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weihe stattgefunden. Auch die Hilderser fteiwrllrge Feuerwehr und der Kriegerverein von Oberweid haben an der Festlichkeit cheilgenommen. Dieselbe nahm einen gemüthlichm Verlauf. Die Bonner Fahnenfabrik kann zur Anschaffung von BereinSfahnen mit Recht empfohlen werden.
* Burghaun, 21. Febr. Vor etwa Jahresfrist wurde in Burghaun ein kathol. Gesellen-Verein gegründet. Welch' glücklicher Griff damit gethan war, geht auS den Folgen hervor, die damit verbunden waren. Man kennt die männliche Jugend, welche den Gesellen-Verein besucht, fast nicht mehr, so sehr hat sie sich seit jener Zeit zum Besseren verändert. Gute Sitte, Anstand, Ruhe, Zurückgezogenheit und Frömmigkeit sind die Tugenden, welche die Gesellen sich anzueignen offenbar bemüht sind. Weihnachten überraschten sie uns mit einem herrlichen Theaterstück: „Der Erdenpilger und sein Schutzengel" und spielten dasselbe so gut, daß Alle, die zugegen waren, darüber staunten. Zu unserer Freude wollen die Gesellen nächsten Sonntag den 24. d. Mts. wieder eine theatralische AuMhrung zum Besten geben. Es soll zur Aufführung gelangen das preisgekrönte Stück des Jesuiten Fritz Esser „Vielgestalts Rache" und „Meister Marttn" oder „Gott segne das ehrbare Handwerk". Hoffentlich werden die Gesellen die Zuhörer ebenso befriedigen, wie Weihnachten, und einen ebenso genußreichen Abend bereiten, wie damals.
n Aus dem Regierungsbezirk Kaffel, 21. Febr. Man wird sich noch des „schlafenden Ulanen" erinnern, dessen eigenthümliche, seltene Krankheit vor längerer Zeit in den Zeitungen besprochen wurde. Ein gleicher Fall liegt jetzt im Dorfe Lohne (1 Stunde von Fritzlar) vor. Der 19jährige Sohn deö Bauern Konstantin Leber daselbst krankt schon seit fünf Jahren an „Schlafsucht". Dieselbe wurde.aber immer noch von zeitweiligem Wachsein auf mehrere Stunden unterbrochen, bis seit August vor. Jahres bei Zustand des Schlafens immer länger andauerte und jetzt seit ungefähr drei Wochen nur durch wenige Minuten, ja nur nach einigen Sekunden unterbrochen wird, auf die dann wieder ein Schlaf von ca. 20 Stunden folgt. In diesen kurzen Augenblicken des Wachseins müssen die Eltern alsbald hinzueilen, um schnell eine kleine Stärkung einzugeben, da sonst bei der eintretenden Körperstarre die Beibringung von Speisen unmöglich ist. Wir zählten ungefähr 60 Pulsschläge in der Minute und fanden bei dem bleichen Jüngling ruhigen, kaum vernehmbaren Athemzug. Ein bedenklicher Muskelschwund war gleichfalls leicht zu erkennen. Für Aerzte gewiß ein interessanter Fall!
* Haua«, 21. Febr. Verliehen wurde der russische St. Stanislaus-Orden 1. Klasse dem Kammerherrn v. Sttahl, Hofmarschall des Landgrafen von Hesfen.
Orb, 21. Febr. In der heutigen Generalversammlung des hiesigen Gesangvereins „Liedertafel" wurde nunmehr endgiltig beschlossen, das 50jährige Stiftungsfest derselben am 23. und 24. Juni d. I. festlich zu begehen. Da mit dem Jubiläum der Liedertafel zugleich das Bundesfest des „Vogelsberger-Kinzig- thaler-Sängerbundes" dahier mitgefeiert wird, werden wir bei dieser Gelegenheit wohl das Vergnügen haben, eine stattliche Zahl von Sängern in unserer Vaterstadt begrüßen zu können, weil wir mit ziemlicher Bestimmtheit darauf rechnen können, daß auch noch Gesangvereine, welche außerhalb des Bundes stehen, unser Fest durch ihre Gegenwart verherrlichen werden. Die nöthigen Vorbereitungen zum würdigen Empfang und um den werthen Sangesbrüdern von Nah und Fern einige recht angenehme Stunden dahier zu bereiten, werden schon in den nächsten Tagen ihren Anfang nehmen.
