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eine Besserung des Vorverfahrens nöthig sei. Es müßten dem Angeklagten Bürgschaften für eine allseitige gründliche Erörter­ung des ganzen, die Strasthat betreffenden Sachverhalts m der Borinftanz gegeben werden, dann sei die Berufungsinstanz ent­behrlich. Man habe früher oft genug die Erfahrung gemacht, daß die Zeugen in der Berufung ganz andere Aussagen, aber sicher keine, die der Wahrheit näher kamen, als die m der ersten Instanz, gemacht haben. Wolle man aber die Berufung roteber einführen, dann feien ganz andere' technijcde Einrichtungen nöthig, so z. B. eine viel ausführlichere Protokollirung tn ber ersten Instanz, als bies bisher geschehen sei, ferner auch eine viel genauere Begrünbung ber Urtherle erster Denn sonst

würbe eine Nachprüfung fehr schwer, wenn nicht unmöglich sein. Neue Grünbe seien für bie Berufung nicht vorgebracht worben. Er verlange keine Berufung, sonbern Kautelensurben Ange­klagten und zwar mindestens eme protokollarische Vernehmung desselben durch einen Richter vor der Hauptverhandlung

Abg. Dr. v. Marquardsen (natl.) erklärt sich ebenfalls entschieden gegen die Berufung.

Abg Lerno (Ctr.) stimmt dagegen der Vorlage im Wesentlichen zu, namentlich auch der Wiedereinführung der Be­rufung. Die Entschädigung unschuldig Verurtheilter bestehe in Bayern thalsächlich schon; er wünsche, daß diese wohlthätige Einrichtung möglichst bald für das ganze Reich Gesetz werde.

Abg Hilpert (bayer.Bauernbund) wünscht auch, daß die Vorlage möglichst bald Gesetz werde, da sie den bürgerlichen Rechtsanschauungen im Allgemeinen Rechnung trage.

Abg. v. Czarlinski (Pole) wünscht insbesondere mehr Rücksicht auf das Sprachverständniß der Zeugen bei deren Ver­nehmung, ferner Entschädigung auch für unschuldig erlittene Untersuchungshaft.

Tie Debatte ist erschöpft. Die Vorlage wird, gemäß dem Antrag Rintelen, an eine Kommission von 28 Mitgliedern verwiesen

Nächste Sitzung Dienstag 1 Uhr: Zolltarifnovelle.

MM, Promm und Nachbargebiet.

Fulda, 22 Januar.

* Es ist behördlich bestimmt worden, daß in den Schulen der Geburtstag des Kaisers, welcher auf Sonntag fällt, schon Samstag, den 26. Januar, feier­lich begangen wird. — Gleichzeitig sei bemerkt, daß zur Feier dieses Tages am nächsten Sonntag Nachmit­tag 2*/a Uhr im großen Saale des Bürgervereins ein Festmahl stattfindet.

** Der Blitzzug Berlin-Frankfurt, welcher Abends 8 Uhr 40 Min. die Station Fulda passiven soll, ist gestern Abend zwischen Hünfeld und Fulda in einem Einschnitt — in der Nähe des Dorfes Marbach — entgleist. Leicht verletzt ist ein Postbeamter, sonst ist Niemand beschädigt. In dem Einschnitt hat sich in Folge des Thauwetters eine Erdmasse gelöst, letztere ist auf das Geleise gedrungen und veranlaßte die Ent­gleisung der Maschine und der Wagen. Beide Geleise sind gesperrt und müssen die Reisenden an der Un­glücksstelle umsteigen.

* Vom Schöffengericht zu Fulda sollte der Oekonom Johann Müller zu Neuenberg im vorigen Jahre wegen Beleidigung der Ehefrau Christoph Herzig in eine Geld­strafe verurtheilt werden. Der Vertreter der Privat- Klägerin, Herr Rechtsanwalt Schultheis, protestirte jedoch dagegen, weil der Beklagte wegen Beleidigung schon wiederholt Geldstrafe erlitten habe und nur Haft­strafe die beabsichtigte Wirkung nicht verfehlen könne. Das Schöffengericht erkannte auch dem Anträge des Herrn Rechtsanwalts gemäß und verurtheilte den An­geklagten zu 14 Tagen Haft. Gegen dieses Urtheil legte der Angeklagte Berufung ein. In der am letz­ten Freitag stattgehabten Strafkammer-Sitzung kam die Sache zur nochmaligen Verhandlung. Das Berufungs-Gericht hielt das Urtheil des Schöffengerichts für gerechtfertigt und erkannte ebenfalls auf eine Haft­strafe von 14 Tagen. Dieses Exempel wird sich wohl mancher Andere merken.

