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Es folgt der Antrag Ancker und Gen. (frf. Vp.) wegen Vorlegung einesReichsgcsetzes über dieNeueintheilung der Wahlkreise.

Abg. Hermes (frf. Vp.) führt aus, daß heute von einem gleichen Wahlrechte nicht mehr die Rede sein könne, ha in Folge des verschiedenen Wachsthnrns der Wahlkreise die W h er­zähl sehr versa jeden groß und demgemäß das Wahlrecht des Einzelnen relativ größer oder geringer sei. So sei z. B. der 6. Berliner Wahlkreis 14 mal io groß als Lippe-Schaumburg, wo die Stimme des einzelnen Wählers also 14 mal io viel b deute, als in Berlin VI. Dieser Ungerechtigkeit müsse durch Neuein- theilung der Wahlkreise ein Ende gemacht werd n.

Abg. Tutzauer (Soz.) erklärt, daß die Sozialdemokraten die Einführung des Proportional-Wahlsystems erstreben, durch welches die Gleichheit des Wahlrechtes vollkommen verbürgt würde, ganz gleich, ob die Wahlkreise gleich groß sei, n oder nicht.

Abg. Rickert (fr. Vgg.) erklärt sich k rz für den An rag.

Die Deba'te ist damit beendet. Auf Antrag des Abg. Rich­ter wird die Abstimmung über den Antrag in Folge der schwachen Besetzung des Hauses einstweilen ausgesetzt.

Auf der Tag sordnung steht noch die erste Beeathung der Anträge P ach nicke (srs. Vgg.), Ancker (frf. Vp.) und Auer (Soz.) über die Volksvertretung in den Bundesnaaten. Antrag Pachuicke will durch einen Zusatz zum Art. 3 der Ver­fassung bestimmen, daß in jedem Bundesstaate eine aus Wahlen hervorgehende Volksvertretung bestehen soll, die jedem Landes- ges tz und demStaatshausualt zuzuüimmen habe. AntragAncker verlangt darüber hinaus, daß die Wahlen gleiche, direkte, all ie- meine und geheime s in müssen, wählend der Antrag Auer für alle über 20 Jahre alten Reichsangehörigen ohne Unterschied des Geschlechtes das Wahlrecht in den Bundesstaaten und in Elsaß- Loth,ingen fordert.

Abg. Pachnicke, ein Mecklenburger, schildert den parla­mentslosen Zustand in seiner Heimath und bittet: Geben Sie Mecklenburg eine Volksvertretung!

Mecklenb. Bundes-Bevollmächtigter v. Oertzen bestreitet entschieden die Berechligung des Reiches, sich in die inner, n Ver­fassungs-Angelegenheiten der Bundesstaaten einzumischen und er­klärt, die mecklenburgische Regierung werde sich eine solche Ein­mischung, die übrigens früher schon vom Bundesrathe abgelehnt worden sei, nicht gefallen lassen; sie habe keine Lust, ihre durch Jahr­hunderte bewährten Einrichtungen mit den zweifelhaften uud schon überlebten Errungenschaften der Neuzeit zu vertauschen. (Bravo! rechts.)

Abg. v. B u ch k a - Mecklenburg (kons.) schließt sich diesen Aus- sührunngen an.

Da inzwischen die Konservativen beantragt haben, über die Anträge zur Tagesordnung überzugehen, woraus nach der Ge­schäftsordnung nur noch ein Redner für und ein Redner gegen den Uebergang zur Tagesordnung sprechen können, so beantragt Abg. Singer dieVerkagung derSitzung und bezweifelt zugleich die Beschlußfähigkeit des Hauses.

Der Namens-Ausrus ergibt die Anwesenheit von nur 166 Abgeordneten, also die Beschluß uns äh i gkeit des Hauses.

Präsident v. Levetzow bemerkt, das Haus wäre beschluß­fähig, wenn nicht bei dem Aufruf eine Anzahl Mitglieder das Haus verlassen hätten, und beraumt die nächste Sitzung an aus

Mittwoch 1 Uhr: Interpellation Hitze-Lieber (Centr) wegen der Organisation der Arbeiter; Wahl- prüsungen.

