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dasselbe seien auch Fragen über Arbeitszeit, Löhne und Arbeits­losigkeit aufzunehmen. Er beantrage Verweisung der Vorlage an eine Kommission, welche das Wesentliche des Formulars in das Gesetz selbst hineinzuarbeiten habe.

Unterstaatssekretär v. Rottenburg sagt nähere Auf- schlüsse in der Kommission zu. Das Formular werde noch heute Abend im Reichsanzeiger veröffentlicht werden. (Ist aber nicht gescheüen. D. Res.) Nicht aus Furcht habe der Bundesrath so lange mit der Vorlage gewartet, sondern, weil es sich nicht empfehle, sozialstatistische Aufnahmen so ra>ch auf einander folgen zu lassen Er muffe den Bundesrath entschieden dagegen ver­wahren daß er etwas aus Furcht thue oder unterlasse. Der Vorredner hätte ihn an den alten Scherz erinnert daß, seitdem Pythagoras nach Entdeckung seines Lehrsatzes 100 Ochsen ge­opfert, jedesmal alle Ochsen zittern, wenn eine neue Wahrheit entdeckt wird. Der Bundesrath werde aber nie vor der Sozial­demokratie zittern. 1. weil er nicht zum Hornvieh gehöre, 2. weil er die Sozialdemokratie nicht als neue Wahrheit und über­haupt nicht als Wahrheit ansehe. (Heiterkeit u. Beifall rechts.)

Abg. Hasse (natl.) beantragt Verweisung der Vorlage an eine Kommission von 21 Mitgliedern und fragt an, ob in diesem Jahre auch eine Volkszählung außer der Berufszählung statt­finden solle.

Unterstaatssekretär v. Rottenburg erwidert, daß der Bundesrath hierüber noch keinen Beschluß gefaßt habe; es sei aber zweifellos, daß am 1. Dezember eine Volkszählung statt­finden werde, mit der auch eine erneute Ausnahme über die Arbeitslosigkeit verbunden werde; zugleich bilde diese Volks­zählung eine werthvolle Kontrolle der Ergebnisse der Berufs­zählung, die am 14. Juni stattfinden soll.

Abg. Schönlank (Soz.l bemerkt, er habe nicht gesagt, daß der Bundesrath sich fürchte, sondern die herrschende Klasse fürchte sich. Was die Kommission angehe, so genüge es, wenn derselben 14 Mitglieder angehörten.

Abg Hitze (Ctr.) spricht sein Befremden darüber aus, daß das Anfnahmeformular dem Hause noch nicht mitgethesit ist; es sei doch eine eigenthümliche Zumutdung. eine erste Lesung vorzunehmen ohne das allernothwendigste Material. Bloß eine allgemeine Rede über die Bedeutung der Statistik zu halten, fühle er sich nicht gedrungen. In der Kommission w.rdc es das Centrum an eifriger Mitarbeit nicht fehlen lassen. Eine Kommission von 14 Mitgliedern sei ausreichend.

Die Vorlage wird hierauf an eine Kommission von 14 Mitgliedern verwiesen. Auf der Tages-Ordnung steht noch die erste und event. zweite Berathung der kaiserlichen Verordnung betreffend die Erhebung eines (Kamps-) Zollzus chla gs auf spanische Einfuhrartikel.

SL g. v. Salisch (kons.) kündigt für die zweite Lesung eine Resolution an, die einen schleunigen Gesetzentwurf fordert, nach welchem dem Bundesrathe in solchen Zollkriegen das Recht zu­stehen soll, auch aus sonst zollfreie Artikel Zölle zu legen, weil d.ese Artikel durch einen, wenn auch noch so hohen Zoll­zus ch lag nicht getroffen werden.

Abg. Dr. Hammacher (natl.) beantragt mit Rücksicht darauf, daß diese Resolution noch nicht vorliege, die 2. Lesung von der Tagesordnung abzufetzen. Dieser Antrag wird ange- »omm en.

Dienstag 1 Uhr: 2. Lesung der Verordnung über de» Zollzuschlag gegen Spanien, 1. Lesung des Gesetzent­wurfs betreff das Wandergewerbe in Berbiudung mit dem vom Centrum gestellten Anträge betreff, den Hausirhandel. Stadt, Provinz und Uachbarqebiet.

Fulda, 29. Januar.

