Einzelbild herunterladen
 
  

* Die gestrige Versammlung der Bauernvereine

Eine angenehme Ueber-

verehrter Herr Landtagsabgeordneter Kircher die Tribüne bestieg und eine mit großem Beifall aufge­nommene Rede hielt. Die Ausführungen des Herrn Generalsekretärs Jasper aus Münster, welcher die allgemeine Lage der Landwirthschaft darlegte, waren hochbedeutsam und wurden mit großer Aufmerksamkeit angehört. Wir werden in der nächsten Nummer unseres Blattes Näheres über den Bauerntag berichten.

* (Aus der Personal-Chronik der Diözese Fulda.) rodenbach. 20) Jacobi, Otto, Oberförster, Burgjoß Dem Vernehmen nach wurde der Kaplan Nitzge zu 21) Sommer, Peter, Fabrikant, Kesselstadt. 22) Rabenau Blankenau als solcher nach Neuhof und der dasige Wilhelm, Kaufmann, Hanau, Nordstraße 14. 23)Coquot Kaplan Hülsmann als Kaplan nach Blankenau an- Ä ~ ‘ ~

gewiesen.

Karl, Fabrikant, Hanau, Leipzigerstraße 41. 24) Zwerne- mann, Heinrich, Fabrikant, Hanau, v. d. Frankfurter Thor 14 a. 25) Tag I., Friedrich Wilhelm, Oekonom, Ravolzhausen. 26) Henkel, Hch., Rentner, Hanau, Hammergasse 9. 27) Klappert, Hch., Kaufmann, Fulda. 28) Jae, Johannes, Bauer, Breitenbach. 29) Nicolay, Martin, Bierbrauereibesitzer, Hanau, Auheimer- weg 12. 30) Thiel, Louis, Rentner, Fulda.

* Aus der Hanauer Strafkammersitzung vom 29. Januar berichtet die ,H. Z.' u. A. Folgendes: Die Wittwe des Schreinermeisters Arnd von Fulda war wegen Unterschlagung eines Huhnes, das ihr zu­gelaufen war, zur Anzeige gebracht, aber durch schöffen­gerichtliches Erkenntniß freigesprochen worden. Gegen dies Urtheil hatte die Königl. Staatsanwaltschaft Be­rufung eingelegt, die aber ebenfalls verworfen wurde, da ein Beweis dafür, daß die Frau die Absicht hatte, das Huhn zu unterschlagen, nicht als erbracht ange­sehen wurde.

* Wie uns mitgetheilt wird, haben sich bis jetzt zu dem neugegründeten Fulda-Haun-Ulsterthal-Sängerbund zwölf Vereine mit ungefähr 500 Mitglieder angemeldet. Am 10. Febr. ds. feiert der Bund im Schultheis'schen Theatersaal sein Wiegenfest durch einen Festkommers, nachdem am Vormittag desselben Tages in der „Harmonie" eine Delegirten - Versammlung zur Er­ledigung des geschäftlichen Theiles stattgefunden hat. Das. erste von dem Sängerbund abzuhaltende Sänger­fest soll im Juli d. Js. Hierselbst abgehalten werden.

* Zu der am 18. Februar beginnenden Schwur­gerichts-Periode, bei welcher Herr Landgerichtsrath Dr. Brandt den Vorsitz führen wird, wurden folgende Herren als Geschworene ausgeloost: 1) Korff, Max, Fabrikant, Hanau, Bangertstraße 15. 2) Henrich, Vincenz, Fabrikant, Hanau, Herrengasse 17. 3) Göbel, Hch-, Holzhändler, Breitenborn. 4) Lieber, Louis, Privatier, Hanau. 5) Kehm, Jakob, Oekonom, Wolfer­born. 6) Her es, Adam, Maurermeister, Fulda. 7) Kuntz, Hch., Fabrikant, Aufenau. 8) Röder, Eduard, Wirth und Metzger, Orb. 9) v. Mansbach, Freiherr, Rittergutsbesitzer, Mansbach. 10) Kramer, Ernst, Maurermeister, Fulda. 11) Müller, Richard, Fabri­kant, Fulda. 12) Klöber, Georg, Müller, Marjoß. 13) Leipold I., Hch., Bauer, Kressenbach. 14) Fasold, Adam, Müller, Gersfeld. 15) Fehl, Adam, Kaufmann, Schlüchtern. 16) Stern, D. L., Kaufmann, Schlüch­tern. 17) Kohlhepp, Justinian, Fabrikant, Hanau, Französische Allee 16. 18) Bachmann, Karl, Oekonom, Neuses. 19) Schaaf, Wilh. Adam, Gastwirth, Nieder-