Aus den» preutz. Abgeordnetcrrtzause.

12. Sitzung vom 5. Februar, 11 Uhr.

Die erste Lesung der Vorlage wegen Errichtung einer Generalkommissiou für Ostpreußen wird fortgesetzt.

Abg. Rickert (fr. Vgg) bntet den Minister um eine be­ruhigende Erklärung, daß die Polen nicht von den Wohlthaten der Rentengutbildung ausgeschlosfen werden sollen.

Abg. Dr. D i ttr ich-Braunsberg (Centr.) fragt, ob man denn die Polen von der Erwerbung von Rentengütern aus- fchließen oder ihnen etwa besondere Wohnsitze anweifen wolle. Redner warnt vor der Uebertragung der Antipolenpolitik auf das wirthschaftliche Gebiet, denn dadurch würden die nationalen Gegensätze nur noch mehr verschärft werden, während es doch gerade Aufgabe einer weifen Stuatsregierung fein müßte, diese Gegensätze zu mildern. (Beifall im Centr. und bei den Polen.)

Abg. Motty betont, daß die Behandlung der Polen in Oesterreich, die daselbst völlig gleichberechtigt seien, die besten Früchte getragen habe. Kaiser Franz Joseph habe noch un­längst der Loyalität der Polen das glänzendste Zeugniß ausge­stellt.

Die Debatte wird geschlossen und die Vorlage an eine Kommission von 14 Mitgliedern verwiesen.

Der Etat der Gestütsverwaltung wird hierauf, bei Fortsetzung der Speüalberathung des Etats, ohne nennens- werthe Debatte angenommen.

Zum Etat der Domänenverwaltung betont

Minister Frhr. v. Hammerstein, daß die Domänen nicht lediglich nach fiskalischen Gesichtspunkten verwaltet werden dürfen, sondern namentlich auch als landwirthschaftliche Muster- und Versuchsanstalten gelten müssen, und weist auf den Rück­gang der Domänenpachten und die Zunahme der gestundeten Pachtsummen hin.

Diaspora u. Bomfatius-Sammelverein.

Groß und schwer ist die Noth unserer Glaubens­brüder in der Diaspora. Während nämlich bis zu Be­ginn unseres Jahrhunderts Katholiken und Protestanten, auf bestimmte Länder und Gebiete beschränkt, fast ganz abgeschlvsfen für sich lebten, vollzog sich in unserem Jahrhunderte die Vermischung der Konfessionen in schnellem Schritte. Begünstigt wurde diese Vermischung sowohl durch die leichten Verkehrsmittel als auch ganz besonders durch die Freizügigkeit. Und so hat sich schon heute die Vermengung und Vermischung der beiden Konfessionen so weit vollzogen, daß sich wohl kaum noch ein größerer katholischer Ort finden läßt, in dem nicht auch Protestanten wohnen; daß es kaum noch einen protestantischen Ort gibt, in dem nicht auch Katholiken wohnen. Tausende von Katholiken wohnen in ganz protestantischen Gegenden und Gemeinden, Tausende von Katholiken leben verlassen mitten unter Protestanten ohne Gottesdienst, ohne Predigt, ohne die hl. Sakramente; nicht selten findet sich int Umkreise von vielen Meilen keine katholische Kirche, keine katho­lische Schule. Trauriges Loos solcher Katholiken! Aber in noch viel schlimmerer Lage befinden sich die Kinder solcher kath. Eltern in jenen Gegenden. Da sich oft Meilen weit kein kath. Priester und Lehrer befindet, wer soll da diese armen Kleinen unterrichten in der

Abg. v. Schalscha erblickt hierin den treffendsten Beweis für die fortschreitende Verarmung des Landes.

Abg. Seer (natl.) findet die Urfache des Rückgangs der Domänenpachten hauptsächlich in den gesteigerten Lasten und Abgaben, sowie in den hohen Arbeitslöhnen

Zu dem Triel „Er'rag aus den Mineralbrunnen" (1,767,000) beantragt die Kommission eine Resolution, durch welche die Regierung ersucht toirb, auf eine Verbilligung der Mineralwasser auch im Klinverkeyr hinzuwirken.