* Zum gestrigen Berichte über die Generalversamm­lung der Allgemeinen Krankenversicherungskasse wird uns heute berichtigend mitgetheilt: Zu Vorstands­mitgliedern sind gewählt worden Herr Lothar Weber auf 1 Jahr und Herr Kaufmann Büttner auf 3 Jahre. Die Aemter vertheilt der Vorstand in seiner nächsten Sitzung unter sich. In der Generalversammlung vom 25. November 1894 ist zwischen den Herren Ernst Kramer und W. Stöhr geloost worden. Hierdurch dürfte der Jrrthum entstanden sein.

* An Stelle des nach München verzogenen Herrn Hofapothekers Wilhelm Rull mann ist Herr Kauf­mann Johannes Geisler zum Mitglied? des Kura­toriums der Realschule dahier vom Kgl. Provinzial- Schulkollegium zu Kassel ernannt, sowie die Wiederwahl des Herrn Rentners Richard Müller seitens der städt. Körperschaften zum Mitglieds des Kuratoriums der Realschule dahier bestätigt worden. — Die Wahl des bisherigen zweiten Lehrers an der Handelsschule zu Auerbach i. V Dr. August Krämer zum Ober­lehrer an der hiesigen Realschule an Stelle des mit dem 1. April d. I. in Pension tretenden Professors Johannis ist vom Kgl. Provinzial-Schulkollegium zu Kassel bestätigt worden. (F. K.)

* Die Mitglieder der Heffeu-Nassauischen Bauge­werks - Bkrufsgenosscnschast sind verpflichtet, bis spätestens 11. Februar 1895 ihre Arbeiter- und Lohnnachweisungen für das Jahr 1894 an ihren zuständigen Sektionsvorstand vorschriftsmäßig einzureichen. Ebenso haben die Selbstversicherten ihr abgeschlossenes Beschäftigungsbuch daselbst vorzulegen, auch wenn der Selbstversicherte persönlich in seinem Baubetrieb nicht beschäftigt war: dieses ist darin zu ver­merken. Ein Mitglied wird selbstversicherungspflichtig, wenn dasselbe für ein Jahr weniger als 250 Tage­

werke nachzuweisen hat. Tritt dies für 1894 ein, so ist der Gesammtjahresverdienst, z. B. 250 Tage zu 3 Mark = 750 Mark, sofort mit nachzuweisen. Wer die vorschriftsmäßige Nachweisung bezw. das Be­schäftigungsbuch nicht rechtzeitig oder vollständig ein­reicht, fetzt sich nicht nur einer empfindlichen Ord­nungsstrafe, sondern auch der Lohneinschätzung seitens der Genossenschaft aus, gegen welche keine Beschwerde zulässig ist.

* Zur Vornahme der Prüfung für den einjährig- freiwilligen Militärdienst ist als Anfangstermin für die Frühjahrs - Prüfung 1895 der 18. März ds. Js. von der Königlichen Prüflings - Kommission in Kassel sestgesetzt worden. Meldungen sind vor dem 1. Febr. bei der Kommission einzureichen.

* Hünfeld, 21. Jan. In der gestern Abend statt- gefundenen Generalversammlung des Bürgervereins wurden die Herren Amtsgerichts-Sekretär Mallart, Fabrikant Steinbach, Prokurist Weber, Buchdrucker Albiez und Gerichtsvollzieher Mahrt zu Vorstands­mitgliedern gewählt.

* Marburg, 19. Jan. Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, wurde an Stelle des einem Rufe an die Universität Halle folgenden Herrn Professor Fränkel Herr Dr. A. Kosfel, außerordentlicher Professor der medizinischen Fakultät Berlin und Direktor der chemi­schen Abtheilung des dortigen physiologischen Instituts, hierher berufen und wird diesem Rufe Folge geben.

* Fritzlar, 20. Jan. Im Dorfe Zennern hatte der Schneider H. vorgestern Abend mit seiner Ehefrau Streit und würgte diese am Hals. Die Frau machte sich los, lief fort, um beim Bürgermeister Hilfe zu suchen, sprach noch mit dem D wfdiener auf der Straße und fiel dann leblos zusammen. Der Ehemann ist verhaftet worden und wird sich wohl durch die Unter­suchung Herausstellen, ob der Tod in Folge der Miß­handlung oder durch einen Schlaganfall eingetreten ist.