W. In der am vergangenen Mittwoch abgehaltenen Bürgerausschkß - Sitzung wurde das Aufrücken des Sekretariats-Assistenten Trabert in die 1. Beamten- Kategorie und damit die Ernennung zum Steuer-Sekretär, sowie die Bestellung des Sekretariats-Assistenten Riedel als Sparkassen-Kontrolleur unter theilweiser Entbindung von seinen jetzigen Funktionen, die einer weiter anzu­nehmenden Schreibhilfe übertragen werden, genehmigt. Die Erhebung der Verbrauchssteuer von Branntwein, Essig und Obstwein wird von der Sparkasse getrennt und der Kämmereikasse überwiesen. In Folge dieser, sowie durch die Erhebung der sämmtlichen direkten Staatssteuern der Kämmereikasse für die Folge ent­stehenden Mehrarbeiten wird ein weiterer Kassengehilfe und ein Vollziehungs-Beamter bestellt. Ersterer Posten ist dem Steuerkassen-Gehilfen Ignaz Remmert (Ful­daer), z. Zt. bei der Steuerkasse 1 in Kassel beschäf­tigt, übertragen worden. Der Bestellung eines ge­prüften Zeichenlehrers an der Realschule wurde unter gewissen Bedingungen zugestimmt. Der Verkauf des Hofküchengartens an Fabrikant August Hohmann zum Preise von 63,000 Mark und des dazu gehörigen Hauses an Metzgermeister Oskar Arnd zum Preise von 19,010 Mark wurde genehmigt. Gegen die Ge­neral-Armenkasse-, die Gaswerks- und die Wasserwerks- Rechnung de 1893/94 war nichts zu erinnern. Der besseren Rentabilität des Wasserwerks wegen wurden Anträge auf Verwerthung des zu 2 la unbenutzt ab­fließenden Wassers gestellt. Die Anordnungen über Anlage von Bürgersteigen in der Stadt und über Er­hebung von Lustbarkeits-Steuern wurden den Vorlagen gemäß angenommen und der Festsetzung einer Anzeige- Prämie für hinterzogene Hundesteuer im Betrage von 1.50 Mk. für jeden begründeten Fall, wie auch die Herabsetzung der bisherigen Anzeige-Prämie bei Be­schädigung an Gaslaternen von 1,50 Mk. zugestimmt. Der Erwerb des Anwesens Nr. 18 in Gichenbach und der Wiederverkauf der für die Stadt entbehrlichen Grundstücke wurde genehmigt. In städtischem Besitz

* (Personal-Chronik.) Ernannt: der Oberlandes- I gerichtsrath Hackel in Kassel zum Präsidenten des Landgerichts in Torgau, der außerordentliche Pro- 1 fesior und Vorsteher der chemischen Abtheilung des physiologischen Instituts der Friedrich-Wilhelms-Uni- versitäts Berlin Dr. Albrecht Kossel zum ordent­lichen Professor in der medizinischen Fakultät und Direktor des hygienischen Instituts der Universität Marburg, der Oberförster Rumpel in Rotenburg zum Forstamtsanwalt für die Oberförsterei Rotenburg- West, sowie für die zum Bezirke des Amtsgerichts in Rotenburg gehörigen Theile der Oberförstereien Stolzingen, Morschen, Wildeck und Rengshausen. Versetzt: der Landrath Dr. jur. Lotz aus dem Kreise Leer in gleicher Eigenschaft in den Kreis Melsungen. Verliehen: dem Senatspräsidenten bei dem Oberlandes­gericht, Geheimen Oberjustizrath Dr. Petri in Kassel der Rothe Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub, den Landgerichtsdirektoren Wippermann und Volz in Kassel, sowie dem Landgerichtsrath Gleim in Mar­burg der Rothe Adlerorden 4. Klasse, dem praktischen Arzt Dr. med. Grau in Kassel der Kronenorden 3. Klasse mit der Zahl 60, dem Polizeikommissar Schmitt und dem Privatbaumeister Koch in Kassel der Kronenorden 4. Klasse, den Bürgermeistern Eck­hardt in Hainrode, Schmidt in Hechelmannskirchen und Reußwig in Dörnhagen, dem Oberbrandmeister Jung in Schmalkalden und dem Revierförster Hücker in Ottrau das Allgemeine Ehrenzeichen.

X Rothemann, 31. Jan. Ein sehr trauriger Unglücks­fall hat sich gestern in unserer Gemeinde zugetragen. Der 22jährige Eduard Goldbach von hier wollte Vormittags vom Boden der Scheune Stroh in die Tenne werfen und stürzte dabei herab. In Folge Genickbruches trat der Tod sofort ein.

* Kassel, 29. Jan. Der Landes-Ausschuß tritt am Montag, den 4. Februar d. I., Vormittags 10 Uhr, im Ständehaus dahier zusammen.