Abg. Schaffner (null.) empfiehlt die Resolution.

Abg. v. Strom deck (Ctr.) meint, daß die Resolution nicht viel nützen könne, weil die Regierung in den Verträgen mit den B'unnenpächtern bezüglich der Preise gar keine Bedi gungen gemacht habe; in Zukunst sollte in den Verträgen den Pächtern iin bestimmter Maxmtalr reis gesetzt werden. Regierungskommiffar Geh. Rath Jäger äußert gegen eine solche Preisbeschränkung Bedenken und meint, die Pächter hätten ohnehin schon ein Inter­esse daran, die Preise möglichst niedrig zu bemessen, um so mehr abzusetzen.

Abg Cahensly (Ctr.) betont, daß eine Verbillgung der Mineralwässer für die ärmere Bevölkerung ein dringendes Be- dürfniß fei, und bittet deshalb, die Resolution anzunehmen. Der Regierung empfiehlt Renner, dafür zu sorgen, daß für die Bevölke ung von Selters und Umg gend das Wasser wieder wie früher zu billigen Preisen abgelassen werde.

Die Resolution wird hierauf angenommen.

Abg. Sieg Olatl.) findet, daß die Domänengebäude zu luxuriös gebaut werden, worin ihm

Abg. Gerlich (frt.) besonders bezüglich der Arbeiter­wohnungen bei flüchtet.

Minister Frhr. v. Hammer st ein betont entschieden, daß die berechtigten Wünsche auch der ländlichen Arbeiterbevölkerung berücksichtigt werden müßten. Mit dem Unfug der Arbeiter­kasernen müsse endlich einmal aufgeräumt werden! Das ent­spreche auch den besonderen Intentionen Sr. Majestät.

Der Rest des Tomänenetats wird genehmigt.

Mittwoch 11 Uhr: Fortsetzung der Spezialberathung des Etats; zunächst mit dem Forstetat.

Stabt, Provinz und Nachbargebiet.

Fulda, 7. Februar.

* Unseren Lesern übergeben wir hiermit den uns heute zur Veröffentlichung zugegangenen Grschäftsbrricht des Vorstandes der Fuldaer Aktiendruckerei über das Jahr 1894. Derselbe lautet:

Die Herren Aktionäre unserer Gesellschaft werden gewiß mit Lächeln vor einiger Zeit die Behauptung eines hiesigen Blattes gelesen haben, daß es sich bei unserem Unternehmen um nichts handele als „um Geld, nur um Geld!" Daß die Herren Aktionäre keinen materiellen Vortheil für sich erstreben, daß solche zum Theil arbeiten — nicht um Geld, sondern ohne Ent­gelt — nur um das Bestehen einer unabhängigen katholischen Presse zu ermöglichen, mag ja Manchem unglaublich erscheinen, und doch ist die Druckerei nur zu diesem Zwecke gegründet und die Aktionäre haben ihre persönliche Uneigennützigkeit stets glänzend bekundet.

Sofern auch in diefem Jahre die Generalversamm­lung den Vorschlägen des Vorstandes zustimmen wird, werden die Aktionäre für das Jahr 1894 wieder 4 °/o Dividende, in Summa Mk. 480 (oder ganze 6 Mk. per Aktie ä Mk 150) erhalten. Gewinnantheile und Tantiemen werden die Herren vom Aufsichtsrathe und Vorstand ebenso wenig nehmen wie früher.