* Frankfurt, 21. Febr. In der vergangenen Nacht traf ein in der Bergerstraße wohnender Mann eine Frau sammt einem nur wenige Monate alten Kinde auf einer Bank in der Friedberger Anlage an; auf fein Befragen erhielt er zur Antwort, daß die Frau seit längerer Zeit ohne Nahrung und Obdach sei. Der Mann nahm daher Beide mit nach Hause, sorgte
für das Nöthigste und versprach der Frau auch weiter zu helfen, bis sie wieder eine Unterkunst oder geeignete Beschäftigung gefunden habe.
* Limburg a. d. L., 22. Febr. Dem ,Nass. Boten' zufolge wird die hiesige katholische höhere Töchterschule (sogen. Klosterschule) mit Genehmigung des Herrn Ministers zu Ostern in die Leitung der armen Dienstmägde Jesu Christi von Dernbach übergehen und hiernächst thunlichst bald in ein für die Mehrzahl der Kinder passender gelegenes Lokal verlegt werden.
ist abzugeben:
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vermischtes.
* Berlin, 21. Febr. Eine sogen. Animir - Kneipe, d. h. eines jener Lokale, in denen unerfahrene Fremde gerupft und ausgebeutet werden, ist heute Nacht der Schauplatz einer blutigen Scene gewesen. Der Bäckergeselle Tanner, welcher, wie verlautet, gestern Nachmittag aus Prenzlau hierhergereist war und sich auf der Durchreise nach Amerika befand, wollte noch einmal die „Freuden" der Großstadt genießen. Er stattete dem „Cafs Polonia" in der Zimmerstraße einen Besuch ab. In seinem Besitze befanden sich ca. 300 Mark. Die Mithin und die Kellnerinnen wußten den goldenen Vogel standesgemäß zu bewirthen und bald floß der Sekt in Strömen. Morgens früh war der Bäckergeselle sein Geld bis auf wenige Mark los, die die Kellnerinnen als Trinkgeld für sich beanspruchten. Der Mann weigerte sich und es entstand eine Prügelei, wobei er die Wirthin mit einer Sektflasche niederschlug. Sodann stach der Geselle die eine Kellnerin mit einem schmutzigen Tischmcsser in den Hals und durchbohrte ihr die Schlagader. Die Kellnerin konnte jedoch noch auf die Straße eilen und Lärm fchlagen, worauf Paflanten zu Hilfe kamen. Unter den Passanten war zufällig ein Heilgehilfe, der einen Nothverbaud anlegte, so daß Hoffnung vorhanden ist, wenn keine Blutvergiftung eintritt, das Leben zu erhalten.
* Koblenz, 20. Febr. Ein Knei ppi ane r, auf den Pfarrer Kneipp wirklich stolz fein kann, ist der den Koblenzern wohlbekannte Schuhmachermeister Sch. Derselbe geht noch nach wie vor avmorgentlich sein kaltes Bad in der Mosel im Rauenthal nehmen. Ob kalt, ob warm, ob Regen oder Schnee, ist ihm ganz gleich, — mit einem Handtuch und Thermometer ausgerüstet, wandert er hinaus zum Rauenthal, um dort in die kalten, mit Eis bedeckten Fluthen der Mosel zu tauchen, um hierdurch seine Nerven und Glieder zu stählen. Ja, sogar am Freitag, wo das Thermometer —20 Grad Celsius zeigte, ließ er sich nicht von seiner Gewohnheit abhalten. Er befindet sich dabei ganz wohl.