* Kassel, 31. Jan. Der Marschall Canrobert, dessen Tod gemeldet wird, hielt sich nach seiner bei der Armee von Metz erfolgten Gefangennahme zu­nächst einige Zeit in Kassel auf und wohnte gleichwie

* Der Kirchenchor der Stadtpfarrkirche wird nächsten Sonntag, den 3. d. M., beim Hochamte die neue dem Hochwürdigsten Herrn Bischof gewidmete Müller'sche St. Bonifatius-Messe singen. Nachmittags 4 Uhr veranstaltet der Kirchenchor eine kirchenmusika­lische Aufführung in der „Harmonie", bei welcher u. A. Kompositionen von Palestrina, Orlandus, Koenen und Witt zum Vortrage kommen.

* Neapel, 30. Jan. In Folge von Unruhen unter den hiesigen Studenten ist die Universität ge­schlossen worden.

* Warschau, 29. Jan. Wie verlautet, wurden im Bezirk Chelm 18 katholische Geistliche verhaftet, weil sie Unirte nach katholischem Ritus getraut haben sollen! Jüngst hieß es, auch in Warschau seien zahl­reiche Geistliche verhaftet und nach der Citadelle ge­bracht worden. Etwas Näheres dürste über diese ge- heimnißvollen Verhaftungen vorderhand wohl nicht zu erfahren sein. Soviel aber steht fest, daß der Ge­wissensdruck in Polen auch unter der Regierung des neuen Zaren nur unmerklich abgenommen hat.

* Petersburg, 29. Jan. Das Kaiserpaar empfing 182 Abgeordnete des Adels, der Städte, der Semstwos, Kosaken und Vertreter der Kaukasier. Der Kaiser sprach die Versammelten wie folgt an: „Ich weiß, daß in einigen Vereinigungen des Semstwos Stimmen laut geworden, welche auf den Wunsch der Verwirk­lichung absurder Träume hindeuten, indem man glaubte, daß die Semstwos an den Staatsangelegenheiten theil- nehmen würden. Jedermann wisse, daß ich alle meine Kräfte der Wohlfahrt des theuren Rußland weihe, aber ebenso fest und beständig wie mein unvergeßlicher Vater die Autokratie aufrechterhalten werde."

* London, 31. Jan. Ueber den Untergang des Dampfers „Elbe" wird weiter berichtet: Der Zu­sammenstoß beider Schiffe erfolgte 47 englische Meilen südwestlich von Haaks Leuchtschiff. Es war sehr dunkel, aber klare Luft. An Bord war alles zu Bett. Der Stoß war furchtbar; er schlug tief mitten in den Maschinenraum; sofort überfluthete das Wasser das Hintertheil der „Elbe". Kein ein­ziger Passagier der ersten Kajüte und nur 5 Passa­giere der zweiten Kajüte wurden gerettet. Dem Stoße folgte eine große, schreckliche Verwirrung. Alles eilte nach den Booten. Der gerettete Passagier A. Hof­mann theilt mit: Es wurden zwei Boote herabge­lassen, von denen eines sogleich unterging; von den I Passagieren in diesem Boote wurde nur Frau Anna Boecker in ein anderes Boot gerettet. Nach 20 Min., 1

verbleibt nur ein Acker, wodurch die Integrität der Pfaffenquelle für immer gesichert ist, sowie eine Wiese, welche in der Mitte zwischen der Pfaffenquelle und der neuen Quelle liegt, so daß eine Verbindung dieser beiden Quellen leichter ermöglicht werden kann. Die Berathung über die Verlegung des Rathhauses in das Stadtschloß wurde der vorgerückten Zeit wegen vertagt und dieserhalb Sitzung auf Freitag, den 8. d. Mts., anberaumt.

329 gegen 79 Stimmen. Sodann brachte Justiz- Minister Trarieux die Amnestievorlage ein. Die­selbe bewilligt den wegen eines Komplots oder Attentats gegen die innere Sicherheit des Staates, sowie den .... _________o __________________

wegen Preß- und Streikvergehen Verurtheilten volle I war trotz ber' ungünstigen Witterung gut besucht "und und ganze Amnestie. Die Vorlage wurde mit 511 verlief programmgemäß. Ci... „..n....v....

gegen 7 Stimmen angenommen. (Rufe auf der äußersten raschung wurde den Anwesenden zu Theil, als unser Lrnken: Es lebe Rochefort!) Abbe Lemire brachte ' ' " " ‘' " ' ' -. -

hierauf eine Resolution ein, in welcher die Regierung aufgefordert wird, die gegen Beamte und Mitglieder des Klerus getroffenen Disziplinarmaßregeln aufzu- tzxhen. Der Antrag wurde mit 284 gegen 165 Stimmen angenommen."