Den Aktionären — wie auch unseren Gesinnungs­genossen — wird es immerhin angenehm fein zu er­fahren, daß das Resultat des Geschäftsbetriebes im Jahre 1894 trotz mancherlei Schwierigkeiten im Großen und Ganzen ein befriedigendes genannt werden muß. Wenn auch keine Extraabschreibungen statt- sinden können, so sind doch die gewöhnlichen Abschrei­bungen von 10° o auf Maschinenconto (Mk. 1,089.14), auf Mobilienconto (Mk. 988.90) und 2O°/o auf Schriftenconto (Mk. 1,192.28) geeignet, die gesunde Weiterentwickelung des Geschäftes zu garantiren. Durch frühere Extraabschreibungen und obige Normalab­schreibungen stehen die Maschinen der Druckerei z. B. heute nur noch mit Mk. 9,802.24 zu Buch. Die Ab­schreibung von 2O°/o auf Schriftenconto entspricht der Abnutzung der Schriften und auch die Summe der kath. Religion? Gern wohl möchten vielfach die Eltern ihre Kinder in der kath. Religion unterrichten lassen, aber weit und breit ist keine kath. Schule und Kirche, und sie auf ihre Kosten in kath. Gegenden und kath. Schulen zu schicken, dazu sind meistens die Eltern zu arm. Auf diese Weise gehen jährlich wohl Tausende von Kindern kath. Eltern der kath. Kirche verloren. — Um nun der geistigen Noth dieser armen Kinder zu steuern, sind kath. Waisenhäuser und sogen. Kom- munikanten-Anstalten gegründet worden. In die letzteren werden jene Kinder ausgenommen, welche seither die kath. Schule nicht besuchen konnten, um sie wenigstens die nothwendigsten Wahrheiten der kath. Kirche zu lehren, auf eine gute Erstkommunion vorzubereiten und so für die kath. Kirche zu retten. Das Bauen solcher Anstalten aber,- die Besoldung von Priestern und Lehrern, die an diesen Anstalten wirken, und die Ver­pflegung der Kinder, welche sie besuchen, kosten viel Geld. — Woher aber diese Summen nehmen? Der Bonifatius - Sammelverein nun ist zu dem Zwecke gegründet worden, um das nothwendigc Geld zusammenzubringen. Er hat es sich zur Aufg ibe ge­macht, durch eifriges Sammeln und Verwerthen einer Menge von fast unbedeutenden Gegenständen — wie Cigarrepabfchnitten,Metallabfällen,Brief- marken, alten Münzen u. s. w., von kleineren und größeren Baarbeträgen — die Mittel zu

■ Abschreibung (Mk. 2,192.28) entspricht den Aufwen­dungen für im Laufe des Jahres neuangeschaffte refp. wieder ergänzte Schriften. Die Bilanz gestattet in 'diesem Jahr eine Abschreibung von 2°/o auf Immo­bilien conto (gegen l°/o im Vorjahre und 1h°lo im Jahre 1892) = Mk. 3,057.30. Auch dieser Betrag entspricht den Verhältnissen, indem die Abnutzung der Gebäude durch den Betrieb der Druckerei und einer öffentlichen Wirthschaft zu berücksichtigen ist. Die Immobilien stehen mit Mk. 149,808.12 unter den Aktiven.

Es wird auch im laufenden Jahre das Bestreben des Vorstandes sein, möglichst ohne Erweiterung des Betriebes, die Verhältnisse fdes Aktienunternehmens in sich immer mehr zu festigen.

Der Abonnenten st and der Blätter unseres Ver­lags ist ein durchaus befriedigender. Die genaue Uebersicht über den Stand des Unternehmens bietet die (demnächst zu veröffentlichende) Bilanz. Auf Gewinn- und Ver- lustconto stehen das Salär- und Honorarconto mit Mk. 36,971.96, die verschiedenen Zinsenconti mit Mk. 6620.99, wogegen das Dividendenconto mit nur Mk. 480 figurirt, während Aktiva und Passiva im Ganzen mit Mk. 210,862 99 bilanziren.

* Der .Köln. Volkszeitung' wird aus Trier.vom 1. d. M. geschrieben: Gestern Abend hielt im katho­lischen Bürgerverein der General-Obere der deuischen Ordensprovinz der Väter vom hl. Geist, der hochw. P. Acker, einen interessanten Vortrag über die Sklaverei in Afrika. Unsere beiden hochw. Herren Bischöfe waren anwesend. Aus den einleitenden Bemerkungen des Vereins-Vorsitzenden, Herrn Justizrath Müller, geht hervor, daß das geplante deutsche Missionshaus der Väter vom hl. Geist in der Erzdiözese Köln errichtet werden soll. P. Acker theilte mit, in Afrika wirkten 300 Priester seiner Ordensgesellschaft in sechs aposto­lischen Vikariaten und sechs apostolischen Präfekturen. In nächster Zeit soll hier eine lebhafte Agitation zu Gunsten des Afrika-Vereins deutscher Katholiken ein­geleitet werden. — Nach vorstehender Mittheilung ge­winnt es den Anschein, als ob die Väter vom hl. Geist (Oblaten) von ihrem Plan, in Fulda eine Nieder­lassung zu gründen, Ab st and genommen hätten. Das Nähere wird man ja bgld erfahren.