* In der Sitzung des preußischen Abgeordneten­hauses vom 23. d. M., worüber unseren Lesern Be­richt bereits erstattet wurde, sprach der Centrums-Ab- geordnete Bachem anläßlich der Etats - Berathung u. a. auch vom Dom zu Fulda. Da nun heute der stenographische Bericht vorliegt, können wir den genauen und vollen Wortlaut der betreffenden Bachem'schen Aus­führung hier folgen lassen. Herr Bachem lag-e:

Ich darf aber noch auf Eins den Herrn Kultusminister Hin­weisen. Wenn wir uns bereit haben finden lassen, Mittel für den Dom in Berlin zu bewilligen, würden wir es mindestens nicht unangenehm empfunden haben, wenn nun auch auf der andern Seite (fei es auch nur. um unserem Gefühl entgegenzu­kommen) man irgend einen katholischen Dom gefunden hätte, wecher bedürftig ist, der uns zu Liebe auch hätte staatlich bedacht werden können. Ich erinnere nur an den Trierer Dom. Ich erinnere auch daran, daß ein so gewaltiger, mächtiger Dom, wie der Dom in Fulda — der sich augenblicklich keiner großen Werthschätzung erfreut, weil er ja imRenaissance-Styl erbaut 'st und der Renaissance-Styl nicht mehr ganz in Achtung steht, ob­gleich er in meinen Augen allen anderen Stylen ebenbürtig ist — daß dieser Dom nach wie vor aus Privatmitteln resiaurirt werden muß und darum nur ziemlich dürftig resiaurirt werden kann. Der Staat ist sogar verpflichtet, den Fuldaer Dom in Ordnung zu halten ; man beschränkt sich aber dar iuf, diesest Dom lediglich unter Dach und Fach zu halten. Für tue innere Aus­schmückung lehnt man die Verantwortung ab, die muß mit Piivat- mitteln geschehen.

Vielleicht trägt diese Anregung, für welche gewiß feder Verehrer unserer so sehr bedeutungsvollen Dom- tirche dem Herrn Abgeordneten Bachem Dank wissen wird, nachträglich doch Einiges dazu bei, daß auch zur inneren Ausstattung eine angemessene Beihilfe aus Staatsmitteln gewährt wird. Wir wollen uns dieser Hoffnung wenigstens nicht ganz verschließen.

* Wir werden von Seiten des Kaiserlichen Post­amts dahier ersucht, auf die im Jnseratemheile der letzten Freitagsnummer unseres Blattes enthalten? Bekanntmachung der Kaiserlichen Ober - Postdirektion in Kassel, wonach beabsichtigt wird, im Lause dieses Jahres in Fulda eine Stadtferusprechaulagc einzu­richten, und Anträge auf Anschließnng bis zum 6. Februar an die Ober-Postdirektion in Kassel oder an das hiesige Postamt zu richten sind, nochmals hinzu­weisen. Wir kommen diesem Verlangen gerne nach und wünschen, daß von Seiten der hiesigen Ge­schäftswelt eine recht rege Theilnahnie sich bekunden möge.

* Eine Ermittelung der Ernte-Erträge im Jahre 1894, welche den Zweck hat, durch direkte Umfragen i möglichst zuverlässige Angaben über die wirklich- geern- i tete Menge an Bodenerzeugnisseu zu gewinnen, roftb \ in der ersten Hälfte des Monats Februar im deut- j sehen Reiche vorgenommen werden. Mit der Vorbe- ' reitung und technischen Leitung dieses Unternehmens ist

das König!. Statistische Bureau in Berlin beauftragt, welches die Versendung der nöthigen Drucksachen, so­wie den Rückempfang der ausgefüllten Formulare über­nimmt und etwaige Anfragen erledigt. Die Ausfüh­rung der Ermittelungen im Einzelnen ist Sache der Kreis- und Gemeinde-Behörden. Wie bisher, ist mit diesen Ermittelungen eine Erhebung des Umfanges der Hagelwetter verbunden. Mit Rücksicht auf die Wichtigkeit des in Rede stehenden Geschäftes im Inter­esse der Landwirthschaft wird die in Aussicht genom­mene freiwillige Mitwirkung der landwirtbschaftlichen Vereine, angesehener Landwirthe und ansässiger Orts­einwohner in den Schätzungs-Kommissionen ein bereit­williges Entgegenkommen finden.