* Hofgeismar, 20. Jan. Durch die Geistesgegen­wart des Bahnwärters Konrad Deneke zu Lammerden ist dieser Tage einem großen Eisenbahnunglück vor­gebeugt worden. Es hatte sich nämlich eine Dresch­maschine auf dem Geleise der Station Lammerden fest­gefahren, während der Schnellzug in Sicht war. Deneke lief, kurz entschlosfeu, dem Zuge eine größere Strecke entgegen, legte in verschiedenen Entfernungen Warnungs­schüsse auf das Geleise und machte weiter durch Schwenken einer rochen Fahne den Führer der Maschine auf die Gefahr aufmerksam. Glücklicherweise konnte denn auch der Zug noch rechtzeitig zum Stehen gebracht werden.

* Eschwege, 21. Jan. Der frühere Abgeordnete Hans Leuß wird im Zuchthaus in Celle als Tischler beschäftigt. Die Gesundheit des Verurtheilten soll durch die Aufregung des Prozesfes so stark angegriffen sein, daß er zu schwererer Arbeitsleistung nicht fähig fcbien. Bei dem bevorstehenden Prozeß der Frau Schnutz wegen Falscheides wird Leuß als Zeuge auf­treten müssen.

* Großalmerode, 20. Jan. Hier wurde ein Thon­hauer verschüttet und erlitt einen schweren Beinbruch. Derselbe ist ein junger, nicht verheiratheter Mann. — In Romerode auf „Zeche Maria" wurde ein Bergmann durch herabstürzende Kohlen getödtet. Der-. selbe war verheirathet und hat bereits erwachsene Kinder.

* Frankfurt a. M., 21. Jan. Der um 1 Uhr 30 Min. Mittags von Berlin nach Frankfurt abge­lassene Blitzzug ist vor der Station Fulda in Folge eines Dammrutsches entgleist. Außer kleineren Koiitusionen, verursacht durch das plötzliche starke Bremsen, hat Niemand erhebliche Verletzungen erlitten. Das Geleise dürfte für mehrere Tage gesperrt bleiben. Die Beförderung der Post und der Passagiere, die mit ca. dreistündiger Verspätung hier eintrafen, er­folgten mittelst Sonderzuges. (Frkf. Ztg.)

* In Kaltennordheim ist die Errichtung eines Denkmals für die Söhne der Stadt, welche den d eutsch- französischen Feldzug von 1870/71 mitgemacht haben, in Aussicht genommen. Eine Anzahl patrio­tischer Männer ist zu einem Komitee zusammengetreten, dessen Vorsitzender Herr Amtsrichter Dr. Körner ist. Als Standort für das Denkmal ist der Platz vor der Kirche in Aussicht genommen und vom Gemeinderath bereits zur Verfügung gestellt. Die Kosten sollen durch freiwillige Beiträge aufgebracht werden.

* Wiesbaden, 21. Jan. Der Volksverein für das katholische Deutschland hatte hier gestern eine Ver­sammlung in den großen Römersaal einberufen. Die­selbe nahm einen glänzenden Verlauf. Der Saal war gedrängt voll, und die Reden des Reichstags- und Landtagsabgeordneten Dr. Lieber (Camberg) und des Herrn Rechtsanwalts Kellerhoff wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen.

vermischtes.

* Berlin, 21. Jan Zwischen bem vielgenannten Cerinonien- meister Kotze und bem Cermoniemneister Schraber soll ein unblutiges Duell st-ttgefunden haben.

* Berlin, 20. Jan. Im Hinblick ans bie behördlichen Warnungen vor beut Zuzug mittelloser Leute nach Berlin bürste es von Interesse sein, zu erfahren, wie viel Personen sich gegen­wärtig schon in Berlin befinden, die noch als „Eingewanderte" zu betrachten sind. Die Zahl derselben beträgt über 90-^,000 und vertheilt sich auf die preußischen Provinzen und die Übrigen Theile Deutschlands folgendermaßen: aus der Provinz Bran­denburg Über 287,000, aus Ost- und Westpreußen 122,000,

Sachsen und Posen je 76,000, Rheinland 13,000, Schlesien 123,000, Pommern 102,000, Hannover 10,000, Westfalen 8000, Hessen-Nassau 6000, Schleswig-Holstein 4000, Mitteldeutschland 14,000 und aus den Übrigen nord- und süddeutschen Staaten zusammen 56,000.