* Ostende, 20. Febr. Das hiesige Hafenamt hat dem deutschen Konsulate 350 Geldbriefe zugestellt, welche von der verunglückten „Elbe" herrühren; einer der Briefe enthält die Summe von 21,000 Dollars.
* Flensburg, 20. Febr. Zwischen Rothenburg und Jord- kirch überfuhr ein Schnellzug zwei Kinder eines Bahnwärters. Das eine, ein Isjähriges Mädchen, wurde sofort getödtkt, das andere, ein Knabe, ist schwer verletzt.
* Brüssel, 20. Febr. Im Redoutensaal zu Dünkirchen brach während eines Maskenballes Feuer aus. Drei Personen verbrannten, sieben Tänzerinnen wurden schwer, dreißig Personen leicht verletzt.
Angeklagter Saam behauptet nun, Schemel habe Stuhl und Lampe auf die Erde gestellt, fei sofort auf ihn losgegangen, habe ihn gefaßt, zu Boden geworfen und geschlagen; erst der auf demselben Gange wohnende Goldarbeiter Klüh habe den Schemel, der auf ihm gelegen, von ihm gerifsen. Bei diesem Vorfall ist nun Schemel die Treppe heruntergefallen, und zwar, wie die Anklage behauptete, in Folge eines Stoßes oder Trittes von Seiten des Angeklagten. Schemel hat sich in Folge des Sturzes an der linken Hand und dem linken Arm verletzt und ist dann am,6. Marz 1891 im katholischen Schwesternhaufe m Folge der Wunde aeftorben. Saam bestreitet ganz entschieden, den Schemel gestoßen zu haben. Schemel habe ihm zwei Zähne em- geschlagen und sei er vor ihm durchgegangen. Nach der Vernehmung des Angeklagten Saam wurde der bereits oben erwähnte Augenschein vorgenommen. Darauf wurde dann die eidliche Ausfage des verstorbenen Schemel verlesen. Nach dieser hat rc. Saam alsbald auf die Ehefrau Schemel eingehauen, und als rc. Schemel seiner Frau zu Hilfe geeilt, hat er von Saam einen Stoß bekommen, daß er rücklings die Treppe hinunter und auf die linke Seite gefallen ist, während er mit der rechten Hand sich am Treppengeländer zu halten versucht hat. Arm und Hand sind sofort stark angeschwollen. Der als Zeuge vernommene Amtsgerichtsrath Sanner, der die Vernehmung im katholischen Schwesternhause vorgenommen hat, gibt dem Schemel das Zeugniß, daß er sehr gefaßt und ruhig gewesen sei und seine Aussage auf ihn einen glaubhaften Eindruck gemacht habe. Es folgte die Vernehmung der Ehefrau Schemel, deren Tochter, der Dienst- magd Dittmeier und insbesondere die Vernehmung des Goldarbeiters Klüh, dessen Vereidigung schließlich ausgesetzt wurde, da das Gericht seine Angaben für wenig glaubhaft hielt und weil er verdächtig erscheint, wenn nicht alsThäter, so doch als Ansttfter oder Theilnehmer mitgewirkt zu haben. Der Schluß der Sitzung läßt sich in diesem Augenblicke noch nicht übersehen. Es sind noch 5 Aerzte und eine große Zahl von Zeugen zu vernehmen. — Samstag, 23. Februar: Verhandlung gegen A. Katz und sieben Genossen zu Ostheim wegen Urkundenfälschung. .