* Das Programm für die Freitag, den 15. März d. I. in Hanau stattfindende 2. Hauptversammlung des „Sparkaffenverbandes für den Regierungsbezirk Kassel" ist nunmehr wie folgt festgesetzt: Donnerstag, den 14. März, von Abends 8 Uhr an: Freie Ver­einigung der Theilnehmer in den Räumen des „Bürger­vereins". Freitag, den 15. März er , Vormittags 11 Uhr, im großen Saale des Rathhauses in Hanau 2. Hauptversammlung des Sparkassenverbandes. Tages­ordnung : 1. Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden Herrn Oberbürgermeister Dr. Gebeschus- Hanau, 2. Erstattung des Geschäftsberichts durch den Schriftführer Herrn Kassenrath Boedicker-Kassel, 3. Haushaltungsplan, iowie Kassenbericht des Verbandes, vorgelegt von dem Rechnungsführer Herrn Sparkaffen- Direktor Wichmann-Efchwege, sowie 4. Bericht der Rechnungsrevisoren, der Herren Bürgermeister Schirmer in Hofgeismar und Salomon in Schlüchtern. 5. Bei­tritt des Hessischen Sparkassenverbandes zum „Deutschen Sparkassenverband"; Referent Bürgermeister Lotz- Melsungen. 6. Einrichtung von Nebenrendanturen im Bezirke der einzelnen Sparkassen; Referent der Herr Vertreter der städtischen Sparkasse in Hünfeld, Kor­referent Herr Obersekretär Böschen-Kassel (Vertreter der Kreissparkasse in Ziegenhain). 7. Die Ministerial- Versügung über die Normen für Ausleihung von hypothekarischen Darlehen auf Amortisation, sowie die Abholung von Sparbelrägen durch Beamte der Spar­kassen; Referent Herr Sparkassen-Direktor Wichmann- Eschwege, Korreferent Herr Oberbürgermeister Dr. Antoni-Fulda. 8. Der Geldverkehr der Sparkassen mit den Raiffeisen'schen Darlehnskassen; Referent der Herr Vertreter der Sparkasse in Hünfeld, Korreferent Herr Sparkassen-Rendant Wohlgemuth-Fulda. 9. Schaff­ung eines Instituts für außerordentliche Revisionen der zum Verband gehörigen Sparkassen durch Ver­bands-Revisoren; Referent Herr Kassenrath Boedicker- Kassel, Korreferent Herr Sparkassen-Direktor Wich- mann-Eschwege. 10. Bestimmung des Ortes der nächsten Hauptversammlung des Verbandes nach § 8 der Satz­ungen — Nachmittags 3 Uhr findet im „Hotel zum Adler" ein gemeinsames Mittagsmahl statt.

* Hersfcld, 28. Jan. In einer am nächsten Sonn­tag hier stattfindenden Versammlung wird der Ver­treter unseres Wahlkreises im Reichstage, Herr Werner, laut der ,Hersf. Ztg.' Bericht über seine Thätigkeit während der verflossenen Session abstatten.

* Rotenburg, 25. Januar. Elektrisches Licht für Haus- und Straßenbeleuchtung will ein hiesiger Bürger unserer Stadl schaffen, wenn eine genügende Anzahl Flammen in Aussicht gestellt werden; es zirkulirt zu dem Zwecke augenblicklich eine Liste. Privatbetheiligung wird aber schwerlich genügend Unterstützung bieten, wenn die Stadt und der Bahnhof sich nicht mit der Straßen- und Bahnhofsbeleuchtung daran betheiligen.

* Kassel, 26. Jan. Die in Berlin abgehaltene Versammlung der deutschen Fuhrwerks-Berussgenossen- schaft hat Herrn Posthalter Nebelt hau zu Kassel zum Vorsitzenden gewählt. — Durch Schneeverwehungen fanden erheblich Verkehrsstörungen im Bahn­verkehr nach allen Richtungen statt. Auf der Bahn­strecke Warburg-Arolsen ist ein Zug im Schnee stecken geblieben.

