d. 'Ä Ä r-g-'Ach«
netenhause über die heutige Agrarttlsts ist wiederholt mchn r Landarbeit^ m' vernünftiger Weise Produktton und Konsum nicht entstanden, und eine hervorgehoben worden daß die Agrarkrists ke.nes- Mfla- h toü£ 7nd zwar annähernd wirthschastliche Roth in der Form unserer Tage, die
wegs auf Deutschland b eschrankt sei, .Indern I h 9 f 9 . -. @rträae u steigerten Roth des Einzelnen und einzelner Stände, und zwar
auch andere Länder wie Rußland, Nordamerika usw. m dem M ß , „ Mufer und Verkäufer eines nicht bloß der Arbeitnehmer, bei einer UeberMe an
schwer darunter litten. 3n der Groß-^ndustrie sind ja I . «,*<«, o«u nsnirii» d-r Vreissteiaeruna I Produkten würde unbekannt sein. Die Noth ver-
bie Verhältnisse nicht so schlimm, aber bezeichnend ist GutesEX ßeiten »S meist auf den Mangel an es doch, daß über Arbeitslosigkeit nicht nur in Deutsch- verdient und dann oj m b ÄeL ^llen better an- P?? dukten beruhte, war oft sehr schlimm, die Noch
eine 2SÄ Deutsches Reich.
in der Zollpolitik einzelner oder mehrerer Lander haben entwerthet Word s .schastlichen Entwicklung, wie des in Wirschkowitz und Umgegend niedergegangenen
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Alle diese Ursachen können jetzt mcht maßgebend seim von Ge d und Produtten. Kaiser von Schloß Wirschkowitz nach Pröckelwitz
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sich in hohem Maße vermehrt hat und in viel höherem braucht wurden. Sobald die Produktion des Weltt Maße gestiegen ist als die Bevölkerung. In erster Marktes so gestiegen war daß der Konsum erheblich
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MMMW MMMIWA-MMW wirthe unmöglich, bei einigermaßen ungünstigem Wetter dadurch noch die Kaufkraft des Inlandes.
ihre Produkte auch nur bis zum nächsten Marktorte Nun ist der Weltmarkt mit Produtten der zu bringen. Man mußte das Getreide deshalb ost ver- Industrie wie der Landwirthschaft überfüllt. In füttern wenn es auch einen hohen Preis hatte. Der der Landwirthschaft sind ja die guten Ernten der Verkauf von Vieh war ebenfalls sehr beschränkt und letzten Jahre die Hauptursache, aber die Steigerung an den Verkauf von Milch und Butter konnten sehr der Produktionskraft ist dabei auch mcht ohne Bediele Landwirthe überhaupt nicht denken. Seitdem man deutung. Der Acker bringt im Durchschnitt mehr als diese Produtte leichter absetzen konnte, wurde auch die früher, das Vieh ist besser, der Verkehr erluchtert den Produktion derselben erhöht Versandt und reizt deshalb zur stärkeren Produktion
Es hat also auch in der Landwirthschaft die Pro- wie z. B. bei der Milch und besonders bei der Butter, duktton sehr zuqenommen. Der Konsum hat zwar eben- I Für die Landwirthe, oder wenigstens sur die salls zugenommen, und die Lebenshaltung der meisten größeren Besitzer wurden ewige Wechte Ernten au Volks kreise hat sich ganz wesentlich erhöht. Aber der einem größeren Theile der Erde, welche ja regelmäßig Konsum ist doch wesentlich hinter der Produktion zurück- den Preis des Getreides mehr erhöhen als der Ausfall qebtteben. Die nächste Folge davon war eine sehr starke an der Ernte betragt, großen Vortheil bringen können, Kapitalisation der gewonmnen Produkte. ' . aber es wäre dies doch nur eine vorübergehende
- i. Der Preis des Grund und Bodens ist in den I Hebung des landwirthschaftlichen Nothstandes. letzten 50—60 Jahren ungeheuer gestiegen. Schon in Das Hauptheilmittel für die Mutige D- ber Mitte der vierziger Jahre stand der Preis der | pressivn^egt m emem^großeren Konsum ^Massen, Landgüter infolge höherer Ertrage erheblich hoher als früher. (Dieterici, Der Volkswohlstand des preußischen Staates. 1846. S. 252.) Wie aber dann die Preise in die Höhe gingen, sieht man an den Pachtpreisen der preußischen Domänen. Der Hettar, welcher 1850 durchschnittlich zu 14,10 Mk. verpachtet wurde, brachte 1860 18,50 Mk , 1870 29,63 Mk., 1880/81 38,16 M., 1884/85 40,45 Mk. Im letzten Jahrzehnt ist der Pachtpreis über 50 Mk. gestiegen, allerdings m den letzten Jahren wieder etwas zurückgegangen. Wir können darnach ruhig annehmen, daß der Kaufpreis der Landgüter in der Zeit von 1850—1890 sich ungefähr verdreifacht hat, und zwar vomehmlich deshalb, weil die