Derr taubstummen Mindern zum WeihnachtsFest gewidmet.
Ist Lprach', Gehör Euch auch genommen,
So könnt Ihr doch der Welt einst frommen, Es ist das Auge Euch gegeben, Könnt schaffen, wirken stets im Leben; Wie arm ist doch der blinde Mann, Der heut' das Fest nicht sehen kann, Der ewig lebt in finst'rer Nacht, Nie schauen kann der Gottheit Pracht, Und doch zufrieden ist im Herz, In Demuth trägt fein' herben Schmerz.
Beklagenswerth ist Euer Stand, Geht mit dem Blinden Hand in Hand; Dafür wird Gott zu lohnen wissen, Bewahret nur ein gut Gewissen, Dann kommt Ihr all' ins Himmelreich, Dort seid Ihr Kaisern und Königen gleich, Der Herr wird Euch einst reich bedenken, Und Euch den ew'gen Frieden schenken.
C. Hummel.
Klage. ES ist nun gekommen das heilige Fest, Besonders Dem, den es Gott froh genießen läßt; An mich armen Schuster ist nicht zu denken, Indem ich mein Geld den Leut' an die Füße thu' henken. Meine Kunden essen Braten und trinken auch Wein, Dies alles muß ich nur wegen ihnen lassen sein;
Sie machen Geschenke, gar fein und nicht minder, Auch dieß muß entbehren meine Frau und auch Kinder.
Drum bitt' ich, laßt werden Eure Herzen weich
Und borgt nicht zu lang, oder zahlt die Arbeit gleich;
Ihr hemmt manche Noth, Ihr heilt manchen Schmerz I Dies Alles ist Wahrheit, ich treib' keinen Scherz.
Ein unbemittelter Schuhmachermeister.
George Starke.
p. p. C.
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