feit sind sie für dieselbe in dm Wahlkampf ein- getteten; Geistliche und Laien wetteifern in diesem Kampfe miteinander; von den Männern, welchen das Volk schon seither ein Abgeordnetenmandat anverttaut hatte, steht keiner mehr im Wahlkampf, der nicht für's Centtum kämpft; der nahende Wahltag wird die Krönung des Werkes bringen, indem jeder katholische Wähler seine Bürgerpflicht thun wird für's Centtum, für's katholische Volk, für Kirche und Vaterland. So meint das ,Berliner Tageblatt': „Die neue Partei darf in der nächsten Kammer auf mindestens 20 Sitze rechnen. In Gröber einen ungemein gewandten und energischen Führer besitzend, wird sie sich rasch einen starken Einfluß sichern. Schon am gegenwärtigen Wahl­kampf bewährt sie straffe Parteidisziplin." Die,National­zeitung' sagt, das Centrum werde seine 20 Wahlbezirke, die ihm durch konfessionelle Majorisirung gesichert sind, im ersten Ansturm nehmen, das Schicksal der übrigen 50 Kreise liege, soweit sie nicht lediglich eine ernstliche Kandidatur aufzuweisen das Glück haben, mehr oder weniger in der Hand kleiner Mehrheiten, die herüber oder hinüber ausfallen können. Die gegnerischen Par­teien sind demoralisirt. Demokraten und Deutschpatteiler — die Sozialdemokraten kommen in einem, dieMnser- vativen kaum in einem Wahlkreise ins Spiel — greifen im Wahlkampf zu Mitteln, welche eine Partei selbst für den Fall augenblicklichen Erfolges innerlich ruiniren. Sie haben nicht blos Kandidaten in ihre Reihen zu­gelassen, welche sich öffentlich von den obersten Partei­grundsätzen und Parteizielen losgesagt haben, sondern auch gemeinsame Kompromißkandidaten ausgenommen, welche in den wichtigsten Programmsätzen theils der einen, theils der anderen Partei widersprechen. Darin liegt der Keim für den Ruin beider Parteien. Und Alles das geschieht aus Haß gegen die neugcgründete Centrumspartei! Freuen wir uns der Macht dieses vielgehaßten Centtums! Um so mehr wird das katho­lische Volk die letzte Kraft anspannen, ihm zu einem glänzenden Wahlsieg zu verhelfen.

Ausland.

* Bern, 30. Jan. Der Bundesrath beschloß heute die Ausweisung von 17 in Tessin wohnenden Anarchisten; die Namen derselben werden erst nach vollzogener Maßregel veröffentlicht werden.

* Paris, 30. Jan. Die Deputirtenkammer ertheilte dem Ministerium Ribot unter Ablehnung eines An- ttags des Radikalen Goblet ein Vertrauensvotum mit I

während sich Frauen und Kinder in den Booten ein­schifften, ging die „Elbe" plötzlich unter. Das Rettungsboot mit 20 der Geretteten wurde während 6 Stunden hin und hergettieben und endlich von dem Fischerboot Wildflower an Land gebracht. — Es waren 138 Zwischendeckspassagiere an Bord. An Bord befand sich auch ein deutsch - amerik. See­postamt. Die „Elbe" ist seit 14 Jahren im Dienst und kostete 6 Mill. Mark. Sie hatte viele deutsche und holländische Auswanderer an Bord. Die „Elbe", welche von einem tüchtigen Schiffsführer, dem Kapitän v. Goesseln kommandirt wurde, war einer der ältesten und kleinsten aller deutschen Schnelldampfer; er wurde 1881 durch John Elder u. Co. in Govan in England gebaut. Ursprünglich für den australischen Dienst bestimmt, nahm die „Elbe" die Amerika-Reisen wahr. Sie enthält 5000 Tons, ist 452 Fuß lang, ca. 45—48 Fuß breit. Die Maschinen haben 7500 Pferdekrast und das Schiff machte 18 Knoten (d. h. ca. 21 englische Meilen) die Stunde. Das Schiff verließ Bremerhaven am 29. d. M.

* Aus Nord-Amerika wird berichtet: Der Senat hat ein Gesetz betreff, den Nikaragua - Kanal ange­nommen. Dasselbe verfügt die Ausgabe von 70 Mill. Dollars Bonds unter Garantie des Kapitals und der Zinsen seitens der Vereinigten Staaten, 30 Mill. Bonds werden ohne Garantie der Ver. Staaten aus­gegeben. Die Aufsicht über den Bau des Kanals steht dem Staatssekretär zu; der Präsident bezeichnet von 15 zu ernennenden Direktoren 10,-die die unmittel­bare Leitung des Baues übernehmen. Die Vereinigten Staaten erhalten 70 Millionen Dollars in Aktien als Garantie.

* In Columbien (Mittel-Amerika) ist eine Revo­lution ausgebrochen.

Stadt, Provinz und Nachbargebiet.

Fulda, 1. Februar.