* Halberstadt, 20. Jan. Bei einem zwischen dem Barbier Richter und dem Arbeiter Putz entstandenen Wortwechsel suchte ersterer seinen Gegner von sich abzuhalten, stach ihn dabei aber mit einer Scheere so unglücklich in die Brust, daß der Tod bald darauf eintrat. Richter stellte sich der Polizei.

* Mailand, 21. Jan. Ein grauenvoller Mord ist heute Vormittag int Centrum der Stadt verübt worden und versetzt die ganze Bevölkerung in Bestürzung und Schrecken. Als Dr. Craveri um 10 Uhr nach kurzer Abwesenheit in seine an dem äußerst belebten Marktplatz Verziere gelegene Wohnung zurück- kehrte, fand er seine 75 jährige Mutter todt mit durchschnittenem Halse. Das Motiv ist wahrscheinlich Raub. Vom Mörder hat man keine Spur.

* Die Kosten des Prozesses Dreyfns. Dem ,Petit Journal' zufolge belaufen sich die Kosten des Verfahrens gegen den Berräther Dreyfus auf 1687,50 Frs., in welcher Summe natürlich das Honorar des Bertheidigers nicht mit einbegriffen ist Der größte Theil dieser Summe ist in der Bezahlung der Schreib-Sachverständigen aufgegangen; das Unheil des Kriegs­gerichts und der Beschluß des Revisionsgerichtshofes haben da­gegen nur je 12 Frs. gekostet. Was die Zeugen anbelangt, so haben sie keine Gebühren erhalten, da sie entweder Offiziere ober Staatsbeamte ober Freunde des Angeklagten waren. Es ist daraus zu ersehen, daß bie Kriegsgerichtskosten in Frankreich weit geringer als die bei Verhandlungen vor den Schwurge­richten entstehenden sind.

* Zwei Hundertjährige. Mehrere Blätter berichteten dieser Tage von einer Hundertjährigen, einer Frau So bin i zu Badenheim in Rheinhessen, die am Mittwoch ihren 100. Ge­burtstag in voller Rüstigkeit feierte. Bon einer zweiten Hundertjährigen weiß die ,Neue Bad. Landesztg/ Folgendes zu melden: „Frl. Sophie Brech ter, eine geborene Mannheimerin, früher hierselbst als Jndustrielehrerin thätig, eine Schwester des s. Z. weit bekannten Konditors Brechter, feiert Sonntag, den 20. Jan. ihren 100. Geburtstag. Die Jubilarin ist noch voll­ständig rüsttg und lebt gegenwärtig bei ihrem Neffen, Herrn Eberhard Rupp, in Firma P. Eichner-Nachfolger B. 7. 14 "

* Die Bevölkerung Londons. Nach ber letzten Volkszähl­ung beläuft sich die Bevölkerung der Hauptstadt Englands gegenwärtig auf 4,250,000 Einwohner. Bor dreißig Jahren war die Ziffer um ein Drittel kleiner. Die „Außen-Bevölkerung", die auf den Gebieten rings nm London wohnt, hat sich in der Decade 1871 bis 1881 um 50 vom Hundert vermehrt, und von 1881 bis 1991 um 69 vom Hundert; die Ziffer, die sie jetzt erreicht, übersteigt eine Million. Wie viele Staaten gibt es, die eine weit geringere Bevölkerung haben als London und seine Umgebung!

* Neue Cigarrensorten. Mit Beziehung auf einen Artikel der ,Grenzboten', worin es als Lächerlichkeit gegeißelt war, Drei-, Vier- und Fünfpfennig-Cigarren mit den Namen echt spanischer Sorten zu versehen, sendet man der genannten Zeit­schrift folgende Auswahl deutscher Bezeichnung für diese Sorten:

Schiller- Cigarre. (Devise: ber Mann muß hinaus!)

Haideröschen-Cigarre. (Devise: Und ber wilde Knabe brach!)

Hannibal-Cigarre. (Devise: Ante portas!)

Erlkönig- Cigarre. (Devise: Erreichte den Hof mit Müh' und Noth!)

Cha miss o-Cigarre. (Devise: Dem Herrn' ward's un­behaglich !)