Am 5. ds. Mts. fand eine außerordentliche Hufschmiedeprüfung vor der hiesigen Kommission statt. Der Hufschmied Jos. Dehler von Petersberg bestand sowohl die theoretische wie praktische Prüfung zur Zu­friedenheit der Kommission, den theoretischen Theil fogar sehr gut.

* Für die hungernden Singvögel, deren Nahrungs­quellen durch den so überreich gefallenen Schnee ver­schüttet worden sind, fangen die harten Wintertage an verderblich zu werden. Hier gilt es, daß Jedermann eingreift, dem irgend die Gelegenheit dazu gegeben ist.

* Aus der Hanauer Strafkammersitzung vom 4. Febr. berichtet die ,Han. Ztg/Folgendes: Die Ehe­frau des Maschinenheizers Bachmann von Fulda hatte Berufung eingelegt gegen das vom dortigen Schöffen­gericht wegen Hehlerei über sie verhängte Urtheil von 14 Tagen Gefäagniß. Sie hatte von ihrer Schwester einen von dieser gestohlenen Sammtkragen im Werthe von ca. 35 Mk. gegen Zahlung von 5 Mark ange­nommen, obgleich sie wußte, oder doch wissen mußte, daß sich ihre Schwester einen solchen werthvollen Sammtkragen nicht selbst kaufen konnte. Das Urtheil wurde von der Strafkammer aus denselben Gründen bestätigt. — Der Landwirth Eberling von Lieblos hatte die mit ihm in demselben Hause wohnende Ehe­frau Bieber nach voraufgegangenem Streit durch die Worte: „Ich steche Dir die Kehle ab," bedroht und war deshalb vom Schöffengericht Gelnhausen zu einer Geldstrafe von 15 M. verurtheilt worden. Auch er hatte dagegen Berufung eingelegt, indem er bestreitet, diese Drohung ausgestoßen zu haben. Die Ehefrau schaffen für genannte Kommunikanten-Anstalten in der Diaspora. Auch in unsere Diözese hat dieser Verein Eingang gefunden und seit 1889 segensreich gewirkt. Eifrig hat man oben genannte Gegenstände gesammelt, mäßig stossen auch die Baarbeiräge, so daß der Verein in der Stadt Fulda allein seit 1890 eine Einnahme von ungefähr 3000 M. erzielt hat. Aber immer noch werden genannte Gegenstände als werthlos fortgeworfen, statt sie zu sammeln und dem Bonifatius-Sammel- verein zu überweisen; ja im letzten Jahre hat der Eifer gegen früher bedeutend nachgelassen. So gehe man wieder mit neuem Eifer ans Werk und sammle fleißig; besonders jene Herren, die mit dem Leeren der aus­gestellten Küsten beauftragt sind, mögen wieder eifrig diefem Werke der Nächstenliebe obliegen, regelmäßig die Kästen leeren und den Inhalt nebst einem kurzen Berichte über den Zustand der Kästen abliefern an die Fuldaer Aktiendruckerei oder Herrn Georg Kalb, Kauf­mann, Karlstraße in Fulda. Auch möge man zahlreich dem Vereine als ordentliches oder Ehren- Mitglied beitreten und ihn durch Baarbeiträge unter­stützen. Für wichtige und hohe, ja die höchsten Zwecke arbeitet der Bomfatius-Sammelverein; gilt es doch unsterbliche Seelen der kath. Kirche zu erhalten und für sie zu retten, ist es doch ein Werk kath. Mission im eigenen deutschen Vaterlande. P.