* Giesel, 21. Febr. Endlich, nachdem fast jede Pfarrei des Kreises Fulda der Segnungen Raiff- eisen'scher Darlehnskassen sich erfreut, ist vor einigen Tagen eine solche auch in unserer Pfarrei ins Leben gerufen worden. Trotz der vielfachen Bedenken, welche gegen die Gründung in unserem Orte sich geltend machten, war Herr Prof. Schick von Fulda einer Einladung hierher gefolgt, um wenigstens den Versuch zu machen. Derselbe ist auf das Beste gelungen. Da auch unser Herr Pfarrer zur Theilnahme aufgefordert hatte, war die Versammlung gut besucht. Ungeachtet des tiefen Schnees waren selbst die Männer von Istergiesel hinreichend vertreten. Daß alle in der Absicht gekommen waren, um dem Vereine sofort beizutreten, glauben wir kaum, denn es bestanden noch vielfach große Vorurtheile. Doch durch den klaren Vorttag des Herrn Profcffor Schick über Zweck und Einrichtung der R.-Darlehuskasfen wurden alle Bedenken zerstreut und die Anwesenden, 34 an der Zahl, schritten sofort zur Gründung. Die Wahl des Vorstandes erfolgte so einmüthig, die Annahme der Wahl geschah so bereitwillig, daß Redner meinte, so gut sei eine Gründung kaum sonst noch im Kreise Fulda von Statten gegangen. Aus dem Herzen Aller sprach noch Herr Lehrer Kunst mann, als er dem hochw. Herrn für seine Worte und seine Bemühungen innigen Dank sagte und, anknüpfend an das Evangelium des Sonntags vom Säemann, der Hoffnung Ausdruck gab, daß in dem eben gegründeten Darlehnsverein ein Samenkorn in den Boden der Pfarrei Giesel gesentt sei, das hundertfältige Früchte tragen werde.
* Simmershausen a. d Rh., 21. Febr. Der hiesigen Feuerwehr ist von der Bonner Fahnenfabrik eine sehr hübsche, preiswerthe Fahne geliefert worden, und hat am letzten Sonntag, den 17. d. Mts., die Fahuen-
Kottesdienst-Hrdmmg in Inwa.
Sonntag, 24, Febr. Dow. 51/«, 6, 6u. 71/« U. hl. Messen, 9 11. Hochamt u. Verlesung des Hirtenbriefes, 11 u. 1 Uhr Christenlehre, 4 U. Predigt und Andacht, 7 Uhr Andacht in der Marienkapelle. — Stadtpfarrkirche. 5 Uhr Aussetzung des Allerheiligsten, hl. Meffe u. Predigt, 7 U. hl. Messe, 8 U. hl. Messe u. Predigt, 91/« U Hochamt und Verlesung des Fasten- Hirtenschreiben, 11 U. hl. Meffe. 12 Uhr Beginn der Betstunden „Krone Christi", 1 U. erste, 2 U. zweite, 3 U. dritte 4 Uhr vierte und 5 Uhr fünfte Frohnleichnams-Andacht. — Michaels- kirche. 10 U. Gottesdienst. Die Bruderschaftsandacht fällt des Nachmittags aus. — Pfarrkirche zum hl. Geiste. 8 Uhr Amt und Proklamation des Hirtenbriefes. 4 Uhr Andacht und Segen. — i. s. 6'« und 23/« Uhr. — Frauenberg. 5 U. hl. Meffe, 6*/« Uhr Hochamt, 8 U. Bruderschaftsmesse, 2 U. feiert Vesper.
Montag, 25. Febr. Stadtpsarrkirche. 5 Uhr Aussetzung des Allerheiligsten u. hl. Meffe, 6 u. 7 Uhr hl. Messen, 8 U. Hochamt und 9 Uhr hl. Messe. 10 11. Beginn der Betstunden, erste, 11 Uhr zweite und 12 Uhr die dritte Frohnl.-Andacht, 1 Uhr erste Frohnl.-Andacht, 2 Uhr feierliche Vesper, gehalten von den Herren Alumnen des Priesterseminars, 3 Uhr dritte, 4 11. vierte u. 5 11. fünfte Frohnl.-Andacht.
Fulda, 23. Febr. Am heutigen Schweinemarkt waren keine Läufer zugetrieben, dagegen 150 Stück Ferkel, Preis 22—36 M.
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