* Hauau, 25. Jan. Der Kaufmann Meyer und der Schneider Schmidt von Frankfurt a.M. wurden von der hiesigen Strafkammer wegen Diebstahls zu je 5 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust, der Schneider Jung von Frankfurt, der einen Theil der gestohlenen Gegenstände versetzt hatte, wegen Hehlerei zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt. Meyer und Schmidt waren am 13. Ott. v. I. nach Soden bei Salmünster gereist, hatten sich dort bei Gastwirth Betz im „Hirsch" einlogirt und während der Nacht ver- nnttelst Sperrhaken verschiedene Gelasse geöffnet und daraus Schuhe, Leibwäsche, Kleidungsstücke, Bettzeug, Cigarren, sowie aus den von ihnen benutzten Betten die Koltern und Bettdecken, im Ganzen für etwa 400 Mark Gegenstände gestohlen. Im Laufe der Nacht wanderten sie mit ihrem Raube nach Wächtersbach und dampften von dort mit dem ersten Morgenzuge nach Frankfurt, woselbst sie die Sachen versetzten.

* Eschwege, 26. Januar. Vorgestern starb der 'älteste Bürger unserer Stadt, der Schuhmachermeister Mangold am Markte. Erst im Dezember beging er im frohen Kreise seiner Familie seinen 98. Geburts­tag. Noch niemals in seinem Leben krank, war er bisher- immer noch so rüsttg, daß er vom Morgen bis zum Abend seinem Handwerk oblag; nur das „Mittags­schläfchen" gönnte er sich. Bon den hiesigen Bürgern

war er der einzige, der sich der traurigen Fremd­herrschaft, fiiamentlich des Soldatenaufftandes 1806/7 und der Erschießung der fünf braven Hessensöhne auf dem Werdchen hier erinnerte.

* Marburg, 26. Jan. In dem dem Adgeordneten- hause zugegangenen Staatshaushalts-Etat für 1895/96 sind folgende Posten für die hiesige Universität einge­stellt: zum Neubau der chirurgischen Klinik vierte Rate 200,000 Mark, zur Deckung eines Fehlbettages bei der chirurgischen Klinik 9100 Mark und zur Deckung eines Fehlbetrages bei der Augenklinik 3600 Mark, in Summa 212,700 Mark. Als Gesammt- Zuschuß für die Universität sind 609,538 Mark eingestellt.

* Weimar, 27. Jan. Ter Landtag wurde heute durch den Staatsminister Dr. Groß in der üblichen Weise eröffnet. Die Propositionsschrift gedenkt zu­nächst des Todes des Erbgroßherzogs und bringt den Dank des großherzoglichen Hauses für die allgemeinen Kundgebungen der Trauer zum Ausdruck. Was den Voranschlag des Staatshaushalts betreffe, so seien in demselben erhebliche Verschiebungen eingetreten. Obwohl die eigene Landeseinnahme trotz der theil- weisen Ungunst der wirthschastlichen Verhältnisse sich auf der früheren Höhe erhalten hätte, so sei doch in Folge der Verhältnisse zum Reich, ungeachtet der größten Sparsamkeit, eine Erhöhung der E i n k o m m e n- steuer nicht zu umgehen. Auch ein weiterer Ausbau der Steuerverfassung sei nöthig. Andere Vorlagen beziehen sich auf eine neue Gemeindeordnung sowie auf die konfessionellen Verhältnisse der Kinder aus gemischten Ehen. Nach der Wiederwahl des Präsidiums" gedachte der Präsident Frhr. von Roten­hahn des Geburtstages des Kaisers und brachte auf denselben ein Hoch aus.

* Darmstadt, 26. Jan Die Revision des Ordens- Gesetzes wurde von der Zweiten Kammer nach kurzer Debatte im Sinne der bekannten Regierungserklärung angenommen. — Der für den Bau der neuen Rhein­brücke bei Worms bewilligte Betrag beläuft sich auf 3,010,000 Mark, von denen 300.000 Mark durch die Stadt Worms aufgebracht werden sollen. Im Ver­laufe der Berathung erklärte Staatsnnnister Dr. Finger, die Regierung sei überzeugt, daß der Erwerb der Hessischen Ludwigs bahn durch den Staat erfolgen müsse.

* Paderborn, 28. Jan. Der hiesige Domherr, Prälat und Professor Dr. Schneider ist zumDom- propste dahier ernannt worfien.e

Wermischtes.

* Bottrop, 25. Jan. Für das hier neu zu errichtende katholische Krankenhaus hat die Arenberg'fche Aktiengesellschaft (Zecke „Prosper") 20,000 M. gespendet. In Folge b efer hoch­herzigen That ist der Bau der Anstalt vollständig gesichert.