Seitme-Cigarre. (Devise: Und er schlug sich seitwärts in bie Büsche!)

Die Schach-Cigarre nicht zu vergessen. (Devise: Nach drei Zügen matt!)

Warktöerichte.

Frankfurta.M.,21.Jan. (Getreidemarktbericht, mit­getheilt von Joseph Strauß, Agent, welcher sich bei An- und Verkäufen bestens empfiehlt.) Weizen ab unserer Umgegend 12.50—12.75 Mk., Wetterauer und Kurhess frei hier 13 bis 13.25 Mk., fremde Sorten (Red-winter, Kansas, La Plata) je nach Qualität und Herkunft, 14.0c—15.00, ruff. Sorten 13.50 bis 15.50 Mk, Roggen hiesiger ca. 11.25—11.50 Mk, russischer 12.00—12.25 Mk., Braugerste, Franken und Wetterau 13—15 Mk., Pfälzer u. Ried 15.25—15.75 Mk., Futtergerste 9—9.50 Mk., Hafer ruff. 12.75—14 Mk., Hafer, hies. neuer 10.25—13 Mk., Mais (Donau) 12.25 Mk., Malzkeime 7 Mk , Roggenkleie 7 M., Weizenkleie 5.50—6 Mk , getr. Biertreber 9 Mk., Spelzen­spreu per Ctr. 1 Mk., Torfstreu per Ctr. 1 Mk., Haferhülsen per Ctr. 1 Mk., Milchbrod und Brodmehl im Verband 37.50 bis 39.50 Mk., Nordd. u. roeftfäl. Weizenmehl Nr. 00 18.50—19 50 Mk., hiesige- Weizenmehl Nr. 0 23—24 Mk., Roggemnehl Nr. 0/1 17 50—18.50 Mk. Die Preise verstehen sich per 100 Kilo ab hier, häufig auch loco auswärtiger Stationen, bei mindestens 10,000 Kilo

Frankfurt, 21. Januar. Der heutige Viehmarkt war mit 340 Ochsen, 24 Bullen, 428 Kühen, Stieren und Rindern, 201 Kälbern, 2l5 Hammeln, 1149 Schweinen befahren Die Preise stellten sich wie folgt: Ochfen I. Qualität 67—69 Mark, il. Qualität 62—64 Mark. Bullen I. Qualität 54—56 Mark, II. Qualität 51—53 Mark. Kühe, Rinder und Stiere I. Qualität 58—61 Mark, II. Qualität 46—50 Mark. Alles per 50 Kilo

Schlachtgewicht. Kälber I. Qualität 70—73 Pfg., II. Qualität

60—65 Pfg., Hammel I. Qualität 61—62 Pfg., II. Qualität

52—56 Pfg., Schweine I. Qualität 57—58 Pfg., II. Qualität

55—56 Pfg. Alles per 1 » Kilo Schlachtgewicht.

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Oettinger & Co. Frankfurt a. M„ Fabrik-Depot.

Lebensmittelpolizei. Ein Spezereihändler bezog von der Firma Maggi Suppenwürze und zwar fowohl in kleinen Fläsch­chen zum direkten Weiterverkauf, als auch in größeren Flaschen, um die leeren Originalfläschchen der Kunden nachzufüllen. Im Herbst 1894 wollte dieser Spezereihändler einen Versuch machen mit dem Produkt einer Konkurrenzfirma und bezog davon zwei Flaschen. Da aber die Kunden reklamirten, das Fabrikat sei trübe und nicht so kräftig wie Maggi's Suppenwürze, kam der Händler auf die Idee, die leeren Maggifläschchen der Kunden, statt mit Maggi's Suppenwürze, mit diesem fremden Fabrikate nachzufüllen und demselben so mit der wissentlich unwahren Vorgabe, es sei Maggi's Suppenwürze, Absatz zu verschaffen. Während der Angeklagte nachweisen konnte, da« das fremde Produkt nicht billiger ist als Maggi's Suppenwürze, somit ein pekuniärer Bortheil ihm nicht erwachsen sei, tonftatirte die er­hobene Expertise, daß das Konkurrenzprodukt um einen Dritt- theil weniger Gehalt aufweist als Maggi's Snpvenwürze. Der Angeklagte wurde am 23. Dezember vom Gericht zu Buße, zu den Kosten und einer Prozeß-Entschädigung verurtheilt [171