* Das Diphtherie-Heilserum. Aufsehen erregt in Wien das abfällige Urtheil, das Professor Kassowitz. eine hervor­ragende Autorität auf dem @eoi&fe der Kinderheilkunde, am 18. Januar in der Gesellschaft der Aerzte über Behring's Serum­therapie abgab. Kaum jemals fei von einem Manne der Wissen­schaft ein so schwerwiegendes Versprechen mit aeiingeret Be­rechtigung ausgesprochen worden, als von Behring. Der Jm- munisirungswerth des Heilserums sei gleich Null. Der Krank­heitsverlauf werde dadurch nicht gebessert, und die wirkliche Sterblichkeit an Diphtherie sei seit der Anwendung des Heil­serums nicht geringer worden. Trotzdem fordert Kassowitz zu ausgedehnten Fortsetzungen der bisherigen Versuche auf, damit die Wahrheit klar an den Tag komme.

Eingesandt.

Der vor einigen Tagen von der ,Fuldaer Zeitung' ver­öffentlichte Artikel „Reste-Geschäfte" veranlaßt den Unter­zeichneten zu folgender Erklärung:

Ich gebe zu, daß Geschäfte dieser Beschreibung existiren, ja daß das Publikum noch schlimmer, als da bezeichnet, getäuscht wird; indessen kann es doch auch noch reelle Geschäfte dieser Branche geben und für das meinige beanspruche ich unbedingt und mit vollem Recht dieses Prädikat. Ein Jeder, der mit den Fabrikattonsverhältnissen in Buckskin vertraut ist, weiß, daß dort jährlich 2- bis 4mal zwecks Herausgabe neuer Muster sogen. Muster-Coupous an gefertigt werden, von denen dann ein großer Theil, oft die Hälfte als überzählig ausrangirt und verkauft werden. Es ist begreiflich, daß in Tuchfabrikations-Centren, wo sich Hunderte von Fabriken befinden, fortwährend derartige Resie- Posten zum Verkauf stehen und der Preis dafür wegen der geringeren Verwerthbarkett ein verhältnißmäßig niedriger ist. Dieses doch auf ganz solider Basis stehende Verfahren, solche Posten zu kaufen und mit einem geringen Aufschlag und wenig Spesen im Einzelnen zu verkaufen, ist der Gegenstand meines Geschäftes. Beweisstücke füge ich bei. Das Publikum wird dabei in keiner Weise übervortheilt oder getäuscht, im Gegentheil, es partizipirt an dem Vortheil solcher Einkäufe.

Hochachtungsvoll E. Nobel.

An merk, der Red. Dem Herrn Einsender wird hiermit auf feinen Wunsch bestätigt, daß der Redaktion vom Reste- Geschäft E. Nobel 10 Rechnungen über Reste im Gesammtbetrage von ca. 2200 M. aus dem Zeiträume vom 15. Oktober 1894 bis 2. Jan. 1805, sämmtlich von Fa briken herrührend, vorgelegt worden sind. Auch sei nochmals ausdrücklich bemerkt, daß der betreffende Artikel der .Konfektionszeitung' ent­nommen und es nicht unsere Absicht war, irgend ein reelles Geschäft zu schädigen. Wir wollten lediglich einem Auswüchse des modernen Geschästsgebahrens durch Aufklärung des Publi­kums entgegenarbeiten.

Frankfurt, 28. Januar. Der heuttge Biehmarkt war mit 395 Ochsen, 9 Bullen, 417 Kühen, Stieren und Rindern, 156 Kälbern, 213 Hänrmeln, 878 Schweinen befahren. Die Preise stellten sich wie folgt: Ockfen I. Qualität 67—69 Mark, II. Qualität 62—64 Mark. Bullen I. Qualir.t 56—58 Mark, II. Qualität 53—55 Mark. Kühe, Rinder und Stiere I. Qualität 58—61 Mark, II. Qualität 46—50 Mark. Alles per 50 Kilo Schlachtgewicht. Kälber I. Qualität 70—73 Psg, II. Qualität 60—65 Pfg., Hümmel I. Qualität 61—62 Psg., II. Qualität 52—56 Pfg., «chweine I. Qualität 57—58 Pfg., II. Qualität 55—56 Pfg. Alles per \i Kilo Schlachtgewicht.